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Glasbruchsicherung

In der vielschichtigen Welt der Verpackungen spielt Wellpappe eine essenzielle Rolle. Besonders wenn es um das sensible Thema Glasbruchsicherung geht, kann diese variabel einsetzbare Materialart überzeugen. Als effektiver Schutz vor Schäden stellt sie eine sichere Verpackungslösung für diverse Glasartikel dar.

Durch ihre wellenförmige Struktur wirkt sie stoßdämpfend, verteilt Kräfte über eine größere Fläche und reduziert punktuelle Belastungen an empfindlichen Kanten und Flächen. Ergänzend ermöglichen konstruktive Zuschnitte, Einlagen und Abstandshalter eine passgenaue Fixierung, die Transportvibrationen, Stürze aus typischen Handlingshöhen sowie Druck- und Stapelbelastungen im Lager besser abfangen.

Zusätzlich erlaubt das faserbasierte Material eine gezielte Steuerung von Dämpfungspfaden und Kontaktflächen: Durch definierte Auflagepunkte, kraftschlüssige Haltegeometrien und umlaufende Schutzräume werden kritische Spannungsspitzen im Glas reduziert. Die resultierende Bruchsicherheit entsteht aus dem Zusammenspiel von Materialauswahl, Konstruktionsprinzipien und einem reproduzierbaren Verpackungsprozess.

Definition: Was versteht man unter Glasbruchsicherung?

Unter Glasbruchsicherung versteht man alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Glaswaren vor Bruch und Beschädigung zu schützen. Sie umfasst sowohl die Verwendung von speziellen Schutzmaterialien als auch die Gestaltung der Verpackung selbst. Wellpappe in ihren verschiedenen Formen bietet hier ideale Rahmenbedingungen.

Im engeren Sinn umfasst Glasbruchsicherung drei Schutzebenen: Polsterung zur Energieabsorption bei Stößen, Fixierung zur Begrenzung relativer Bewegungen im Karton sowie Abstand zwischen Produkt und Außenwand, um Kanten- und Flächenkontakte zu vermeiden. Ergänzend spielen Verschlussmechanismen, rutschhemmende Oberflächen und geeignete Innenkonstruktionen eine Rolle.

  • Primärer Produktschutz: Passgenaue Inlays, Trays und Einstecklaschen halten das Glas in Position.
  • Sekundärer Schutz: Zwischenlagen, Gittereinsätze und Kreuzstege verhindern Kontakt zwischen einzelnen Glasartikeln.
  • Tertiärer Schutz: Außenkarton mit ausreichender Druckfestigkeit und definierter Dämpfungswirkung.

Die Leistungsfähigkeit einer Lösung wird über praxisnahe Prüfungen (z. B. Fall-, Stoß- und Vibrationsprüfungen) sowie materialbezogene Kennwerte eingeschätzt. Ziel ist, Bruchspannungsspitzen im Glas zu vermeiden und die Transportbeanspruchung so zu steuern, dass sie unterhalb kritischer Grenzen bleibt. Dabei sind neben geometrischen Randbedingungen auch Reibverhalten, Fügefolgen und die Orientierung der Wellen im Karton relevant.

Anwendungsbereiche der Glasbruchsicherung in der Wellpapp-Industrie

Sowohl in der Lebensmittelbranche für Glasflaschen und Einmachgläser als auch bei zerbrechlichen Dekoartikeln und teuren Elektronikgeräten mit Glasoberflächen findet Glasbruchsicherung durch Wellpappe Anwendung. Die vielfältige Struktur von Wellpappe ermöglicht dabei eine individuelle Anpassung an das zu schützende Produkt.

  • Getränke und Feinkost: Flaschen, Konserven im Glas, Öl- und Essigbehälter
  • Kosmetik und Parfüm: Flakons, Tiegel, Ampullen
  • Haushalt und Deko: Vasen, Gläser, Spiegel, Lampenschirme mit Glaselementen
  • Elektronik: Displays, Frontscheiben, Touchpanels, Abdeckgläser
  • Labor- und Pharmabereich: Reagenzgläser, Kolben, empfindliche Probenbehälter

Praxisbeispiel: Ein Set aus sechs Flaschen wird durch Kreuzstege und formgestanzte Trays voneinander getrennt; umlaufende Hohlräume sowie Deckel- und Bodenpolster begrenzen Stöße, während der Außenkarton die Last beim Stapeln aufnimmt.

Erweitertes Praxisbeispiel: Für empfindliche Kosmetikflakons werden doppelte Einleger mit Zentrierkonturen genutzt. Ein innenliegender Rahmen schafft umlaufend Abstand, während rutschhemmende Kontaktzonen das Verdrehen minimieren. Ergänzend schützt eine zusätzliche Zwischenlage den Verschlussbereich vor punktuellen Druckspitzen.

Material- und Konstruktionswahl für Glasbruchsicherung

Die Auslegung hängt von Masse, Geometrie, Schwerpunktlage und Kantenempfindlichkeit des Glasartikels ab. Ebenso relevant sind Transportweg, Umschlaghäufigkeit, klimatische Bedingungen und die geplante Lagerdauer. Daraus ergeben sich Anforderungen an:

  • Wellenarten und Kombinationen: E-, B-, C- oder BC-Welle für abgestimmte Dämpfung und Stapelfestigkeit.
  • Kartonaufbau: Qualität und Flächengewicht beeinflussen Druckstabilität und Kantenstauchwiderstand.
  • Konstruktion: Rillungen, Stecksysteme, Halteklammern aus Kartonage, Kreuzstege und rahmenartige Einleger.
  • Verschluss: Selbstklebestreifen, Steckverschlüsse oder Umreifung zur sicheren Schließung ohne unkontrolliertes Öffnen.

Für Glasprodukte mit hohen Kantenbelastungen sind verstärkte Kantenrahmen sinnvoll; bei großflächigen Bauteilen empfiehlt sich eine Kombination aus flächiger Auflage und entkoppelnder Polsterung. Die Orientierung der Wellen (senkrecht zu Druckpfaden) kann die Boxkompression verbessern. Zudem beeinflussen Klebung und Rillqualität die Reproduzierbarkeit beim Falten und damit die Maßhaltigkeit der Innengeometrien.

Normen, Kennwerte und Dimensionierung

Für die technische Auslegung werden neben praktischen Versuchen auch Kennwerte und Prüfmethoden herangezogen. Im Kontext Wellpappe sind insbesondere relevant:

  • ECT/BCT: Kantenstauchwiderstand und Box-Kompression als Indikatoren für Stapel- und Druckfestigkeit.
  • FCT/CMT: Flachstauch- und Mittelschichttests zur Beurteilung der Materialstabilität in der Welle.
  • Cobb-Wert und Klimaeinfluss: Feuchteaufnahme und deren Wirkung auf Festigkeit und Dämpfung.
  • Reibbeiwerte: Gleit- und Haftreibung zwischen Glas und Karton zur Abschätzung von Mikrobewegungen.
  • Hohlraumdimensionierung: Abstände so wählen, dass Polsterung arbeiten kann, ohne Vorspannungen im Glas zu erzeugen.

Eine belastbare Dimensionierung kombiniert diese Kennwerte mit realitätsnahen Belastungsprofilen. Für Serienfreigaben empfiehlt sich eine Dokumentation der Grenzfälle (höchstes Gewicht, empfindlichste Geometrie, ungünstigste Klimabedingung).

Verfahren und Techniken zur Glasbruchsicherung

Von der Verwendung von gestanzten Wellpappeinlagen, die das Glasprodukt sicher umschließen, bis hin zu tragfähigen Wellpappkartons, die mehrere Glasartikel sicher auseinanderhalten, können unterschiedliche Methoden zur Glasbruchsicherung angewandt werden. Ebenso bieten spezielle Verschlussmechanismen der Wellpappverpackungen zusätzlich Schutz vor ungewolltem Öffnen.

Bewährte Techniken sind unter anderem:

  • Formgestanzte Einlagen: Passgenaue Aufnahmen und Konturen verhindern Mikrobewegungen und Kontakt mit der Außenwand.
  • Kreuz- und Gittereinsätze: Trennen Mehrfachsets und reduzieren Glas-zu-Glas-Kontakt deutlich.
  • Abstandshalter und Kantenrahmen: Umlaufende Zonen schaffen Energieabsorptionsräume bei Stößen.
  • Deckel- und Bodenpolster: Schützen bei vertikalen Stößen, z. B. beim Absetzen oder bei Fallereignissen.
  • Innenfixierung: Stecklaschen und Spanngeometrien aus Kartonage fixieren das Produkt ohne zusätzliche Materialien.

Für standardisierte Anforderungen bietet sich an, einen Überblick über direkt verfügbare Verpackungen ab Lager, während für besondere Geometrien maßgeschneiderte Zuschnitte mit definierten Hohlräumen und Auflagepunkten sinnvoll sind. Wichtig ist die korrekte Dimensionierung der Hohlraumgrößen, damit Polsterung wirksam ist, ohne Spannungen im Glas aufzubauen.

In der Praxis bewährt sich eine klare Packreihenfolge: Zunächst den Außenkarton aufrichten, Einleger falten und einsetzen, Produkte einlegen, Zwischenlagen platzieren, Deckelpolster aufbringen und den Karton definiert schließen. Ein gut lesbarer Packzettel minimiert Verwechslungen und sorgt für reproduzierbare Qualität.

Qualitätssicherung und Prüfmethoden

Um die Wirksamkeit der Glasbruchsicherung nachzuweisen, werden praxisnahe Prüfungen durchgeführt. Dazu zählen:

  • Fallprüfungen: Kanten-, Flächen- und Eckfall aus repräsentativen Höhen, um Stoßpfade zu validieren.
  • Vibrationstests: Simulation von Transportvibrationen zur Beurteilung der Fixierung und Reibkontakte.
  • Stapeldruck: Bewertung der Stabilität bei Lagerung und Versand, inklusive Langzeitkriechen unter Last.
  • Klimaprüfungen: Einfluss von Feuchte und Temperatur auf Festigkeit und Dämpfungsverhalten.

Ergänzend helfen Stichprobenkontrollen im Warenausgang und Rückmeldungen aus der Logistik, die Konstruktion iterativ zu verbessern.

Dokumentation und Freigabeprozesse

Ein systematisches Prüfprotokoll mit Fotos, Messwerten und Prüfbedingungen erleichtert die Nachvollziehbarkeit. Freigabemuster dienen als Referenz für Produktion und Packprozesse. Abweichungen werden versioniert dokumentiert, um Änderungen nachvollziehbar zu steuern.

Serienstreuung und Prozessfähigkeit

Regelmäßige Kontrollen von Materialkennwerten und Rillqualität reduzieren Serienstreuungen. Schulungen für Packpersonal und standardisierte Anweisungen erhöhen die Prozessfähigkeit und senken das Risiko von Bruchereignissen.

Vor- und Nachteile von Glasbruchsicherung

Die Glasbruchsicherung bietet den offensichtlichen Vorteil, die Integrität von Glaswaren während Transport und Lagerung zu gewährleisten. Sie minimiert das Risiko von Verlusten, die durch zerbrochene Produkte entstehen, und trägt somit zur Kundenbindung bei. Allerdings erfordert die Glasbruchsicherung auch einen höheren Materialeinsatz und eine sorgfältige Verpackungsgestaltung. Trotzdem überwiegen für viele Unternehmen die Vorteile, insbesondere im Hinblick auf die erhöhte Kundenzufriedenheit und das ersparte Ärgernis von Reklamationen wegen Bruchschäden.

  • Vorteile: Weniger Transportschäden, stabilere Lieferqualität, geringere Ersatz- und Entsorgungskosten, bessere Handhabung durch klare Setzlogik der Einlagen.
  • Grenzen: Höherer Konstruktionsaufwand, potenziell größeres Volumen durch notwendige Hohlräume, sorgfältige Prozessdisziplin beim Verpacken erforderlich.

Eine ausgewogene Auslegung stimmt Schutzwirkung und Ressourceneinsatz aufeinander ab und berücksichtigt reale Transportbedingungen. Die Kosten-Nutzen-Betrachtung sollte Flächengewicht, Fertigungskomplexität, Packzeit und Schadenquote einbeziehen.

Häufige Fehlerquellen und Abhilfe

  • Zu geringe Abstände führen zu Glas-Kontakt mit der Außenwand: Hohlräume konsequent einhalten.
  • Unklare Packreihenfolge erzeugt Vorspannungen: Verpackungsanweisung mit Piktogrammen beilegen.
  • Falsche Wellenkombination bei hoher Stapellast: Tragfähigkeit über Kennwerte verifizieren.
  • Ungeeignete Rillungen bewirken Aufspringen von Laschen: Rillgeometrie an Materialdicke anpassen.
  • Ungeprüfte Klimaeinflüsse: Materialwahl und Polsterwirkung unter Feuchte und Temperatur testen.

Nachhaltigkeit und Kreislaufaspekte

Wellpappe ist als faserbasiertes Material recyclingfähig und unterstützt kreislauffähige Verpackungskonzepte. Monomaterial-Lösungen mit rein papierbasierten Einlagen vereinfachen die Entsorgung. Durch optimierte Geometrien lässt sich Material gezielt dort einsetzen, wo es die größte Schutzwirkung erzielt. Reduzierte Vielfalt bei Zuschnitten erleichtert die Wiederverwendung von Komponenten und verringert Rüstaufwand in der Verpackungslinie.

Auch die Gestaltung für Demontage und sortenreine Trennung hilft, Wertstoffe zurückzugewinnen. Klare Kennzeichnungen und eine packgerechte Faltung verbessern zudem die Wiederverwertbarkeit, ohne die Schutzfunktion zu beeinträchtigen.

Praxisempfehlungen für die Auslegung

  • Ausreichende Abstände zwischen Glas und Außenwand einplanen; punktuelle Auflagen vermeiden.
  • Bewegungsspiel minimieren, aber keine Vorspannung auf empfindliche Bereiche erzeugen.
  • Set-Verpackungen so strukturieren, dass einzelne Einheiten sich nicht berühren.
  • Verschlussarten wählen, die sich reproduzierbar und sicher anwenden lassen.
  • Prototypen bauen und unter realitätsnahen Bedingungen testen; Ergebnisse dokumentieren und iterativ verbessern.

Eine verständliche Packanweisung mit Bildern, definierten Prüfpunkten und Rückmeldekanal unterstützt die konsequente Anwendung. Packhilfen wie Zentrierlinien oder Farbcodes auf Einlegern erhöhen die Prozesssicherheit und reduzieren Fehlerquoten.

Zusammenfassung:

  • Wellpappe eignet sich hervorragend als Material für Glasbruchsicherung, da sie stoßabsorbierend wirkt und somit Schäden beim Transport verhindert.
  • Glasbruchsicherung bezeichnet Maßnahmen, die darauf abzielen, Glaswaren während des Transports oder der Lagerung vor Bruch zu schützen, was insbesondere für Unternehmen, die empfindliche Produkte versenden, von Bedeutung ist.
  • Durch den Einsatz von speziell ausgearbeiteten Elementen, wie Trennelementen und Einsätzen in der Verpackung, kann die Glasbruchsicherung weiter optimiert werden.
  • Die Wahl von Wellenart, Kartonqualität und Innenkonstruktion entscheidet über Dämpfung, Fixierung und Stapelfestigkeit.
  • Fall-, Vibrations- und Druckprüfungen sind zentrale Instrumente zur Validierung der Schutzwirkung im praktischen Einsatz.

Im Ergebnis entsteht eine robuste, gut dokumentierte Verpackungslösung aus Wellpappe, die Glasprodukte zuverlässig schützt, prozesssicher zu verarbeiten ist und sich in bestehende Logistikabläufe integrieren lässt. Die Kombination aus passgenauer Innengeometrie, abgestimmter Materialwahl und validierten Prüfmethoden bildet die Grundlage für eine wirksame Glasbruchsicherung im praktischen Einsatz.

Veröffentlicht am 13.06.2025
Letzte Überarbeitung am 29.12.2025 um 11:35 Uhr von Manuel Hofacker

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