Sofortkontakt
Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen
Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail
info@wellstar-packaging.de
Großformatdruck
Im Bereich der Verpackung sind unterschiedliche Herstellungsmethoden von Bedeutung. Besondere Aufmerksamkeit erregt hierbei der Großformatdruck in der Wellpappenindustrie. Er verbindet visuelle Kommunikation mit funktionalen Anforderungen an Transport- und Verkaufsverpackungen und ermöglicht die wirtschaftliche Umsetzung großflächiger Motive sowie informationsrelevanter Kennzeichnungen auf verschiedenen Wellpappqualitäten. Durch abgestimmte Prozessketten lassen sich selbst komplexe Layouts mit präzisen Konturen, klarer Typografie und konsistenter Farbführung realisieren.
Als eigenständiger Produktionsschritt vereint der Großformatdruck die Anforderungen an präzise Datenaufbereitung, materialgerechte Tintenwahl und stabile Prozesse. Gerade bei flächigen Darstellungen, großflächigen Motiven und variablen Inhalten verlangt das Zusammenspiel aus Drucktechnologie, Substrat und Weiterverarbeitung eine sorgfältige Planung. Faktoren wie Feuchtegehalt, Planlage, Wellenrichtung und die spätere Weiterverarbeitung (Rillen, Stanzen, Falten) beeinflussen das Ergebnis maßgeblich. Daher sind standardisierte Workflows, eindeutige Freigaberoutinen und eine verlässliche Qualitätssicherung zentrale Erfolgsfaktoren.
Definition: Was versteht man unter dem Großformatdruck?
Der Großformatdruck, auch bekannt als XXL-Druck, ist ein spezieller Teilbereich des Digitaldrucks. Hierbei kommt eine bestimmte Technik zum Einsatz, welche den Druck auf großflächigen Materialien ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist dabei die Nutzung von Wellpappe. Er umfasst in der Praxis sowohl mehrbahnige Single- und Multi-Pass-Tintenstrahlsysteme als auch großformatige Siebdruckanlagen und kann im Bogen- oder Rollenprozess erfolgen. Typisch sind breite Druckbreiten, die die wirtschaftliche Produktion von Displays, Zuschnitten und kaschierten Platten ermöglichen. Zusätzlich werden häufig Vakuumtische, Transportbänder und Greifersysteme eingesetzt, um planlagekritische Wellpappenbogen sicher zu führen und Kopfanschläge zu vermeiden.
Charakteristisch für diesen Bereich sind hohe Flächenleistungen, die Fähigkeit zur Wiedergabe großer Motive bei konsistenter Farbführung sowie die Option, Inhalte individuell anzupassen. Die Bandbreite reicht von einfachen, einfarbigen Kennzeichnungen bis hin zu fotorealistischen Darstellungen mit fein abgestimmten Farbtönen. Üblich sind variable Tropfengrößen, Graustufensteuerung und unterschiedliche Qualitätsmodi (Entwurf, Produktion, Fein), die je nach Betrachtungsabstand, Motivkomplexität und Auflage gewählt werden. Durch RIP-gestützte Steuerung und Profilierung lassen sich Farbräume effizient nutzen und wiederholbar reproduzieren.
Einsatzbereiche des Großformatdrucks
Wellpappe bietet bei Großformatdruck zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Dazu zählen insbesondere Verpackungen, Displaywände für Messen und Events, Plakate oder Aufsteller. Insbesondere der Aspekt der individuellen Gestaltung spielt eine entscheidende Rolle. Hinzu kommen Bodendisplays, Thekendisplays, Regaltrays, Shelf-Ready-Lösungen, Umverpackungen, Schuber sowie großflächige Topschilder und Palettenhauben für die Warenpräsentation am Point of Sale. Auch E-Commerce-Versandverpackungen mit markenprägender Innen- und Außengestaltung, Mehrkomponentenverpackungen mit Einlagen sowie Muster- und Kleinserien für Testmärkte profitieren von der Flexibilität des Großformatdrucks.
- Produkt- und Markenkommunikation auf großformatigen Zuschnitten und kaschierten Platten
- Messebau-Elemente und temporäre Innenarchitektur auf Wellpappbasis
- Promotions, saisonale Kampagnen und limitierte Serien mit variablen Motiven
- Prototypenbau, Kleinserien, Testmarkteinführungen und Mustererstellung
- Verkaufsverpackungen, Transportverpackungen und Shelf-Ready-Verpackungen mit abgestimmter Kennzeichnung
- Innenbedruckte Versandkartons zur Informationsvermittlung und Markenführung entlang der Lieferkette
Weiterführende Informationen zu Verpackungen im Großformat für unterschiedlichste Anwendungen unterstützen die Auswahl passender Lösungen je nach Einsatzzweck.
Techniken und Prozesse im Großformatdruck
Es gibt unterschiedliche Techniken beim Großformatdruck. Dazu gehören unter anderem der Tintenstrahl- und Siebdruck. Insbesondere der Tintenstrahldruck zeichnet sich durch hohe Flexibilität, Qualität und Schnelligkeit aus. Zudem ist er ideal für die Anforderungen beim Druck auf Wellpappe. Abhängig vom Liner (weiß oder braun), der Wellengeometrie und der Planlage werden Tinten, Rasterung und Trocknung angepasst, um eine gleichmäßige Farbdeckung, saubere Kanten und eine gute Haftung zu erreichen. Ergänzend kommen Düsenausgleich, Nozzle-Check-Routinen und antistatische Maßnahmen zum Einsatz, um Banding, Spritzer und Registrierungstoleranzen zu minimieren.
Tintenarten und Trocknung
- UV- und LED-UV-Tinten: schnelle Härtung, hohe Abriebfestigkeit, geeignet für beschichtete und unbeschichtete Oberflächen
- Latex- bzw. wasserbasierte Systeme: geruchsarm, mit Fokus auf gute Umweltverträglichkeit und vielseitige Substratkompatibilität
- Vorbehandlung/Primer: verbessert Benetzung und Haftung auf kritischen Linern, reduziert Saugverhalten
- Trocknungs- und Härtungssteuerung: gleichmäßige Energieeinträge zur Vermeidung von Verzug, Welligkeit oder Glanzunterschieden
- Migrations- und Geruchsaspekte: bei indirektem Lebensmittelkontakt sind geeignete Tinten, Härtungsgrade und Barrieren zu berücksichtigen
Vorstufe, Daten und Farbmanagement
- Datenaufbereitung: ausreichende Bildauflösung für Betrachtungsabstand (typisch 100–150 ppi am Endformat), korrekte Einbettung von Schriften
- Farbprofilierung: ICC-Profile und RIP-Einstellungen für Substrat und Tinte, konsistente Farbwiedergabe über Auflagen hinweg
- Sonderfarben und Weißunterlegung: Weißdruck auf braunen Linern zur Steigerung von Kontrast und Farbraum
- Überfüllungen und Passer: Berücksichtigung von Toleranzen an Stanz- und Rillkanten zur sauberen Kantenwiedergabe
- PDF-Standards und Preflight: Verwendung geeigneter Austauschformate (z. B. PDF/X), Prüfung auf Überdrucken, Haarlinien, Mindestschriftgrößen
- Barcode- und QR-Code-Lesbarkeit: ausreichender Kontrast, ruhige Zonen und geeignete Rasterung sichern die Funktion im Handel
Material- und Prozessparameter
- Planlage und Wellenrichtung: reduziert Banding, verhindert Kopfanschläge und minimiert Verzugsrisiken
- Kaschierte Platten versus Direktdruck: Wahl abhängig von Motivkomplexität, Auflage und Weiterverarbeitung
- Weiterverarbeitung: Stanzen, Rillen, Falten und optionale Schutzlacke beeinflussen Anmutung und Haltbarkeit
- Feuchtegehalt und Akklimatisierung: stabile Klimabedingungen vor und nach dem Druck verhindern Verwerfungen
- Nesting und Nutzenanordnung: effiziente Ausnutzung der Bogenfläche reduziert Verschnitt und senkt Materialeinsatz
Qualitätskontrolle und Normbezug
Zur Absicherung gleichbleibender Ergebnisse werden Messkeile, Testcharts und definierte Freigabemuster eingesetzt. Spektrale Messungen (z. B. ΔE-Betrachtung), Densitometrie und Prozesskontrollstreifen unterstützen die Bewertung von Farbstabilität und Tonwertumfang. Eine dokumentierte Stichprobenprüfung entlang der Produktion (Erstteilfreigabe, In-Prozess-Kontrolle, Endabnahme) stellt sicher, dass Kantenreinheit, Flächengleichmäßigkeit und Scheuerfestigkeit den Anforderungen entsprechen. Für Verpackungen mit potenziellem Lebensmittelkontakt sind zusätzlich Konformitätserklärungen, Sicherheitsdaten und geeignete Prüfpläne relevant.
Gestaltungs- und Konstruktionshinweise
Für die Konstruktion von Wellpappenverpackungen im Großformatdruck gelten spezifische Richtlinien: Sicherheitsabstände zu Rill- und Stanzlinien, ausreichend breite Klebelaschen, definierte Überfüllungen an Stoßkanten sowie robuste Schriftgrade für negative Texte. Dünne Linien, großflächige Vollflächen und feine Verläufe sollten hinsichtlich Rasterung und Trocknung auf das Substrat abgestimmt werden. Die Wellenrichtung wird an Falz- und Traglastanforderungen ausgerichtet, um Risse an Rillkanten zu vermeiden. Bei Innenbedruckung ist der Betrachtungsabstand in der Packöffnung zu berücksichtigen, während außen platzierte Hauptmotive für die Fernwirkung am Regal optimiert werden.
Vor- und Nachteile von Großformatdruck
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten gehören zu den großen Vorteilen des Großformatdrucks. Nicht zuletzt durch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten ist er prädestiniert für die Herstellung von Verpackungslösungen. Dagegen stehen Kosten und ein nicht unerheblicher Ressourceneinsatz. Es bedarf spezieller Produktionsmaschinen und Drucker für den Großformatdruck. Zusätzlich sind Aspekte wie Materialeffizienz, Energieeinsatz, Trocknung und Abriebfestigkeit zu berücksichtigen. Ferner sind Bedienkompetenz, Wartungsroutinen (z. B. Düsenpflege) und ausreichende Produktionsflächen für großformatige Bogen einzuplanen.
- Vorteile: kurze Rüstzeiten, variable Daten (Versionierung, Personalisierung), wirtschaftliche Klein- und Mittelserien, schnelle Markteinführung, großformatige Bildwirkung
- Herausforderungen: m²-Kosten im Vergleich zu konventionellen Verfahren, Farbstabilität über verschiedene Substrate, potenzieller Verzug bei hoher Flächenabdeckung, Anforderungen an Trocknung und Haftung
- Qualitätsaspekte: homogene Flächen, saubere Verläufe, definierte Kanten an Rill- und Stanzbereichen, ausreichende Scheuerfestigkeit
- Prozessökonomie: effizientes Nutzenlayout, Verschnittminimierung und abgestimmte Weiterverarbeitung erhöhen die Gesamteffizienz
Zukunftsaussichten im Großformatdruck auf Wellpappe
Angesichts knapper werdender Ressourcen und gestiegenem Umweltbewusstsein bietet der Großformatdruck ebenso interessante Zukunftsaussichten. Als nachhaltiges Material kann Wellpappe hierbei einen entscheidenden Beitrag leisten. Erwartet werden Fortschritte bei wasserbasierten Tinten, energieeffizienten Trocknungssystemen, inline Farbmesstechnik und automatisierter Qualitätskontrolle. Darüber hinaus gewinnen kreislauffähige Materialien, reduzierte Lösemittelanteile und eine verbesserte Wiederverwertbarkeit der bedruckten Produkte an Bedeutung. Auch optimierte Rezepturen für erhöhte Scheuerfestigkeit und verbesserte Weißabdeckung auf braunen Linern sind relevant.
Auch die Integration von Workflows zur Standardisierung (z. B. einheitliche Profile, definierte Prozessfenster) unterstützt reproduzierbare Ergebnisse. In Kombination mit datengetriebener Planung lassen sich Auflagen flexibel bündeln, Materialverschnitt reduzieren und Produktionszeiten stabilisieren. Perspektivisch werden Closed-Loop-Regelungen, intelligente Wartungskonzepte und verbesserte Substrattransporte die Prozesssicherheit weiter erhöhen.
Zusammenfassung:
- Der Großformatdruck ist eine effektive Methode, um Verpackungen aus Wellpappe aufzuwerten und Ihre Markenpräsenz zu erhöhen.
- Er ermöglicht eine genaue und hochwertige Darstellung von Bildern, Logos und Texten, ideal für die präzise Präsentation Ihrer Verpackung im Einzelhandel.
- Mit Großformatdruck können Sie Ihre Verpackungen auch als werbewirksames Großdisplay verwenden und so die Sichtbarkeit Ihrer Marke erhöhen.
- Materialgerechte Tintenwahl, sorgfältige Datenaufbereitung und abgestimmte Trocknung sind entscheidend für konstant hohe Qualität.
- Die Technik eignet sich für Displays, Messewände, Plakate, Aufsteller sowie Klein- und Mittelserien mit variablen Inhalten.
- Entwicklungen bei Tinten, Energieeffizienz und Prozessautomatisierung stärken die Zukunftsfähigkeit des Verfahrens auf Wellpappsubstraten.
- Standardisierte Qualitätskontrollen, geeignete Profile und durchdachte Konstruktion sichern reproduzierbare Ergebnisse im Produktionsalltag.
Veröffentlicht am 14.08.2024
Letzte Überarbeitung am 05.09.2025 um 10:42 Uhr von Manuel Hofacker