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Retrofit-Verpackungslösungen
Das Thema "Retrofit-Verpackungslösungen" spielt im Kontext der Wellpappen-Verpackungen eine wesentliche Rolle. Dabei handelt es sich um die Anpassung bestehender Verpackungssysteme an moderne Anforderungen, um Effizienz und Nachhaltigkeit zu verbessern. Es ist eine Investition in die Zukunft, die den Wandel in der Verpackungsindustrie symbolisiert. Gerade in Anlagen zur Verarbeitung und Konfektionierung von Wellpappe – etwa bei Faltschachtelklebeanlagen, Trayformern, Kartonaufrichtern, Umreifern oder Palettierern – ermöglicht ein Retrofit die gezielte Steigerung von Prozessstabilität, Formatflexibilität und Materialeffizienz, ohne die vorhandene Infrastruktur aufzugeben.
Retrofit-Maßnahmen reagieren auf treibende Faktoren wie steigende Energiepreise, strengere Umweltvorgaben, wachsende Variantenvielfalt und den Bedarf an höherer Prozesssicherheit. In Bestandsanlagen werden gezielt Komponenten, Steuerungen und Abläufe modernisiert, ohne die komplette Linie zu ersetzen. So lassen sich Durchsatz, Qualität und Ressourcenschonung verbessern, während Stillstandzeiten und Investitionsrisiken begrenzt bleiben. Zusätzlich unterstützt ein Retrofit die Umstellung auf leichtere Wellpappenqualitäten, alternative Klebstoffsysteme und datengetriebene Instandhaltungskonzepte, sodass die Verpackungsproduktion robuster gegenüber Schwankungen in Materialeigenschaften und Nachfrage wird.
Definition: Was versteht man unter Retrofit-Verpackungslösungen?
Der Begriff "Retrofit" bedeutet eine nachträgliche Modernisierung oder Erweiterung bestehender Systeme. Insbesondere in der Verpackungsindustrie ist die Technik des Retrofits relevant, wenn es um die Optimierung der Verpackungslösungen geht. Retrofit-Verpackungslösungen beinhalten also die Anpassung und Aufrüstung bestehender Verpackungsmethoden oder Maschinen auf den neuesten technischen Stand, um Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu verbessern. Im Kontext von Wellpappen-Verpackungen umfasst dies auch die Harmonisierung von Formatbereichen, die Reduktion von Rüstzeiten und die zuverlässigere Verarbeitung recyclingfähiger Werkstoffe.
Im engeren Sinne umfasst Retrofit die Aufwertung bestehender Maschinen durch neue Antriebstechnik, Sensorik, Steuerungssoftware, Sicherheitstechnik und prozessrelevante Module (z. B. Zuführungen, Klebeaggregate, Form- und Faltmechanismen). Abzugrenzen sind Begriffe wie Umbau, Rebuild oder Revamp: Während ein Umbau meist nur mechanische Änderungen beschreibt, integriert ein Retrofit zusätzlich Elektrik, Elektronik und Software, häufig mit digitaler Datenerfassung und verbesserten Diagnosefunktionen. Ebenso verbreitet ist die Steuerungsmigration (z. B. Ersatz veralteter SPS-Generationen), die Einführung standardisierter Feldbusse und die Integration von Zustandsüberwachung (Condition Monitoring), um Wartungsintervalle zustandsbasiert planen zu können.
Zielgrößen und Abgrenzung
- Leistungs- und Qualitätsziele: Erhöhung des Ausstoßes, Reduktion der Ausschussquote, stabilere Prozesse bei wechselnden Materialqualitäten. Ergänzend sind reproduzierbare Kleberaupen, präzisere Faltkräfte und verbesserte Kantenqualität bei Wellpappe zentrale Resultate.
- Wirtschaftlichkeit: Senkung der Gesamtbetriebskosten (TCO), Verbesserung der Gesamtanlageneffektivität (OEE), höhere Verfügbarkeit. Die Standardisierung von Ersatzteilen und die Reduktion ungeplanter Stillstände wirken sich nachhaltig auf die Betriebskosten aus.
- Ressourcen & Umwelt: geringerer Energie- und Materialeinsatz, Nutzung rezyklierbarer Materialien sowie verbesserte Wartbarkeit und Lebensdauerverlängerung. Durch optimierte Klebstoffauftragsmengen und temperaturgeführte Schmelzprozesse lassen sich Verbräuche messbar senken.
- Compliance & Sicherheit: Aktualisierung der funktionalen Sicherheit gemäß geltenden Normen und Dokumentation der Änderungen. Dazu zählen nachvollziehbare Validierungen der Sicherheitsfunktionen und die Aktualisierung von Bedien- und Wartungsanleitungen.
- IT/OT-Integration: verbesserte Vernetzung von Maschinen- und Leitsystemen, sichere Datenschnittstellen und standardisierte Berichterstattung zur Auswertung von Produktions- und Qualitätsdaten.
Implementierung von Retrofit-Verpackungslösungen
Die Implementierung von Retrofit-Verpackungslösungen beginnt mit der Analyse des aktuellen Standes der Verpackungsabläufe. Hierbei werden insbesondere jene Bereiche identifiziert, die einer Modernisierung bedürfen. Beispielsweise können veraltete Maschinen durch modernere, energieeffizientere Modelle ersetzt werden, oder das Verpackungsdesign kann überarbeitet werden, um Material einzusparen und den Einsatz erneuerbarer, rezyklierbarer Materialien zu fördern. Ebenso gehören eine strukturierte Bewertung der Sicherheitsfunktionen, die Betrachtung ergonomischer Aspekte sowie die Prüfung der Kompatibilität mit bestehenden Formaten und Logistikprozessen zur Vorbereitung.
- Bestandsaufnahme: Technisches Audit von Mechanik, Elektrik, Steuerung, Sicherheit und Prozessparametern; Erfassung von Stillstandsursachen und Engpässen. Ergänzend werden Ersatzteilsituation, Dokumentationsstand und Lebenszyklusstatus kritischer Komponenten bewertet.
- Zielbild und Pflichtenheft: Festlegung messbarer Ziele (z. B. OEE-Verbesserung, Energiekennwerte, Taktzeit), Definition des Umfangs (Module, Software, Ergonomie). Anforderungen an Datenverfügbarkeit, Rückverfolgbarkeit und Qualitätsnachweise werden strukturiert beschrieben.
- Konzept und Pilotierung: Auswahl kompatibler Komponenten, Simulation/Test an Teilanlagen, Validierung von Prozessfenstern. Bei Wellpappen-Verpackungen werden Klebe- und Faltprozesse gezielt getestet, um Formatwechsel und Materialschwankungen abzusichern.
- Umsetzung: Geplanter Umbau mit minimierten Stillstandszeiten, Inbetriebnahme, Sicherheitsabnahme, Funktions- und Qualitätstests. Ein abgestimmter Montageplan, provisorische Bypässe und eine geordnete Wiederanlauffase reduzieren Produktionsrisiken.
- Schulung & Übergabe: Einweisung von Bedien- und Wartungspersonal, Aktualisierung der Dokumentation, Ersatzteil- und Wartungskonzepte. Praxisnahe Trainings zu Rüststrategien, Fehlerdiagnose und präventiver Instandhaltung erleichtern den stabilen Betrieb.
- Nachlauf & Optimierung: Monitoring, Feinjustierung von Regelparametern, kontinuierliche Verbesserung. Auf Basis von Kennzahlen werden Soll-Ist-Abweichungen systematisch behoben und Lessons Learned in Standards überführt.
Messbare Kennzahlen in Retrofit-Projekten
- OEE-Komponenten: Verfügbarkeit, Leistung, Qualität. Ergänzend: Rüstzeitanteil und geplante vs. ungeplante Stillstände.
- Zuverlässigkeitswerte: MTBF und MTTR. Diese Werte unterstützen die Planung von Ersatzteilen und Inspektionsintervallen.
- Prozessqualität: Ausschuss-, Nacharbeits- und Reklamationsquoten. SPC-Daten und Trendanalysen erleichtern die Ursachenfindung bei Material- oder Prozessschwankungen.
- Ressourceneinsatz: Energie pro Einheit, Materialnutzungsgrad, Klebstoff- und Hilfsstoffverbrauch. Zusätzlich können CO₂-Äquivalente je verpackter Einheit und Druckluftkennzahlen erhoben werden.
Beispiele für Retrofit-Verpackungslösungen in der Praxis
In der Praxis können verschiedene Maßnahmen unter den Begriff der Retrofit-Verpackungslösungen fallen. Dabei kann es zum Beispiel um den Einsatz moderner Verpackungsroboter gehen, die präziser und schneller arbeiten als ihre Vorgängermodelle. Oder es kann die Einführung umweltfreundlicher, nachhaltiger Verpackungsmaterialien sein. Retrofit-Verpackungslösungen sind also vielfältig einsetzbar und spielen eine immer größere Rolle in der verantwortungsbewussten und zugleich wirtschaftlichen Verpackungsindustrie. In Wellpappen-Anwendungen zählen dazu häufig optimierte Zuschnitzuführungen, verbesserte Faltkinematiken, präzisere Klebstoffaufträge sowie automatisierte Qualitätsprüfungen mit kamerabasierten Systemen.
- Antriebs- und Steuerungsupgrade: Austausch veralteter Frequenzumrichter, Servoachsen und SPS; bessere Synchronisation von Zuführung, Faltung und Verschluss. Die Migration auf aktuelle Steuerungsplattformen schafft Reserven für künftige Funktionen und Datenschnittstellen.
- Sensorik und Qualitätssicherung: Kamerasysteme und Kraft-/Weg-Sensoren zur Überwachung von Falt- und Klebeprozessen; automatische Ausschleusung fehlerhafter Einheiten. Ergänzend können Klebstofftemperatur, Viskosität und Auftragsbreiten überwacht werden.
- Energieeffizienz: Hocheffiziente Antriebe, optimierte Druckluftnutzung, Wärmerückgewinnung an Schmelzgeräten und Trocknungsstrecken. Energiemonitoring macht Lastspitzen sichtbar und unterstützt gezielte Maßnahmen.
- Format- und Rüstkonzepte: Schnellwechselmodule, motorisierte Formatverstellungen, Assistenzfunktionen für reproduzierbare Rüstprozesse. Digitale Rüstpläne mit Schritt-für-Schritt-Anleitung reduzieren Variabilität und Anlaufverluste.
- Sicherheitstechnik: Nachrüstung mit sicheren Stillsetzungen, Lichtgittern und zonierter Abschaltung, inklusive Validierung der Sicherheitsfunktionen. Klare Trennungen zwischen Arbeits- und Gefahrenbereichen erleichtern das bedarfsgerechte Arbeiten.
- Datenintegration: Schnittstellen zur Betriebsdatenerfassung, Chargenrückverfolgung und Berichterstattung über Anlagenzustände. Standardisierte Protokolle sorgen für konsistente Datenqualität in Reporting- und Analysesystemen.
Zur Einordnung marktüblicher Standardbauformen und Größen können interessierte Leser mehr über gängige Verpackungen ab Lager einsehen; dies unterstützt die Bewertung, ob ein Retrofit mit bestehenden Formaten harmoniert oder Anpassungen im Design sinnvoll sind. Zusätzlich erleichtert ein Abgleich mit realen Packmustern die Abschätzung, welche Module für stabilere Prozesse und geringere Rüstzeiten priorisiert werden sollten.
Vor- und Nachteile von Retrofit-Verpackungslösungen
Retrofit-Verpackungslösungen bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Zu den Vorteilen gehört in erster Linie die Möglichkeit, bestehende Verpackungssysteme auf den neuesten Stand zu bringen, ohne komplette Neuentwicklungen vornehmen zu müssen. So lassen sich Kosten und Ressourcen sparen. Zudem tragen Retrofit-Verpackungslösungen dazu bei, das Nachhaltigkeitsprofil eines Unternehmens zu verbessern. Zu den Nachteilen gehören unter anderem die notwendigen Investitionen und der zeitliche Aufwand, der mit dem Einbau und der Einführung der modernisierten Verpackungssysteme einhergeht. Ein strukturiertes Änderungs- und Risikomanagement ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
- Vorteile: geringere Anfangsinvestition als Neukauf, kürzere Realisierungszeiten, Weiterverwendung vorhandener Infrastruktur, gezielte Leistungserhöhung an Engpässen, Verbesserung von Arbeitssicherheit und Bedienbarkeit. Darüber hinaus werden Ersatzteilhaltung und Servicekompetenz im Unternehmen gestärkt.
- Herausforderungen: begrenzter Bauraum, Schnittstellenkomplexität, potenziell längere Lieferzeiten für Spezialkomponenten, Validierungs- und Dokumentationsaufwand, temporäre Produktionsunterbrechungen. Eine frühzeitige Einbindung von Produktion, Instandhaltung und Qualitätssicherung reduziert Implementierungsrisiken.
- Wirtschaftliche Betrachtung: Amortisationszeit, Kapitalwert und Sensitivitätsanalysen zu Energiepreisen, Losgrößenvariabilität und Materialkosten sind zentrale Entscheidungsgrundlagen. Ergänzend unterstützen Szenariobetrachtungen (z. B. Nachfrage- und Materialverfügbarkeiten) robuste Investitionsentscheidungen.
Zusammenfassung:
- Retrofit-Verpackungslösungen bezeichnen Maßnahmen, um bestehende Verpackungsanlagen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen, was die Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Produktion von Verpackungen, insbesondere aus Wellpappe, erhöhen kann. Sie verbinden mechanische, elektrische und softwareseitige Modernisierungen zu einem abgestimmten Gesamtkonzept.
- Diese Lösungen tragen dazu bei, die Produktivität zu steigern, die Ausfallzeiten zu verringern und die Lebensdauer von Maschinen zu verlängern, indem sie durch die Integration von innovativen Technologien, wie beispielsweise digitaler Kontrollsysteme, die Funktionalität und Leistung der Anlagen verbessern. Datenbasierte Auswertungen sichern den nachhaltigen Betrieb.
- Durch den Einsatz von Retrofit-Verpackungslösungen können Unternehmen ihre bestehenden Anlagen aufrüsten und somit Kosten für den Kauf neuer Maschinen einsparen, was letztendlich die Nachhaltigkeit des Unternehmens unterstützt. Gleichzeitig wird die Verarbeitung rezyklierbarer Materialien und die Energieeffizienz systematisch gefördert.
- Vorgehensweise: Systematische Bestandsaufnahme, Zieldefinition, Pilotierung, strukturierte Umsetzung und Monitoring sichern belastbare Ergebnisse. Schulung, Dokumentation und ein abgestimmter Service- und Ersatzteilplan stabilisieren die Ergebnisse im laufenden Betrieb.
- Messgrößen: OEE, MTBF/MTTR, Energie- und Materialkennwerte sowie Qualitätsindikatoren machen Fortschritte transparent. Ergänzend helfen Rüstzeitkennzahlen, CO₂-Äquivalente je Einheit und Reklamationsraten bei der Bewertung.
- Praxisbausteine: Antriebs- und Steuerungsupgrade, erweiterte Sensorik, effizientere Klebe- und Falttechnologien, verbesserte Sicherheitstechnik und Datenanbindung. In Wellpappen-Anwendungen leisten formatflexible Zuführungen und standardisierte Rüsthilfen einen wichtigen Beitrag.
- Abwägung: Vorteile stehen Investitions-, Validierungs- und Stillstandsaufwänden gegenüber; eine belastbare Wirtschaftlichkeitsrechnung unterstützt die Entscheidung. Ein strukturiertes Risikomanagement und die Einbindung aller relevanten Funktionen erhöhen die Umsetzungssicherheit.
Veröffentlicht am 22.05.2025
Letzte Überarbeitung am 08.01.2026 um 09:06 Uhr von Sebastian Würth