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Zuführsysteme
In der Welt der Verpackungen gibt es viele Aspekte, die betrachtet werden müssen. Einer davon ist das Zuführsystem. Dieses ist für die Effizienz des Verpackungsprozesses von entscheidender Bedeutung und hilft dabei, die Qualität und Produktivität zu steigern.
Unter dem Begriff Zuführtechnik werden alle Baugruppen verstanden, die Materialfluss, Vereinzelung, Ausrichtung und Übergabe an die nachgelagerte Station sicherstellen. In Anlagen für Zuschnitte und Bogen aus Wellpappe übernehmen Zuführsysteme die geordnete Bereitstellung aus Magazinen oder Paletten, trennen die Lagen zuverlässig, richten die Teile an Anschlägen aus und übergeben sie im Takt oder kontinuierlich an die Verarbeitung (z. B. Rillen, Falten, Kleben). Stabiler Lauf, prozesssichere Vereinzelung und eine belastbare Sensorik sind dabei zentrale Ziele.
Definition: Was versteht man unter Zuführsystemen?
Als Zuführsysteme werden jene Teile einer Verpackungsmaschine bezeichnet, die dafür zuständig sind, das Material - in diesem Fall Wellpappe - in die Maschine einzuleiten. Hierbei ist es wichtig, eine konstante Zuführung zu gewährleisten, um eine reibungslose Produktion zu ermöglichen.
Im engeren Sinne umfasst ein Zuführsystem den Materialeinzug (z. B. Saugband- oder Reibanleger), das Magazin mit Seiten- und Hinteranschlägen, die Vereinzelung (Doppelbogenkontrolle), die Ausrichtung (Seitenführung) sowie die Übergabe an das nachfolgende Aggregat. Im weiteren Sinne zählen auch Pufferstrecken, Hubtische, Entpalettierer, Förderer und Weichen zur Zuführkette. Zielgrößen sind Prozessfähigkeit, Wiederholgenauigkeit und stabile Taktleistung bei minimaler Fehlerquote.
- Materialbereitstellung: Zuführung aus Stapeln, Paletten oder Rollen
- Vereinzelung: Trennung einzelner Zuschnitte/Bogen ohne Doppel- oder Leereinzug
- Ausrichtung: Geradlauf mittels Anschlägen, Führungen und Anpressrollen
- Übergabe: Synchronisierte Übergabe an Stanz-, Falt- oder Klebestationen
- Überwachung: Sensorik für Lage, Anwesenheit, Dicke und Planlage
- Rüstkonzept: Schnelle Formatwechsel, reproduzierbare Einstellungen und klare Referenzpunkte
- Sicherheit: Schutzhauben, Lichtgitter und sichere Stoppfunktionen für Bedienpersonal
Funktionsweise von Zuführsystemen in Verpackungsmaschinen
Die Funktionsweise von Zuführsystemen ist vielfältig und kann je nach produzierendem Unternehmen variieren. Trotzdem gelten einige grundlegende Mechanismen: Die Wellpappe wird zuerst in das System eingeführt, durchläuft verschiedene Stationen, von der Vorbereitung bis zum eigentlichen Verpackungsprozess und wird schließlich als fertige Verpackung ausgegeben.
Prozessschritte im Überblick
- Bereitstellung: Stapel werden gepuffert, der oberste Zuschnitt wird an das Magazin übergeben.
- Vereinzelung: Mechanische oder vakuumgestützte Elemente trennen den obersten Bogen und verhindern Doppelentnahme.
- Ausrichtung: Zuschnitte laufen an Seiten- und Hinteranschlägen an, Abweichungen werden korrigiert.
- Förderung: Antriebsriemen, Saug- oder Reibbänder beschleunigen das Teil auf Prozessgeschwindigkeit.
- Übergabe: Synchronisierte Kopplung an die Folgestation (z. B. Rillwerk, Falt- oder Klebeeinheit).
- Rückmeldung: Sensoren und Kameras liefern Statusdaten; bei Störungen erfolgt ein kontrollierter Stopp.
- Qualitätskontrolle: Inline-Prüfungen validieren Kantenlage, Format und Anwesenheit vor der Weiterverarbeitung.
- Stapelmanagement: Gezieltes Nachführen neuer Stapel oder Paletten, um Taktunterbrechungen zu vermeiden.
Typische Komponenten sind Magazinböden, Hubtische, Andruckleisten, Saugkästen, Reibrollen, Vakuumerzeugung, Lichtschranken, Farbsensoren, Kameras sowie Messsysteme zur Erkennung von Doppel- und Schräglagen. Moderne Lösungen arbeiten mit Servoantrieben und adaptiver Regelung, um Formatwechsel mit wenigen Handgriffen zu ermöglichen und Umlaufzeiten zu reduzieren. Ergänzend kommen Ionisatoren zur Reduktion statischer Aufladung, Absaugungen für Staub, Registersensoren für Markenerkennung und modulare Pufferstrecken zum Einsatz.
Einstellungen und Parameter
- Magazin- und Anschlagspositionen (Seiten-, Front- und Höhenanschläge)
- Bandgeschwindigkeiten, Saugleistungen, Anpresskräfte
- Vereinzelungsabstand, Abblas- und Ansaugprofile gegen Doppelbogen
- Sensor-Schwellenwerte für Anwesenheit, Dicke und Kantenlage
- Rezeptverwaltung für wiederkehrende Formate und Materialien
- Wellenrichtung und Flötenprofil (z. B. B-, C-, E-Welle) zur Optimierung von Geradlauf und Biegefestigkeit
- Feuchte- und Temperaturmanagement zur Stabilisierung der Planlage
Für eine prozesssichere Zuführung sind Materialkennwerte wie Steifigkeit, Feuchtigkeit, Grammatur und die exakten Maße der Zuschnitte wesentlich. Eine kompakte Fachübersicht bietet die Definition und Bedeutung präziser Abmessungen im Prozess, da Toleranzen hier maßgeblich die Vereinzelung und Ausrichtung beeinflussen. Zusätzlich spielen Kantenqualität, Faserverlauf und Oberflächenreibung eine Rolle, weil sie die Greif- und Reibverhältnisse an Saug- und Reibbändern direkt bestimmen.
Arten von Zuführsystemen
- Saugbandanleger: Vakuumgestützt, gut für empfindliche Oberflächen und planliegende Bogen
- Reibanleger/Friction Feeder: Flexibel für unterschiedliche Formate, verschleißarm und schnell einstellbar
- Stapelanleger/Magazinanleger: Hohe Laufsicherheit bei großen Losgrößen
- Rollen- und Kettenförderer: Übergabe von Palettenstapeln an den Anleger mit Pufferfunktion
- Roboterbasierte Zuführung: Greifen, Drehen, Ausrichten komplexer Zuschnitte mit Bildverarbeitung
- Registeranleger: Formatgenaue Übergabe mit Bezug auf Passermarken für präzise Weiterverarbeitung
- Seiteneinleger: Seitliche Beschickung bei beengten Layouts oder speziellen Linienkonzepten
Technologische Innovationen im Bereich der Zuführsysteme
Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben auch die Zuführsysteme nicht unbeeinflusst gelassen. So ermöglichen computergestützte Systeme nun eine noch effizientere und präzisere Arbeit. Dabei sind intelligente Sensoren und Kamerasysteme im Einsatz, die Materialien prüfen und sicherstellen, dass keine fehlerhaften Einheiten in den Prozess gelangen.
- Servotechnik und Kurvenscheiben-Ersatz: Formate lassen sich über Rezepte digital anpassen, mechanischer Rüstaufwand sinkt.
- Bildverarbeitung: Kanten-, Lage- und Drehlageerkennung, Barcode-/Markenerkennung zur Vermeidung von Verwechslungen.
- Closed-Loop-Regelung: Feedback aus der Qualitätskontrolle steuert Geschwindigkeit, Saugleistung und Anpressdruck nach.
- Zustandsüberwachung: Vibrations-, Temperatur- und Vakuumdaten ermöglichen zustandsorientierte Wartung.
- Datenschnittstellen: Anbindung an Linienleitsysteme für Auftragswechsel, Rückverfolgung und Stillstandsanalysen.
- Standardisierte Protokolle: Durchgängige Kommunikation mit Feldgeräten und Leitständen erleichtert Diagnose und Parametrierung.
- Digitale Zwillinge: Virtuelle Inbetriebnahme und Simulation verkürzen Projektlaufzeiten und reduzieren Risiken.
Vor- und Nachteile von Zuführsystemen
Zuführsysteme bieten zahlreiche Vorteile. Sie erhöhen die Produktivität, da sie Wellpappe in einem konstanten Fluss bereitstellen. Sie sind in der Lage, selbst komplexe Prozesse zu handhaben und bieten ein hohes Maß an Präzision. Allerdings sind sie auch anfällig für Störungen, wenn Materialien nicht korrekt zugeführt werden. Darüber hinaus können die Anschaffungskosten für solche Systeme hoch sein und es kann eine intensive Schulung des Personals erforderlich sein. Trotz dieser unbestrittenen Nachteile, sind Zuführsysteme für moderne Verpackungsunternehmen praktisch unverzichtbar und tragen maßgeblich zur Effizienz bei.
- Vorteile: Konstanter Materialfluss, geringere Fehlerquote, reproduzierbare Qualität, Transparenz über Leistungsdaten.
- Grenzen: Empfindlichkeit gegenüber verzogenen Bogen, Verschleiß an Reibelementen, Abhängigkeit von korrekten Materialparametern.
- Erfolgsfaktoren: Saubere Stapelbildung, korrekte Rüstparameter, vorbeugende Instandhaltung und qualifizierte Bedienung.
- Risikominimierung: Durchdachte Layouts, redundante Sensorik und klare Störfallroutinen erhöhen die Verfügbarkeit.
- Wirtschaftlichkeit: OEE-Betrachtung mit Fokus auf Taktzeit, Ausschussquote, Rüstzeit und Stillstandsursachen.
Zusätzlicher Aspekt: Zuführsysteme und Nachhaltigkeit
In Zeiten wachsenden Umweltbewusstseins spielt auch die Nachhaltigkeit eine große Rolle bei der Auswahl von Zuführsystemen. Unternehmen legen zunehmend Wert auf energieeffiziente Systeme und berücksichtigen zudem, wie gut sich das System in bestehende Recyclingprozesse integrieren lässt.
Relevante Hebel sind energiearme Antriebe, Reduktion von Druckluftverbrauch, Standby-Strategien in Stillständen, geringe Anlaufmakulatur und ein materialschonender Transport, der Ausschuss vermeidet. Durch stabile Vereinzelung und verlässliche Sensorik sinken Nacharbeit und Materialverluste. Modular aufgebaute Zuführeinheiten lassen sich zudem modernisieren, was die Lebensdauer verlängert und Ressourcen schont.
Sicherheit, Wartung und Fehlerdiagnose
Für einen zuverlässigen Betrieb sind klare Sicherheitskonzepte, regelmäßige Wartung und eine strukturierte Fehlerdiagnose entscheidend. Dazu zählen Schutzverkleidungen, verriegelte Türen, Not-Halt-Kreise und sichere Geschwindigkeitsüberwachung. Wartungspläne umfassen die Reinigung von Saugkästen und Riemen, den Wechsel von Reibbelägen, die Kontrolle von Vakuumerzeugern sowie die Kalibrierung von Sensoren und Kameras. Typische Störungen sind Doppelbogen, Schräglauf, Unterdruckschwankungen oder Fehltrigger an Lichtschranken; Abhilfe schaffen korrekt eingestellte Anpresskräfte, saubere Auflageflächen, aktualisierte Rezeptwerte und ein systematisches Vorgehen nach Checklisten.
Planung und Integration in Linien
Bei der Auslegung von Zuführsystemen sind Materialmix, Formatbereich, gewünschte Taktleistung, Pufferkonzept, verfügbare Stellfläche und Zugänglichkeit zu berücksichtigen. Ein gut abgestimmtes Linienlayout mit ausreichenden Pufferstrecken, ergonomischen Eingriffspunkten und eindeutiger Materialflussrichtung erhöht die Prozessstabilität. Zusätzlich verbessert eine klare Kennzeichnung von Referenzpunkten und Skalen das Rüsten und verkürzt die Anlaufphase nach Formatwechseln.
Zusammenfassung:
- Zuführsysteme sind für automatisierte Prozesse wesentlich, sie ordnen und trennen Bauteile für die Produktion und tragen somit zur Effizienz und Geschwindigkeit bei.
- Im Kontext von Verpackungen aus Wellpappe können Zuführsysteme die Einzelteile zuführen, ausrichten und für die weitere Verarbeitung vorbereiten. Das erhöht die Produktionskapazität und reduziert Fehler und Ausschuss.
- Durch den Einsatz von Zuführsystemen können Verpackungshersteller ihre Produktionsabläufe optimieren. Dies ermöglicht unter anderem eine schnellere Reaktion auf Kundenanfragen sowie eine bessere Planbarkeit und Kosteneffizienz.
- Kritische Erfolgsgrößen sind verlässliche Vereinzelung, korrekte Parametrierung und kontinuierliche Überwachung der Prozessdaten.
- Technologische Entwicklungen wie Servoantriebe, Bildverarbeitung und Zustandsüberwachung erhöhen Prozessstabilität und Flexibilität.
- Nachhaltigkeitsaspekte umfassen Energieeffizienz, geringe Makulatur und eine lange Nutzungsdauer durch modulare, wartungsfreundliche Bauweise.
- Ein strukturiertes Sicherheits- und Wartungskonzept sowie eine durchdachte Linienintegration sichern Verfügbarkeit und konstante Qualität über den gesamten Lebenszyklus.
Veröffentlicht am 08.06.2024
Letzte Überarbeitung am 23.10.2025 um 14:49 Uhr von Julia Kopp