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Abfallreduzierung
Im Kontext der Wellpappe-Verpackungen spielt die Abfallreduktion eine entscheidende Rolle. Mit der Optimierung des Materialeinsatzes kann die Menge an Produktionsabfall in diesem Sektor erheblich reduziert werden. Besonders nützlich ist hierbei die Möglichkeit, Verpackungen aus Wellpappe auf die genaue Größe und Form der zu verpackenden Produkte anzupassen. Dies steigert die Ressourceneffizienz, verbessert die Ausnutzung der Bogenfläche und unterstützt zugleich eine kompakte, transportsichere Ladung. Zusätzlich lassen sich durch präzise Bemessung Leerräume minimieren, was sowohl die Schutzwirkung als auch die ökologische Bilanz über den gesamten Lebenszyklus verbessert.
Abfallreduktion umfasst dabei das gezielte Vermeiden von Verschnitt, das Minimieren von Ausschuss in der Fertigung sowie das Verringern von Leerräumen im Packgut. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Stoffströme zu schließen und das Abfallaufkommen entlang des gesamten Lebenszyklus der Verpackung messbar zu senken. Dazu zählen neben der Fertigung auch Lagerung, Kommissionierung, Transport und Rückführung. Eine konsequente Auslegung nach dem Prinzip „Design for Reduction“ unterstützt die Reduktion des Materialbedarfs, ohne Funktionalität, Schutzwirkung oder Verarbeitbarkeit zu kompromittieren.
Definition: Was versteht man unter der Reduktion des Abfalls?
Die Abfallreduzierung bezieht sich auf Strategien, die sowohl die Menge als auch die Gefährlichkeit von Abfällen reduzieren sollen. Dazu gehören die Wiederverwendung von Materialien, die Reduktion des Materialeinsatzes und die Wahl von Materialien mit geringerem Umweltrisiko. Besonders im Bereich der Wellpappe-Verpackung hat die Abfallreduzierung durch auf das Produkt zugeschnittene Verpackungsgrößen große Bedeutung. Sie umfasst sowohl interne Prozessabfälle (z. B. Randstreifen, Anlaufmakulatur, Ausschuss) als auch vermeidbare Abfälle beim Anwender (z. B. überdimensionierte Umverpackungen, unnötige Füllstoffe).
Im Sinne der Abfallhierarchie stehen Vermeidung und Verringerung vor Verwertung und Entsorgung. In der Praxis umfasst dies die Optimierung von Zuschnittplänen, die Sicherung stabiler Prozesse zur Reduktion von Ausschuss sowie die Gestaltung kreislauffähiger Konstruktionen. Relevante Kennzahlen sind unter anderem das Abfallaufkommen pro Auftrag, der Verschnittanteil pro Bogen, die Quote an Rückläufern durch Transportschäden sowie das Verhältnis von Brutto- zu Nettomaterialeinsatz. Ergänzend wird häufig der spezifische Rohstoffeinsatz je Funktionseinheit (z. B. g Verpackung pro versandte Einheit) sowie die Schadensquote in der Distribution betrachtet, um Zielkonflikte zwischen Materialeinsparung und Schutzanforderungen transparent zu machen.
Begrifflich ist die Abfallreduzierung von der reinen Verwertung abzugrenzen: Während Recycling Stoffströme nach dem Gebrauch zurückführt, setzt Abfallreduzierung früher an und vermeidet die Entstehung von Abfall bereits in Konstruktion und Prozess.
Strategien der Abfallreduzierung in Bezug auf Wellpappe
Es gibt verschiedene Ansätze zur Abfallreduzierung in der Wellpappe-Industrie. Ein gängiger Weg ist die Optimierung des Designs und der Produktion der Verpackungen. Durch die Verwendung von programmierten Schneid- und Faltsystemen kann der Materialbedarf exakt auf das zu verpackende Produkt abgestimmt werden, wodurch weniger Verschnitt anfällt. Darüber hinaus kann die Wiederverwendung von Wellpappe in der Produktion den Bedarf an neuem Material reduzieren und so zur Abfallreduktion beitragen. Moderne CAD/CAM-Workflows, präzise Dielines und digitale Schneidtechnik ermöglichen enge Toleranzen, was Ausschussquoten senkt und die Maßhaltigkeit verbessert.
Zusätzlich relevant sind material- und prozessbezogene Maßnahmen, die sich auf das Zusammenspiel von Konstruktion, Logistik und Anwendung konzentrieren. Dabei gilt es, Stabilität und Schutzwirkung mit möglichst geringem Materialeinsatz zu erreichen. Neben konstruktiven Ansätzen spielen Datenanalyse, vorausschauende Wartung der Maschinen und qualitätssichernde Inline-Messungen eine zentrale Rolle, um Prozessschwankungen zu minimieren.
Konstruktive und prozessuale Maßnahmen
- Passgenaues Design: Reduktion von Leerräumen durch maßhaltige Zuschnitte, optimierte Rill- und Stanzbilder sowie angepasste Faltmechanismen. Dadurch sinken Bedarf an Zusatzmaterialien und Rücksendequoten aufgrund unzureichenden Schutzes. Zusätzlich können definierte Toleranzfenster und konstruktive Fixpunkte die Bauteilführung stabilisieren.
- Nesting und Layout-Optimierung: Softwaregestütztes Anordnen von Zuschnitten auf dem Bogen zur Minimierung von Verschnitt. Dabei werden Randabstände, Werkzeuge und Laufrichtung der Welle berücksichtigt. Varianten- und Losgrößenmanagement ergänzt das Nesting, um Rüstabfälle weiter zu reduzieren.
- Grammatur- und Wellenwahl: Auswahl geeigneter Wellenarten (z. B. E-, B- oder Doppelwelle) und Papiersorten mit passender Grammatur, um Stabilität bedarfsgerecht statt überdimensioniert auszulegen. Materialsubstitutionen werden erst nach Prüfungen auf Stapeldruck, Kantenstauchwiderstand und Transportbeanspruchung umgesetzt.
- Verbindungs- und Öffnungskonzepte: Stecken statt Kleben, gezielte Perforation und integrierte Aufreißfäden können Hilfsstoffe reduzieren und die sortenreine Trennung erleichtern.
- Standardisierung und Modularität: Baukästen mit modularen Einsätzen und Mehrfachverwendung von Zuschnitten senken Rüstzeiten und Ausschuss. Wiederkehrende Grundformate erleichtern die Bevorratung und reduzieren Restmengen.
- Materialarme Sicherung: Substitution unnötiger Innenausstattungen durch konstruktive Fixierung des Produkts. Oft genügen leichte Einleger oder Laschen statt vollflächiger Inlays. Durchdachte Lastpfade und Rippenstrukturen verteilen Kräfte gezielt.
- Ressourcenschonende Systeme: Wo Polster erforderlich bleiben, unterstützen ressourcenschonende Füll- und Polstersysteme im Versandprozess die präzise Dosierung, vermeiden Überfüllung und senken den Materialverbrauch.
- Prozessstabilität: Saubere Schnittkanten, maßhaltige Rillungen und reproduzierbare Klebetechnik verringern Ausschuss und Nacharbeit. Wartungspläne, Werkzeugkontrollen und Prüfpläne sichern die Wiederholgenauigkeit.
- Rückführung interner Reststoffe: Erfassung, sortenreine Sammlung und direkte Rückführung von Randstreifen und Anfahrmakulatur in den papiererzeugenden Kreislauf reduzieren Primärmaterialbedarf.
- Qualität entlang der Kette: Abstimmung mit Abfüllung, Kommissionierung und Transport verhindert Fehlanwendungen (z. B. falsches Packmuster), die zu Schäden und zusätzlichem Materialverbrauch führen.
In betrieblichen Abläufen ergänzen präzise Bedarfsermittlung, bedarfsorientierte Losgrößen sowie eine sorgfältige Qualitätsprüfung die konstruktiven Maßnahmen. Datengetriebene Auswertungen (z. B. Pareto-Analysen der Abfallursachen) helfen, die wirksamsten Stellhebel zu identifizieren. Ergänzend eignen sich statistische Prozesskontrolle (SPC) und kontinuierliche Verbesserungsprozesse, um Schwankungen zu erkennen und systematisch zu reduzieren.
Messmethodik und Kennzahlen
Eine belastbare Erfolgsmessung stützt sich auf klar definierte Kennzahlen, einheitliche Systemgrenzen und konsistente Datenerfassung. Folgende Indikatoren haben sich bewährt:
- Verschnittquote: Anteil der nicht genutzten Bogenfläche je Auftrag oder Format.
- Ausschussrate: Prozentsatz fehlerhafter Teile an der Gesamtproduktion, differenziert nach Ursache (Schneiden, Rillen, Kleben, Bedrucken).
- Rohstoffeinsatz je Einheit: Gramm pro verkaufs- oder versandfähiger Einheit inkl. Hilfsstoffe.
- Rücklauf- bzw. Schadensquote: Anteil der Rücksendungen aufgrund von Verpackungsdefekten, als Frühindikator für Unter- oder Überdimensionierung.
- Brutto-/Netto-Verhältnis: Verhältnis von eingesetzter zu auslieferungsfähiger Materialmenge als aggregierte Effizienzkennzahl.
- Leervolumenanteil: Verhältnis von Innenvolumen der Verpackung zum Produktvolumen, zur Bewertung der Packdichte.
Für Vergleichbarkeit sollten Zeiträume, Produktmix, Maschinenpark und Prozessbedingungen dokumentiert werden. Ergänzend können Ökobilanzdaten (z. B. spezifischer CO₂-Fußabdruck je Verpackungseinheit) die ökologische Wirkung der Reduktionsmaßnahmen transparent machen.
Beispielhafte Anwendungen der Abfallreduktion
In der Praxis gibt es zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Anwendungen der Abfallreduktion im Bereich der Wellpappe-Verpackungen. Ein markantes Beispiel ist die Verwendung von nestbaren Verpackungen, die platzsparend ineinander gestapelt werden können und weniger Material benötigen. Eine weitere Methode ist die Verwendung von Mehrwegverpackungen, die nicht nach dem ersten Gebrauch entsorgt werden, sondern gereinigt und erneut verwendet werden können. Zusätzlich zeigen Flatpack-Konzepte, dass sich Transport- und Lagerflächen effizienter nutzen lassen, wenn Verpackungen im unaufgerichteten Zustand geliefert und erst bedarfsorientiert aufgebaut werden.
- Nestable Trays und Einsätze: Ineinander stapelbare Elemente verkürzen Lagerwege, reduzieren Leervolumen und senken den Materialbedarf im Vergleich zu separaten, voluminösen Komponenten.
- Mehrweg-Transportverpackungen: Robuste Konstruktionen für interne Warenflüsse oder geschlossene Kreisläufe senken die Anzahl benötigter Einwegverpackungen und damit das Abfallaufkommen.
- On-Demand-Zuschnitt: Fertigung erst bei Abruf ermöglicht bedarfsgerechte Anpassung von Abmessungen und minimiert Lager- und Rüstabfälle.
- Modulare Schutzkonzepte: Variable Einleger und anpassbare Fixierungen statt individueller Einmal-Lösungen verringern die Vielfalt an Bauteilen und damit Verschnitt.
- Optimierter Versand auf der Europalette: Packmuster, die exakt auf Rastermaße abgestimmt sind, vermeiden Überhang, reduzieren Transportschäden und senken durch höhere Auslastung indirekt den Materialbedarf.
- Leichtbau-Ansätze: Zielgerichtete Reduktion der Grammaturen bei gleichbleibender Funktionssicherheit durch lastgerechte Auslegung senkt den Rohstoffeinsatz.
- Automatisierte Volumenberechnung: Digitale Vermessung der Produktgeometrie und algorithmische Größenfindung führen zu konsistenten, materialarmen Verpackungsgrößen.
- Retourenprävention: Verbesserte Kanten- und Flächenpolsterung an hochbelasteten Stellen reduziert Transportschäden und damit Abfall durch Ersatzlieferungen.
Diese Beispiele zeigen, dass Abfallreduktion nicht nur in der Fertigung, sondern auch im Lager, in der Kommissionierung und im Transport wirksam wird. Jede Prozessstufe bietet Ansatzpunkte zur Verringerung des Material- und Abfallaufkommens. Insbesondere die Abstimmung zwischen Einkauf, Entwicklung, Produktion und Logistik ist entscheidend, um Zielkonflikte zu vermeiden und Verbesserungen dauerhaft in den Standardprozess zu überführen.
Rechtlicher Rahmen und Normen
Maßnahmen zur Abfallreduzierung bewegen sich im Kontext geltender Gesetze und Normen. Relevante Vorgaben ergeben sich unter anderem aus abfall- und verpackungsrechtlichen Regelungen, Anforderungen an Produktverantwortung sowie aus Normen zur Qualitätssicherung und Umweltmanagementsystemen. Orientierungen bieten nationale und europäische Richtlinien sowie branchenübliche DIN-, EN- und ISO-Normen, die Leistungsprüfungen (z. B. Kantenstauchwiderstand) und Managementprozesse strukturieren.
Vor- und Nachteile der Abfallreduktion
Die Abfallreduzierung bringt klar erkennbare Vorteile mit sich. Sie schont Ressourcen, reduziert die Umweltverschmutzung durch Produktionsabfälle und kann Kosten einsparen. Allerdings sind auch einige Herausforderungen zu beachten. So kann die Anpassung der Produktionsprozesse an eine effizientere Materialnutzung zunächst mit hohen Investitionskosten verbunden sein. Zudem erfordert die Entwicklung und Implementierung von Strategien zur Abfallreduktion Zeit und Know-how. Transparenz über Kennzahlen und eine realistische Zielsetzung sind dabei wesentliche Erfolgsfaktoren.
- Vorteile:
- Geringerer Rohstoffverbrauch und sinkende Entsorgungsmengen
- Reduktion von Verschnitt und Ausschuss in der Fertigung
- Verbesserte Prozessstabilität und potenziell kürzere Durchlaufzeiten
- Weniger Transportschäden durch besser passende Konstruktionen
- Höhere Packdichte und bessere Ausnutzung von Lager- und Transportkapazitäten
- Erhöhte Transparenz durch messbare Effizienzkennzahlen
- Herausforderungen:
- Initialer Aufwand für Analyse, Konstruktion und Tests
- Möglicher Qualifizierungsbedarf in Entwicklung und Produktion
- Abwägung zwischen Materialeinsparung und Schutzanforderungen
- Kontinuierliche Datenerfassung erforderlich, um Erfolge zu belegen
- Koordination über Abteilungen und Lieferstufen hinweg notwendig
Entscheidend ist eine iterative Vorgehensweise: Ziele definieren, Maßnahmen testen, Ergebnisse messen und Lösungen schrittweise verfeinern. Eine belastbare Dokumentation unterstützt die Reproduzierbarkeit und das Lernen aus Pilotprojekten.
Häufige Fehlerquellen und praxisnahe Tipps
Typische Stolpersteine bei der Abfallreduktion lassen sich durch klare Verantwortlichkeiten und standardisierte Prozesse vermeiden:
- Unklare Systemgrenzen bei der Kennzahlenermittlung führen zu schwer vergleichbaren Ergebnissen; daher Definition von Bezugsgrößen und Zeiträumen festlegen.
- Übersehen von Wechselwirkungen zwischen Grammatur, Wellenauswahl und Schutzwirkung; Vorab-Tests unter realistischen Belastungen einplanen.
- Zu große Variantenvielfalt ohne modulare Grundlogik erhöht Rüstaufwand und Restmengen; Standardformate und Baukastenprinzip nutzen.
- Fehlende Rückmeldung aus Logistik und Retourenmanagement zu Transportschäden; Ursachenanalysen systematisch in die Konstruktion zurückspiegeln.
- Unzureichende Werkzeug- und Maschinenpflege; vorbeugende Wartung reduziert Ausschuss und Nacharbeit.
Zusammenfassung:
- Effizientere Verpackungslösungen sind ein wesentlicher Bestandteil der Abfallreduzierung. Durch den Einsatz von gut entworfenen Verpackungen aus Wellpappe kann die Menge des produzierten Mülls verringert werden.
- Abfallreduzierung beinhaltet auch, weniger Material bei gleichbleibender Funktion zu verwenden. Verpackungen aus Wellpappe können oft dünner und leichter sein als Alternativen, was sowohl die Produktions- als auch die Entsorgungskosten senkt.
- Zudem kann die Abfallreduzierung durch den Einsatz von recyclebaren und wiederverwertbaren Materialien, wie zum Beispiel Wellpappe, erreicht werden. Diese Materialien sind leicht zu sammeln und wiederzuverwenden, was die Menge des Abfalls, der auf Deponien landet, verringert.
- Praxisempfehlung: Mit passgenauer Konstruktion, optimierten Zuschnitten und bedarfsorientierten Prozessen lassen sich Verschnitt, Ausschuss und Leerräume nachhaltig reduzieren.
- Messbarkeit: Kennzahlen wie Verschnittquote, Rohstoffeinsatz pro Einheit und Rücklaufgründe liefern Transparenz und dienen der kontinuierlichen Verbesserung.
- Langfristig wirksam ist ein systematisches Vorgehen mit klaren Zielen, Pilotphasen, standardisierten Prüfplänen und regelmäßiger Überprüfung der Ergebnisse.
- Die Verzahnung von Konstruktion, Produktion, Logistik und Rückführung unterstützt eine konsistente Abfallreduktion über den gesamten Lebenszyklus der Wellpappe-Verpackungen.
Veröffentlicht am 24.06.2024
Letzte Überarbeitung am 23.09.2025 um 12:43 Uhr von Julia Kopp