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Druckluftpolster
In der Welt der Wellpappe-Verpackungen spielt die Verwendung von Druckluftpolstern eine entscheidende Rolle. Die Druckluftpolster-Technologie ist eine innovative Lösung, die sowohl Kosteneffizienz als auch optimalen Schutz für das verpackte Produkt bietet. Sie ergänzt Kartonagen um eine flexible, leichtgewichtige Dämpfungsschicht, die sich an unterschiedliche Geometrien anpasst und dadurch Transportschäden systematisch reduziert. Durch die bedarfsgerechte Produktion nahe am Packplatz lassen sich Materialflüsse verschlanken und Rüstzeiten minimieren.
Als Hohlraumfüllung, Stoßdämpfer und Flächenpolster sorgen diese Luftkissen dafür, dass sensible Güter beim Transport, in der Lagerlogistik und beim Handling sicher fixiert und vor Stößen, Vibrationen und Druckbelastungen geschützt werden. Sie sind leicht, bedarfsgerecht produzierbar und lassen sich effizient in bestehende Packprozesse integrieren. Darüber hinaus ermöglichen sie eine reproduzierbare Lastverteilung, verringern Kantenpressungen auf das Packgut und können sowohl als Auflage, Zwischenlage als auch zur seitlichen Fixierung verwendet werden.
Definition: Was versteht man unter Druckluftpolstern?
Das Druckluftpolster ist ein Verpackungselement, das aus mit Luft gefüllten Kammern besteht, um die darin verpackten Waren zu schützen. Bei der Herstellung dieser Polster wird Luft in Polyethylen-Folien gepumpt, die dann versiegelt und zu einem Polster verarbeitet werden. Die Polster werden typischerweise als Ketten konfektioniert, perforiert oder in Einzelkissen ausgeführt, um unterschiedliche Hohlräume gezielt ausfüllen zu können.
Im Sprachgebrauch werden Druckluftpolster auch als Luftkissen, Luftpolsterkissen oder Airpads bezeichnet. Im Gegensatz zur flächigen Luftpolsterfolie bestehen sie aus einzelnen, definierten Kammern, die gezielt als Lückenfüller, Auflagepolster oder als seitliche Fixierung eingesetzt werden. Die Kammereinteilung, Folienstärke und das Füllniveau bestimmen die Schutzwirkung maßgeblich. Durch die modulare Kammergeometrie ist eine Anpassung an variable Kartonabmessungen und Packgüter möglich, ohne dass zusätzliche Formteile erforderlich sind.
Abgrenzung: Druckluftpolster dienen primär der Hohlraumfüllung und Stoßdämpfung. Für flächigen Oberflächenschutz oder Kantenschutz werden oft ergänzend andere Materialien eingesetzt. In Kombination mit passgenauen Einlagen aus Wellpappe lassen sich robuste Verpackungslösungen für wiederkehrende Versandprofile realisieren.
Produktion und Anwendung der Druckluftpolster
Die Produktion der Druckluftpolster erfolgt auf speziellen Maschinen, die in der Lage sind, kontrollierte Luftmengen in die Folien zu pumpen und diese sicher zu verschließen. Sie sind in verschiedenen Größen und Formen erhältlich, je nach Verpackungsbedarf des Produkts. Die Anwendung der Druckluftpolster ist praxisnah und erfordert kein spezielles Werkzeug. Es genügt, sie in die Wellpappkisten zu legen, Hohlräume zu verschließen und das Produkt darauf bzw. dazwischen zu platzieren. So werden Bewegungen im Karton wirksam begrenzt.
Produktion (On-Demand): Moderne Tisch- oder Standgeräte verarbeiten Schlauch- und Kammerfolien (typisch LDPE/HDPE, teils mit Rezyklatanteil). Die Folien werden über ein Ventil- oder Schweißsystem befüllt und kammerweise versiegelt. Parameter wie Füllmenge, Schweißtemperatur und Geschwindigkeit sind einstellbar und wirken sich auf Volumenstabilität und Dichtigkeit aus. Eine saubere Schweißnahtführung und konstante Prozessparameter sind zentrale Qualitätsfaktoren, um Leckagen zu vermeiden.
Anwendungsschritte in der Praxis:
- Hohlräume definieren und passendes Kissenformat wählen (Kammergröße, Folienstärke, Bahnbreite).
- Polster einlegen, Auflagefläche schaffen und empfindliche Bereiche ummanteln oder seitlich fixieren.
- Lastverteilung prüfen, ggf. Polsterabfolge variieren (unter, seitlich, oberhalb des Packguts).
- Füllniveau anpassen: zu stark gefüllte Kissen können Kräfte weiterleiten, zu schwach gefüllte bieten zu wenig Dämpfung.
Für vertiefte Hintergründe zur Integration in Packlinien und zur Abstimmung mit alternativen Polstermaterialien bietet dieser Leitfaden zu Füll- & Polstersystemen im Betrieb nützliche Orientierung.
Maschinentypen und Folienvarianten
Je nach Bedarf kommen kompakte Tischgeräte für geringe bis mittlere Volumina oder leistungsfähige Standgeräte mit Zuführ- und Sensorikfunktionen zum Einsatz. Verarbeitet werden meist vorgeprägte Kammerfolien, Polsterschläuche oder Kissenketten mit Perforation. Übliche Folienstärken bewegen sich zwischen etwa 15 und 50 µm; mehrlagige Coex-Folien erhöhen die Barriere und Nahtfestigkeit.
Qualitätsparameter und Prozessstabilität
Für eine gleichbleibende Polsterqualität sind die Abstimmung von Fülldruck, Schweißdauer, Temperatur, Vorschubgeschwindigkeit und Perforationsbild maßgeblich. Regelmäßige Stichproben (z. B. Dichtigkeitsprüfung, Nahtzugprüfung) stellen eine konstante Dämpfungsleistung sicher. Eine nachvollziehbare Chargenkennzeichnung der Folien unterstützt die Rückverfolgbarkeit.
Ergonomie, Sicherheit und Effizienz
Durch die On-Demand-Erzeugung entfallen schwere Hebevorgänge mit voluminösen Polstermaterialien. Abrollhilfen, Messerlose Perforationsabtrennung und definierte Entnahmepunkte erhöhen die Arbeitssicherheit. Gleichzeitig steigern vorkonfigurierte Programme die Packleistung und senken Fehlerquoten.
Eigenschaften und Funktionsweise von Druckluftpolstern
Die Druckluftpolster sind leicht und dennoch tragfähig genug, um auch schwerere Produkte kontrolliert zu schützen. Sie bieten verlässlichen Schutz gegen Erschütterungen und Stöße beim Transport. Die eingeschlossene Luft absorbiert Stoßenergie und verhindert, dass die Ware beschädigt wird. Außerdem sind sie wiederverwendbar, was ihre Umweltfreundlichkeit erhöht, und sie lassen sich nach Gebrauch platzsparend zwischenlagern oder sortenrein sammeln.
Wirkprinzip: Stoßenergie wird über die elastische Luftsäule und die Folienkammern aufgenommen (Kraft-Weg-Verhalten). Durch definierte Verformung erfolgt eine Entkopplung zwischen Außenkraft und Packgut. Mehrkammerstrukturen reduzieren das Risiko eines Totalausfalls, sollte eine Kammer undicht werden. Das Rückstellverhalten der Folie und das eingeschlossene Luftvolumen bestimmen die Dämpfungskennlinie wesentlich.
- Gewicht: sehr gering, reduziert Transportmassen und erleichtert Handling.
- Volumenstabilität: abhängig von Foliendicke, Schweißnahtqualität und Füllgrad.
- Temperatur- und Klimaverhalten: innerhalb üblicher Transportbedingungen stabil; extreme Temperaturen oder spitze Gegenstände können die Polster beeinflussen.
- Wiederverwendbarkeit: bei unbeschädigter Folie mehrfach einsetzbar; nach Gebrauch sortenrein sammelbar.
- Mechanische Kenngrößen: relevanter sind Druckverformungsrest, Reißfestigkeit, Nahtfestigkeit und Permeation; sie beeinflussen Dämpfung und Langzeitstabilität.
Vor- und Nachteile von Druckluftpolster
Zu den Vorteilen von Druckluftpolstern gehört ihre Leichtigkeit, die zu reduzierten Versandkosten führt. Sie sind ebenfalls anpassungsfähig und können für unterschiedliche Produktgrößen und -formen genutzt werden. Zudem zeichnen sich Druckluftpolster durch ihre schützenden Eigenschaften aus, die den sicheren Transport von Waren unterstützen. Hinsichtlich möglicher Nachteile ist zu erwähnen, dass die Erzeugung von Druckluftpolstern energieintensiv sein kann. Auch der Einsatz von Polyethylen, ein nicht biologisch abbaubares Material, kann umweltbelastend sein, wenn keine geeigneten Sammel- und Verwertungssysteme genutzt werden.
- Vorteile: bedarfsgerechte Herstellung vor Ort, geringer Lagerplatzbedarf (Folienrollen statt Volumenmaterial), gute Dämpfung bei geringem Flächengewicht, einfache Handhabung.
- Grenzen: empfindlich gegen Durchstiche und sehr scharfe Kanten, Füllgrad benötigt Abstimmung, für punktförmige Lasten ggf. zusätzliche Unterlagen sinnvoll.
- Ökologie: Monomaterial-Kunststoff ermöglicht Recycling; je nach Region unterschiedlich hohe Verwertungsquoten. Rezyklatanteile sind möglich, mindern jedoch mitunter die Transparenz.
- Prozess: für konstant hohe Qualität sind regelmäßige Funktionsprüfungen der Geräte und eine qualitätsgesicherte Folienversorgung sinnvoll.
Auswahlkriterien, Dimensionierung und Abmessungen
Die Auswahl passender Luftkissen richtet sich nach Produkteigenschaften und Packprozess. Neben der Abstimmung auf das Packgut spielen Abmessungen der Umverpackung und das Hohlraumvolumen eine zentrale Rolle. Ziel ist eine ausreichende Dämpfung bei minimalem Materialeinsatz und eine gleichmäßige Flächenpressung auf empfindliche Zonen.
- Produktmerkmale: Gewicht, Empfindlichkeit, Kanten-/Flächenpressung, Geometrie.
- Logistikprofil: Transportweg, Sturz- und Vibrationsbelastungen, Umschlaghäufigkeit.
- Kissenparameter: Kammergröße, Folienstärke, Fülldruck, Anzahl der Lagen.
- Abmessungen: Polsterbreite und -länge so wählen, dass Hohlräume sicher ausgefüllt und Lasten großflächig verteilt werden.
Vorgehen zur Dimensionierung
1) Hohlraumvolumen ermitteln und Sturz-/Vibrationsprofil definieren. 2) Geeignete Kammergeometrie und Folienstärke auswählen. 3) Füllniveau schrittweise anpassen, bis das gewünschte Kraft-Weg-Verhalten erreicht ist. 4) Musterpacks testen und dokumentieren. 5) Polsterpositionierung standardisieren (untere Auflage, seitliche Fixierung, obere Abdeckung).
Nachhaltigkeit, Wiederverwendung und Entsorgung
Druckluftpolster bestehen meist aus sortenreinem PE und können – sofern sauber – werkstofflich recycelt werden. Mehrfachverwendung im internen Warenfluss oder bei Retouren ist möglich, wenn die Kissen unbeschädigt sind. Die ökologische Bilanz profitiert vom geringen Materialeinsatz pro Schutzwirkung und der flachen Lagerlogistik (Folienrollen statt vorgefertigter Polster). Bei der Auswahl der Folien empfiehlt sich die Berücksichtigung von Rezyklatanteilen sowie regional verfügbarer Sammelsysteme.
Lagerung und Haltbarkeit
Folienrollen trocken, staubfrei und vor UV-Strahlung geschützt lagern. Empfohlen werden moderate Temperaturen und eine First-in-first-out-Strategie. Aufblasbare Kissen sollten nicht dauerhaft unter statischer Dauerlast gelagert werden, um Druckverluste und Materialermüdung zu vermeiden.
Prüfverfahren und Qualitätssicherung
Zur Absicherung der Schutzfunktion werden praxisnahe Tests empfohlen, etwa Fallprüfungen, Vibrations- und Druckbelastungstests. Dabei werden unterschiedliche Füllgrade, Kammertypen und Lagenaufbauten erprobt, um eine reproduzierbare Schutzwirkung zu erreichen. Sichtprüfung (Schweißnaht, Dichtigkeit) und Stichproben im Wareneingang der Folienrollen unterstützen die Prozesssicherheit.
Ergänzend sind Konditionierungen unter definierten Klima- und Temperaturbedingungen sinnvoll, um das Verhalten der Polster über den Transportzyklus zu bewerten. Die Dokumentation der Ergebnisse (Dämpfungskennlinien, Rückprallhöhe, Nahtfestigkeit) ermöglicht eine belastbare Freigabe und spätere Reproduzierbarkeit.
Abgrenzung zu ähnlichen Lösungen
Luftpolsterfolie: flächiger Schutz, jedoch weniger geeignet als definierte Hohlraumfüllung. Papierpolster: gute Formstabilität, höheres Eigengewicht. Schaumprofile/-matten: Kantenschutz und punktuelle Dämpfung, dafür mehr Materialeinsatz. Die Wahl richtet sich nach Belastungsfall, Materialmix und gewünschter Wiederverwendbarkeit. In der Praxis werden diese Materialien häufig kombiniert, um unterschiedliche Schutzanforderungen im Karton systematisch abzudecken.
Praxisbeispiele und Anwendungsszenarien
- E-Commerce-Versand empfindlicher Konsumgüter (z. B. Elektronikzubehör, Kosmetik) mit variabler Hohlraumfüllung.
- Ersatzteil- und Komponentenlogistik, bei der unterschiedliche Teilegrößen mit ein und demselben Kissenformat gesichert werden.
- Mehrkomponenten-Verpackungen, in denen Druckluftpolster als Zwischenlage, Auflage oder seitliche Fixierung kombiniert eingesetzt werden.
- Seriennahe Muster- und Prototypenversände, bei denen wechselnde Formate schnell und ohne aufwendige Formteile gepolstert werden.
- Retourenabwicklung mit Wiederverwendung unbeschädigter Kissen zur Ressourcenschonung im Closed-Loop.
Fehlerbilder und Abhilfe
- Platzen/Leckage: Folienstärke erhöhen, Füllgrad reduzieren, scharfe Kanten am Packgut entschärfen.
- Unzureichende Dämpfung: zusätzliche Lage einbringen, Kammergröße anpassen, Fülldruck feinjustieren.
- Verrutschen im Karton: Polsteranordnung ändern, Auflageflächen vergrößern, Kombination mit Einlagen prüfen.
- Setzerscheinungen: gleichmäßige Lastverteilung herstellen, Polsterketten quer zur Hauptlastführung verlegen.
Integration in Wellpappe-Verpackungen
In FEFCO-Standardkonstruktionen (z. B. 0201) werden Druckluftpolster häufig bodenseitig als Auflage, seitlich zur Fixierung und abschließend als Decklage eingesetzt. In Verbindung mit Zusatzeinlagen oder Stegen lassen sich kritische Kontaktpunkte entkoppeln. Wichtig ist eine definierte Polsterreihenfolge, um Sturzenergie kontrolliert von außen nach innen abzubauen.
Kosten- und Prozessbetrachtung
Die Gesamtbetrachtung umfasst Materialkosten der Folie, Energie und Maschinenlaufzeit, Einsparungen durch geringeren Lagerbedarf sowie Schadens- und Retourenquoten. Eine standardisierte Kissenpalette und klare Packanweisungen reduzieren Variantenvielfalt und erhöhen die Prozesssicherheit am Packplatz.
Zusammenfassung:
- Druckluftpolster sind eine wirkungsvolle Lösung, um Waren sicher und unbeschädigt zu transportieren, indem sie die empfindlichen Produkte in einem Schutzpolster aus Luft einschließen. Durch definierte Kammergeometrien und abgestimmte Füllgrade wird Stoßenergie kontrolliert abgebaut.
- Gerade bei der Verwendung von Verpackungen aus Wellpappe können Druckluftpolster die Stabilität und Schutzfähigkeit dieser Verpackungsmaterialien erhöhen. Sie ergänzen Kartonagen als Hohlraumfüller, Auflagepolster und Seitenfixierung im Karton.
- Durch ihren flexiblen Einsatz in unterschiedlichen Größen und Formen bieten sie maßgeschneiderte Lösungen zur Produktabsicherung, leisten einen Beitrag zur Ressourcenschonung und einer effizienten Lagerhaltung. Wiederverwendung und sortenreines Recycling unterstützen eine umsichtige Materialnutzung.
- Die richtige Auswahl von Kammergröße, Folienstärke, Füllniveau und Positionierung im Karton ist entscheidend für eine reproduzierbare Dämpfungsleistung entlang des Transportwegs.
- Praxisnahe Prüfungen und eine stabile On-Demand-Produktion sichern Qualität, reduzieren Transportrisiken und schaffen standardisierte, belastbare Verpackungsprozesse.
Veröffentlicht am 01.05.2025
Letzte Überarbeitung am 06.01.2026 um 11:00 Uhr von Manuel Hofacker