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Zählfunktion
Die Welt der Wellpappen ist vielfältig und bietet für jeden Bedarf die passende Lösung. Ein zentraler Aspekt im Zusammenhang mit der Herstellung und Verwendung von Wellpappe ist die Zählfunktion. Diese ist wichtig, um die Menge der produzierten oder benötigten Wellpappe genau zu bestimmen und somit eine effiziente und kostengünstige Produktion zu ermöglichen. Darüber hinaus schafft sie Transparenz über Stückzahlen, Längen- und Flächenmengen, reduziert Unsicherheiten in der Planung und unterstützt Rückverfolgbarkeit sowie Berichterstattung entlang der gesamten Prozesskette. Im erweiterten Sinn dient die Zählfunktion als belastbare Grundlage für Terminierung, Materialdisposition, Qualitätsnachweise und die lückenlose Dokumentation von Auftragsfortschritten in Leitstand, Produktion und Logistik.
Definition: Was versteht man unter Zählfunktion?
Die Zählfunktion ist ein grundlegender Begriff aus der Fertigungstechnologie, insbesondere bei der Herstellung von Wellpappe. Damit wird die Anzahl oder Menge eines bestimmten Elements in einer definierten Menge ermittelt. Bei der Fertigung von Wellpappe ist die Zählfunktion entscheidend, um sowohl die Materialien als auch die fertigen Produkte zu quantifizieren. Sie umfasst je nach Prozess Stückzählung (Bögen, Zuschnitte, Pakete), Längenzählung (laufende Meter) und Flächenzählung (Quadratmeter) sowie abgeleitete Größen wie Nutzen pro Bogen oder Einheiten pro Paket. Ergänzend werden oft Zeitstempel und Statusinformationen (z. B. Rüstbeginn, Produktionsfreigabe, Unterbrechungen) erfasst, um Zähldaten kontextbezogen interpretieren zu können.
In der Praxis wird zwischen manueller, halbautomatischer und automatisierter Zählung unterschieden. Technisch basiert sie häufig auf Impuls- und Signalverarbeitung (z. B. Encoder, Lichtschranken, Kamerasysteme), deren Impulse in Zählerlogiken zusammengeführt und als belastbare Mengendaten an Leitstand, Produktionssteuerung oder übergeordnete Systeme bereitgestellt werden. Klare Zählregeln (ab wann gilt ein Bogen als gezählt, Umgang mit Ausschleusungen, Rundungslogiken) sind Voraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse.
- Typische Zählobjekte: Papierbahnlänge, Quadratmeter je Auftrag, Bögen/Zuschnitte, Nutzen je Bogen, Pakete/Bündel, Stapel, Restlängen und Rollenwechsel, Etiketteneinheiten.
- Ergänzende Kennwerte: Rüst- und Anfahrmakulatur, Ausschussquote, Netto-/Bruttomenge, Toleranzband, Stillstands- und Unterbrechungszeiten, Nacharbeitsmengen.
Anwendung der Zählfunktion in der Wellpappenherstellung
Die Zählfunktion spielt eine wesentliche Rolle in der Herstellung von Wellpappe. Während des gesamten Herstellungsprozesses wird sie verwendet, um die Anzahl der benötigten Materialien zu bestimmen, einschließlich der erforderlichen Menge an Papier und Klebstoff. Auch bei der Bestimmung der erforderlichen Maschinenlaufzeit oder der Anzahl der herzustellenden Wellpappenschichten kann die Zählfunktion von Bedeutung sein. Zusätzlich dient sie der Ermittlung von Rüstzeiten, der Planung von Nutzenbildern, der Erfassung von Makulatur sowie der Dokumentation von Gut- und Ausschussmengen für die Qualitätssicherung. In Verbindung mit Soll-/Ist-Vergleichen ermöglicht sie die frühzeitige Abweichungserkennung, etwa wenn die Ist-Zählerstände nicht zur geplanten Materialbilanz passen oder wenn die Ausschussrate den definierten Zielkorridor überschreitet.
Typische Zählgrößen im Prozess
- Vorlauf in laufenden Metern: Ermittlung der Papierbahnlänge inklusive An- und Auslauf. Der Vorlauf wird zur realistischen Materialplanung und zur Bewertung der Anfahrmakulatur separat ausgewiesen.
- Quadratmeterberechnung: Ableitung über Bahnbreite und produzierten Längenumfang zur Materialbilanz. Beispiel: Bahnbreite 2,50 m × 1.000 m = 2.500 m².
- Bogen- und Zuschnittzählung: Erfassung am Querschneider, Stanzautomat oder an der Bündelstation. Relevante Parameter: Mindestabstand, Doppelbogen-Erkennung, Ausschleusung.
- Pakete und Stapel: Zählung je Paket, Pakete pro Stapel und Stapel pro Auftrag. Ergänzt um Gewichts- oder Höhenprüfungen zur Plausibilisierung.
- Ausschuss und Makulatur: getrennte Ausweisung zur Nachkalkulation und Prozessoptimierung. Unterteilt in Anfahr-, Prozess- und Endmakulatur.
Technische Umsetzung
- Sensorik: Lichtschranken zur Bogen-Detektion, Encoder zur Wegmessung, Kameras zur Doppelbogenkontrolle. Redundante Sensorik erhöht die Ausfallsicherheit in kritischen Prozessschritten.
- Signalketten: Impulse werden in Zählermodulen aggregiert, plausibilisiert und an Leitstände übergeben. Filter und Entprellung verhindern Fehltrigger durch Vibrationen oder Staub.
- Datenintegration: Übergabe an Produktionssteuerung, Prüfpläne und Auswertungen, z. B. für Schichtberichte. Schnittstellen zu Lagerverwaltung und Versanddokumenten stellen konsistente Mengendaten sicher.
Qualitätssicherung und Audit-Trail
Für belastbare Nachweise werden Zählerstände mit Ereignissen (Freigaben, Störungen, Rollenwechsel) verknüpft. Korrekturen werden protokolliert, inklusive Begründung und Verantwortlichkeit. Diese Nachvollziehbarkeit unterstützt Reklamationsmanagement und kontinuierliche Verbesserung.
Beispiel aus der Praxis
Ein Auftrag umfasst 10.000 Zuschnitte mit einem 2‑Nutzen‑Bild. Geplant sind 3 % Ausschuss und 300 Einheiten Rüstmakulatur. Erforderliche Produktionsmenge: 10.000 / 2 = 5.000 Bögen. Unter Berücksichtigung der Ausschussplanung werden 5.000 × 1,03 ≈ 5.150 Bögen produziert; die Rüstmenge wird separat erfasst. Die Zählfunktion dokumentiert dabei getrennt Gutmenge, Ausschuss und Rüstanteile. Ergänzend kann die Flächenmenge ermittelt werden: Bei einem Bogenformat von 1.200 × 600 mm entspricht ein Bogen 0,72 m²; 5.150 Bögen ergeben ca. 3.708 m². Diese Information fließt in die Materialbilanz und unterstützt die Nachkalkulation.
Ein weiteres Szenario: Bei variabler Nutzenbelegung (z. B. 3‑Nutzen im Anlauf, 2‑Nutzen im Hauptlauf) müssen Zählerstände abschnittsbezogen ausgewertet werden. Die Zählfunktion verknüpft dazu die jeweils gültigen Nutzenbilder mit Zeiträumen, um Gutmengen korrekt aufzulösen.
Die Verwendung der Zählfunktion bei der Verpackung von Waren
Nicht nur bei der Herstellung von Wellpappe, sondern auch bei deren Verwendung spielt die Zählfunktion eine entscheidende Rolle. Sie kann dabei helfen, die notwendige Menge an Wellpappe für das Verpacken eines bestimmten Produkts zu ermitteln. Darüber hinaus kann sie insbesondere bei größeren Produktmengen bei der Bestimmung des Bedarfs an Verpackungen oder Paletten hilfreich sein. Ergänzend erleichtert sie die Packmittelplanung (Einheiten pro Lage, Lagen je Träger), die Bündelbildung, die Etikettierung mit Mengenausweis sowie die Gegenprüfung in Warenausgang und Kommissionierung.
Für den Versandprozess unterstützt die Zählfunktion unter anderem die Berechnung von Lagenbildern, die Ermittlung von Umreifungs- oder Wickelzyklen und die Dokumentation von der Einheitengröße je Ladeeinheit. Weiterführend bieten grundlegende Informationen zum sicheren Palettenschutz im Versand Orientierung zu Aspekten der Ladungssicherung, die wiederum mit korrekten Zähl- und Mengendaten abgestimmt werden.
Praxisnahe Parameter sind dabei Paletten-Höhenlimit, maximal zulässiges Gewicht, Verpackungseinheiten pro Karton und Kartons pro Lage. Mithilfe der Zählfunktion werden daraus Ladeeinheiten berechnet, Überschussmengen erkannt und Teilpaletten sauber dokumentiert.
Vor- und Nachteile der Zählfunktion
Die Vorteile der Zählfunktion liegen auf der Hand: Sie ermöglicht eine effiziente und genaue Planung der Produktionsprozesse in der Wellpappenindustrie und hilft dabei, den Bedarf an Materialien und die Produktionskosten zu optimieren. Ein weiterer Vorteil ist die Minimierung von Abfall und Überproduktion durch präzise Kalkulation. Jedoch gibt es auch Nachteile: Fehler in der Zählfunktion können zu Fehlern in der Produktionsplanung und im Ressourcenmanagement führen. Darüber hinaus kann eine übermäßige Abhängigkeit von der Zählfunktion zu einer Vernachlässigung anderer wichtiger Aspekte, wie beispielsweise der Qualitätssicherung, führen.
- Vorteile: Transparente Mengendaten, realistische Auftragsplanung, belastbare Nachkalkulation, konsistente Übergaben in Logistik und Warenausgang, nachvollziehbare Berichte für interne und externe Anforderungen.
- Herausforderungen: Sensorgenauigkeit, Signalstörungen, Doppel- oder Fehlzählungen, Medienbrüche bei manuellen Korrekturen, uneinheitliche Zählregeln über Maschinen oder Schichten hinweg.
- Erfolgsfaktoren: Regelmäßige Kalibrierung, Plausibilitätsprüfungen, definierte Toleranzen und klare Prozessverantwortung, transparente Änderungs- und Freigaberegeln für Zählparameter.
Messgenauigkeit, Toleranzen und Fehlerquellen
Die Zuverlässigkeit der Zählfunktion hängt von definierten Toleranzen, geeigneter Sensorik und sauberen Prozessschnittstellen ab. Typische Fehlerquellen sind Verschmutzungen an Sensoren, Schlupf bei Wegmessungen, unerkannte Doppelbogen oder unvollständig erfasste Rüstmengen. Bewährt haben sich Referenzzählungen (z. B. Stichproben), periodische Funktionsprüfungen sowie Abgleich von Zählergebnissen mit Materialentnahmen und Gut-/Ausschussmeldungen. Zusätzlich verbessern Prüfmarken auf der Bahn, stabile Bahnspannung sowie klar definierte Triggerpunkte am Querschneider die Zählgenauigkeit.
- Toleranzmanagement: Festlegung akzeptabler Abweichungen je Zählart (Stück, Meter, Quadratmeter). Toleranzfenster werden je Auftragsart und Materialqualität definiert.
- Plausibilisierung: Abgleich der Zählerstände mit Auftragssoll, Materialbilanz und Paket-/Stapelprotokollen. Abweichungen lösen Warnhinweise und Ursachenanalysen aus.
- Dokumentation: Lückenlose Erfassung von Korrekturen, z. B. bei Nacharbeit oder Teilfreigaben. Ergänzend werden Verantwortlichkeiten und Zeitpunkte protokolliert.
Best Practices für Anwendung und Auswertung
- Einheitliche Zähldefinitionen (z. B. ab wann gilt ein Bogen als gezählt, getrennte Erfassung von Rüst- und Ausschussanteilen).
- Regelmäßige Kalibrier- und Reinigungszyklen an Sensorik und Zählmodulen.
- Stichprobenbasierte Gegenprüfungen mit Zählwaagen oder manueller Referenzzählung.
- Standardisierte Auswertungen mit Kennzahlen für Gutmenge, Ausschussquote und Makulaturanteil.
- Klare Rollen für Freigabe, Korrektur und Eskalation bei Abweichungen.
- Versionierte Zählparameter und dokumentierte Änderungen, um Auswertungen über Zeiträume vergleichbar zu halten.
- Schulung der Bedienenden für konsistente Bedienhandlungen und korrekte Dateneingaben bei Korrekturen.
Formeln und Umrechnungen in der Praxis
Für eine konsistente Mengenermittlung haben sich einfache, klar definierte Umrechnungen bewährt: Laufmeter × Bahnbreite (in Metern) ergeben Quadratmeter; Quadratmeter geteilt durch Nutzfläche je Bogen ergibt die erforderliche Bogenanzahl. Bei Packmitteln lassen sich Einheiten pro Lage × Lagen pro Palette als Ladeeinheiten ableiten; Restmengen werden als Teilpaletten ausgewiesen. Die Zählfunktion stellt sicher, dass diese Ableitungen mit den tatsächlichen Prozessdaten abgeglichen werden.
Abgrenzung: Zählen, Messen, Wägen
Die Zählfunktion ermittelt diskrete Einheiten (Stück, Bogen, Paket). Messfunktionen erfassen kontinuierliche Größen (Länge, Breite, Fläche), während Wägefunktionen Masse bestimmen. In der Wellpappenfertigung ergänzen sich diese drei Sichten: Zählen für Stück- und Paketmengen, Messen für Bahnlauf und Formate, Wägen für Plausibilisierung oder Versandkontrolle.
Häufige Missverständnisse und deren Vermeidung
- „Encoder sind immer exakt“: Ohne Kalibrierung und korrekte Anpressung kann Schlupf auftreten. Regelmäßige Prüfungen sind erforderlich.
- „Alle Ausschussmengen sind gleich“: Anfahr-, Prozess- und Endmakulatur haben unterschiedliche Ursachen und sollten getrennt erfasst werden.
- „Manuelle Korrektur genügt“: Korrekturen benötigen Begründung, Freigabe und Protokollierung, sonst sind Auswertungen nicht vergleichbar.
Zusammenfassung:
- Die Zählfunktion ist eine Schlüsselfunktion in der Logistik und Produktion, die dabei hilft, den Überblick über die Menge der produzierten oder erhaltenen Produkte zu behalten. Dies gilt insbesondere für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe herstellen und liefern.
- Sie ermöglicht es den Unternehmen, Verschwendungen zu minimieren und gleichzeitig die Effizienz zu verbessern, indem sie genaue Informationen über die Anzahl der bereits produzierten und noch zu produzierenden Verpackungen liefert.
- Mit ihrer Hilfe können auch Qualitätskontrollen in der Produktion von Wellpappeverpackungen durchgeführt werden, indem stichprobenartig gezählt wird, ob die tatsächliche Menge der produzierten Verpackungen mit der vorher festgelegten Menge übereinstimmt.
- Sie stützt Material- und Ressourcenplanung, verbessert die Nachkalkulation und erhöht die Transparenz über Gutmenge, Makulatur und Ausschuss.
- Exakte und plausibilisierte Zähldaten sind Grundlage für verlässliche Kommissionierung, Versanddokumente und Mengenausweise.
- Genauigkeit entsteht durch geeignete Sensorik, definierte Toleranzen, regelmäßige Prüfungen und konsistente Datenflüsse.
- Klare Zählregeln, dokumentierte Korrekturen und ein nachvollziehbarer Audit-Trail erhöhen die Verlässlichkeit der Auswertungen über den gesamten Prozess.
- Durch die Kombination aus Zählen, Messen und Plausibilisieren werden Entscheidungen in Produktion, Logistik und Qualitätssicherung fundiert unterstützt.
Veröffentlicht am 17.07.2024
Letzte Überarbeitung am 05.12.2025 um 13:20 Uhr von Sebastian Würth