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Hologrammversiegelung

In der Verpackungsindustrie haben neue Technologien immer wieder neue Anwendungsbereiche eröffnet. Eine besondere Innovation stellt die Hologrammversiegelung dar. Insbesondere in der Wellpappenverpackung hat sich diese Technik etabliert, um Produkt- und Markensicherheit zu erhöhen, Manipulationen sichtbar zu machen und Herkunftsnachweise entlang der Lieferkette zu unterstützen. Durch optisch variable Sicherheitsmerkmale lassen sich Verpackungen eindeutig authentifizieren, ohne den Packprozess wesentlich zu verlangsamen, und gleichzeitig können gestalterische Effekte zur Differenzierung genutzt werden.

Definition: Was versteht man unter Hologrammversiegelung?

Unter Hologrammversiegelung versteht man eine spezielle Versiegelungstechnik, bei der ein holografisches Bild auf einer Materialoberfläche erzeugt oder übertragen wird. Dieses Bild ist eine dreidimensionale, optisch variable Darstellung, die nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar ist und bei Veränderung des Betrachtungswinkels unterschiedliche Effekte oder Bildinhalte zeigt. Technisch handelt es sich meist um diffraktive Strukturen (Optically Variable Devices, OVD), die Licht gezielt brechen. Sie werden häufig auf Verpackungsmaterialien wie Wellpappe als fälschungserschwerendes Sicherheitsmerkmal, als Manipulationsschutz (Tamper-Evidence) oder zur Markendifferenzierung eingesetzt. Je nach Auslegung können sowohl offene (overt) als auch verdeckte (covert) und forensische Sicherheitsmerkmale integriert werden, etwa Mikroschrift, Nanotext, Kippbilder, UV-aktive Elemente oder serialisierte Daten für Track-and-Trace.

Anwendungsbereiche der Hologrammversiegelung im Bereich Wellpappe

Die Hologrammversiegelung kommt hauptsächlich bei der Produktion sicherheitsrelevanter Verpackungen zum Einsatz. Besonders hervorzuheben ist die Verwendung bei Hochwertige Produkte und Markenartikel. Durch die aufgetragene Versiegelung entsteht eine zuverlässige Möglichkeit zur Authentifizierung. So wird für Endkunden und Handelspartner nachvollziehbar, dass ein definierter Schutz vor Produktpiraterie und unbefugten Eingriffen umgesetzt wurde.

Typische Anwendungsfelder sind unter anderem:

  • Elektronik und Ersatzteile: Schutz vor Produktfälschungen und unbefugtem Austausch von Komponenten.
  • Pharmazeutische und kosmetische Produkte: Sichtbare Originalitäts- und Unversehrtheitsnachweise auf Wellpapp-Faltschachteln, Versandkartons oder Sekundärverpackungen.
  • Genuss- und Lebensmittel im Premiumsegment: Authentifizierbare Siegelpunkte oder -streifen, die Manipulationen sichtbar machen.
  • E-Commerce- und Versandverpackungen: Holografische Sicherheitsetiketten oder Heißprägeelemente als Teil eines manipulationssicheren Verschlusskonzepts.
  • Display- und Promotion-Verpackungen: Kombination aus Sicherheits- und Designfunktion zur klaren Markenwiedererkennung.

Ergänzend lassen sich Hologrammsiegel mit Codes (z. B. QR, DataMatrix) oder fortlaufenden Nummern kombinieren, um Rückverfolgbarkeit zu ermöglichen. In Fulfillment-Umgebungen dient die Versiegelung zugleich als Prüfpunkt: Öffnungen, Umverpackungen oder Retouren lassen sich dadurch prozesssicher dokumentieren.

Der technische Prozess der Hologrammversiegelung

Die Hologrammversiegelung ist ein mehrstufiges Verfahren. Im ersten Schritt wird das Hologramm mit spezifischen Verfahren erzeugt (z. B. interferenzoptisches Mastering, Dot-Matrix- oder E-Beam-Verfahren). Anschließend wird dieses Muster repliziert und als dünne Folie mit geeigneten Funktionsschichten bereitgestellt. Die Übertragung auf die Wellpappe erfolgt häufig mittels Heißprägeverfahren (Hot Stamping) oder als appliziertes Sicherheitsetikett. Dies gewährleistet eine feste und dauerhafte Haftung des Hologramms auf der Verpackung. Alternativ kann ein Kaltfolientransfer im Druckprozess genutzt werden, wenn die Substrat- und Lackkombination die notwendige Feinstzeichnung ermöglicht.

Wesentliche Prozessparameter sind:

  • Temperatur, Druck, Zeit: Sie bestimmen die Aktivierung der Präge- bzw. Klebeschicht und die Haftung auf dem Deckliner.
  • Oberflächenbeschaffenheit: Glatte, gestrichene Deckpapiere ermöglichen eine klarere Abbildung als raue, ungestrichene Oberflächen.
  • Vorbehandlung und Primer: Bei saugfähigen Substraten verbessern geeignete Primer oder Lacke die Reproduzierbarkeit der optischen Effekte.
  • Registrierung: Exakte Passerung zu Druckbildern, Rillungen und Stanzkonturen zur Vermeidung von Versatz.

Neben dem Heißprägen werden je nach Anforderung auch Kaltfolienapplikation, Laminierung holografischer Folien, Aufbringen vorgeschnittener Sicherheitsetiketten oder kombinierte Klebe-/Lack-Siegel genutzt. Die Auswahl hängt von der Wellpappenqualität, dem Druckverfahren (Flexo, Offset, Digital), den Laufgeschwindigkeiten und der gewünschten Sicherheitsstufe ab. Für E-, B- oder EB-Welle sind aufgrund der Topografie unterschiedliche Prozessfenster sinnvoll: Dünne, glatte Deckpapiere begünstigen die Detaildarstellung; dickere, offenporige Liner benötigen häufig höhere Anpressdrücke und abgestimmte Klebeschichten.

Arten und Sicherheitsstufen der Hologrammversiegelung

  • 2D/3D- und Kinetic-Hologramme: Sichtbare Tiefen- und Bewegungseffekte für schnelle visuelle Prüfung.
  • Individualisierte Motive: Seriennummern, variable Daten, Mikroschrift oder Nanotext zur forensischen Authentifizierung.
  • Mehrschichtige OVDs: Kombination aus diffraktiven Mustern, lasergravierten Elementen und UV-reaktiven Markern.
  • Tamper-Evidence-Funktionen: Void-Effekte, Fragmentierung oder Rückstandsbilder bei Ablöseversuchen.

Zur Einstufung der Sicherheitsniveaus wird häufig zwischen offen erkennbaren Merkmalen (overt), verdeckten Merkmalen (covert) und laborbasierten Prüfmerkmalen (forensic) unterschieden. Die Kombination verschiedener Ebenen erhöht die Prüfsicherheit über die gesamte Wertschöpfungskette und erlaubt abgestufte Kontrollen, etwa Wareneingangsprüfungen im Handel und vertiefte Analytik bei Verdachtsfällen.

Gestaltung und Integration in Wellpappenprozesse

Für eine prozesssichere Umsetzung sind konstruktive Aspekte zu berücksichtigen: Platzierung außerhalb von Rill- und Stanzlinien, ausreichende Planlage der Flächen, geeignete Decklinerqualitäten und harmonisierte Taktzeiten in Druck, Kaschierung, Prägung und Weiterverarbeitung. Zudem sollten die Siegel- und Etikett-Layouts so dimensioniert werden, dass die optischen Effekte in typischen Beleuchtungssituationen gut erkennbar sind. Hinweise zu format- und prozessgerechten Dimensionen bietet der folgende Beitrag zu praxisgerechten Abmessungen für Heißprägeflächen auf Wellpappe.

In der Praxis bewährt sich eine frühe Abstimmung zwischen Konstruktion, Druckvorstufe und Weiterverarbeitung: Prüfandrucke, Freigabemuster und definierte Toleranzfelder (Passer, Glanzwinkel, Farbwiedergabe) reduzieren Ausschuss. Für Versandverpackungen empfiehlt sich die Positionierung in Zonen mit geringer mechanischer Beanspruchung, um Abrieb zu minimieren und die Lesbarkeit von Sicherheitseffekten zu erhalten.

Qualitätssicherung und Prüfverfahren

  • Sichtprüfung: Kipp- und Rotationsprüfung auf definierte Farbeffekte, Tiefenwirkung und Motivwechsel.
  • Haftungstests: Abrieb-, Gitterschnitt- oder Abzugstests zur Bewertung der Verbundfestigkeit.
  • Klimabelastung: Wechselklimatests (Temperatur/Feuchte) zur Beurteilung der Beständigkeit bei Lagerung und Transport.
  • Prozessfähigkeit: Stichproben an der Linie, Überwachung von Temperatur, Druck, Verweilzeit sowie Dokumentation von Rüst- und Losdaten.

Ergänzend kommen kamerabasierte Inspektionssysteme zur Prüfung von Lage, Vollständigkeit und Effekten zum Einsatz. Akzeptanzkriterien sollten klar definiert sein (z. B. maximale Versatzwerte, Mindestglanz, Mindesthaftwerte). In regulierten Branchen sind dokumentierte Prüfpläne, Rückstellmuster und Rückverfolgbarkeit über Chargen- und Seriennummern zweckmäßig.

Umwelt- und Recyclingaspekte

Holografische Schichten sind sehr dünn und beeinflussen die Faserstoffrückgewinnung üblicherweise nur gering, sofern die applizierten Flächenanteile klein bleiben. Für eine gute Wiederverwertbarkeit empfiehlt sich, großflächige Vollflächmetallisierungen zu vermeiden, lösungsmittelfreie Klebstoffsysteme zu nutzen und die Entfernbarkeit von Etiketten zu prüfen. Bei bedruckungsnaher Anwendung ist die Verträglichkeit mit eingesetzten Lacken und Farben zu berücksichtigen.

In der Entsorgungspraxis gilt: Kleine, punktuelle Sicherheitsmerkmale beeinträchtigen Deinking und Stoffaufbereitung in der Regel nicht, wenn sie flächen- und mengenmäßig begrenzt sind. Prozessbeschreibungen können Angaben zu Flächenanteilen und Materialkombinationen enthalten, um Recyclingfähigkeit transparent zu machen.

Kosten- und Wirtschaftlichkeitsfaktoren

  • Werkzeug- und Masterkosten: Abhängig von Individualisierung und Sicherheitsniveau.
  • Rüst- und Prozesszeiten: Einfluss auf die Effizienz bei kleinen und großen Losgrößen.
  • Ausschussquoten: Steigen bei unzureichender Registrierung oder ungeeigneten Substraten; Gegenmaßnahmen durch Vorserien und Freigabemuster.
  • Skalierung: Rollenware und Inline-Applikation reduzieren Stückkosten bei wiederkehrenden Serien.

Für die Bewertung bietet sich eine ganzheitliche Betrachtung an: Total-Cost-of-Ownership über mehrere Serien, Linienverfügbarkeit (OEE), Reservekapazitäten für Nachauflagen sowie die Kosten vermiedener Reklamationen und Marktrisiken. Ein abgestimmtes Sicherheitsniveau verhindert Über- wie Unterengineering.

Vor- und Nachteile von Hologrammversiegelung

Die Hologrammversiegelung bietet zahlreiche Vorteile. Einer der größten ist die verbesserte Produktsicherheit. Sie trägt maßgeblich zum Fälschungsschutz bei, erhöht die Markenidentifizierung und unterstützt die Vertrauensbildung bei Kundinnen und Kunden. Auch optisch werten Hologramme auf Verpackungen das Produkt auf und fördern den Wiedererkennungswert. Jedoch ist das Verfahren der Hologrammversiegelung komplex und mit erhöhten Kosten verbunden. Diese Kosten können gerade für kleinere Unternehmen eine Herausforderung darstellen.

  • Vorteile: Sichtbare Authentifizierung, Manipulationsnachweis, schwer zu kopierende OVD-Strukturen, kombinierbar mit Seriennummern und Rückverfolgbarkeit.
  • Nachteile: Zusätzliche Prozessschritte, werkzeugabhängige Rüstkosten, Anforderungen an Substratqualität und Prozessfenster.

In der Abwägung ist entscheidend, den gewünschten Schutzzweck, die Zielmärkte und das Verpackungsdesign frühzeitig zu spezifizieren. So lassen sich passgenaue Hologrammsiegel definieren, die sowohl in die Gestaltung als auch in die Produktionsabläufe der Wellpappenverarbeitung integriert werden können.

Rechtliche und organisatorische Aspekte

Je nach Branche können rechtliche Rahmenbedingungen und Richtlinien die Auslegung der Hologrammversiegelung beeinflussen, insbesondere dort, wo Manipulationsnachweise und Herkunftssicherung gefordert werden. Sinnvoll sind klare Verantwortlichkeiten für Freigaben, Prüfumfang und Änderungsmanagement. Schulungen für Bedienpersonal und Qualitätssicherung erhöhen die Prozessstabilität und reduzieren Anlaufverluste in der Serienfertigung.

Fehlerursachen und Abhilfe in der Praxis

Typische Abweichungen sind unzureichende Haftung (zu geringe Temperatur/Andruck, ungeeignete Primer), unscharfe Effekte (raue Oberflächen, falsche Lackierung), Versatz (ungenauer Passer) oder Abriebspuren (übermäßige mechanische Belastung). Abhilfe schaffen angepasste Prozessfenster, glattere Deckpapiere, geeignete Trocknungszeiten und definierte Transportwege auf der Linie. Eine dokumentierte Ursachenanalyse mit Stichprobenplänen unterstützt die nachhaltige Prozessverbesserung.

Zusammenfassung:

  • Hologrammversiegelungen sind ein modernes Verfahren, das verwendet wird, um die Echtheit und Sicherheit von Wellpappe-Verpackungen zu gewährleisten.
  • Durch die Nutzung von Hologrammversiegelungen, können Unternehmen die Fälschung oder Manipulation ihrer Produkte deutlich reduzieren.
  • Wellpappe-Verpackungen mit Hologrammversiegelungen verbessern das Markenimage, da sie neben dem Schutz vor Fälschungen auch eine hochwertige und professionelle Optik bieten.
  • Die technische Umsetzung erfordert abgestimmte Parameter (Temperatur, Druck, Zeit) und geeignete Oberflächenqualitäten, um klare optische Effekte und dauerhafte Haftung zu erzielen.
  • Alternative Applikationswege (Heißprägung, Kaltfolientransfer, Etiketten) erlauben die Anpassung an unterschiedliche Produktionsumgebungen und Sicherheitsstufen.
  • Qualitätssicherung umfasst Sicht-, Haft- und Klimatests sowie eine saubere Prozessdokumentation über die gesamte Fertigungskette.
  • Recycling- und Umweltaspekte lassen sich durch begrenzte Flächenanteile, geeignete Klebstoffsysteme und materialverträgliche Lacke berücksichtigen.

Insgesamt ermöglicht die Hologrammversiegelung eine ausgewogene Verbindung aus Fälschungsschutz, Manipulationsnachweis und visueller Differenzierung auf Wellpappe. Durch sorgfältige Auslegung, prozesssichere Integration und klare Prüfpläne entsteht ein robustes Sicherheitskonzept, das in unterschiedlichen Branchen und Logistikumgebungen zuverlässig angewendet werden kann.

Veröffentlicht am 11.06.2025
Letzte Überarbeitung am 22.12.2025 um 13:06 Uhr von Manuel Hofacker

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