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Zählwaagen

Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen spielen Zählwaagen eine bedeutende Rolle. Sie sind unverzichtbare Geräte, die bei der Kontrolle und Optimierung von Verpackungsprozessen helfen. In Wareneingang, Fertigung, Kommissionierung und Inventur ermöglichen sie die schnelle, reproduzierbare Stückzählung von Kleinteilen und Hilfsstoffen, etwa Verschlusskomponenten, Heftklammern, Schrauben, Etiketten, Einlagen oder Beschläge. Damit unterstützen Zählwaagen die Einhaltung von Stücklisten, Toleranzen und Prozesszeiten und sorgen für transparente, dokumentierbare Materialflüsse.

Zusätzlich tragen Zählwaagen dazu bei, Nacharbeit zu vermeiden, Materialverbräuche plausibel zu halten und Bestände in der Verpackungslogistik verlässlich zu steuern. Durch standardisierte Zählabläufe mit klaren Referenzmengen entstehen gleichmäßige Ergebnisse, die sich für Audits und Qualitätsnachweise heranziehen lassen. Gerade in Umgebungen mit vielen C-Teilen und Hilfsstoffen rund um Wellpappe, Kartonage und Packmittel macht die automatisierte Stückzahlermittlung Prozesse robust, nachvollziehbar und ergonomisch.

Definition: Was versteht man unter Zählwaagen?

Bei der Bezeichnung einer Zählwaage handelt es sich um ein spezielles Messinstrument, das die Stückzahl von Objekten durch ihr Gewicht bestimmt. Mithilfe der Zählwaage kann eine Vielzahl von kleinen Teilen, wie sie oft in der Verpackungsindustrie anfallen, schneller und genauer gezählt werden, als es mit manuellen Methoden möglich wäre. Die Zählwaage ermittelt die Anzahl der Teile durch Wägen einer bekannten Menge (Referenzmenge) und Berechnung des Durchschnittsgewichts (Referenzgewicht) pro Teil. Anschließend kann das Gerät die Anzahl der Teile in einem unbekannten Haufen durch Wiegen und Vergleichen mit dem Referenzgewicht ermitteln.

In der Praxis wird zunächst eine Referenzprobe (z. B. 10, 20, 50 oder 100 Teile) aufgelegt und tariert. Aus dieser Probe bildet die Waage das Stückgewicht. Je stabiler das Teilegewicht und je größer die Referenzmenge im Verhältnis zur Ablesbarkeit der Waage ist, desto verlässlicher die spätere Zählgenauigkeit. Moderne Geräte aktualisieren das Stückgewicht automatisch (Stichwort: „Optimized Piece Weight“) und kompensieren so leichte Gewichtsschwankungen im Prozess.

Ergänzend lassen sich Benutzereingaben, hinterlegte Artikelstammdaten und Grenzwertfunktionen kombinieren, um die Teilezählung zu standardisieren. Typische Begriffe in diesem Zusammenhang sind Stückgewicht, Zählauflösung, Mindest-Referenzmenge, Stabilitätskriterium und Messunsicherheit. Für wiederkehrende Teile empfiehlt sich die dauerhafte Speicherung von Referenzwerten, um Rüstzeiten zu reduzieren und konsistente Resultate zu erzielen.

Funktionsweise und Anwendungsbereiche von Zählwaagen

Zählwaagen sind technisch hochentwickelte Geräte. Sie erfüllen ihren Zweck durch den Einsatz von Sensoren und computergestützten Algorithmen. In der grundlegenden Funktionsweise dieser Geräte werden die zu zählenden Teile auf die Wiegefläche der Zählwaage gelegt. Die Waage ermittelt dann das Gesamtgewicht und teilt dieses Gewicht durch das durchschnittliche Gewicht eines einzelnen Teils, um die Gesamtzahl der Teile zu berechnen. Die Anwendungsbereiche der Zählwaagen sind vielfältig. Sie reichen von der Produktion und Qualitätskontrolle großer Mengen von Kleinteilen in der Industrie bis hin zur schnellen und genauen Zählung von Geldmünzen in Banken oder Spielautomaten in Casinos. Besonders in Branchen, in denen Hunderte, Tausende oder sogar Millionen von Teilen gezählt werden müssen, bieten Zählwaagen eine Zeitersparnis und Genauigkeitssteigerung.

Für Anwendungen rund um Wellpappe umfassen typische Einsatzfelder: Wareneingangskontrolle von Verbindungsmitteln und Verschlüssen, Kommissionieren von Sets für Verpackungen, Mengenprüfung bei der Konfektion, Inventuren im Lager sowie die Endkontrolle kompletter Einheiten. Auch Bündel- oder Stapelzählungen (z. B. Zuschnitte gleicher Art) lassen sich über das Gewicht plausibilisieren, sofern das Einzelgewicht ausreichend konstant ist.

  • Sensorik: hochauflösende Wägezellen mit Filterung gegen Vibration und Luftzug.
  • Rechenlogik: Mittelwertbildung, Stückgewicht-Update, Grenzwert- und Toleranzfunktionen.
  • Bedienfunktionen: Tara, Summieren, Negativzählen (Entnahme), Zieltoleranzen (Unter-/Obergrenze).

Der Zählablauf folgt in der Regel einer klaren Sequenz: Tarieren des Leerbehälters, Bestimmung der Referenzmenge, Aktivieren der Zählfunktion, Füllen bis zur Zielmenge mit optischer/akustischer Rückmeldung. Ergänzende Funktionen wie Alibi-Speicher, Zeitstempel, Benutzerverwaltung und Ereignisprotokolle unterstützen die Dokumentation im Verpackungsumfeld.

Arten von Zählwaagen und ihre Besonderheiten

Es gibt verschiedene Arten von Zählwaagen, die sich hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften wie Wägebereich, Zählfunktion und Genauigkeit unterscheiden. Die Auswahl der geeigneten Zählwaage hängt von den spezifischen Anforderungen der Aufgabe ab. Einige Modelle sind beispielsweise speziell für die Verarbeitung von sehr leichten oder sehr kleinen Teilen ausgelegt, während andere robust genug sind, um schwerere Lasten zu bewältigen. Zudem gibt es spezielle Zählwaagen, die neben der Zählfunktion auch weitere Messfunktionen wie beispielsweise das Bestimmen der Dichte eines Materials ermöglichen. Durch den Einsatz spezifischer Zählwaagen können so die Prozesse in der Wellpappen-Produktion effizient gesteuert und optimiert werden.

  • Einplatz-Zählwaagen (Tischwaagen): kompakt, mobil, für Kleinteile mit geringem bis mittlerem Gewicht.
  • Zweiwaagen-Systeme (Referenz- und Mengenwaage): kleine Referenzwaage plus große Plattform für hohe Stückzahlen und sperrige Behälter.
  • Mehrbereichswaagen: automatischer Bereichswechsel für hohe Auflösung bei kleinen Gewichten und ausreichend Tragkraft für größere Mengen.
  • Eichfähige Zählwaagen: für Anwendungen im rechtsrelevanten Verkehr (z. B. Abgabe nach Stückzahl auf Gewichtsgrundlage).
  • Integrierte Lösungen: Kombination mit Barcodescanner, Etikettendrucker, Signalleuchten oder Fördertechnik.

Für den Einsatz in der Verpackungslogistik sind zusätzliche Eigenschaften relevant: staub- und spritzwassergeschützte Bauformen (z. B. mit Schutzhauben), energieeffizienter Akkubetrieb für mobile Arbeitsplätze, ESD-Maßnahmen bei empfindlichen Bauteilen, gut ablesbare Anzeigen für wechselnde Lichtverhältnisse sowie ergonomische Arbeitsflächen, die Behälterwechsel und Teilefluss erleichtern.

Leistungskennwerte bei Zählwaagen

  • Wägebereich und Ablesbarkeit (d): bestimmen die minimal sichere Referenzmenge.
  • Zählauflösung: Verhältnis aus Gesamtlast und Ablesbarkeit, relevant für sehr leichte Teile.
  • Stückgewichtstoleranz: variiert je nach Material und Fertigung, beeinflusst die Zählgenauigkeit.
  • Stabilitätskriterien: Vibrationsunterdrückung, Temperaturdrift, Luftzugschutz.

Praxisregel zur Auslegung: Die Referenzmenge sollte so groß sein, dass das Referenzgewicht mindestens das 10- bis 20-Fache der Ablesbarkeit beträgt. Beispiel: Ablesbarkeit d = 0,01 g, erwartetes Stückgewicht 0,5 g. Eine Referenz von 20 Teilen liefert 10 g Referenzgewicht und damit eine robuste Basis für die spätere Zählung. Bei variierenden Stückgewichten ist eine größere Referenz oder ein periodisches Stückgewicht-Update sinnvoll, um die Messunsicherheit zu reduzieren.

Vor- und Nachteile von Zählwaagen

Die Vorteile von Zählwaagen liegen vor allem in ihrer hohen Genauigkeit und Effizienz. Sie ermöglichen eine präzise Bestimmung der Stückzahl auch bei großen Mengen und erhöhen somit die Produktivität und die Qualität der Arbeitsprozesse. Des Weiteren sparen sie Zeit und reduzieren Fehler, die bei der manuellen Zählung auftreten können. Im Kontext der Wellpappen-Produktion und -Verpackung tragen sie damit zu einer optimalen Ressourcennutzung und Kosteneffizienz bei. Ein Nachteil von Zählwaagen könnte die Investitionskosten sein. Je nach Modell und Funktionsumfang können die Anschaffungskosten relativ hoch sein. Zudem erfordert die Bedienung eine gewisse Einarbeitungszeit und technisches Verständnis. Doch angesichts der Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten und der dadurch erzielbaren Einsparungen amortisieren sich diese Kosten in der Regel schnell.

  • Vorteile: schnelle Stückzählung, reproduzierbare Ergebnisse, geringe Personalkapazität, einfache Integration in bestehende Abläufe, dokumentierbare Qualitätskontrolle.
  • Grenzen: stark schwankende Einzelteilgewichte, anhaftende Feuchtigkeit/Staub, elektrostatische Aufladung oder Verklebungen können die Zählung verfälschen.
  • Aufwand: regelmäßige Justage/Kalibrierung, klare Arbeitsanweisungen und Schulungen sind empfehlenswert.
  • Alternativen/Ergänzungen: optische Zählsysteme oder Vereinzelung, wenn das Stückgewicht extrem gering oder uneinheitlich ist.

Für eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung empfiehlt sich die Gegenüberstellung von Fehlerkosten und Prozesszeiten aus manuellen Zählungen mit den erwarteten Zeiten und Fehlerraten unter Einsatz einer Zählwaage. Zusätzlich sollten Schulungskonzepte, Prüfroutinen und Wartungsintervalle in die Gesamtrechnung einbezogen werden.

Auswahlkriterien und Auslegung für den Einsatz im Verpackungsumfeld

Die passende Zählwaage wird anhand von Teilegewicht, erforderlicher Stückzahl, Genauigkeitsziel und Umgebungsbedingungen ausgewählt. Wichtig sind eine ausreichend große Wiegefläche, ein zur Anwendung passender Wägebereich, robuste Bauweise gegen Stöße sowie eine gut ablesbare Anzeige mit klarer Benutzerführung. Für Produktionslinien sind Signalausgänge und Grenzwertfunktionen (OK/N.i.O.) hilfreich. Zudem sollte die Mindest-Referenzmenge so gewählt werden, dass das Referenzgewicht mindestens das 10- bis 20-Fache der Ablesbarkeit beträgt.

Bei wiederkehrenden Aufträgen unterstützen gespeicherte Artikelstammdaten (Stückgewichte, Toleranzen, Behältertara) die Prozesssicherheit. In der Kommissionierung ist die Definition einer sinnvollen Losgröße entscheidend, um Rüstzeiten, Transportwege und Bestände in Balance zu halten. Vertiefende Hinweise bietet der Beitrag praktischen Grundlagen zur Optimierung der Losgröße in der Verpackungslogistik.

Für die Systemintegration sind Schnittstellen (z. B. RS-232, USB, Ethernet oder WLAN), Protokolle für Etikettendrucker sowie Formate für den Datenaustausch mit Lagerverwaltung und Fertigungssteuerung relevant. Aspekte wie Energieversorgung (Netz/Akku), Temperaturbereich, Schutz vor Staubzug sowie ein konsistentes Tara-Management runden die Auslegung ab.

Kalibrierung, Bedienung und Pflege

  • Kalibrierung/Justage: regelmäßige Prüfung mit Normgewichten; Dokumentation der Ergebnisse.
  • Tara-Management: Leerbehälter korrekt tariert, gleichartige Behälter verwenden, um systematische Fehler zu vermeiden.
  • Referenzbildung: ausreichend große Referenzprobe; bei Bedarf Stückgewicht periodisch aktualisieren.
  • Umgebung: erschütterungsarm aufstellen, Zugluft und Temperatursprünge vermeiden, Waage nivellieren.
  • Pflege: Wiegefläche sauber halten, keine punktuellen Überlasten, Akkus/Batterien fachgerecht warten.

Erweiterte Best Practices umfassen feste Prüfintervalle mit abgestuften Kontrollgewichten, die Nutzung von Benutzerrechten zur Absicherung kritischer Parameter und eine lückenlose Protokollierung wichtiger Ereignisse (z. B. Justage, Grenzwertänderungen, Firmware-Updates) für Audits und Reklamationsfälle.

Fehlerquellen vermeiden: Best Practices

  • Gewichtsstreuung minimieren: konsistente Teilequalität, Feuchte und Verschmutzung vermeiden.
  • Behälterwahl: stabile, leichte Behälter, die nicht an der Waage anstoßen; bei sehr kleinen Teilen antistatische Maßnahmen vorsehen.
  • Prozesskontrolle: Unter-/Obergrenzen aktivieren, akustische/optische Signale nutzen, Probenzählungen stichprobenartig verifizieren.
  • Datenintegration: Etiketten mit Artikelnummer, Los- und Mengeninformationen drucken; Ergebnisse im Lagerverwaltungssystem dokumentieren.

Zusätzlich empfiehlt sich der Einsatz von Windschutz und schwingungsentkoppelten Unterlagen, insbesondere an stark frequentierten Arbeitsplätzen. Bei Teilen mit Anhaftungen (z. B. Klebstoff, Restfeuchte) sollten Wartezeiten zur Stabilisierung oder alternative Zählmethoden eingeplant werden.

Prozessintegration in der Wellpappen-Produktion

Typische Beispiele sind das Abzählen von Verschlussklammern pro Einheit, das Zusammenstellen von Set-Bauteilen für kundenspezifische Verpackungen, die Mengenprüfung von Polster- oder Einlageelementen sowie die schnelle Inventur von C-Teilen im Lager. In der Endkontrolle können Zieltoleranzen sicherstellen, dass jede Einheit die geforderte Anzahl enthält. Über Schnittstellen lassen sich Etiketten mit Artikel- und Chargendaten erzeugen, sodass die Rückverfolgbarkeit gewährleistet bleibt.

In der Kombination mit Lager- und Produktionssystemen (z. B. Kanban- oder Kitting-Prozesse) lassen sich Nachschubsignale automatisieren, Bestandsdifferenzen reduzieren und Kundenanforderungen hinsichtlich Stücklisten-Genauigkeit konsistent erfüllen.

Zusammenfassung:

  • Zählwaagen sind essentielle Hilfsmittel, die eine genaue und schnelle Ermittlung der Stückzahl von Artikeln ermöglichen, was in Unternehmen von Nutzen ist, die Verpackungen aus Wellpappe produzieren oder verwenden.
  • Diese speziellen Waagen können die Produktivität steigern und Fehler minimieren, indem sie automatisch zählen, wie viele Artikel sich in einer Verpackung aus Wellpappe befinden, ohne dass Mitarbeiter die Artikel manuell zählen müssen.
  • Zudem sind sie ein wichtiger Faktor bei der Qualitätskontrolle, denn sie garantieren, dass jede Verpackung aus Wellpappe die korrekte Menge des gewünschten Produkts enthält.
  • Für zuverlässige Ergebnisse sind eine geeignete Referenzmenge, stabile Umgebungsbedingungen und ein konsequentes Tara-Management wichtig.
  • Die Auswahl der geeigneten Gerätevariante (Tischwaage, Zweiwaagen-System, eichfähig) richtet sich nach Teilegewicht, geforderter Genauigkeit und Integrationstiefe in den Prozess.
  • Eine strukturierte Prozessintegration mit klaren Grenzwerten, Dokumentation und regelmäßiger Kalibrierung erhöht die Prozesssicherheit in Wareneingang, Kommissionierung und Endkontrolle.
  • Bei stark schwankenden Stückgewichten oder extrem leichten Teilen sind ergänzende Verfahren (optische Zählung, Vereinzelung) zu prüfen, um die Messunsicherheit zu minimieren.

Veröffentlicht am 30.06.2024
Letzte Überarbeitung am 06.11.2025 um 12:13 Uhr von Manuel Hofacker

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