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Geschwindigkeitsvorteil

Der Siegeszug der Wellpappe in der Verpackungsindustrie hält an. Sie ist leicht, stabil und umweltfreundlich. Ein weiterer, entscheidender Faktor, der den Erfolg der Wellpappe prägt, ist der Geschwindigkeitsvorteil bei der Produktion und Verarbeitung. Gemeint sind kürzere Taktzeiten, höhere Durchsatzraten und verkürzte Durchlaufzeiten vom Rohbogen bis zum versandfertigen Gebinde. Wo Wellpappe inline gerillt, gestanzt, bedruckt und geklebt wird – etwa auf Flexodruck-Inlinern, Rotationsstanzen und Faltklebemaschinen – entsteht ein messbarer Zeitvorteil, der Liefertermine absichert, Bestände senkt und die Reaktionsfähigkeit in dynamischen Märkten stärkt. Dieser Effekt umfasst die gesamte Prozesskette inklusive Bündelung, Palettierung und Etikettierung und wirkt damit direkt auf Planbarkeit, Kapazitätsnutzung und Termintreue.

Definition: Was versteht man unter Geschwindigkeitsvorteil?

Geschwindigkeitsvorteil, oft auch als Produktionseffizienz bezeichnet, steht hierbei für die Fähigkeit, ein Produkt oder eine Dienstleistung in kürzerer Zeit als der Wettbewerb produzieren oder bereitstellen zu können. Im Kontext der Wellpappe bedeutet es, mehr Verpackungen in kürzerer Zeit zu produzieren und zu liefern. Ergänzend umfasst der Begriff die Reduktion von Rüstzeiten, die Vermeidung von Stillständen sowie die stabile Einhaltung geplanter Takte über ganze Schichten und Auftragsreihen hinweg. Ebenso zählt dazu die Minimierung von Warte- und Transportzeiten entlang des Materialflusses, sodass der Anteil wertschöpfender Tätigkeiten im Verhältnis zur Gesamtzeit steigt.

Im engeren Sinne sind damit sowohl die technische Anlagengeschwindigkeit als auch organisatorische Faktoren wie Materialfluss, Auftragsreihenfolge und Verfügbarkeit von Werkzeugen gemeint. Der Geschwindigkeitsvorteil zeigt sich in einer kürzeren Time-to-Market, geringeren Durchlaufzeiten und einem robusten, wiederholbaren Output unter wechselnden Bedingungen. Im weiteren Sinne umfasst er außerdem die Fähigkeit, trotz Variantenvielfalt, Formatwechseln und Losgrößenwechseln ein stabiles Leistungsniveau zu halten, ohne Qualität oder Prozesssicherheit zu beeinträchtigen.

Relevante Kennzahlen und Messgrößen

  • Durchsatz (Stück/Std. bzw. m/min): effektiver Output der Linie, inklusive Berücksichtigung von Mikrostopps
  • Taktzeit: Zeit pro Einheit bzw. pro Verarbeitungsschritt; maßgeblich für Kapazitätsplanung und Schichtleistung
  • Rüstzeit: Dauer für Format-, Werkzeug- oder Auftragswechsel; inklusive Reinigungs- und Justageanteilen
  • Durchlaufzeit: Zeit vom Auftragseingang bis zur Auslieferung; schließt Warte-, Transport- und Liegezeiten ein
  • OEE (Gesamtanlageneffektivität): Verfügbarkeit × Leistung × Qualität; zeigt den nutzbaren Anteil der theoretischen Kapazität
  • Ausschuss- und Nacharbeitsquote: qualitätsbedingte Verzögerungen und Verluste, die Nettogeschwindigkeit reduzieren

Auswirkungen der Geschwindigkeit auf die Produktivität

Höhere Geschwindigkeit bedeutet meistens auch höhere Produktivität. Durch den Einsatz moderner Maschinen und Technologien kann die Herstellung und Verarbeitung von Wellpappe erheblich beschleunigt werden. Dies führt zu kürzeren Lieferzeiten und besseren Lagerbedingungen, da die produzierten Verpackungen schneller bei den Kunden sind. Ebenso sinken Umlaufbestände und Zwischenlager, weil Aufträge zügiger abgeschlossen werden. Entscheidend ist, dass die Prozesskette – vom Wellpappenwerk über Druck, Stanzung und Klebung bis zur Bündelung und Palettierung – als Gesamtfluss optimiert wird. Ein konsistenter, störungsarmer Fluss vermeidet Rückstaus, reduziert Umrüsthäufigkeit durch sinnvolle Reihenfolgengestaltung und ermöglicht eine höhere Auslastung der Engpassressourcen.

In der Praxis entstehen Produktivitätsgewinne durch kleinere Losgrößen bei gleichzeitig schnellen Umrüstungen, standardisierte Werkzeugsätze, digitale Auftragsdaten, automatische Registerregelungen und vorausschauende Instandhaltung. Der Effekt kumuliert: Jede eingesparte Minute in der Rüstung und jeder störungsfreie Lauf verlängert die Netto-Laufzeit und erhöht den planbaren Output pro Schicht. Gleichzeitig wird die Prozessstabilität erhöht, da geringere Liegezeiten und weniger manuelle Eingriffe das Risiko von Fehlern, Materialbeschädigungen und Qualitätsabweichungen verringern.

Wechselwirkungen zwischen Geschwindigkeit und Qualität

Mit steigender Linienleistung verändern sich Prozessfenster: Bahnspannung, Leimauftrag, Trocknung und Registerführung müssen sauber aufeinander abgestimmt sein. Ein stabiler Geschwindigkeitsvorteil zeigt sich deshalb nicht nur in Zahlen, sondern auch in reproduzierbarer Kantenqualität, präziser Rillung, sauberem Druckbild und verlässlicher Klebung. Werden diese Parameter beherrscht, bleibt die Qualität auch bei höheren Geschwindigkeiten konstant, und Nacharbeit wird deutlich reduziert.

Effekte entlang der Wertschöpfungskette

  • Vorfertigung: stabile Papierqualitäten und abgestimmte Feuchtewerte reduzieren Unterbrechungen
  • Verarbeitung: integriertes Rillen, Stanzen, Drucken und Kleben verkürzt Wege und Durchlauf
  • Intralogistik: kurze Transportwege und klare Materialbereitstellung verhindern Wartezeiten
  • Auftragssteuerung: sinnvolle Reihenfolgen reduzieren Rüstwechsel und Make-ready-Zeiten
  • Qualitätssicherung: Inline-Prüfung vermeidet Nacharbeit und hält die Linie im Takt
  • Entsorgung/Nebenprodukte: geregelter Abtransport von Stanzgittern und Beschnitt vermeidet Rückstau und Stillstände
  • Palettierung/Verladung: standardisierte Packmuster und Etikettierung sichern einen kontinuierlichen Abfluss vom Band

Konsequenzen der Geschwindigkeit für das Unternehmen

Durch den Geschwindigkeitsvorteil beim Fertigen von Wellpappe können Unternehmen Kosten reduzieren und ihre Wettbewerbsposition verbessern. Für sie bedeutet dies eine erhöhte Kosteneffizienz und eine stärkere Marktposition. Der fortlaufende Wettbewerbsdruck zwingt Unternehmen, ihre Produktionsprozesse kontinuierlich zu optimieren. Hier spielt der Geschwindigkeitsvorteil eine entscheidende Rolle. Fixkosten verteilen sich auf mehr Gutteile, Liefertermintreue steigt und Auftragsspitzen lassen sich mit geringerer Zusatzschicht bewältigen. Gleichzeitig sinken Kapitalkosten durch geringere Bestände und kürzere Kapitalbindung in Work-in-Progress. Ergänzend verbessert sich die Transparenz in der Kapazitätsplanung, weil stabilere Takte eine verlässlichere Schicht- und Personaleinsatzplanung ermöglichen.

  • Planungssicherheit: verlässlichere Takte erleichtern Kapazitäts- und Personaleinsatzplanung
  • Lieferperformance: stabile Durchlaufzeiten verbessern On-Time-Delivery und Reklamationsquote
  • Kostenstruktur: geringere Stillstände und Rüstzeiten senken Stückkosten
  • Flexibilität: kurzfristige Bedarfsänderungen können schneller aufgefangen werden

Kennzahlen im Controlling

Für die Steuerung eines Geschwindigkeitsvorteils sind nicht nur klassische Produktionskennzahlen relevant, sondern auch finanzielle und logistische Größen. Dazu zählen Deckungsbeitrag pro Maschinenstunde, Bestandsreichweiten, Terminerfüllungsgrad, Anfahrverlustquoten und die Relation von Losgröße zu Rüstzeit. Eine regelmäßige, fachlich fundierte Auswertung dieser Kennzahlen unterstützt zielgerichtete Maßnahmen und schafft Transparenz über Engpässe und Verbesserungspotenziale.

Vor- und Nachteile von Geschwindigkeitsvorteil

Ein deutlicher Vorteil der Geschwindigkeit besteht in der Fähigkeit zur schnellen Reaktion auf Marktveränderungen und Kundennachfragen. Auf der anderen Seite besteht bei einer zu hohen Geschwindigkeit das Risiko, dass die Qualitätseinbußen hinnehmen muss. Dazu zählt beispielsweise die Präzision der Verpackungsformate oder die Beständigkeit gegen äußere Einflüsse. Zahlreiche Unternehmen der Wellpappe-Industrie haben es jedoch geschafft, eine ausgezeichnete Balance zwischen Geschwindigkeitsvorteilen und Qualitätsanspruch zu finden. Diese Balance basiert auf stabilen Prozessfenstern, verlässlicher Klebstoff- und Leimführung, kontrollierter Feuchte sowie passgenauer Messer- und Stanzwerkzeugpflege. Ergänzend tragen dokumentierte Anfahrprofile, klar definierte Grenzwerte und eine strukturierte Fehleranalyse (z. B. 5-Why) dazu bei, Geschwindigkeit und Qualität gleichermaßen zu sichern.

  • Vorteile: kürzere Durchlaufzeiten, geringere Bestände, höhere Linienauslastung, bessere Termintreue
  • Risiken: Materialschäden (z. B. Wellenbruch bei zu hoher Bahnspannung), ungenaue Rillungen, unsaubere Klebungen, erhöhter Ausschuss
  • Gegenmaßnahmen: Prozessüberwachung, statistische Qualitätskontrolle, definierte Anfahrprofile, qualifikationsgerechtes Training

Messmethodik und Datenerfassung

Ein belastbarer Nachweis des Geschwindigkeitsvorteils verlangt eine systematische Datenerfassung. Dazu zählen Echtzeitdaten aus der Maschinensteuerung, Stillstandsgründe mit Kodierung, Messwerte zu Bahnspannung, Feuchte, Leimauftrag und Register sowie qualitätsbezogene Prüfergebnisse. Die Kombination aus zyklischer OEE-Analyse, Schichtprotokollen und Stichprobenprüfungen liefert ein konsistentes Bild über Leistungsfähigkeit und Potenziale.

Praktische Hinweise zur Messung

  • Datentiefe: Mikrostopps und kurze Unterbrechungen gesondert erfassen, um versteckte Verluste sichtbar zu machen
  • Zeitsynchronisation: Maschinen-, Qualitäts- und Logistikdaten zeitlich abgleichen, um Ursachenketten zu erkennen
  • Prozessfähigkeitsanalysen: Cp/Cpk für kritische Merkmale (Rilltiefe, Klebenaht, Druckpasser) auch bei hoher Linienleistung auswerten
  • Regelkommunikation: tägliche Kurzbesprechungen zu Abweichungen, Gegenmaßnahmen und Lernpunkten

Strategien zur Optimierung der Geschwindigkeit

Unternehmensentscheidungen rund um die Produktion von Wellpappe drehen sich häufig um die Frage, wie der Geschwindigkeitsvorteil weiter ausgebaut werden kann. Hierbei sind Investitionen in moderne Maschinen und Automatisierungstechniken ebenso relevant wie die kontinuierliche Weiterbildung der Mitarbeiter. Letztere ermöglicht es, Prozessverbesserungen schnell umzusetzen und zukunftsweisende Technologien effizient einzusetzen. Auch ein klarer Standard für Rüstabläufe und Übergaben sowie eindeutige Zuständigkeiten tragen zu einem stabilen Geschwindigkeitsniveau bei.

Bewährte Hebel sind SMED-Methodik zur Rüstzeitreduktion, wertstromorientierte Werkslayouts, standardisierte Werkzeugschnittstellen, automatisierte Materialbereitstellung, digitale Auftragsdaten (Bedienerführung, Rezeptverwaltung) sowie zustandsorientierte Instandhaltung. Besonders wirkungsvoll ist die Kombination aus intelligenten Reihenfolgen (Formatfamilien), kurzen Reinigungsintervallen und klaren Übergaben an Schnittstellen zwischen den Stufen. Ergänzend unterstützen Heijunka-Ansätze zur Glättung der Auftragslast, Andon-Signale für schnelle Störungsreaktionen und visuelle Standards eine nachhaltige Leistungssteigerung.

Ein zentraler Baustein ist die beherrschte Wahl von Losgrößen in Abhängigkeit von Rüstaufwand, Nachfrage und Lieferterminen. Weiterführende Informationen liefern Fundierte Praxishinweise zur wirksamen Losgrößenoptimierung in Wellpappwerken, die den Zusammenhang zwischen Rüstzeit, Ausbringung und Bestandsniveau erläutern. Zudem empfiehlt sich die Nutzung von Checklisten, visuell geführten Rüstschritten und Werkzeugkennzeichnung, um Wiederholbarkeit und Tempo zu sichern, ohne die Prozesssicherheit zu gefährden.

Typische Engpässe und deren Entschärfung

  • Rüstwechsel: Parallelrüstungen vorbereiten, Werkzeuge kittingfähig bereitstellen
  • Qualitätsstopps: Inline-Messung von Bahnspannung, Leimauftrag und Register
  • Materialverfügbarkeit: Kanban-/Supermarkt-Konzepte für Rohpapiere und Zuschnitte
  • Intralogistik: klare Routenzüge, feste Übergabeplätze, eindeutige Kennzeichnung
  • Wärmehaushalt: kontrollierte Trocknung und Temperaturführung zur Vermeidung von Verzug bei hoher Geschwindigkeit
  • Reinigung/Entsorgung: kontinuierlicher Abtransport von Abfällen, um Kapazitäten im Fluss zu halten

Praxisbeispiele

  • Schnellwechsel-Systeme: Der Einsatz von Schnellspannern für Stanzwerkzeuge reduzierte die Rüstzeit um zweistellige Minutenwerte je Auftrag und erhöhte die Nettolaufzeit pro Schicht spürbar.
  • Reihenfolgenbildung: Durch Gruppierung ähnlicher Formate („Familien“) sank die Anzahl kompletter Werkzeugwechsel, was den Leistungsdurchsatz bei gleichbleibender Qualität steigerte.
  • Inline-Qualitätsprüfung: Eine kamerabasierte Register- und Klebekontrolle verringerte Nacharbeit und stabilisierte die Prozessgeschwindigkeit über längere Losreihen.

Zusammenfassung:

  • Ein markanter Geschwindigkeitsvorteil in der Produktion kann erreicht werden, wenn Unternehmen auf Wellpappe Verpackungen setzen. Der schnelle und effiziente Herstellungsprozess dieser Verpackungsvariante ermöglicht eine zügige Auslieferung an Kunden. Gleichzeitig verbessert die Kombination aus hoher Anlagengeschwindigkeit, kurzen Rüstzeiten und stabilen Prozessfenstern den planbaren Output und reduziert Durchlaufzeiten messbar. Ergänzende Maßnahmen wie wertstromorientierte Abläufe, Inline-Qualitätssicherung und strukturierte Datenanalyse festigen diesen Vorteil über Schichten und Auftragsserien hinweg.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt des Geschwindigkeitsvorteils besteht in der Beschleunigung der betrieblichen Abläufe. Insbesondere die leichte Handhabung und schnelle Nacherstellung von Verpackungen aus Wellpappe tragen zur Kosteneffizienz und Zeitersparnis bei. Standardisierte Werkzeuge, digitale Auftragsdaten und optimierte Intralogistik vermeiden Wartezeiten, senken Bestände und erhöhen die Termintreue entlang der gesamten Prozesskette. Wird dies mit vorausschauender Instandhaltung und klarer Verantwortungsmatrix kombiniert, bleiben Leistung und Qualität auch bei wechselnden Auftragsprofilen stabil.
  • Außerdem kann durch den Einsatz von Wellpappe ein Lieferkettenvorteil erlangt werden. Durch das geringe Gewicht ermöglicht sie schnelleren Versand und höhere Gewichtseffizienz, wodurch wertvolle Zeit, aber auch Ressourcen gespart werden. In Verbindung mit verlässlichen Taktzeiten, vorausschauender Instandhaltung und abgestimmter Materialqualität entsteht ein robuster Fluss, der Flexibilität und Reaktionsfähigkeit im Tagesgeschäft erhöht. Die resultierende Planbarkeit unterstützt zudem belastbare Zusagen gegenüber Kunden und reduziert Folgekosten durch Verzögerungen oder Eilmaßnahmen.

Veröffentlicht am 07.08.2024
Letzte Überarbeitung am 24.09.2025 um 17:58 Uhr von Sebastian Würth

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