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Prüfzeichen

Die Bedeutung von Prüfzeichen im Bereich der Wellpappe-Verpackungen ist hoch. Als klar erkennbare Kennzeichnungen liefern sie Orientierung, Nachweis und Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette. Sie signalisieren, dass definierte Anforderungen eingehalten werden, stützen Beschaffungsentscheidungen und reduzieren Risiken in Logistik und Anwendung. Zusätzlich fördern sie die Rückverfolgbarkeit, erleichtern die interne wie externe Kommunikation und unterstützen eine konsistente Qualität über unterschiedliche Produktionslose und Zeiträume hinweg.

Prüfzeichen schaffen damit eine gemeinsame, nachvollziehbare Sprache zwischen Herstellern, Qualitätsverantwortlichen, Handel und Anwendern: Sie ermöglichen die schnelle Beurteilung relevanter Eigenschaften, ohne jedes Mal umfangreiche Prüfunterlagen studieren zu müssen. Dadurch lassen sich Entscheidungen strukturieren, Informationsasymmetrien reduzieren und Freigaben im Rahmen von Supplier-Qualifizierungen beschleunigen.

Definition: Was versteht man unter Prüfzeichen?

Innerhalb des Kontexts der Wellpappe-Verpackungen sind Prüfzeichen das Herzstück der Qualitätskontrolle. Sie sind definiert als Symbole oder Aussagen, die von unabhängigen oder internen Kontrollinstanzen vergeben werden, wenn ein Produkt bestimmte, zuvor festgelegte Standards erfüllt. Prüfzeichen liefern überprüfbare, transparente Informationen über Qualitätsparameter und die Verlässlichkeit von Produkten und Prozessen. Sie fungieren damit als verdichtete Qualitätsaussage, die sowohl technische als auch organisatorische Aspekte der Qualitätssicherung sichtbar macht.

Sie unterscheiden sich von allgemeinen Produktbeschreibungen dadurch, dass sie sich auf ein klar definiertes Regelwerk beziehen, einen nachvollziehbaren Prüfprozess voraussetzen und in der Regel dokumentiert, datiert und rückverfolgbar sind. Neben der Konformität enthält ein aussagekräftiges Prüfzeichen typischerweise auch Hinweise zu Gültigkeitsbereich, Geltungsdauer und etwaigen Einschränkungen der Anwendung.

  • Bestandteile eines Prüfzeichens können u. a. sein: Referenz auf das Regelwerk, Kennziffer oder Codierung, Datum bzw. Gültigkeitsdauer, Prüfumfang, Prüfstelle sowie die Zuordnung zur Charge oder Losnummer. Ergänzend werden zunehmend maschinenlesbare Codes (z. B. QR-/Data-Matrix) genutzt, um digitale Prüfprotokolle, Spezifikationen und Änderungsstände direkt abrufbar zu machen.
  • Platzierung erfolgt typischerweise auf dem Faltkarton/Umkarton, in Begleitpapieren, auf Etiketten oder in digitalen Datenblättern. Wichtig sind eine gute Lesbarkeit, wisch- und abriebfeste Kennzeichnung sowie die eindeutige Zuordnung zum jeweiligen Verpackungstyp und Format.
  • Darstellung: Klar strukturierte Layouts mit festem Raster (Code, Normbezug, Datum) erhöhen die Interpretierbarkeit. Einheitliche Symbolik und eindeutige Abkürzungen vermeiden Missverständnisse in der Anwendung.

Arten von Prüfzeichen

  • Konformitäts- und Leistungszeichen: belegen die Einhaltung definierter Mindestwerte (z. B. Stauchwiderstand) und/oder die Zugehörigkeit zu einer Güteklasse. Sie adressieren typische Kennwerte wie ECT/BCT, Berstfestigkeit oder Durchstoßarbeit und geben Orientierungswerte für die Belastbarkeit.
  • Umwelt- und Nachhaltigkeitszeichen: kennzeichnen Aspekte wie Materialherkunft, Recyclingfähigkeit oder Ressourceneinsatz. Häufig werden hierfür definierte Kriterienkataloge genutzt, die Nachweise zur Kreislaufführung und zur Materialeffizienz verlangen.
  • Sicherheits- und Handlingszeichen: unterstützen Transport, Lagerung und Handhabung (z. B. Feuchteempfindlichkeit, Stapelhinweise). Sie tragen zur Schadensprävention bei und begleiten die logistischen Prozessschritte.
  • Branchenspezifische Zeichen: in einzelnen Sektoren existieren ergänzende Kennzeichnungen (z. B. für temperaturgeführte Anwendungen, sensible Güter oder Langzeitlagerung), die spezielle Prüfbedingungen und Grenzwerte abbilden.

Gültigkeitsbereich und Bedeutung der Prüfzeichen

Grundsätzlich sind Prüfzeichen sowohl national als auch international verbreitet und anerkannt. Ihre Bedeutung reicht über die bloße Produktbeschreibung hinaus: Sie erhöhen Transparenz in Einkauf und Technik, vereinfachen die Vergleichbarkeit, beschleunigen Freigaben und bieten standardisierte Nachweise für Audits. Durch das Vorhandensein von Prüfzeichen können Anwender schnell und strukturiert die Eignung von Wellpappe-Verpackungen für spezifische Anforderungen einschätzen. In Lieferantenmanagement und Qualifizierung fungieren sie als objektive Referenz, um Spezifikationen effizient abzugleichen.

In der Praxis unterstützen Prüfzeichen die Auswahl geeigneter Verpackungslösungen im Abgleich mit Lastenheften, Klimabedingungen, Transportwegen und Stapelanforderungen. Sie schaffen damit eine belastbare Grundlage für Qualitätssicherung, Reklamationsprävention und Nachverfolgbarkeit über Chargen hinweg. Ergänzend hilfreich sind weiterführende Hinweise zur Angabe von Abmessungen, da Maße und Toleranzen oft integraler Bestandteil der Kennzeichnung und Prüfung sind. Ebenso sinnvoll ist die Festlegung von Sicherheitsfaktoren, um Schwankungen durch Klima, Lagerdauer und Handling systematisch zu berücksichtigen.

Relevante Kennwerte und Normbezüge

Für die Interpretation eines Prüfzeichens ist das Zusammenspiel von Kennwert, Prüfbedingungen und Normbezug entscheidend. Typische Kenngrößen in der Wellpappe umfassen:

  • Kantenstauchwiderstand (ECT): ermittelt nach gängigen Normen (z. B. EN/ISO), beschreibt die Tragfähigkeit der Wellenstruktur in Kantenrichtung und korreliert mit der Stapelstabilität.
  • Kistendruck (BCT): Box Compression Test nach etablierten Prüfverfahren (z. B. EN/ISO) zur Bestimmung der Druckfestigkeit kompletter Verpackungen; abhängig von Bauart, Klebung und Feuchte.
  • Durchstoßarbeit: Widerstand gegen lokale Perforation; relevant für Fördertechnik und spitze Lasten.
  • Berstfestigkeit: Beurteilung der Widerstandsfähigkeit gegen schlagartige Belastung, geeignet für bestimmte Material- und Anwendungsprofile.
  • Feuchte- und Klimaverhalten: Kennzahlen nach Klimakonditionierung (Temperatur/relative Luftfeuchte), z. B. gemäß verbreiteten Prüfklimata, um Eigenschaftsänderungen bewerten zu können.
  • Materialkennwerte: Flächengewichte (Grammaturen), Lagenaufbau (z. B. E-, B-, BC-Welle), Klebequalität, Ebenheit und Gleichmäßigkeit.

Wesentlich ist, dass Prüfzeichen die jeweiligen Prüfbedingungen und den Normbezug transparent machen. Nur so lassen sich Werte sinnvoll vergleichen und kontextgerecht anwenden.

Verfahren zur Erlangung von Prüfzeichen

Zur Erlangung von Prüfzeichen durchlaufen Wellpappe-Verpackungen definierte Prüfprogramme. Geprüft werden mechanische Eigenschaften, Verhalten unter klimatischen Bedingungen sowie – je nach Zeichen – Aspekte wie Materialzusammensetzung, Recyclingfähigkeit oder Emissionen. Nur Produkte, die die festgelegten Grenz- bzw. Zielwerte erfüllen und dies dokumentiert nachweisen, erhalten ein Prüfzeichen. Dabei sind Stichprobenumfang, Prüfintervalle und Messunsicherheiten im Prüfplan festgelegt, um die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen.

  • Mechanische Prüfungen: Kantenstauchwiderstand (ECT), Kistendruck (BCT), Durchstoßarbeit, Berstfestigkeit, Reiß- und Zugfestigkeit. Ergänzend können Kantenquetschtests, Rillqualitäts- und Klebebewertungen relevant sein.
  • Klimaprüfungen: Konditionierung bei definierten Temperatur-/Feuchteklimata und anschließende Messungen zur Beurteilung der Eigenschaftsstabilität. Praxisnahe Profile berücksichtigen saisonale Schwankungen und längere Transport- bzw. Lagerzeiten.
  • Material-/Prozessprüfungen: Flächengewichte, Lagenaufbau, Klebequalität, Gleichmäßigkeit sowie Prozessfähigkeit und Prüfmittelüberwachung. Dokumentierte Instandhaltung und Kalibrierung gehören zum Pflichtumfang.
  • Stichprobe und Rückverfolgbarkeit: Probenahme nach festgelegten Plänen, Zuordnung zu Chargen, Dokumentation von Prüfberichten und Freigaben. Eine eindeutige Loskennzeichnung ermöglicht spätere Rückfragen und Reklamationsanalysen.
  • Optionale Zusatzprüfungen: je nach Anwendungsfall z. B. Vibrationsprofile, Fallprüfungen, Langzeitstapeltests oder Feuchteresistenz über definierte Zeiträume.

Dokumentation und Kennzeichnung

Die Vergabe eines Prüfzeichens setzt eine nachvollziehbare Dokumentation voraus. Dazu gehören Prüfpläne, Messwerte, Toleranzen, Prüfintervalle und die Zuordnung der Ergebnisse zu Produktionslosen. Die Kennzeichnung enthält idealerweise Prüfdaten (Code/Datum), Gültigkeitsbereich und Hinweise zur sachgerechten Lagerung und Anwendung, damit die geprüften Eigenschaften im Einsatzfall erreicht werden. Zunehmend werden digitale Begleitdokumente bereitgestellt, die über Scancodes abrufbar sind und Versionsstände sowie Änderungshistorien transparent machen.

Vor- und Nachteile von Prüfzeichen

Die Hauptvorteile von Prüfzeichen liegen in Sicherheit, Vergleichbarkeit und Vertrauen. Sie zeigen, dass Produkte kontrolliert wurden und definierte Qualitätsstandards erfüllen. Damit reduzieren sie Fehlentscheidungen, verkürzen Freigabeprozesse und erleichtern die Kommunikation zwischen Technik, Einkauf und Logistik. Dem stehen Aufwand und Kosten für Prüfungen, Audits und regelmäßige Aktualisierungen gegenüber. Zudem besitzen Prüfzeichen unterschiedliche Aussagekraft; deshalb ist eine kontextbezogene Interpretation der jeweiligen Zeichen, Prüfgrundlagen und Gültigkeiten erforderlich. Wichtig sind klare Verantwortlichkeiten, damit Aktualisierungen proaktiv erfolgen und veraltete Kennzeichnungen vermieden werden.

  • Vorteile: nachgewiesene Mindestqualität, bessere Planbarkeit (z. B. Stapel- und Transportlasten), transparente Spezifikationen, Unterstützung bei Reklamationsklärung. Prüfzeichen erleichtern zudem Ausschreibungen, da definierte Leistungsparameter schnell abgeglichen werden können.
  • Herausforderungen: Prüfaufwand, laufende Überwachung, mögliche Fehlinterpretation ohne Kenntnis des zugrunde liegenden Regelwerks, begrenzte Übertragbarkeit auf abweichende Einsatzbedingungen. Ohne eindeutige Dokumentation können Lesefehler und falsche Annahmen entstehen.

Häufige Missverständnisse und Grenzen

Prüfzeichen ersetzen keine individuelle Eignungsprüfung für Sonderfälle. Sie bestätigen definierte Eigenschaften unter klar beschriebenen Bedingungen. Weichen Einsatzszenarien davon ab (z. B. andere Klimaeinflüsse, höhere Lagerdauer, besondere Schock-/Vibrationsbelastungen), sind ergänzende Tests sinnvoll. Ebenso gilt: Ein Prüfzeichen für ein bestimmtes Format oder eine Spezifikation lässt sich nicht automatisch auf andere Abmessungen, Wellenkombinationen oder Ausstattungen übertragen. Chargenabhängige Schwankungen, Alterungseffekte und variierende Umgebungsbedingungen sollten bei der Auslegung berücksichtigt werden.

Praxisbeispiele

  • Versandkarton im Online-Handel: Relevante Kennwerte sind u. a. ECT/BCT für Stapelstabilität, Durchstoßfestigkeit für Fördersysteme und Feuchteverhalten bei wechselnden Klimata. Ergänzend helfen klar definierte Handlingszeichen, Transportschäden durch falsche Stapelung oder Feuchteeintrag zu vermeiden.
  • Archiv- und Lagerkarton: Fokus auf Langzeitstabilität, Kantenstauchwiderstand und sichere Handhabungskennzeichnung für wiederholte Nutzung. Kriterien wie Staubentwicklung, Rillqualität und Kantenhaltbarkeit unterstützen die Nutzungsdauer in statischer Lagerung.
  • Exportverpackung: Klimaprüfungen und dokumentierte Belastbarkeit im Containerumfeld sind wesentlich, um Transportschäden zu minimieren. Zusätzlich sind korrekte Stapelhinweise, Feuchtigkeitsbarrieren und praxisnahe BCT-Reserven für längere Laufzeiten relevant.
  • Anwendungen mit erhöhten Anforderungen: Bei empfindlichen Gütern oder langen, multimodalen Transportketten empfiehlt sich eine Kombination aus mechanischen, klimatischen und dynamischen Prüfungen, um die Eignung der Verpackung valide zu belegen.

Checkliste für die Praxis

  • Prüfzeichen auf Normbezug, Datum, Gültigkeitsdauer und Chargenzuordnung prüfen.
  • Kennwerte (z. B. ECT/BCT) stets im Kontext der angegebenen Prüfbedingungen interpretieren.
  • Abgleich mit Lastenheft: Klima, Transportweg, Stapeldauer und Handlingsvorgaben berücksichtigen.
  • Veränderungen in Material, Wellenkombination oder Grammaturen dokumentieren und neu bewerten.
  • Regelmäßige Reviews der Kennzeichnung einplanen, um veraltete Angaben zu vermeiden.
  • Bei Sonderfällen ergänzende Tests (z. B. Vibration, Fall, Langzeitstapel) einplanen.

Zusammenfassung:

  • Prüfzeichen spielen eine entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Qualität und Sicherheit von Verpackungen aus Wellpappe. Sie zeigen, dass das Produkt bestimmte Standards erfüllt und von unabhängigen Einrichtungen überprüft wurde.
  • Diese Zertifizierungszeichen werden oft von Kunden gesucht, um die Qualität zu validieren und das Vertrauen in Ihre Produkte zu stärken, was ein wichtiger Aspekt beim Kaufentscheidungsprozess ist.
  • Einige Prüfzeichen sind speziell für Verpackungen konzipiert, was bedeutet, dass sie auf spezifische Verpackungsstandards hinweisen. So können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Wellpappeverpackungen den gewünschten Anforderungen entsprechen.
  • Die Aussagekraft eines Prüfzeichens ist an das zugrunde liegende Regelwerk, die geprüfte Spezifikation und die Einsatzbedingungen gebunden; Kontext und Gültigkeitsdauer sind stets zu prüfen.
  • Regelmäßige Überwachung und dokumentierte Prüfprozesse sichern die Konstanz der Eigenschaften über Chargen hinweg und erleichtern die Nachverfolgbarkeit.
  • Für die Praxis gilt: Prüfzeichen strukturiert lesen, Normbezug beachten, Anwendungskontext einbeziehen und bei Sonderanforderungen zusätzliche Prüfungen einplanen.
  • Ein systematisches Prüf- und Kennzeichnungsmanagement reduziert Reklamationsrisiken und unterstützt belastbare Entscheidungen in Technik, Logistik und Einkauf.

Veröffentlicht am 08.08.2024
Letzte Überarbeitung am 12.01.2026 um 08:58 Uhr von Sebastian Würth

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