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Niederdruckverpackung
In der Welt der Verpackungen spielt die Niederdruckverpackung eine bedeutende Rolle. Insbesondere in Kombination mit Wellpappen-Verpackungen ermöglicht sie einen gezielten Schutz für unterschiedliche Artikel, indem empfindliche Produkte durch Unterdruck fixiert und Bewegungen im Umkarton reduziert werden. Die Anwendung der Niederdruckverpackung in der Wellpappenbranche unterstützt eine optimierte, kosteneffiziente und ressourcenschonende Lösung entlang der gesamten Lieferkette – von der Fertigung über die Distribution bis hin zur Lagerung. Durch die formschlüssige Anpassung an das Packgut werden Vibrationen und Stöße beim Transport gezielt gedämpft, Hohlräume minimiert und die Stapelfähigkeit der Außenverpackung aus Wellpappe effizient genutzt.
Definition: Was versteht man unter Niederdruckverpackung?
Als Niederdruckverpackung bezeichnet man ein Verfahren, bei dem ein verpacktes Gut in einer flexiblen Hülle unter reduzierten Druckbedingungen (Unterdruck) eingeschlossen wird. Anders als bei starkem Vakuum wird häufig ein moderater Unterdruck eingestellt, der das Produkt konturgenau umschließt, ohne es zu verformen. Die Hülle erhält dadurch eine feste, stützende Form, stabilisiert das Packgut und reduziert den Zutritt von Sauerstoff, Feuchtigkeit und Partikeln. In der Praxis findet man für Niederdruckverpackung auch Bezeichnungen wie Unterdruckverpackung oder vakuumunterstützte Folienverpackung; abhängig von Anwendung und Anlage wird das Verfahren zudem mit Siegeln, Barrierefolien und optionaler Gaskonditionierung kombiniert. Übliche Zielbereiche bewegen sich in moderaten Unterdruckniveaus, die je nach Produktempfindlichkeit und Geometrie so gewählt werden, dass Oberflächen nicht eingedrückt werden und Kantenlasten begrenzt bleiben. Verwendet werden Beutel, Hauben oder tiefgezogene Formteile, die nach dem Evakuieren sicher versiegelt werden.
Funktionsprinzip und Prozessschritte
Typische Prozessschritte sind: Einlegen des Produkts in eine flexible Hülle oder tiefgezogene Form, Evakuieren bis zum gewünschten Unterdruckbereich, optionales Einbringen von Schutzgasen, thermisches Versiegeln der Hülle, kontrolliertes Abkühlen und abschließende Dichtigkeitskontrolle. Übliche Unterdruckbereiche liegen – je nach Produktanforderung – in einem moderaten Bereich, sodass Formhaltigkeit und Schutzwirkung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Ergänzend kommen Prozessschritte wie das Anpassen der Beutelgeometrie (Rund- oder Eckversiegelungen), das Einlegen von Kantenschutz, das Anbringen von Ventilstrukturen zur kontrollierten Belüftung sowie die kontinuierliche Prozessüberwachung (Temperatur- und Druckaufzeichnung) zum Einsatz. Eine qualifizierte Erstbemusterung mit Probeabzügen, Lecktests und Siegelnahtbewertungen legt belastbare Prozessfenster fest.
Anwendungsgebiete für Niederdruckverpackungen
Niederdruckverpackungen sind vielseitig einsetzbar. Ihr Hauptanwendungsgebiet liegt in der Lebensmittelindustrie, wo sie zur Verlängerung der Haltbarkeit von Frischfleisch, Wurst- und Fischprodukten, Käsesorten, Backwaren und vorgefertigten Speisen genutzt werden. Durch die Reduzierung von Sauerstoff und die stabile Umhüllung werden Oxidation und mikrobielles Wachstum gehemmt, Tropfsaft gebunden und Aromaverluste begrenzt. Darüber hinaus kommen sie in Elektronik und Automobilindustrie zum Einsatz, um sensible Bauteile vor Feuchtigkeit, Staub, Abrieb und mechanischen Einwirkungen zu schützen. Weitere Beispiele sind Medizinprodukte, Ersatzteile mit empfindlichen Oberflächen, pulverförmige oder hygroskopische Stoffe sowie Sets aus mehreren Einzelkomponenten, die im Unterdruckverbund fixiert werden und dadurch transportsicher im Umkarton positioniert sind. Auch Kleinserien aus additiver Fertigung, optische Komponenten, Laborbedarf, kosmetische Füllgüter in Sekundärverpackungen sowie korrosionsanfällige Metallteile profitieren von der kontrollierten Fixierung und den einstellbaren Barriereeigenschaften. In Logistik und E-Commerce lassen sich darüber hinaus Retouren- und Servicekits stabil und platzsparend vorbereiten.
Kombination mit Wellpappkonstruktionen
In Versand- und Transportanwendungen wird die Niederdruckverpackung häufig als innere Schutzhülle eingesetzt, während die äußere Versandhülle aus Wellpappe die Stapel- und Kantenbelastungen aufnimmt. Diese Kombination reduziert Hohlräume, minimiert Reibungsschäden, stabilisiert empfindliche Oberflächen und steigert die Transportsicherheit, ohne das Volumen unnötig zu erhöhen. Durch passgenaue Zuschnitte, Einlagen, Rillungen und Aufrichtetrays aus Wellpappe lassen sich die Druckkräfte gleichmäßig verteilen. Je nach Wellenart (z. B. feine E-Welle für detailreiche Konturen oder robustere B-/C-Welle für höhere Biegefestigkeit) kann die Außenverpackung optimal auf das durch Unterdruck geformte Innenpolster abgestimmt werden. So bleiben auch mehrteilige Baugruppen in definierter Lage und Ausrichtung, was die Entnahme am Zielort erleichtert und Taktzeiten verkürzt.
Herstellung und Materialien von Niederdruckverpackungen
Die Herstellung von Niederdruckverpackungen ist technisch anspruchsvoll. Erforderlich sind Anlagen, die einen definierten Unterdruck zuverlässig erzeugen und gleichmäßig über die gesamte Hülle verteilen. Zum Einsatz kommen Kammermaschinen, Tiefzieh- bzw. Form-Fill-Seal-Anlagen und halb- oder vollautomatische Siegelgeräte. Als Materialien dienen vorzugsweise flexible Hochleistungsfolien mit Barriereeigenschaften, zum Beispiel mehrschichtige Verbunde aus PA/PE, PET/PE oder Folien mit EVOH-Schichten, die den Gas- und Wasserdampf-Durchtritt reduzieren. Die Folienstärken und Siegelschichten werden je nach Produkt, Kantenempfindlichkeit, gewünschter Haltbarkeit und Temperaturbeständigkeit gewählt. Je nach Anforderung sind auch Peel-Siegel, hochfeste Heißsiegel, matt oder glasklar transparente Oberflächen sowie antistatische oder abriebfeste Außenschichten möglich. Für die Verarbeitung hygroskopischer Inhalte kann eine Kombination mit Trockenmitteln oder Absorbern vorgesehen werden.
Materialauswahl und Barriere
Die Auswahl der Folie richtet sich nach Barriereanforderungen (OTR/WVTR), mechanischer Festigkeit, Transparenz und Siegelfähigkeit. Für fetthaltige oder feuchte Güter sind fettdichte Verbunde sinnvoll; für kratzempfindliche Oberflächen werden abriebfeste Außenschichten genutzt. Optional verhindern Ventilstrukturen oder definierte Mikroöffnungen Kondensatbildung bei feuchten Produkten, wenn ein geringer Gasaustausch erwünscht ist. Zusätzlich sind Kriterien wie Durchstoßfestigkeit, Kälteflexibilität, Eignung für Kühl- und Gefrierketten, Antifog-Eigenschaften sowie die Kompatibilität mit Metall- oder Kunststoffkanten zu berücksichtigen. Für elektroniksensible Komponenten bieten sich antistatische oder ableitfähige Ausrüstungen an, um triboelektrische Aufladung zu reduzieren.
Prozessparameter und Qualität
Wesentliche Parameter sind Vakuumgrad, Siegeltemperatur, Siegelzeit und -druck sowie die Abkühlphase. Eine reproduzierbare Prozessführung sichert dichte Siegelnähte und eine stabile Form. Zur Qualitätssicherung werden Lecktests, Druck- bzw. Vakuumhaltetests und Siegelnahtfestigkeitsprüfungen eingesetzt. Die Dokumentation der Prozessfenster und regelmäßige Prüfintervalle erhöhen die Prozesssicherheit, insbesondere bei sensiblen Inhalten. Ergänzend wirken Umgebungseinflüsse wie Raumtemperatur, Luftfeuchte und Kompressorluftqualität auf die Prozessstabilität. Kalibrierte Sensorik, Wartungspläne für Dichtungen und Heizbalken sowie eindeutige Arbeitsanweisungen unterstützen die Reproduzierbarkeit in der Serie. Bei Serienumstellungen sollten Erstmusterprüfungen und Freigaben die Stabilität der Verpackungsleistung belegen.
Sicherheit und Compliance
Bei Lebensmitteln und Medizinprodukten ist die Eignung der Materialien für den vorgesehenen Kontakt nachzuweisen, einschließlich Migrations- und Sensorikbewertung. Für industrielle Güter sind Konformität mit geltenden Richtlinien, Rückverfolgbarkeit der Chargen sowie eine gute Fertigungspraxis (GMP) maßgeblich. Kennzeichnungsflächen auf der Hülle oder der Wellpappen-Außenverpackung sollten für Lot-, Chargen- und Haltbarkeitsangaben vorgesehen werden, ohne die Siegelnähte zu beeinträchtigen.
Vor- und Nachteile von Niederdruckverpackung
Die Vorteile von Niederdruckverpackungen liegen in der konturgenauen Umhüllung, dem Schutz vor Feuchtigkeit, Sauerstoff und Partikeln sowie in der Fixierung empfindlicher Güter im Verbund mit einer Außenverpackung. Sie verlängern die Haltbarkeit von Lebensmitteln, reduzieren Transportschäden bei Industriegütern und ermöglichen platzsparende, formschlüssige Transporteinheiten. Gleichzeitig sind sie leicht und helfen, Füllräume zu minimieren, was Transport- und Lagerkosten senken kann. Grenzen bestehen bei stark ausladenden, spitzen oder sehr heißen Produkten, die die Hülle beschädigen oder den Prozess stören können. Zudem erfordern Folienverbunde und die Erzeugung des Unterdrucks Energie; die Materialwahl sollte daher im Hinblick auf Recyclingfähigkeit und Ressourceneinsatz sorgfältig erfolgen. Auch der Einfluss der Umgebungsbedingungen (z. B. Druck- und Temperaturwechsel auf langen Transportstrecken) ist zu berücksichtigen, um Druckmarken und Mikro-Leckagen zu vermeiden.
- Vorteile: formschlüssiger Halt, verbesserter Produktschutz, potenzielle Haltbarkeitsverlängerung, reduzierte Reibungsschäden, geringeres Transportvolumen.
- Nachteile: begrenzte Eignung für scharfkantige oder sehr starre Güter, energieintensiver Prozess, potenzieller Folienabfall, erhöhte Anforderungen an Prozesskontrolle.
- Weitere Vorteile: gute Kombinierbarkeit mit Wellpapp-Trays und Inlays, klare Produktpräsentation durch transparente Hüllen, stabile Lagefixierung für Set-Verpackungen.
- Weitere Nachteile: mögliche Druckstellen auf empfindlichen Oberflächen bei falscher Parametrierung, höherer Validierungsaufwand bei häufigen Produktwechseln.
Abgrenzung zu verwandten Verfahren
Gegenüber einer Vollvakuumverpackung wird bei der Niederdruckverpackung oft ein moderater Unterdruck gewählt, um empfindliche Güter nicht zu verformen. Im Unterschied zur Schutzgasverpackung (MAP) steht die mechanische Fixierung und partielle Reduktion des Gasaustauschs im Vordergrund; MAP zielt primär auf ein definiertes Gasgemisch. Schrumpfverpackungen arbeiten mit Wärmeeinwirkung und materialtypischer Schrumpfspannung, während Blister- und Skin-Verfahren häufig starre oder halbstarre Träger mit thermischer Verformung nutzen. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Produktempfindlichkeit, gewünschtem Barriereniveau, Transparenz, Handhabung und Prozesskosten. Auch Flowpack-Anwendungen mit optionalem Druckabbau unterscheiden sich hinsichtlich Faltenbildung, Filmverbrauch und Linienleistung; die Niederdruckverpackung priorisiert hingegen Lagefixierung und Schutzfunktion in Kombination mit einer geeigneten Außenverpackung.
Konstruktion, Maße und Handhabung
Für einen sicheren Einsatz im Versand ist die Abstimmung zwischen innerer Niederdruckhülle und äußerer Umverpackung wichtig. Passende Inlays, Kantenschutzelemente und die gezielte Dimensionierung der Hülle reduzieren Bewegungsspielraum und vermeiden punktuelle Belastungen. Hilfreich sind standardisierte Maßreihen und eine klare Toleranzdefinition; weiterführende Erläuterungen zu Abmessungen in Verpackungsprozessen. Bei Serienanwendungen ist zudem die ergonomische Handhabung (Einlegen, Evakuieren, Versiegeln) zu berücksichtigen, um Taktzeiten, Wiederholgenauigkeit und Arbeitssicherheit zu gewährleisten. Zusätzlich sollten die Belastungskennwerte der Wellpappe (z. B. Kantenstauchwiderstand und Stapeldruck) mit dem Innenaufbau harmonieren, damit die Unterdruckhülle nicht als Lastträger missbraucht wird. Für die Entnahme am Zielort bewähren sich definierte Aufreißhilfen oder Peellösungen, die die Siegelnaht nicht schwächen.
Toleranzen und Prüfmethoden
Die Festlegung von Innen- und Außenmaßen, zulässigen Toleranzen, Mindestabständen zu Siegelnähten sowie die Definition von Freiräumen für Radien und Kanten verhindert Beschädigungen. Prüfungen umfassen Maßhaltigkeitskontrollen der Tiefziehformen, Dichtigkeits- und Vakuumhaltetests, Fall- und Schüttelprüfungen in Kombination mit der Wellpappenverpackung sowie klimatische Wechseltests. Eine visuelle Kontrolle auf Falten, Einschlüsse und Siegelnahtkontinuität ergänzt die mechanischen Prüfungen. Für Sets empfiehlt sich eine Packreihenfolge mit Poka-Yoke-Elementen, um Verwechslungen zu vermeiden.
Ökologische Aspekte
Zur Reduktion des Materialeinsatzes können dünnere, dennoch barrierefähige Folien, Monomaterial-Lösungen und optimierte Packungsgrößen genutzt werden. Eine saubere Trennbarkeit von Materialien sowie die Minimierung von Fehlversiegelungen verringern Ausschuss. Wo möglich, unterstützt der Einsatz von rezyklatfähigen Strukturen die Kreislaufführung. Gleichzeitig sollten Prozessparameter so gewählt werden, dass Energieverbrauch und Ausschuss gering bleiben, ohne den Produktschutz zu gefährden. Ergänzend tragen effizientes Vakuummanagement, bedarfsgerechte Taktung, vorbeugende Wartung und der Mehrfacheinsatz der Wellpappen-Außenverpackung zur Ressourcenschonung bei. Datenbasierte Auswertungen von Qualitätskennzahlen helfen, Überverpackung zu vermeiden und die Materialbilanz kontinuierlich zu verbessern.
Tipps für die Umsetzung
Für einen stabilen Serienbetrieb empfiehlt sich eine frühe Abstimmung zwischen Produktentwicklung, Verpackungsplanung und Produktion. Musteraufbauten mit variierenden Folienstärken, Unterdruckniveaus und Siegelparametern beschleunigen die Validierung. Dokumentierte Richtlinien zu Beladung, Lagertemperaturen und Produktkonditionierung vor dem Evakuieren erhöhen die Reproduzierbarkeit. Schulungen zur Fehlererkennung (z. B. Falten im Siegelbereich, Partikel im Nahtfeld, unzureichende Abkühlzeit) reduzieren Nacharbeit und Ausschuss.
Zusammenfassung:
- Die Niederdruckverpackung ist eine Methode, bei der Produkte durch den Einsatz von geringem Druck sicher verpackt werden, ideal für den Schutz von zerbrechlichen Waren wie denen aus Wellpappe.
- Durch das Niederdruckverfahren werden die Verpackungen optimal an das Produkt angepasst, was zur Verringerung von Verschwendung führt und die Effizienz in der Produktions- und Lieferkette erhöht.
- Unternehmen, die Wellpappenverpackungen suchen, profitieren besonders von der Niederdruckverpackung, da der geringere Druck die Strukturstabilität der Wellpappe bewahrt und das Produkt ideal schützt.
- Material- und Prozesswahl (Folienverbunde, Unterdruck, Siegelparameter) bestimmen Schutzwirkung, Haltbarkeit und Handling.
- In Kombination mit einer passenden Außenverpackung lassen sich Transportschäden reduzieren und Volumen effizient nutzen.
- Grenzen bestehen bei spitzen oder sehr hitzeempfindlichen Produkten sowie bei unzureichender Prozesskontrolle.
- Ökologische Optimierungen umfassen materialeffiziente Folien, recyclingfreundliche Strukturen und energiearme Prozessfenster.
- Eine saubere Toleranzdefinition, belastbare Prüfpläne und ergonomische Handhabung sichern Qualität und Prozessstabilität über die gesamte Lieferkette.
Veröffentlicht am 22.06.2024
Letzte Überarbeitung am 05.12.2025 um 11:48 Uhr von Manuel Hofacker