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Radialschnittverpackung

In der Welt der Verpackungen aus Wellpappe hat die Radialschnitttechnologie großen Einfluss. Durch den Einsatz dieser Technik entstehen Verpackungsvarianten, die optimal auf ihre Produkte abgestimmt sind und ihnen hervorragenden Schutz bieten. Dank der segmentierten Zuschnitte wird eine präzise Konturanpassung möglich, wodurch sich die Handhabung vereinfacht, der Materialeinsatz reduziert und die Effizienz in Lager, Kommissionierung und Transport gesteigert wird. Gleichzeitig unterstützt die Radialschnitttechnik eine reproduzierbare Qualität, weil die Formgebung über definierte Schnittbilder statt über komplexe Polstereinleger erfolgt.

Der Ansatz beruht auf radial angeordneten Einschnitten, die segmentartige Lamellen erzeugen. Diese Lamellen legen sich beim Falten formschlüssig um Konturen, Kanten und Radien des Packgutes. So entstehen adaptive, materialsparende Lösungen, die sowohl Maßhaltigkeit als auch stoßdämpfende Eigenschaften vereinen. Durch die definierte Segmentierung sinken Hohlraumanteile, Relativbewegungen werden minimiert und die auftretenden Kräfte lassen sich über die radialen Kontaktzonen gezielt in die Wellpappenstruktur einleiten. Dies führt zu einer stabilen Lage im Packmittel und zu einer verlässlichen Dämpfung über den gesamten Transportweg.

Definition: Was versteht man unter Radialschnittverpackung?

Die Radialschnittverpackung ist eine spezielle Form der Verpackungstechnik, die auf einem Prinzip des Radiusschneidens basiert. Durch den Einsatz von Wellpappe entstehen dabei flexible Verpackungen, welche die Produkte vor Beschädigung und Transportschäden schützen. Im Prozess des Radiusschneidens werden radial verlaufende Einschnitte in die Wellpappe vorgenommen, sodass sich die Verpackung optimal an das Produkt anpasst. Die Methode wird auch als Radialschnitt-Technik oder Radialschnitt-Konturierung bezeichnet und zählt zu den konstruktiven, passgenauen Verpackungslösungen aus Faserstoff.

Charakteristisch sind kreis- oder fächerförmig angeordnete Schnitte, die ein kontrolliertes Biegen der Zuschnitte erlauben. Das Ergebnis ist eine lösungsorientierte Formgebung, die den Reibschluss erhöht, Hohlräume reduziert und zusätzliche Füllstoffe oft überflüssig macht. Im Unterschied zu klassischen Stanzverpackungen wird der Halt nicht nur durch Laschen und Rillungen erreicht, sondern durch die geometrische Verteilung der radialen Segmente. Dadurch lässt sich die Konturtreue auch bei unregelmäßigen Geometrien erhöhen, während die mechanische Beanspruchung über die Segmentbreiten, Winkel und Haltestege feinjustiert wird.

Die Herstellung von Radialschnittverpackungen

Die Konstruktion einer Radialschnittverpackung erfolgt mithilfe spezieller Maschinen, die die Wellpappe zunächst schneiden und dann formen. Dabei werden die radialen Einschnitte so gesetzt, dass die Verpackung die Form des zu verpackenden Produktes exakt nachbildet. Der Prozess ermöglicht auch die Erstellung von Verpackungen mit unregelmäßigen Formen, was sie für eine Vielzahl von Produkten ideal macht. Ergänzend werden Schnittparameter wie Messergeometrie, Eindringtiefe und Vorschub sorgfältig abgestimmt, um Quetschungen zu vermeiden und eine saubere Fasertrennung sicherzustellen.

In der Praxis beginnt die Fertigung mit einer konstruktiven Analyse des Packgutes (Konturen, Radien, Kanten, Schwerpunkt). Auf Basis dieser Daten werden Segmentbreiten, Schnittwinkel und Haltestege definiert. Die Umsetzung erfolgt je nach Volumen und Losgröße über Rotationsstanzen, Flachstanzen oder digitale Schneid-/Rillplotter. Wellenrichtung und Rillbilder werden so gewählt, dass die Biegung entlang der radialen Einschnitte weich erfolgt und die Kantenfestigkeit erhalten bleibt. Durch geeignete Positionierung von Anrissen und Rillzonen kann der Faltverlauf klar geführt und die Aufbauzeit verringert werden.

Für reproduzierbare Ergebnisse sind Parameter wie Faserrichtung, Zuschnittformat, Toleranzen und die Abstimmung von Rill- zu Schnittlinien entscheidend. Auch die Auswahl der Wellpappe (ein- oder zweiwellige Qualitäten, E/B/C-Welle) beeinflusst Federwirkung, Dämpfung und Druckfestigkeit der fertigen Lösung. Ein durchdachter Prototypenbau mit Fall- und Vibrationstests sichert die Serienreife ab. Zusätzlich empfiehlt sich ein dokumentiertes Änderungswesen, um Anpassungen an Geometrie, Material oder Prüfparametern nachvollziehbar zu machen und die Stabilität der laufenden Produktion zu gewährleisten.

Gestaltungsparameter und Bemessung

Wesentliche Stellgrößen sind Segmentbreite (Steifigkeit vs. Anpassungsfähigkeit), Schnittlänge (Umschlingung und Auflagefläche), Schnittabstand (Verteilung der Kontaktpunkte), Winkelverlauf (homogene Lastpfade) und die Position kleiner Haltestege zur Vermeidung von Ausrissen. Ebenso wichtig sind exakte Maße entlang der Produktkonturen. Weiterführende Hinweise bietet der Praxisleitfaden zu Abmessungen, Toleranzen und Messpunkten. Ergänzend ist die Position der Rilllinien in Relation zu den Schnittfächern relevant, damit die Biegeachsen nicht mit stark belasteten Kontaktpunkten kollidieren. Praxiserprobt sind abgestufte Segmentbreiten (innen feiner, außen etwas breiter), um kleine Radien sauber zu führen und gleichzeitig ausreichende Kantenstabilität zu bewahren.

In der Bemessung haben sich Orientierungswerte bewährt: Für kleine Radien sind enge Schnittabstände mit kurzen Segmenten sinnvoll, während für große, flache Radien größere Segmentbreiten und längere Lamellen hohe Flächenauflage und gleichmäßige Kraftübertragung begünstigen. Haltestege werden so dimensioniert, dass sie den Kraftfluss nicht unterbrechen, aber das Ausbrechen der Lamellen verhindern. Toleranzen sollten entlang der kritischen Kontaktlinien definiert und messtechnisch abgesichert werden.

Material- und Prozessaspekte

  • Materialwahl: passender Wellentyp für Dämpfung und Biegeradius, ausreichende Flächengewichte für Kantenlasten.
  • Fertigung: scharfe Werkzeuge vermeiden Quetschungen; konstante Schnittqualität minimiert Faserausrisse.
  • Qualität: Stichproben mit Druck-, Fall- und Vibrationsprüfungen; Sichtkontrolle der Schnittkanten.
  • Prozesssicherheit: klare Markierungen für Faltreihenfolge; standardisierte Packanleitungen.
  • Klimaverhalten: Materialfeuchte und Umgebungsklima berücksichtigen, da diese die Biegesteifigkeit und Rückstellkräfte beeinflussen.
  • Werkzeugpflege: regelmäßige Kontrolle von Stanzlinealen, Gummierungen und Plotterparametern zur Sicherung der Maßhaltigkeit.
  • Logistik: Zuschnittformate und Palettenbilder so wählen, dass Segmentbereiche nicht unnötig belastet oder verformt werden.

Anwendungsmöglichkeiten von Radialschnittverpackungen

Radialschnittverpackungen sind äußerst vielseitig und werden in zahlreichen Branchen eingesetzt. Sie sind ideal für Produkte mit unregelmäßigen Formen, da sie sich perfekt an die Konturen des Produktes anpassen und somit einen optimalen Schutz bieten. Zu den typischen Anwendungsgebieten gehören beispielsweise die Automobilindustrie, der Maschinenbau sowie der Versandhandel. Auch bei Ersatzteilen mit variierenden Baureihen profitieren Anwender von kurzen Umrüstzeiten durch anpassbare Schnittbilder.

Darüber hinaus eignen sich die Lösungen für zylindrische Teile (Rohre, Lagergehäuse), Formteile mit hervorstehenden Elementen (Sensoren, Ventile) oder empfindliche Oberflächen (lackierte Komponenten). Weitere Felder sind Medizintechnik (Gehäuseteile), Elektronik (individuell konturierte Baugruppen), Möbelkomponenten und Prototypen, bei denen variable Stückzahlen und kurze Entwicklungszyklen gefordert sind. Anwendungsnah sind zudem Verpackungen für Haushaltsgeräte, Armaturen, Beleuchtungskörper oder Instrumente, die punktuell abgestützte, aber flächig gedämpfte Auflagen erfordern.

Schutzwirkung und Funktionsprinzip

  • Formschluss: segmentierte Umschlingung reduziert Relativbewegungen und stabilisiert die Lage.
  • Kraftverteilung: radiale Kontaktpunkte verteilen Stoßenergie auf größere Flächen.
  • Reibschluss: höhere Kontaktflächenanteile senken das Verrutschrisiko ohne zusätzliche Einlagen.
  • Montageeffizienz: definierte Faltfolgen ermöglichen schnelle Handkonfektionierung.
  • Kanten- und Flächenschutz: gezielte Lamellenauflage senkt Punktlasten und schützt empfindliche Oberflächen.
  • Rückstellverhalten: elastische Eigenschaften der Wellpappe unterstützen die Wiederherstellung der Form nach kurzzeitiger Belastung.

Vor- und Nachteile von Radialschnittverpackung

Die Radialschnittverpackungen bieten viele Vorteile. Sie sind flexibel, anpassungsfähig und bieten dem Produkt hervorragenden Schutz. Dank der speziellen Technik lassen sie sich für eine Vielzahl von Produkten verwenden. Aber wie jede Methode hat auch sie ihre Nachteile. Da sie ein spezifisches Maschinenset erfordern, können die Anfangskosten für kleine und mittlere Unternehmen hoch sein. Zudem kann die Produktion von Verpackungen mit sehr komplexen Formen zeitintensiv sein. In der Planung müssen Werkzeuge, Losgrößen und Qualitätsprüfungen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden, um eine konsistente Bauteilqualität und wirtschaftliche Durchlaufzeiten sicherzustellen.

  • Vorteile: reduzierte Hohlräume, geringerer Bedarf an Zusatzpolstern, gute Anpassung an unterschiedliche Konturen, schnelle Umrüstung bei variierenden Geometrien.
  • Herausforderungen: sorgfältige Auslegung von Segmenten und Stegen erforderlich, Risiko von Ausrissen bei falscher Wellenrichtung oder zu geringer Stegbreite, erhöhte Rüstzeiten bei wechselnden Schnittbildern.
  • Kostenaspekte: digitale Fertigung ist bei kleinen Losgrößen flexibel, bei hohen Stückzahlen sind Werkzeuge wirtschaftlicher, erfordern aber Planungsaufwand.
  • Prozessgrenzen: sehr kleine Radien oder extreme Überstände können zusätzliche Polster- oder Fixierelemente erforderlich machen.
  • Materialeinfluss: schwankende Pappenfeuchte oder unpassende Wellenkombinationen können die Biegeeigenschaften nachteilig verändern.

Qualitätssicherung, Tests und Praxisempfehlungen

  1. Prototyping mit iterativen Mustern; Prüfung auf Passgenauigkeit, Handhabung und Kantenstabilität.
  2. Mechanische Tests (Fall, Schwingung, Stapeldruck) entlang realistischer Transportprofile.
  3. Dokumentierte Packabläufe, eindeutige Kennzeichnungen und Checklisten für die Kommissionierung.
  4. Regelmäßige Werkzeugpflege bzw. Plottereinstellungen zur Sicherung gleichbleibender Schnittqualität.
  5. Klimasimulationen (Temperatur/Feuchte) zur Bewertung des Dämpfungs- und Rückstellverhaltens über den Lebenszyklus.
  6. Materialprüfungen (ECT/BCT, Durchstoßfestigkeit) zur Absicherung der Lastgrenzen in Lager- und Transportprozessen.

Fehlerquellen und Troubleshooting

Typische Abweichungen entstehen durch zu geringe Stegbreiten (Ausreißgefahr), unpassende Wellenrichtung (ungünstige Biegelinie), zu große Segmentbreiten (unzureichende Konturanlage) oder stumpfe Werkzeuge (Quetschungen, Faserzug). Abhilfe schaffen feinere Segmentierungen in engen Radien, versetzte Rilllinien, kontrollierte Messerpflege sowie Musterreihen mit schrittweiser Anpassung der Schnittwinkel. Eine engmaschige Erstbemusterung mit Messprotokollen erleichtert die Ursachenanalyse und verkürzt Optimierungsschleifen.

Nachhaltigkeit und Recycling

Radialschnittverpackungen unterstützen ressourcenschonende Konzepte, da sie mit reduziertem Materialeinsatz auskommen und häufig ohne zusätzliche Polster aus Fremdmaterialien realisiert werden können. Monomaterial-Verpackungen aus Wellpappe begünstigen die sortenreine Verwertung und vereinfachen die Entsorgung. Durch die gezielte Konturanpassung sinken Volumina und Füllgrade lassen sich verbessern, was Transporteffizienz und Flächennutzung positiv beeinflusst.

Normen, Begriffe und Abgrenzung

Im Umfeld der Radialschnittverpackung sind gängige Begrifflichkeiten wie Rillen, Ritzen, Stanzen, Anritzen und Perforieren abzugrenzen. Für die Spezifikation von Wellpappe und Prüfmethoden sind branchenübliche Normen und Prüfverfahren relevant. Konstruktiv wird die Radialschnitttechnik häufig mit FEFCO-Codes kombiniert, indem Grundbauarten um radiale Schnittbilder ergänzt werden, um eine konturfolgende Fixierung zu erreichen.

Konstruktive Beispiele

Beispiele umfassen konturgeführte Ringscheiben für zylindrische Bauteile, segmentierte Aufnahmen für Gehäuse mit hervorstehenden Anschlüssen, formschlüssige Lagenzwischenlagen für empfindliche Oberflächen sowie kombinierte Lösungen aus Radialschnitten und Stecklaschen für schnelle Montageabläufe. Auch Hybridlösungen, bei denen Radialschnitte mit Aussparungen für Kabel, Stecker oder Sichtfenster kombiniert werden, sind gängige Praxis.

Zusammenfassung:

  • Radialschnittverpackung ist eine spezialisierte Form der Verpackungstechnik, die eine optimale Anpassung an das Produkt ermöglicht, indem sie den Verpackungsrahmen an die Konturen des Produkts anpasst.
  • Diese Verpackungsart wird hauptsächlich aus Wellpappe hergestellt, was sie sowohl flexibel als auch stabil macht, ideal für Unternehmen, die eine robuste und gleichzeitig anpassungsfähige Verpackungslösung suchen.
  • Die Verwendung von Radialschnittverpackung trägt zur Minimierung des Verpackungsmaterials und zu einer effektiven Nutzung des zur Verfügung stehenden Verpackungsraums bei, was sie zu einer umweltschonenden und kosteneffizienten Verpackungslösung macht.
  • Durch gezielte Parametrisierung (Segmentbreite, Winkel, Stege) lassen sich Schutzwirkung, Handhabung und Materialeinsatz bedarfsgerecht ausbalancieren.
  • Der Einsatz empfiehlt sich besonders für unregelmäßige Geometrien, zylindrische Bauteile und sensible Oberflächen, wenn Formschluss und Dämpfung kombiniert gefordert sind.
  • Für die Serienfertigung sind stabile Prozesse, saubere Schnittkanten und belastbare Prüfabläufe entscheidend, um gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.
  • Eine sorgfältige Toleranzplanung, die Berücksichtigung der Wellenrichtung und eine angemessene Klimaprüfung sichern die Funktionsfähigkeit unter realen Transportbedingungen ab.
  • Radialschnittlösungen unterstützen recyclingfreundliche Monomaterial-Konzepte und tragen zur Volumenreduktion in Transport und Lagerung bei.

Veröffentlicht am 21.05.2025
Letzte Überarbeitung am 24.11.2025 um 11:18 Uhr von Sebastian Würth

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