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Normungsprozesse
Der folgende Einblick in die Welt der Normungsprozesse ermöglicht es den Lesenden, die weitreichende Bedeutung dieser Prozesse in der industriellen Praxis zu erkennen. Besonders in der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe sind Normungsprozesse ein unverzichtbares Werkzeug, um qualitative Konsistenz, wirtschaftliche Effizienz und reproduzierbare Ergebnisse entlang der gesamten Prozesskette sicherzustellen. Sie erhöhen die Prozessstabilität, erleichtern das Zusammenspiel von Lieferkette und Fertigung und tragen zu Sicherheit, Verlässlichkeit und Planbarkeit im täglichen Betrieb bei.
Normung schafft gemeinsame Regeln, eindeutige Begriffe und reproduzierbare Verfahren. Das erleichtert Planung, Beschaffung, Fertigung und Prüfung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem fördern Normungsprozesse Transparenz, Nachverfolgbarkeit und kontinuierliche Verbesserung, indem sie klare Anforderungen an Dokumentation, Verantwortlichkeiten und Auditierung definieren. Gleichzeitig reduzieren sie Interpretationsspielräume, sodass Missverständnisse an Schnittstellen vermieden und Qualitätsziele messbar gemacht werden. Dies gilt sowohl für Serienfertigung als auch für projektspezifische Auslegungen mit variierenden Verpackungsanforderungen.
Erklärung: Was beinhaltet der Begriff Normungsprozesse?
Normungsprozesse umfassen alle Aktivitäten, die dazu dienen, Produkte und Dienstleistungen innerhalb eines festgelegten Standards oder einer festgelegten Spezifikation zu optimieren. Hierbei geht es darum, ein gleichbleibendes Qualitätsniveau zu erreichen und Konformität mit nationalen, europäischen oder internationalen Normen sicherzustellen. In der Praxis bedeutet das: Anforderungen werden präzise formuliert, Merkmale messbar beschrieben, Prüfungen eindeutig festgelegt und Abläufe so dokumentiert, dass sie jederzeit nachvollziehbar und wiederholbar sind.
Im Kern verbinden Normungsprozesse drei Ebenen:
- Inhaltliche Normen (z. B. Anforderungen an Materialien, Maße, Prüfverfahren, Toleranzen, Kennzeichnungen und Umgebungsbedingungen)
- Prozessnormen (z. B. Managementsysteme, Abläufe, Dokumentlenkung, interne Audits, Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen)
- Prüf- und Nachweisnormen (z. B. Messmethoden, Abnahmeprüfungen, Kennzahlen und Grenzwerte, Nachweisdokumente und Freigaberegeln)
Typischer Ablauf eines Normungsprozesses in der Praxis:
- Anforderungsanalyse: Bedarf, Rahmenbedingungen und Risiken klären; Stakeholder einbinden, Zielgrößen festlegen und Schnittstellen definieren
- Erstellung/Übernahme von Spezifikationen: Inhalte, Toleranzen und Prüfpläne festlegen; Referenzmuster definieren und Messmittel festschreiben
- Validierung: Erprobung im Muster- und Serienstatus, Messungen und Freigaben; Vergleich mit Referenzwerten und Belastungsszenarien
- Dokumentation: Lenkung von Arbeits- und Prüfanweisungen, Versionsmanagement; Änderungshistorie und Freigaben transparent halten
- Schulung und Umsetzung: Qualifizierung der Mitarbeitenden, Rollout in die Fertigung; Wirksamkeitsprüfung und Wissenserhalt
- Überwachung: Kennzahlen, interne Audits, Korrektur- und Verbesserungsmaßnahmen; Regelkommunikation und Management-Reviews
Normungsprozesse werden üblicherweise von anerkannten Organisationen getragen (z. B. DIN, CEN, ISO) und in Unternehmen über Qualitätsmanagement, Entwicklung, Produktion und Logistik verankert. Standardisierung unterstützt Austauschbarkeit und planbare Beschaffung, etwa durch Kataloge mit einer Übersicht über sofort verfügbare Verpackungen ab Lager. Ergänzend werden in bereichsübergreifenden Gremien Erfahrungen aus Fertigung, Labor, Einkauf und Anwendung zusammengeführt, um praxistaugliche und belastbare Spezifikationen abzuleiten.
Rolle der Normungsprozesse in der Wellpappe-Industrie
Bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe spielt die standardisierte Produktionsweise eine entscheidende Rolle. Prozessnormen wie die Norm DIN EN ISO 9001, welche die Qualitätsmanagementsysteme betrifft, sind von zentraler Bedeutung. Durch die Einhaltung von Normen und Standards kann das Herstellungsverfahren innerhalb der Wellpappe-Industrie reguliert und die Qualität der Endprodukte nachhaltig positiv beeinflusst werden. Normierte Begriffe, definierte Prüfbedingungen und eindeutig festgelegte Grenzwerte verbessern die Vergleichbarkeit zwischen Lieferantinnen und Lieferanten sowie zwischen Produktionschargen.
Konkret betreffen Normungsprozesse die gesamte Prozesskette: Papierauswahl (Grammatur, Feuchtegehalt), Verkleben der Wellen, Zuschneiden, Rillen, Stanzen, Bedrucken, Falten und Kleben. Einheitliche Spezifikationen für Wellenprofile (z. B. B-, C-, E-Welle), Rillgeometrien, Klebstoffparameter und Drucktoleranzen steuern die Reproduzierbarkeit. Ergänzend sorgen Prüfpläne, Stichprobenumfänge und Freigabekriterien für belastbare Ergebnisse. Bewährte Katalogsysteme (z. B. standardisierte Bauarten und Codes) erleichtern die eindeutige Kommunikation zu Bauform, Faltschachteltyp und funktionalen Merkmalen.
- Lieferantennormung: Qualifizierung von Papieren und Hilfsstoffen, eindeutige Wareneingangsprüfungen; Lieferantenaudits und Materialfreigaben nach definierten Kriterien
- Prozessfähigkeit: Überwachung mittels statistischer Prozesskontrolle (z. B. Cp/Cpk, Regelkarten); Trendanalysen und Frühwarnindikatoren
- Kalibrierung: Regelmäßige Prüfung von Messmitteln und Sensorik; Rückführung auf nationale und internationale Normale, Dokumentation der Messunsicherheit
- Rückverfolgbarkeit: Chargenführung und Dokumentation über alle Fertigungsstufen; eindeutige Identifikation, Etikettierung und Archivierung von Prüfdaten
- Konstruktionsnormen: Verwendung anerkannter Bauarten und Katalogsysteme zur Eindeutigkeit; Definition von Toleranzzonen und funktionsgerechter Maßvergabe
Durch diese systematische Ausrichtung lassen sich Serienstreuung reduzieren, Schnittstellen vereinheitlichen und Reklamationsrisiken minimieren. Gleichzeitig wird die Kommunikation zwischen Entwicklung, Fertigung und Qualitätssicherung vereinfacht, weil klar definierte Begriffe und Messgrößen genutzt werden. Dies verbessert die Anlaufqualität, verkürzt Abstimmungszyklen und ermöglicht ein robustes Änderungsmanagement über den gesamten Produktlebenszyklus.
Einfluss von Normungsprozessen auf die Verpackungsqualität
Die Umsetzung der Normungsprozesse in der Wellpappe-Fertigung ist maßgeblich für die Qualität der daraus resultierenden Verpackungen. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Festsetzung von qualitativen Anforderungen an die verwendeten Rohstoffe und an Prozesse wie Drucken, Kleben und Schneiden. Systematisch definierte Verfahren stabilisieren die Produktqualität, reduzieren Ausschuss und sichern die Funktionalität im realen Einsatz, etwa in automatisierten Abfüll- und Kommissionierlinien.
Normen lenken die relevanten Qualitätsmerkmale: Kantenstauchwiderstand, Durchstoßarbeit, Rillqualität, Klebefestigkeit, Feuchtegehalt, Planlage, Maßhaltigkeit und Druckbild. Vorgaben zu Umgebungsbedingungen (Temperatur, relative Luftfeuchte) und Konditionierungszeiten sorgen dafür, dass Prüfungen vergleichbar und aussagekräftig sind. In der Serienfertigung stabilisieren Prüfpläne mit klaren Annahmekriterien die Produktqualität über unterschiedliche Losgrößen hinweg. Zusätzlich fördern periodische Requalifikationen und Referenzmuster die Langzeitkonstanz.
Messgrößen und Prüfverfahren in der Wellpappe-Praxis
- Materialkennwerte: Grammatur, Dicke, Feuchtegehalt und Festigkeitswerte; Oberflächenbeschaffenheit, Faserzusammensetzung und Steifigkeit
- Mechanische Prüfungen: Kantenstauchwiderstand (ECT), Kistenstauchwiderstand (BCT), Flachstauch- und Durchstoßprüfungen; Falltests und Vibrationsprüfungen für Transportsimulationen
- Prozessmerkmale: Rilltiefe und -breite, Perforationsbild, Schnittqualität, Verklebung; Registerhaltigkeit bei Mehrfarbenaufdruck und Klebelaschengeometrie
- Oberfläche und Druck: Farbgenauigkeit, Tonwertzuwachs, Abriebfestigkeit, Registerhaltigkeit; Glanzgrad, Mottling und Passgenauigkeit von Veredelungen
- Abmessungs- und Formtoleranzen: Zuschnittmaße, Planlage, Winkligkeit, Faltgenauigkeit; Maßkonstanz über Klimawechsel und Wiederaufrichtbarkeit
Die konsistente Anwendung dieser Verfahren unterstützt robuste Konstruktionen, passgenaue Zuschnitte und verlässliche Schutzeigenschaften – insbesondere beim Transport, bei Lagerung und beim Handling automatisierter Linien. Einheitliche Datenerfassung und nachvollziehbare Prüfberichte ermöglichen zudem Vergleichsstudien, Ursachenanalysen und zielgerichtete Verbesserungen.
Begriffsabgrenzung und Dokumentenarten innerhalb von Normungsprozessen
In der Praxis ist es hilfreich, zwischen Norm, technischer Spezifikation, Richtlinie und interner Arbeitsanweisung zu unterscheiden. Eine Norm beschreibt in der Regel allgemein anerkannte Regeln der Technik mit verbindlichen Anforderungen. Eine technische Spezifikation konkretisiert projektspezifische Merkmale (z. B. Materialmix, Wellenprofil, Toleranzklassen). Richtlinien geben Handlungsrahmen vor, während Arbeits- und Prüfanweisungen die operative Umsetzung in der Fertigung und im Labor detaillieren. Diese klare Trennung erleichtert die Dokumentlenkung und die spätere Auditierung.
Datengestützte Überwachung und kontinuierliche Verbesserung
Moderne Normungsprozesse nutzen statistische Methoden und digitale Systeme zur Prozessüberwachung. SPC-Kennzahlen, Regelkarten und Fähigkeitsanalysen erkennen Abweichungen frühzeitig. Die Verknüpfung von Produktions-, Labor- und Wareneingangsdaten ermöglicht Ursachenanalysen und wirksame Korrekturmaßnahmen. Regelmäßige Management-Reviews, Lessons-Learned-Workshops und strukturierte Verbesserungsprogramme sichern die nachhaltige Wirksamkeit.
Risikomanagement, Change Control und Skalierung
Änderungen an Materialien, Maschinenparametern oder Prüfplänen werden über definierte Change-Control-Prozesse gesteuert. Risikoanalysen (z. B. Prozess- und Produkt-FMEA) priorisieren Handlungsfelder, während Pilotläufe und Requalifikationen die Serienreife absichern. So bleiben Performance, Konformität und Lieferfähigkeit auch bei steigenden Stückzahlen oder Produktvarianten erhalten.
Vor- und Nachteile von Normungen
Normungen und Normungsprozesse bringen mehrere Vorteile mit sich. Sie sorgen für Qualitätsgleichheit, wodurch der Kunde immer das gleiche Produkt erhält. Zudem wird durch standardisierte Produktionsprozesse eine hohe Effizienz im Herstellungsprozess erreicht. Auf der anderen Seite kann die strikte Einhaltung von Normungen und Standards die unternehmerische Flexibilität einschränken. Zudem können Normungsverfahren zeitintensiv und kostspielig in der Umsetzung sein. Eine fundierte Priorisierung und klare Zieldefinition helfen, Aufwand und Nutzen ausgewogen zu gestalten.
- Vorteile: Vergleichbarkeit, Rechtssicherheit, klare Spezifikationen, geringere Streuung, leichterer Lieferantenwechsel, strukturierte Reklamationsbearbeitung; höhere Prozessstabilität und verbesserte Planbarkeit
- Potenzielle Nachteile: zusätzlicher Dokumentationsaufwand, Schulungsbedarf, Anpassung bestehender Prozesse, geringere Freiheit bei Sonderlösungen; längere Einführungszeiten für Änderungen
- Abwägung: Ein ausgewogenes Verhältnis aus Standardisierung und projektspezifischer Auslegung ermöglicht Effizienz ohne Einbußen bei funktionalen Anforderungen.
- Innovationsperspektive: Standardisierung schafft eine stabile Basis, auf der zielgerichtete Innovationen systematisch getestet, validiert und skaliert werden können.
- Time-to-Market: Klare Spezifikationen und geprüfte Verfahren verkürzen Anlaufzeiten, reduzieren Iterationsschleifen und minimieren Freigaberisiken.
Zusammenfassung:
- Normungsprozesse garantieren, dass Produkte und Dienstleistungen sicher, effizient und zum Nutzen aller Beteiligten hergestellt werden. Im Packaging-Bereich sorgt das beispielsweise dafür, dass Verpackungen aus Wellpappe bestimmte Standards erfüllen und in der Anwendung zuverlässig funktionieren.
- Durch Normungsprozesse werden einheitliche technische Standards und Spezifikationen etabliert. Das ermöglicht es Unternehmen, Verpackungen aus Wellpappe zu produzieren, die hinsichtlich Qualität, Größe und Form konsistent sind und Kundenanforderungen gerecht werden, auch bei variierenden Klima- und Logistikbedingungen.
- Im Zusammenhang mit Verpackungen aus Wellpappe sichern Normungsprozesse auch den reibungslosen Transport und den Schutz der verpackten Produkte. Indem beispielsweise Vorgaben zur Belastbarkeit und Stabilität der Verpackung gemacht werden, wird sichergestellt, dass die verpackten Produkte den Transport unbeschadet überstehen.
- Standardisierte Prüfmethoden, klare Toleranzen und dokumentierte Abläufe erhöhen die Reproduzierbarkeit und senken Fehler- sowie Reklamationsquoten. Einheitliche Datenbasis und nachvollziehbare Prüfberichte erleichtern Audits und Vergleichsanalysen.
- Die Implementierung umfasst Spezifikation, Validierung, Dokumentation, Schulung, Überwachung und kontinuierliche Verbesserung – eingebettet in ein etabliertes Qualitätsmanagement. Datengestützte Steuerung und regelmäßige Reviews stärken die Robustheit.
- Eine bewusste Balance zwischen Normtreue und projektspezifischer Auslegung stellt sicher, dass funktionale, wirtschaftliche und regulatorische Anforderungen gleichermaßen erfüllt werden.
- Langfristig fördern Normungsprozesse Interoperabilität, Transparenz und Planungssicherheit – grundlegende Voraussetzungen für stabile Lieferketten und eine effiziente Fertigung von Wellpappe-Verpackungen.
Veröffentlicht am 28.06.2024
Letzte Überarbeitung am 12.01.2026 um 11:04 Uhr von Sebastian Würth