Sofortkontakt
Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen
Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail
info@wellstar-packaging.de
Zählstation
Wellpappe ist ein bewährtes Material in der Verpackungsindustrie. Vor allem die Zählstationen spielen eine bedeutende Rolle in der Produktionskette dieser robusten Pappe. Sie sichern reproduzierbare Stückzahlen, stabilisieren den Materialfluss und liefern belastbare Produktionsdaten für eine konsistente Weiterverarbeitung.
Als Bindeglied zwischen Produktionsmaschine und Weiterverarbeitung sorgt die Zählstation für verlässliche Stückzahlen, stabile Taktzeiten und eine belastbare Datengrundlage. Sie unterstützt sowohl die Prozesssteuerung als auch die Dokumentation entlang der gesamten Fertigungskette, vom Zuschnitt bis zur Bündelbildung und Kommissionierung. Damit fungiert sie zugleich als Schnittstelle zur Qualitätssicherung, Rückverfolgbarkeit und Bestandsführung.
Definition: Was versteht man unter Zählstation?
Eine Zählstation ist eine mechanische oder auch elektronische Einheit in einem Fertigungsprozess. Sie dient dazu, die produzierten Einheiten – im Kontext dieses Artikels die Wellpappbögen – zu erfassen und zu zählen. Mit Hilfe von Sensoren und Zählmechanismen wird eine lückenlose Kontrolle und Dokumentation der Fertigungsmenge ermöglicht. Moderne Ausführungen kombinieren SPS-basierte Steuerungen mit Edge-Logging und verfügen über Möglichkeiten zur Zeitstempelung, Aggregation und Übergabe an übergeordnete Systeme.
Typische Bestandteile sind ein Zählwerk, Sensorik zur Blattdetektion und eine Steuerung zur Verarbeitung der Signale. Ergebnisse werden häufig an Linienleitsysteme übergeben, um Chargen, Losgrößen und Produktionsabschnitte eindeutig zuordnen zu können. Neben der Stückzahl können je nach Ausstattung weitere Informationen wie Schichtzuordnung, Zeitstempel oder Fehlerereignisse erfasst werden. Ergänzend kommen Anzeigeeinheiten für Live-Zählstände, Bedienfelder mit klaren Meldetexten sowie Puffer- und Vereinzelungseinrichtungen zum Einsatz.
Abgrenzung und Synonyme
In der Praxis werden Begriffe wie Zählmaschine, Zähleinheit oder Counting Station teilweise synonym verwendet. Abzugrenzen ist die Zählstation von reinen Sortier- oder Prüfstationen: Zwar können kombinierte Systeme existieren, der Kernzweck der Zählstation bleibt jedoch die verlässliche und nachvollziehbare Erfassung der produzierten Bogenanzahl. Ebenfalls zu unterscheiden sind Bündelzähler am Ende von Palettierlinien sowie reine Stückzähler in Verpackungsmaschinen, deren Fokus eher auf Gebinde- oder Stückgutzählung liegt.
Funktionalität einer Zählstation
Die Basisausstattung einer Zählmaschine beinhaltet ein Förderband, auf welchem die Wellpappbögen transportiert werden. Sensoren erfassen jedes einzelne Blatt und senden die Information an das Zählwerk der Maschine. Fortgeschrittene Modelle verfügen außerdem über eine automatische Stapeleinheit, die gleichmäßige Pakete aus den gezählten Bogenschichten erstellt. Je nach Liniengeschwindigkeit erfolgt die Zählung synchronisiert zum Querschneider, wodurch die Bogenübergabe bogenschonend und mit minimalen Fehlauslösungen erfolgt.
Für die Blattdetektion kommen in der Regel Lichtschranken, reflexionsbasierte Sensoren oder kameragestützte Systeme zum Einsatz. Ergänzende Funktionen sind Doppelbogen- bzw. Mehrlagenkontrolle, Geschwindigkeitsabgleich mit der Linie sowie die Bildung definierter Pakete mit Zwischenblatt oder Umreifungssignal. Viele Systeme unterstützen konfigurierbare Paketgrößen und liefern Statussignale für nachgelagerte Prozessschritte wie Umreifung, Etikettierung und Palettierung.
- Einzelblattzählung: sichere Erkennung pro Bogen auch bei variierender Bogensteifigkeit.
- Fehlerhandling: Erkennung von Fehllagen, Lücken oder Doppellagen mit Alarm- oder Stoppfunktion.
- Stapelbildung: automatische Übergabe in definierte Pakethöhen, optional mit Pufferstrecke.
- Datenausgabe: Übergabe von Zähldaten an Liniensteuerung, MES oder ERP.
Sensorik und Zählprinzipien
Die Auswahl der Sensorik richtet sich nach Material, Geschwindigkeit und Staubbelastung. Optische Sensoren bieten hohe Genauigkeit, benötigen jedoch saubere Sichtfenster. Induktive oder kapazitive Sensoren sind robuster gegenüber Staub, eignen sich jedoch nur bedingt für sehr dünne Materiallagen. Kamerasysteme ermöglichen zugleich Anwesenheits- und Qualitätsprüfungen, erfordern aber eine sorgfältige Kalibrierung und Lichtführung. Zusätzliche Maßnahmen wie Luftspülungen, Staubabsaugungen und geeignete Schutzarten (gehäuseseitige IP-Schutzklassen) verlängern die Standzeiten und erhöhen die Detektionssicherheit.
Die Rolle der Zählstation in der Wellpapp-Produktion
Die Zählstation ist ein zentrales Element in der Herstellung von Wellpappe. Ihre Hauptaufgabe ist die quantitative Kontrolle der Produktion. Aber sie hilft auch dabei, die Effizienz des Herstellungsprozesses zu erhöhen und Probleme in der Produktion rechtzeitig zu erkennen. Eine genaue Zählung der Wellpappbögen ist außerdem wesentlich für die Inventur und damit die Planbarkeit von nachfolgenden Produktionsschritten. Darüber hinaus unterstützt sie Umrüstprozesse, da Abweichungen bei Auftragswechseln frühzeitig sichtbar werden.
Im Zusammenspiel mit Querschneider, Stapelablage und Weiterverarbeitung unterstützt die Zählstation die Takt- und Mengensteuerung. Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Stückzahl werden früh erkannt, sodass Ausschuss, Umrüstverluste und Nacharbeit reduziert werden. Transparente Zähldaten bilden zudem die Grundlage für Kennzahlen wie OEE, Ausschussquote oder Linienleistung pro Schicht. Dies ermöglicht eine belastbare Bewertung der Prozessstabilität über Formate, Wellensorten und Materialqualitäten hinweg.
Prozessintegration und Datenfluss
Moderne Zählstationen stellen Zähldaten in Echtzeit bereit. Diese Informationen fließen in Produktionsprotokolle, Lieferscheine, Ladungsbildung und Bestandsführung ein. Damit lassen sich interne Materialflüsse sowie externe Liefermengen präzise steuern und revisionssicher dokumentieren. Zeitlich synchronisierte Ereignisse (z. B. Zählimpuls, Paketabschluss, Störung) werden dazu mit Auftrags- und Chargeninformationen verknüpft und in Berichten oder Dashboards konsistent abgebildet.
Vor- und Nachteile von Zählstationen
Eine große Stärke von Zählstationen ist ihre Präzision. Selbst kleinste Abweichungen in den Produktionszahlen können sie erkennen und dokumentieren. Dies macht sie zu einem wertvollen Werkzeug für die Qualitätssicherung in der Wellpappenproduktion. Ein möglicher Nachteil kann die Anfälligkeit für technische Störungen sein, die zu Ausfällen in der Produktion führen können. Gleichzeitig erfordern Zählstationen eine regelmäßige Wartung und Kalibrierung, um ihre Genauigkeit zu gewährleisten. Zusätzlich ist eine sorgfältige Parametrierung notwendig, um Materialwechsel, variable Bogenformate und unterschiedliche Oberflächen sicher abzudecken.
Weitere zu beachtende Aspekte sind Verschmutzungen durch Staub, sensorische Fehlauslösungen bei wechselnden Oberflächen sowie mechanischer Verschleiß an Förder- und Vereinzelungselementen. Geeignete Schutzabdeckungen, regelmäßige Reinigung und vorbeugende Instandhaltung reduzieren diese Risiken. Eine klare Zustandsüberwachung (z. B. Zählqualitätsindikator, Signalstärkenanzeige der Sensorik) unterstützt die Früherkennung von Abweichungen.
- Vorteile: reproduzierbare Stückzahlen, valide Datengrundlage, bessere Planbarkeit, Unterstützung von Qualitätsprüfplänen.
- Herausforderungen: Integration in bestehende Steuerungen, Schulungsbedarf, Ersatzteil- und Serviceverfügbarkeit.
Wichtige Überlegungen beim Kauf einer Zählstation
Bei der Auswahl einer geeigneten Zählstation für die Wellpappenproduktion sollte neben dem Anschaffungspreis auch die Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit des Geräts berücksichtigt werden. Zudem ist es wichtig, dass die Zählstation leicht in die bestehende Produktionslinie integriert werden kann. Ein weiterer Aspekt ist die Frage, ob das Gerät über eine automatische Stapeleinheit verfügt, die die Arbeit weiter erleichtert. Ebenso sind Diagnosemöglichkeiten, Fernzugriff (z. B. für Support) und klare Bedienkonzepte entscheidend für die Alltagstauglichkeit.
Zusätzlich relevant sind Liniengeschwindigkeit, Formatbereich, Materialmix (E-, B-, C-Welle etc.), Staubbelastung, Bedienkonzept, Schnittstellen (z. B. digitale I/O, Feldbus), sowie die Nachvollziehbarkeit der Zählungen über Reports und Chargenkennzeichnung. Für die Weiterverarbeitung sind präzise dokumentierte Abmessungen jeder Bogengröße und klar definierte Paketgrößen entscheidend. Darüber hinaus sollten Sicherheitsaspekte (z. B. trennende Schutzeinrichtungen, Not-Halt-Konzepte) sowie ergonomische Zugänglichkeit der Komponenten berücksichtigt werden.
- Leistung und Skalierbarkeit: ausreichende Taktreserve für Spitzenauslastung.
- Bedienung und Sicherheit: ergonomische Zugänglichkeit, klare Meldetexte, sichere Stillsetzungen.
- Servicekonzept: schnelle Diagnosemöglichkeiten, Ersatzteilverfügbarkeit, Wartungsintervalle.
Kalibrierung, Wartung und Betrieb
Eine stabile Zählgenauigkeit setzt wiederkehrende Kalibrierungen voraus. Hierzu zählen Sensortests, Funktionsprüfungen des Zählwerks und Referenzzählungen mit definierten Teststapeln. Die Wartung umfasst Reinigung der Sensorflächen, Prüfung von Fördergurten, Rollen und Lagerstellen sowie Software-Updates der Steuerung. In der Praxis bewährt sich eine Kombination aus periodischen Referenzläufen und anlassbezogenen Checks nach Material- oder Formatwechseln.
- Kalibrierung: Referenzläufe mit bekannten Stückzahlen, Abgleich und Protokollierung.
- Inspektion: Sichtprüfung, Verschleißkontrolle, Funktionschecks der Sicherheitseinrichtungen.
- Dokumentation: Pflege von Wartungsplänen, Störungs- und Maßnahmenhistorie.
Fehlerquellen und Troubleshooting
Typische Ursachen für Fehlzählungen sind verschmutzte Sensorflächen, Vibrationen, ungleichmäßige Bogenübergabe oder wechselnde Reflexionseigenschaften. Abhilfe schaffen feste Montage, Schwingungsdämpfung, regelmäßig gereinigte Optiken sowie korrekt eingestellte Empfindlichkeiten und Zeitfilter. Auch ein nicht optimaler Geschwindigkeitsabgleich zwischen Querschneider und Zählstrecke kann zu Fehldetektionen führen und sollte geprüft werden.
- Fehlender Bogenimpuls: Empfindlichkeit erhöhen, Sensorposition korrigieren.
- Doppelzählung: Entprellzeiten anpassen, mechanische Vereinzelung prüfen.
- Drifts über die Schicht: Zwischenreinigung vorsehen, Referenzzählungen einplanen.
Normen, Richtlinien und Sicherheit
Zählstationen sind in die Sicherheitsbetrachtung der Gesamtanlage einzubeziehen. Relevante Aspekte sind Maschinenrichtlinie, risikobasierte Auslegung der Steuerungsfunktionen (z. B. Kategorien nach EN ISO 13849) sowie sichere Stillsetzungen im Störfall. Für den Betrieb sind klare Betriebsanweisungen, Schulungen des Personals und regelmäßige Wirksamkeitsprüfungen der Schutzeinrichtungen notwendig. Sichtbare und eindeutige Kennzeichnungen von Gefahrbereichen und Eingriffspunkten unterstützen einen sicheren Betrieb.
Daten- und Schnittstellenmanagement
Für eine robuste Integration sollten Zähldaten strukturiert bereitgestellt werden, inklusive eindeutiger Zeitstempel und Auftragsbezüge. Häufig genutzt werden digitale Ein-/Ausgänge für Takt- und Paketimpulse sowie Feldbus-Schnittstellen für Status- und Diagnosedaten. Eine konsistente Datenhaltung verbessert die Auswertung von Leistung, Qualität und Verfügbarkeit und ermöglicht die Ableitung konkreter Maßnahmen zur Prozessstabilisierung.
Praxisaspekte je Material und Format
Je nach Wellenart (E-, B-, C-Welle oder Kombinationen) verändern sich Steifigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Reflexionsverhalten der Wellpappbögen. Dünnere Qualitäten erfordern oft feinfühligere Sensorik und präzisere Entprellzeiten, während dickere Qualitäten eine robuste Vereinzelung und stabile Fördertechnik benötigen. Großformate profitieren von längeren Pufferstrecken und angepassten Stapeleinheiten, um Kantenbeschädigungen zu vermeiden und gleichmäßige Paketoberflächen zu erzielen.
Qualitätsbezug: Abmessungen, Toleranzen und Paketbildung
Die Zählstation steht in engem Zusammenhang mit Maßhaltigkeit, Toleranzmanagement und definierter Paketbildung. Exakte Abmessungen und einheitliche Paketgrößen erleichtern die Weiterverarbeitung, reduzieren Rüstaufwand und verbessern die Rückverfolgbarkeit. Klare Vorgaben zu Paketabmessungen, Zwischenlagen und Umreifungssignalen tragen dazu bei, dass nachfolgende Prozesse – vom Druck über das Stanzen bis zur Konfektionierung – verlässlich geplant und gefahren werden können.
Zusammenfassung:
- Eine Zählstation ist ein effizientes Werkzeug in der Produktion, das unter anderem auch bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe Anwendung finden kann. Die Zählstation ist in der Lage, die produzierten Einheiten exakt zu erfassen und zu zählen.
- Mit einer Zählstation können Unternehmen die Qualität und Effizienz ihrer Produktionsprozesse verbessern. Durch genaue Zahlen lässt sich die Logistik optimieren und Ausschuss minimieren. Insbesondere bei der Produktion von Wellpapp-Verpackungen ist dies von hoher Relevanz.
- Die Anwendung einer Zählstation ermöglicht Unternehmen zudem, den Produktionsfluss und das Inventarmanagement genauer zu überwachen und zu steuern. Dies kann helfen, unerwartete Produktionsstopps zu vermeiden und die Produktivität insgesamt zu steigern, was besonders für Hersteller von Verpackungen aus Wellpappe vorteilhaft ist.
- Wesentliche Erfolgsfaktoren sind passende Sensorik, saubere Integration in die Liniensteuerung, regelmäßige Kalibrierung und eine belastbare Datenanbindung.
- Durch klare Paketbildung und reproduzierbare Stückzahlen wird die Weiterverarbeitung planbarer und die Rückverfolgbarkeit verbessert.
Veröffentlicht am 18.06.2025
Letzte Überarbeitung am 15.12.2025 um 12:16 Uhr von Julia Kopp