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Verpackungsgrößen
Wellpappe ist eine weit verbreitete Wahl für Transport- und Lagerverpackungen. Ein Hauptgrund für die Beliebtheit liegt in der variablen Gestaltung der Dimensionen. Individuell anpassbare Abmessungen eröffnen ein breites Spektrum an Anwendungen. Entscheidend ist dabei, dass die gewählte Größe sowohl zum Produkt als auch zu den Prozessen in Lager, Kommissionierung und Versand passt. Präzise bemessene Formate reduzieren Leervolumen, verbessern die Stapelbarkeit und unterstützen eine konsistente Qualität entlang der gesamten Lieferkette. Zusätzlich senken passend ausgelegte Verpackungsgrößen das Beschädigungsrisiko, erleichtern standardisierte Packmuster und ermöglichen konsistente Ladeeinheiten über verschiedene Versandkanäle hinweg.
Definition: Was versteht man unter Verpackungsgrößen?
Unter Verpackungsgrößen versteht man die unterschiedlichen Abmessungen von Verpackungsmaterialien. Sie entsprechen den Dimensionen des Produkts, das sie schützen und transportieren sollen. Das Ausmaß eines Verpackungsmittels spielt eine signifikante Rolle in der Logistik und Produktpräsentation. Neben dem reinen Raumbedarf definieren Verpackungsgrößen die Schnittstellen zu Fördertechnik, Regalsystemen, Kommissionierbehältern und Ladehilfsmitteln.
Im Kontext von Wellpappverpackungen werden üblicherweise drei Maßbezüge unterschieden: das Innenmaß (relevant für die Passung zum Packgut), das Außenmaß (wichtig für Lager- und Transportplanung) sowie das Nutzmaß (Innenmaß abzüglich Schutz- und Polsterzuschläge). Für die Kommunikation im technischen Umfeld haben sich Reihenfolgen wie L × B × H (Länge, Breite, Höhe) etabliert. Verbindliche Maßangaben und eindeutige Reihenfolgen vermeiden Fehlinterpretationen zwischen Entwicklung, Einkauf und Produktion. Maßangaben werden in der Praxis überwiegend in Millimetern geführt; klare Angaben zur Messlage (aufgefaltet, aufgerichtet, geschlossen) sorgen für Vergleichbarkeit.
Innenmaß, Außenmaß und Toleranzen
Das Innenmaß beschreibt den verfügbaren Raum für das Produkt, das Außenmaß die kubische Größe für Lagerplätze, Fächer und Ladeeinheiten. Fertigungsbedingte Toleranzen entstehen durch Rillungen, Wellenart und Materialdicke. Übliche Toleranzbereiche bewegen sich – abhängig von Maschine und Bauart – im Millimeterbereich; bei großformatigen Zuschnitten können sie etwas höher liegen. Diese Abweichungen sind in der Planung zu berücksichtigen, damit sich das Packgut weder verklemmt noch zu viel Spiel erhält. Zusätzlich beeinflussen Klimaeffekte (Luftfeuchte, Temperatur) die Maßhaltung: Wellpappe kann sich minimal ausdehnen oder zusammenziehen, weshalb Prüfungen in definiertem Klima und mit festgelegten Messpunkten sinnvoll sind.
Praxisregel: Innenmaß = Produktmaß + Schutz- und Toleranzzugabe; Außenmaß = Innenmaß + 2 × Wandstärke (zuzüglich Materialaufbau an Verschluss- und Rillbereichen). Bei Doppel- oder Tripelwelle erhöht sich die Differenz zwischen Innen- und Außenmaß entsprechend.
Arten von Verpackungsgrößen für Wellpappe
Die Arten von Verpackungsgrößen für Wellpappe reichen von kleinen Schachteln bis hin zu großen Kartons. Es gibt beispielsweise Standardgrößen für Buchverpackungen, Versandtaschen, Ordner sowie spezielle Lösungen für empfindliche Waren wie Fernseher oder Computer. Darüber hinaus existieren abgestimmte Größenraster für E-Commerce, Ersatzteillogistik und Filialbelieferung, die auf typische Ladehilfsmittel und Versandtarife ausgerichtet sind.
- Kleinformate: Faltschachteln für Kleinteile, Ersatzteile oder Kosmetikartikel; flache Versandformate für Dokumente und dünne Waren.
- Mittelgroße Formate: klassische Versandkartons für Elektronik, Textilien oder Haushaltswaren; variabel höhenverstellbare Konstruktionen zur Reduktion von Leervolumen.
- Großformate: Kartonagen für Haushaltsgeräte, Displays oder Leuchten; konstruktiv verstärkte Varianten für lange oder breite Güter.
- Spezielle Bauarten: Buch- und Medienverpackungen mit umlaufendem Kantenschutz; Verpackungen für Ordner; Versandverpackungen mit integrierten Einlagen für sensible Geräte.
- Flach- und Langgüter: Zuschnitte, Stanzverpackungen und Umverpackungen, die sich an längliche oder sehr flache Produkte anpassen.
- Retourenfreundliche Formate: Schachteln mit doppeltem Verschlussstreifen und definierter Höhenvariabilität zur wiederholten Nutzung im Rückversand.
- Set- und Mehrkomponentenverpackungen: Größen mit Einlagen und Stegen, die mehrere Teile in einer definierten Lage fixieren und damit Handlingsschritte reduzieren.
Norm- und Seriengrößen vs. Individualgrößen
Seriengrößen eignen sich für wiederkehrende Waren und sorgen für schnelle Verfügbarkeit und einfache Disposition. Individualgrößen werden genutzt, wenn besondere Formfaktoren, definierte Polsterzonen oder exakte Ladeeinheiten gefordert sind. In der Praxis wird häufig ein Baukasten aus Standardformaten mit wenigen, gezielt entwickelten Sonderformaten kombiniert. So bleibt die Variantenvielfalt beherrschbar, während Schlüsselsortimente exakt passgenau verpackt werden.
Dimensionen und deren Anpassung in der Wellpappe-Industrie
In der Wellpappenindustrie sind individuell zugeschnittene Größen kein Problem. Modernste Maschinen bemessen und schneiden die Pappe präzise ab. Es ergeben sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten in der Gestaltung von Verpackungsgrößen. Es kann beispielsweise eine Wellpappschachtel exakt auf das zu verpackende Produkt abgestimmt werden. Dabei werden nicht nur Länge, Breite und Höhe festgelegt, sondern auch konstruktive Details wie Öffnungsrichtungen, Greifaussparungen und Verschlussarten auf die Prozesse abgestimmt.
Die Anpassung erfolgt über Zuschnittmaße, Rillabstände, Stanzkonturen und Klebelaschen. Materialwahl und Wellenart (z. B. E-, B-, C- oder Doppelwelle) beeinflussen die Wandstärke und damit das Verhältnis von Innen- zu Außenmaß. Zusätzlich können konstruktive Elemente wie Einlagen, Stege oder Kantenverstärkungen die Innengeometrie gezielt verändern, um Fixierung und Schutz zu gewährleisten. Bei Stanzverpackungen wirken Werkzeugtoleranzen, Gummierungen und Ausbrechbilder auf die Maßhaltigkeit; bei Rill-/Schneidprozessen sind Messerzustand und Rüstparameter relevant.
Fertigung und Prozessschritte
- Konstruktion: Definition von Innenmaß, Schutzabständen und Materialdicke; Festlegung der Reihenfolge L × B × H.
- Prototyping: Musterbau zur Pass- und Handlingprüfung; Validierung von Toleranzen und Faltverhalten.
- Serienfertigung: Rillen, Stanzen, Kleben; prozesssichere Qualitätskontrolle der Maßhaltigkeit.
- Anpassung: Iterative Optimierung von Höhenrillungen oder Verschlussarten, um Füllmaterial zu reduzieren.
- Daten- und Freigabeprozess: Zeichnungen, Stücklisten und Prüfpläne versionieren; Änderungen nachvollziehbar dokumentieren, um Maßkonstanz über Chargen sicherzustellen.
Toleranzmanagement
Für passgenaue Verpackungsgrößen sind Toleranzen aktiv zu managen. Dazu zählen definierte Prüfmaße, Messpunkte und Grenzwerte. Durchgängig dokumentierte Messmethoden (z. B. Messung an Innenkanten bei aufgefalteter Schachtel) sichern reproduzierbare Ergebnisse und verhindern Abweichungen zwischen Chargen. Ergänzend unterstützen regelmäßige Erstmusterprüfungen, Klimaeinlagerungen und Stichprobenmessungen im Wareneingang die Stabilität der Maße über den Lebenszyklus eines Artikels.
Vor- und Nachteile von Verpackungsgrößen
Ein Vorteil der Verpackungsgrößen in der Wellpappenindustrie besteht darin, dass sie konsequent an das zu verpackende Produkt angepasst werden können. Das führt zu optimaler Nutzung des zur Verfügung stehenden Raumangebots beim Transport und zur Minimierung von Füllmaterialien. Ein Nachteil hingegen ist, dass eine maßgefertigte Verpackungsgröße in der Herstellung intensiver in der Planung und teurer sein kann als Standardgrößen.
- Vorteile: verbesserte Produktsicherheit durch reduzierte Bewegung im Karton; effizientere Lagerhaltung durch abgestimmte Kubaturen; bessere Stapel- und Ladeeinheitenbildung.
- Nachteile: erhöhte Komplexität im Artikelstamm; potenziell längere Beschaffungszeiten; bei zu hoher Variantenanzahl Risiko von Restbeständen.
- Abwägung: Ein ausgewogenes Portfolio aus Standard- und maßangepassten Größen reduziert Gesamtkosten und erhöht die Prozesssicherheit.
- Ergänzung: Größengleichlauf über Produktfamilien vereinfacht Packanweisungen und Schulungen und senkt Fehlerquoten in der Kommissionierung.
Auswahl von Verpackungsgrößen
Bei der Auswahl der passenden Verpackungsgröße spielen verschiedene Aspekte eine Rolle, wie etwa das Gewicht, die Empfindlichkeit und die Form des zu verpackenden Produkts. Wichtig ist eine optimale Nutzung des Lager- und Transportraums, dabei spielen Verpackungsgrößen eine entscheidende Rolle. Zusätzlich sind die Anforderungen aus Kennzeichnung, Retourenabwicklung und Automatisierung (z. B. Förderstrecken, Scans, Etikettpositionen) zu berücksichtigen.
- Produktanalyse: Außenmaß, Gewicht, Schwerpunktlage, Oberflächenempfindlichkeit, Kanten- und Flächenschutzbedarf.
- Schutzkonzept: erforderliche Schutzabstände, Art der Polsterung, Fixierung gegen Verrutschen.
- Prozessbezug: Fördertechnik, Regalfächer, Kommissionierbehälter, Automatisierungsgrad, Verschlussart.
- Transportkette: Paketdienstanforderungen (z. B. Gurtmaß, Volumengewicht), Ladeeinheitenbildung, Stapelhöhen.
- Lagerlogistik: Packdichte, Behälter- und Stellplatzgrößen, Kennzeichnung und Handhabung.
- Materialwahl: Wellenart und Qualität abgestimmt auf Gewicht und Stapeldruck.
- Prüfung und Validierung: Falltests, Kipp- und Stapeltests, Klimaexposition und Wiederöffnungszyklen bei Retourenprozessen.
- Lebenszyklusbetrachtung: erwartete Bedarfe, Nachfolgeartikel, Modularität im Größenraster für langfristige Bestandssicherheit.
Praxisnahe Hinweise zur Maßfindung
- Innenmaß auf Produktmaß plus definierte Schutz- und Toleranzzugaben auslegen.
- Höhenvariabilität nutzen (z. B. zusätzliche Rillungen), um bei Sortimentsbreite Leervolumen zu minimieren.
- Maße auf Ladehilfsmittel und Stellplätze abstimmen, um die Auslastung zu erhöhen und Umverpackungen zu vermeiden.
- Reihenfolge L × B × H konsequent nutzen und auf allen Zeichnungen, Datenblättern und Bestellungen identisch führen.
Einfluss von Verpackungsgrößen auf Transportkosten
Transportunternehmen berechnen ihre Leistungen oft nach Volumen und Gewicht. Daher kann die Verwendung der passenden Verpackungsgröße sowohl den notwendigen Platz reduzieren als auch Kosten einsparen. Eine maßlich passende Außenkubatur verhindert Aufschläge durch ungünstige Tarifzonen und verringert das Volumengewicht.
Bei paketbasierten Sendungen spielt häufig das Volumengewicht (dimensionsbezogene Berechnung) eine Rolle. Je geringer Leervolumen und Außenmaß, desto besser fällt die Tarifzuordnung aus. Auf Palette beeinflussen Grundfläche und Höhe die Anzahl der Packstücke pro Ladeeinheit sowie die nutzbare Stapelung im Fahrzeug. Durch maßlich abgestimmte Kartongrößen lassen sich Lademeter, Handlingaufwand und Beschädigungsrisiko reduzieren. In der Netzwerklogistik verbessern einheitliche Größenraster die Planung von Touren, Umschlagpunkten und Stellplätzen.
- Kostenhebel: geringere Kubatur, verbesserte Palettenauslastung, weniger Füllmaterial, weniger Nachverpackung.
- Risiken: unterdimensionierte Verpackungen erhöhen Reklamationen; überdimensionierte Formate erhöhen Frachtrate und Materialeinsatz.
- Optimierung: Größenraster regelmäßig auf Sendungsstruktur, Retourenquote und Tarifänderungen hin überprüfen.
Ökologische Aspekte von Verpackungsgrößen
Auch aus ökologischer Perspektive sind Verpackungsgrößen wichtig, um Verschwendung zu vermeiden und Ressourcen zu schonen. Je besser eine Verpackung auf den Inhalt abgestimmt ist, desto weniger Material- und Raumverschwendung findet statt. Hierbei kann Wellpappe mit ihrer Fähigkeit zur individuellen Größenanpassung punkten. Monomateriallösungen erleichtern die sortenreine Erfassung und erhöhen die Rückführungsquote im Recyclingkreislauf.
Optimierte Größen senken den Materialeinsatz, reduzieren Transportemissionen durch bessere Auslastung und vermeiden überflüssige Polster. Ein modular aufgebautes Größenraster ermöglicht zudem Wiederverwendung im Umlauf und vereinfacht die sortenreine Entsorgung. Maßlich stimmige Lösungen tragen damit sowohl zur Ressourcenschonung als auch zu belastbaren Prozessen bei. Ergänzend unterstützt ein konsistentes Größenkonzept die Reduktion von Ausschuss in der Produktion und verringert Fehlverpackungen im Alltag.
Zusätzliche Praxisaspekte: Palettenraster und Ladeeinheiten
Verpackungsgrößen sollten auf gängige Palettenraster, KLT- und Behälterformate abgestimmt werden, um den verfügbaren Grundriss optimal auszunutzen. Durch kartonübergreifend harmonisierte Grundflächen (z. B. Teilungen der Palettengröße) entstehen stabile Lagenbilder und effizientere Kommissionierprozesse. Einheitliche Höhenstufen erleichtern zudem die Planung von Mischpaletten und das Erreichen definierter Lagenhöhen.
Typische Fehlerquellen und Gegenmaßnahmen
- Fehlende Klarheit zur Maßreihenfolge: Konsequente Verwendung von L × B × H und eindeutige Zeichnungen.
- Unterschätzte Wandstärke: Innen- und Außenmaß getrennt prüfen, insbesondere bei Doppelwelle.
- Klimaeinfluss ignoriert: Prüfungen unter definierten Bedingungen, Toleranzfenster festlegen.
- Übermaß aus Bequemlichkeit: Höhenrillungen und modulare Größen statt großzügiger Sicherheitsaufschläge nutzen.
Zusammenfassung:
- Verpackungsgrößen bezeichnen die Dimensionen einer Verpackung, die darstellen, wie viel Volumen ein Produkt einnimmt und helfen, den Transport und die Lagerung von Produkten effizient zu planen, insbesondere bei Verpackungen aus Wellpappe.
- Die Auswahl der richtigen Verpackungsgröße ist von entscheidender Bedeutung für Unternehmen, die Produkte herstellen und ausliefern, da sie direkte Auswirkungen auf die Transportkosten, Lagerverwaltung und den Produktschutz haben.
- Individuell zugeschnittene Verpackungslösungen und standardisierte Verpackungsgrößen ermöglichen eine flexible Anpassung an verschiedene Produkte, was insbesondere für Wellpappe-Verpackungen gilt, die aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und Festigkeit bevorzugt werden.
- Maßbezüge wie Innenmaß, Außenmaß und Nutzmaß sowie klare Toleranzvorgaben sichern Passgenauigkeit und Prozessstabilität.
- Durch abgestimmte Formate lassen sich Leervolumen, Schäden und Emissionen reduzieren, während Ladeeinheiten und Lagerprozesse effizienter werden.
- Ein konsistentes Größenraster erleichtert Standardisierung, reduziert Variantenvielfalt und unterstützt eine verlässliche, ressourcenschonende Lieferkette.
Veröffentlicht am 12.06.2024
Letzte Überarbeitung am 03.11.2025 um 13:32 Uhr von Manuel Hofacker