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Laminatverpackung

Im Bereich der Wellpapp-Verpackungen ist die Verwendung von Laminaten ein wichtiger Aspekt. Aus fest verklebten, mehrlagigen Verbunden entstehen robuste Laminatverpackungen, die in verschiedenen Branchen effizient eingesetzt werden. Durch das Zusammenfügen mehrerer Schichten (z. B. Papier, Folien oder Metallisierungen) werden definierte Schutz- und Funktionsprofile erreicht, etwa höhere Durchstoßfestigkeit, verbesserte Feuchtebarrieren oder eine abriebfeste Oberfläche für hochwertige Druckbilder. In der Praxis werden Linermaterialien mit Funktionsschichten kaschiert und anschließend zu transport- und lagerfähigen Lösungen verarbeitet, die das Packgut zuverlässig stabilisieren und schützen. Zusätzlich können gezielt optische Effekte (matt, glänzend) und haptische Eigenschaften (rau, glatt) eingestellt werden, ohne die mechanische Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen. Dies ermöglicht eine präzise Abstimmung der Laminatverpackungen auf Produkt, Logistikweg und klimatische Bedingungen.

Definition: Was versteht man unter Laminatverpackung?

Unter einer Laminatverpackung versteht man eine spezielle Form von Verpackungslösungen, hergestellt aus einem mehrlagigen Verbundstoff, dem sogenannten Laminat. Dieses Material besteht aus mehreren Schichten, die gemeinsam eine starke, widerstandsfähige Struktur bilden. In der Regel sind diese Laminatverpackungen aus Wellpappe besonders beständig gegen physikalische Einflüsse und gewährleisten einen hohen Schutz des Packguts. Charakteristisch ist, dass die einzelnen Lagen definierte Aufgaben übernehmen: Die Trägerschicht sorgt für mechanische Stabilität, die Funktionsschicht für Barriere- oder Oberflächeneigenschaften und die Klebstoffschicht für einen dauerhaften, flächigen Verbund.

Im Unterschied zu einfachen Beschichtungen wird bei Laminaten eine eigenständige Schicht dauerhaft aufkaschiert. Typisch sind Folien- oder Papierlaminate auf dem Ober- oder Unterliner der Wellpappe. Je nach Anforderung können wasserbasierte, lösemittelfreie oder Hotmelt-Klebstoffe zum Einsatz kommen, um eine prozesssichere Verbindung der Schichten herzustellen. Ergänzend spielen Parameter wie Kaschierdruck, Temperaturführung und Feuchtehaushalt der Papiere eine Rolle, damit Planlage, Haftung und Weiterverarbeitbarkeit in der Serienproduktion stabil bleiben.

Schichtaufbau und typische Materialien

  • Träger: Kraftliner, Testliner oder Spezialpapiere in passenden Grammaturen
  • Funktionslagen: Kunststofffolien (z. B. PE, PP, PET), metallisierte Folien, Barrierepapiere
  • Klebstoffsysteme: Dispersionsklebstoffe, Hotmelt, gegebenenfalls mit Additiven für definierte Haftung
  • Optionale Deck- und Schutzschichten: kratzfeste, matt oder glänzend ausgelegte Oberflächen
  • Weitere Optionen: papierbasierte Barrieren, biobasierte Folienvarianten, migrationsarme Systeme für sensible Inhalte

Die Bedeutung der Laminatverpackungen in der Verpackungsindustrie

Die Rolle der Laminatverpackungen ist in der Verpackungsindustrie nicht zu unterschätzen. Mit ihrer robusten Beschaffenheit und ihrer Fähigkeit, Güter aller Art zu schützen, sind sie eine bevorzugte Lösung für eine Vielzahl von Anwendungen. Vor allem bei hochwertigen Produkten, die einen besonderen Schutz benötigen, kommt diese Art der Verpackung zum Einsatz. Durch die zusätzliche Laminierung erhöht sich die Stabilität der Wellpappe deutlich. Gleichzeitig lassen sich Barriereanforderungen gegen Feuchtigkeit, Fett oder Gas präzise einstellen, was die Eignung für sensible Inhalte erhöht.

Neben dem Schutz des Inhalts trägt der Verbund zu prozesssicheren Abläufen bei: gleichmäßige Steifigkeit, reduzierte Oberflächenempfindlichkeit und saubere Kanten unterstützen automatisierte Abpackprozesse. Für drucksensitive Anwendungen kann eine kaschierte Decklage außerdem die Bedruckbarkeit und Abriebfestigkeit verbessern, sodass Informationen lesbar bleiben und Oberflächen nicht so schnell verkratzen. Hinzu kommt, dass definierte Reibwerte und geeignete Oberflächenrauigkeiten das Gleitverhalten positiv beeinflussen und dadurch Störungen auf Förderstrecken reduzieren.

Leistungskennwerte und Prüfgrößen

  • Mechanik: Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT), Durchstoß- und Reißfestigkeit
  • Oberfläche: Scheuerbeständigkeit, Gleitverhalten, Kratzempfindlichkeit
  • Barriere: Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR), Sauerstoffdurchlässigkeit (OTR), Fett- und Ölbeständigkeit
  • Prozessfähigkeit: Falt- und Rillverhalten, Kaschierhaftung, Planlage

Im Rahmen der Auslegung sind definierte Maße und Toleranzen entscheidend, etwa für die Passung mit Inhalten, den Einsatz von Polsterkomponenten oder für Palettenlayouts. Weiterführende Hinweise zu präzisen Abmessungen und praxisnahen Toleranzen unterstützen eine passgenaue Spezifikation. In der Praxis ist zudem eine Abstimmung auf Format, Wellenprofil und Rillgeometrie notwendig, um Bruchkanten zu vermeiden und reproduzierbare Rillkräfte zu erreichen.

Anwendungsbereiche und Einsatzgebiete der Laminatverpackungen

Mit der Vielseitigkeit der Laminatverpackungen ergeben sich zahlreiche Anwendungsbereiche. Von der Lebensmittelindustrie über pharmazeutische Produkte bis hin zur Elektronikbranche, die Möglichkeiten der Nutzung sind breit gefächert. Ebenso eignen sich die Verpackungen ideal für den Versand von empfindlichen Gütern, da sie einen optimalen Schutz vor äußeren Einflüssen bieten. Für temperatur- und feuchtevariable Transporte können angepasste Laminate helfen, dimensionsstabil zu bleiben und die Stapelfähigkeit unter Klimabelastung zu sichern.

  • Lebensmittel: Trockenwaren, fett- oder feuchteempfindliche Produkte, bei Bedarf mit definierter Wasserdampf- und Fettbarriere
  • Pharma und Healthcare: Sekundärverpackungen mit stabiler Oberfläche für Etiketten, Codierungen und sensible Informationen
  • Elektronik: erhöhte Durchstoßfestigkeit und abriebfeste Oberflächen; spezielle ESD-Funktionen nur mit entsprechend ausgelegten Laminatebenen
  • Kosmetik und Körperpflege: hochwertige Oberflächen für sauberes Druckbild und Schutz beim Transport
  • Industriegüter: Bauteile, Werkzeuge oder Baugruppen, die mechanischen Schutz und formstabile Außenlagen benötigen
  • E-Commerce und Versand: robuste Außenlagen für längere Transportwege und Handling mit wechselnden Umgebungsbedingungen
  • Getränke und Feinkost: spritzwassernahe Bereiche mit erhöhten Anforderungen an Kantenfestigkeit und Feuchteverhalten

Vor- und Nachteile von Laminatverpackung

Die Laminatverpackungen zeichnen sich durch ihre hohe Stabilität und Robustheit aus, die einen sicheren Transport von Gütern ermöglichen. Darüber hinaus erfüllen sie durch ihre Beschichtung auch Barrierefunktionen gegen Feuchtigkeit, Gas und Licht, was sie zur geeigneten Verpackung für Lebensmittel und empfindliche Produkte macht. Jedoch sind die Laminatverpackungen nicht so leicht zu recyceln wie einfache Wellpappe, da die Trennung der Komponenten aufwendig sein kann. Sie sind zudem häufig kostenintensiver als herkömmliche Lösungen aufgrund der zusätzlichen Materialien und Fertigungsschritte. Dennoch überwiegen in vielen Einsatzbereichen die Vorteile aufgrund des hohen Schutzgrades und der Fähigkeit zur individuellen Gestaltung. In der Abwägung spielen dabei Lebensdauer, Schadensvermeidung in der Logistik und die geforderte Informationsqualität (Druckbild, Kennzeichnung) eine zentrale Rolle.

Vorteile im Überblick

  • Erhöhte mechanische Widerstandsfähigkeit und Kantenstabilität
  • Gezielte Barriereeigenschaften gegen Feuchtigkeit, Fett oder Gase
  • Verbesserte Oberflächenqualität und Abriebfestigkeit für Druck und Kennzeichnung
  • Hohe Maßhaltigkeit für automatisierte Abpack- und Versandprozesse
  • Geringere Anfälligkeit für Oberflächenschäden und Abrieb in Fördersystemen

Mögliche Nachteile und Grenzen

  • Aufwendigeres Recycling durch mehrlagigen Verbund
  • Höheres Flächengewicht und potenziell erhöhte Materialkosten
  • Zusätzliche Prozessschritte (Kaschieren, Trocknung) erhöhen die Komplexität
  • Spezielle Funktionen (z. B. ESD) nur mit entsprechenden Laminatebenen realisierbar
  • Erhöhte Anforderungen an Qualitätskontrolle und Klimaführung in der Produktion

Herstellungsverfahren und Prozessschritte

Die Lamination kann als Vorkaschierung des Liners erfolgen oder als Nachkaschierung auf bereits gefertigter Wellpappe. Bei der Vorkaschierung wird die Funktionslage auf den Deckliner appliziert, der anschließend in der Wellpappenanlage weiterverarbeitet wird. Die Nachkaschierung verbindet die Funktionslage mit dem fertigen Bogen. Auswahlkriterien sind geforderte Qualität, Maschinenpark, Auflagenhöhe und Toleranzen. Wesentlich sind dabei Bahnspannungen, der Klebstoffauftrag (Menge und Gleichmäßigkeit) sowie die Trocknungs- oder Abkühlphase zur Ausbildung eines stabilen Verbunds.

  • Kaschiertechniken: Nasskaschierung (wasserbasierte Klebstoffe), Thermokaschierung (Hotmelt), lösemittelfreie Systeme
  • Qualitätsprüfung: Haftzugtests, Klimaprüfungen, Planlagekontrolle, Barriere-Messungen
  • Weiterverarbeitung: Rillen, Stanzen, Kleben und eventuelle Perforationen je nach Einsatzzweck

Typische Fehlerbilder und Abhilfe

  • Silikonierung/Abperlen des Klebstoffs: Oberflächenvorbehandlung oder Klebstoffanpassung
  • Wellenwurf/Planlagenfehler: Feuchtebalancierung, Spannungsmanagement, geeignete Trocknung
  • Delamination: Erhöhung des Kaschierdrucks, Optimierung der Temperatur, Wechsel des Klebstoffsystems
  • Rillrisse: Anpassung der Rillparameter, Auswahl duktilerer Decklagen

Gestaltung, Druck und Kennzeichnung

Kaschierte Oberflächen erlauben hochwertige Druckbilder (z. B. Offset auf vorgestrichenen Papieren). Matt- oder Glanzoptiken, kratzfeste Lacke und spezielle Haptiken sind realisierbar. Für logistische Kennzeichnungen sollten Oberflächen so ausgelegt sein, dass Etiketten sicher haften und Codes zuverlässig lesbar bleiben. Bei direktem Kontakt mit sensiblen Inhalten sind migrationsarme Materialien und konforme Klebstoffe zu berücksichtigen. Zusätzlich ist die Kompatibilität mit gängigen Druckverfahren wie Flexo-Postprint, Preprint, Offset-Vorkaschierung und Digitaldruck zu prüfen, um Farbhaftung, Trocknung und Abriebfestigkeit in der Praxis sicherzustellen.

Nachhaltigkeit und Recyclingaspekte

Mehrlagige Verbunde erschweren die stoffliche Verwertung, weshalb ein designgerechter Aufbau wichtig ist. Monomaterial-Ansätze (Papier/Papier), wasserlösliche Kaschierklebstoffe oder trennfreundliche Barrierepapiere können die Recyclingfähigkeit verbessern. Bei Anwendungen mit Lebensmittelkontakt sind regulatorische Anforderungen (z. B. einschlägige EU-Vorgaben) sowie Prüfungen zur Migration und Unbedenklichkeit zu beachten. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Schutzfunktion, Materialeinsatz und Recyclingfreundlichkeit ist sinnvoll. Darüber hinaus hilft eine klare Kennzeichnung der Materialzusammensetzung, um die Sortierfähigkeit im Papierrecycling zu unterstützen und stoffliche Verwertungspfade zu erleichtern.

End-of-Life und Praxisempfehlungen

  • Materialvereinfachung anstreben (reduzierte Vielfalt der Funktionslagen)
  • Klebstoffe mit definierter Ablösbarkeit prüfen, sofern prozesssicher
  • Grammaturen und Barrieren bedarfsgerecht auslegen, um Ressourcen einzusparen
  • Frühe Einbindung von Qualitäts- und Recyclinganforderungen in die Spezifikation

Zusammenfassung:

  • Laminatverpackungen sind eine Art von Verpackung, die durch das Aufbringen einer Schutzschicht auf ein Trägermaterial hergestellt wird, ähnlich wie der Prozess bei Wellpapp-Verpackungen.
  • Im Gegensatz zu reinen Wellpapp-Verpackungen sind Laminatverpackungen oft widerstandsfähiger gegen Wasser und andere äußere Einflüsse, was sie zu einer bevorzugten Wahl für die Lagerung und den Transport von empfindlichen Produkten macht.
  • Unternehmen, die nach Verpackungslösungen suchen, sollten Laminatverpackungen in Betracht ziehen, insbesondere wenn es darum geht, dem Inhalt einen zusätzlichen Schutz vor Umwelteinflüssen zu bieten, vergleichbar mit den Vorteilen, die Wellpapp-Verpackungen bieten.
  • Die Wahl des Laminataufbaus richtet sich nach mechanischen, optischen und Barriereanforderungen sowie nach prozessualen Aspekten der Weiterverarbeitung.
  • Für eine praxisgerechte Auslegung helfen definierte Kennwerte (ECT, BCT, Barriere), geeignete Prüfmethoden und die exakte Abstimmung auf Inhalt, Klima und Logistikweg.
  • Nachhaltigkeitsziele lassen sich durch recyclingfreundliche Materialkombinationen, angepasste Klebstoffsysteme und eine bedarfsorientierte Materialdicke unterstützen.
  • Eine klare Spezifikation zu Abmessungen, Rillung, Bedruckung und Oberflächenanforderungen erleichtert stabile Prozesse von der Kaschierung bis zur Endmontage.

Veröffentlicht am 15.07.2024
Letzte Überarbeitung am 16.12.2025 um 12:05 Uhr von Julia Kopp

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