Sofortkontakt
Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen
Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail
info@wellstar-packaging.de
Parametrische Verpackungsgestaltung
Wenn es darum geht, maßgeschneiderte Verpackungslösungen zu kreieren, nimmt die parametrische Verpackungsgestaltung eine herausragende Stellung ein. Insbesondere im Bereich der Wellpappe-Verpackungen ermöglicht dieser Ansatz individuelle Lösungen, die genau auf die spezifischen Anforderungen eines Artikels abgestimmt sind. Durch regelbasierte Modelle, variable Eingabewerte und wiederverwendbare Konstruktionsvorlagen lassen sich stabile, materialsparende und prozesssichere Zuschnitte für unterschiedlichste Produktgeometrien entwickeln – von einfachen Faltkartons bis zu komplexen Stanzverpackungen mit Einlagen oder integrierten Öffnungshilfen. Zusätzlich erleichtern generische Regelwerke die Skalierung auf Serien- und Variantenfertigung, reduzieren Abstimmungsaufwände zwischen Konstruktion, Werkzeugbau und Produktion und sorgen für konsistente Ergebnisse über verschiedene Wellpappenqualitäten und Wellenkombinationen hinweg.
Definition: Was versteht man unter parametrischer Verpackungsgestaltung?
Die parametrische Verpackungsgestaltung bezeichnet den Prozess des Entwerfens von Verpackungen anhand definierter Parameter. Hierbei werden die speziellen Eigenschaften und Bedürfnisse eines Produkts berücksichtigt, um eine passgenaue Verpackung zu erstellen. Für gewöhnlich spielen in dem Prozess Faktoren wie Materialbeschaffenheit, Größe, Form und Gewicht des Produkts eine maßgebliche Rolle. Ergänzend fließen Toleranzen, Stapeldruck, klimatische Bedingungen (Feuchte, Temperatur), Handhabungsschritte in der Logistik sowie Anforderungen an Kennzeichnung, Öffnung und Wiederverschluss ein. Klar definierte Referenzmaße und eindeutige Bezugspunkte (z. B. Innenmaßbezug oder Außenmaßbezug) sind dabei entscheidend, um Toleranzketten kontrolliert aufzubauen.
Technisch erfolgt die Ausarbeitung typischerweise in CAD-Systemen über verknüpfte Maße, Formeln und If-Then-Regeln. Ändern sich Eingabeparameter (z. B. Produktmaß, Materialqualität oder Rilltiefe), aktualisiert sich die Stanzkontur automatisch. So entstehen skalierbare Varianten auf Basis eines konsistenten Regelwerks. Dazu zählen unter anderem Rill- und Stanzlinien, Klebelaschen, Sicherheitszugaben, Radien, Ausbrechungen, Schlitze, Perforationszonen sowie definierte Füge- und Klebepunkte. Weiterführende Fachhinweise, etwa zu praxisgerechten Abmessungen und Toleranzen in der Konstruktion, unterstützen die saubere Parametrisierung. Ergänzend werden für Wellpappe häufig Parameter wie Rillbreite, Rillabstand, Faserverlauf, Biegelinienführung, Mindeststege in der Stanzform sowie Maschinenrestriktionen (Arbeitsbreite, Bogenlauf, Messerabstände) modelliert, um die Machbarkeit in der Fertigung sicherzustellen.
Typische Parameterkategorien in der Konstruktion
- Produktparameter: Nettoabmessungen, Geometrie, empfindliche Zonen, Schwerpunktlage, Oberflächenanforderungen.
- Materialparameter: Wellenart (z. B. E, B, EB, BC), Flächengewichte, Rill- und Falzeigenschaften, zulässige Biegeradien.
- Fertigungsparameter: Werkzeugzugaben, Mindeststege, Anordnung von Ausbrechungen, Schachtelung/Nesterung für den Zuschnitt.
- Logistikparameter: Außenmaße, Palettierungsmuster, Ladehöhen, Griff- und Handhabungszonen, Codierungs- und Etikettierfelder.
- Qualitätsparameter: Toleranzen, Prüfkriterien, Sicherheitsfaktoren für Stapeldruck und Fallprüfung.
Einfluss der parametrischen Verpackungsgestaltung auf die Logistik
Die Auswirkungen der parametrischen Verpackungsgestaltung erstrecken sich auf viele Aspekte der Logistikkette. Durch maßgenaue Anfertigungen können Lager- und Transportkosten deutlich gesenkt werden. Ein optimierter Warenumschlag und eine verbesserte Nutzung des Raumangebots sind weitere Pluspunkte. Zudem verbessert eine konsistente Variantenlogik die Planung von Ladeeinheiten und reduziert Leervolumen im Versand. Durch klar definierte Außenmaße lassen sich Packmuster systematisch simulieren, wodurch Palettenbilder, Lagenwechsel und Mischpaletten transparent planbar werden.
- Packgut-zu-Verpackung-Fit: Minimierte Toleranzen senken Füllmaterialbedarf und reduzieren Transportschäden durch geringere Relativbewegung.
- Stapel- und Palettenplanung: Parametrisch definierte Außenmaße unterstützen eine hohe Ladeflächenausnutzung und stabile Stapelbilder – vom Karton bis zur Ladeeinheit.
- Prozesssicherheit: Standardisierte Öffnungshilfen, Handhabungszonen und Codierungsfelder erleichtern Kommissionierung, Retourenabwicklung und Qualitätssicherung.
- Kosten- und Materialeffizienz: Durch abgestimmte Zuschnitte sinken Materialverschnitt und Fertigungsaufwand, was sich positiv auf Durchlaufzeiten auswirkt.
Auch bei wechselnden Produktportfolios bleibt die Logistik beherrschbar: Parameter wie Grundraster, Rillabstände, Klebelaschenbreiten oder Einlagenhöhen werden einmal sauber definiert und anschließend für Serien und Varianten reproduzierbar angewendet. Ergänzend lassen sich Kennzahlen wie Packdichte, Auslastungsgrad pro Ladehilfsmittel, Volumen- und Gewichtsgrenzen oder Peak-Throughput mit denselben Regelwerken konsistent abbilden.
Relevante Kennzahlen in der Logistikkette
- Volumeneffizienz pro Karton, pro Lage und pro Palette (Ausnutzungsgrade).
- Beschädigungsrate und Rücksendequote in Abhängigkeit von Toleranzen und Fixierungen.
- Durchlaufzeiten in Kommissionierung, Verpackung und Versand bei standardisierten Öffnungs- und Verschlusskonzepten.
- Wechselaufwand bei Varianten (Rüstzeiten, Werkzeugwechsel, Umstellung von Etikettierung und Codes).
Anwendungsbereiche der parametrischen Verpackungsgestaltung
In zahlreichen Branchen findet die parametrische Verpackungsgestaltung Anwendung. Von der Elektronikindustrie über den Bereich Haus- und Gartenartikel bis hin zu Lebensmitteln und Kosmetikprodukten – überall, wo Produkte sicher und effizient verpackt werden müssen, leistet das Konzept zuverlässige Dienste. Auch im Online-Handel werden mit dessen Hilfe Lösungen für Versandverpackungen entwickelt, die eine hohe Produktsicherheit gewährleisten und gleichzeitig die Bearbeitung in Fulfillment-Prozessen strukturieren.
- Elektronik: Maßgeführte Einsätze, optional mit ESD-Konzepten, schützen Leiterplatten, Baugruppen und Zubehör. Ergänzend sind Sollbruch-Perforationen und Kabeldurchführungen parametrisch anpassbar.
- Haus- und Gartenartikel: Variable Aufnahmen für unregelmäßige Konturen (z. B. Werkzeuge, Ersatzteile) sichern Transport und Präsentation. Sichtfenster, Haltekrallen und Mehrpunktauflagen lassen sich regelbasiert positionieren.
- Lebensmittel und Kosmetik: Passgenaue Sekundärverpackungen für Multipacks, Geschenksets und fragile Behälter, ergänzt um Öffnungs- und Siegelkonzepte. Trageöffnungen und Inserts können auf Füllgut- und Regalvorgaben abgestimmt werden.
- E-Commerce: Anpassbare Versandkonstruktionen mit Rücksendeoptionen, Selbstklebestreifen und definierten Öffnungslinien zur Beschleunigung des Fulfillments. Retoure-Komponenten (z. B. Zweitklebung) werden über Größenraster konsistent skaliert.
- Ersatzteile und Medizintechnik: Fixierende Einlagen und modulare Raster ermöglichen strukturierte Sets mit eindeutigem Teilehalt. Kennzeichnungsfelder und Piktogrammflächen werden dimensionsabhängig mitgeführt.
Besondere Mehrwerte entstehen bei komplexen Geometrien, häufigen Produktwechseln oder breiten Variantenfeldern: parametrisierte Vorlagen reduzieren Entwicklungszeiten und sichern gleichbleibende Qualität über alle Größen hinweg. Zudem lassen sich Klassifikationen (z. B. auf Basis gängiger Bauartenkataloge) als Auswahlmenüs abbilden, wodurch Konstruktionsentscheidungen schneller und nachvollziehbar getroffen werden können.
Vor- und Nachteile der parametrischen Verpackungsgestaltung
Zu den Vorteilen zählen maßgeschneiderte Verpackungslösungen, die einem Produkt optimalen Schutz bieten und gleichzeitig die Lager- und Logistikkosten senken. Auch die Möglichkeit zur Markendifferenzierung durch kreatives und individuelles Verpackungsdesign stellt einen wesentlichen Pluspunkt dar. Doch auch Nachteile existieren. So kann der aufwendige Gestaltungsprozess bei kleinen Auflagen oder häufig wechselnden Produktvarianten zu erhöhten Kosten führen. Zudem ist bei komplexen Verpackungsformen eine hohe Präzision in der Produktion erforderlich, die entsprechende technische Voraussetzungen und Fachkenntnisse erfordert. Eine strukturierte Dokumentation der Regelwerke, eindeutige Benennung von Parametern und disziplinierte Versionierung sind deshalb zentrale organisatorische Anforderungen.
- Vorteile: Reduzierte Materialverschwendung, konsistente Qualität über Varianten, schnellere Anpassungen durch Regeländerungen, verbesserte Passform und Schutzwirkung.
- Herausforderungen: Initialer Einrichtungsaufwand für saubere Regelwerke, erhöhter Dokumentationsbedarf und die Notwendigkeit belastbarer Messdaten.
- Produktion: Exakte Umsetzung der Rill- und Stanzgeometrien erfordert abgestimmte Werkzeuge, geeignete Materialqualitäten (z. B. E-, B-, EB- oder BC-Wellen) und eng geführte Toleranzen.
- Qualitätssicherung: Validierungen durch Musterbau, Falltests, Stapeldruckprüfungen und klimatische Konditionierung minimieren Abweichungen zwischen digitalem Modell und realem Verhalten.
Best Practices beinhalten klar definierte Referenzmaße, dokumentierte Toleranzketten, eindeutige Bemaßungen an der Stanzkontur sowie optionale Elemente wie Perforations- und Öffnungshilfen nur dort, wo sie funktional notwendig sind. Zusätzlich bewährt sich eine frühzeitige Abstimmung mit Fertigung und Einkauf zu Materialverfügbarkeit, Werkzeugspezifikationen und wirtschaftlichen Losgrößen, um spätere Anpassungen zu vermeiden.
Zusammenfassung:
- Parametrische Verpackungsgestaltung ermöglicht es Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe herstellen, ihre Designs mit hohem Grad an Präzision und Anpassungsfähigkeit zu erstellen.
- Durch den Einsatz von CAD-Software können in der parametrischen Gestaltung bestimmte Eigenschaften der Verpackung (wie z. B. Größe, Form) eingestellt werden, um das gewünschte Endprodukt zu erzielen.
- Mit parametrischer Planung kann die Verpackungsproduktion deutlich effizienter gestaltet werden, indem Materialverschwendung reduziert und die Passform der Verpackungen optimiert wird.
- Logistisch wirksame Parameter (Außenmaße, Stapelbild, Handhabungszonen) erhöhen Flächenausnutzung, Prozesssicherheit und Transportschutz entlang der Lieferkette.
- Anwendungsfelder reichen von Elektronik über Haus- und Gartenartikel bis zu Lebensmittel-, Kosmetik- und E-Commerce-Verpackungen mit spezifischen Funktionsmerkmalen.
- Vorteile entstehen vor allem bei breiten Variantenfeldern; initialer Modellierungsaufwand und präzise Fertigungsumsetzung sind als Aufwandstreiber zu berücksichtigen.
- Saubere Datenbasis, definierte Toleranzen und validierte Regelwerke sind die Grundlage für reproduzierbare Qualität in Konstruktion und Serie.
- Eine systematische Versionierung, klare Parameternamen und abgestimmte Prüfkriterien unterstützen die nachhaltige Skalierung und sichern stabile Ergebnisse über den gesamten Produktlebenszyklus.
Veröffentlicht am 13.05.2025
Letzte Überarbeitung am 06.10.2025 um 13:59 Uhr von Julia Kopp