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Gleitfähige Folie
Im Bereich moderner Packmittel existieren zahlreiche Materialien, mit denen Produkte zuverlässig vor Beschädigungen, Abrieb und Umwelteinflüssen geschützt werden. Eine bedeutende Komponente ist die als gleitfähige Folie bekannte Verpackungslösung. Ihre Besonderheit liegt in den Eigenschaften, die sie für die Handhabung sowie den Transport verpackter Güter bereitstellt, insbesondere in Kombination mit Wellpappe. Die Oberfläche reduziert die Gleitreibung zwischen Kontaktpartnern, erleichtert das Einschieben in Regale oder Automaten und unterstützt ein kontrolliertes Bewegen auf Fördertechnik. Weiterführende Hintergründe und Praxisbezug finden sich unter Details zu sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager.
Im praktischen Einsatz wird die gleitfähige Folie häufig auch als Slipfolie, Gleitfolie oder reibungsarme Decklage bezeichnet. Sie ermöglicht definierte Bewegungsabläufe, reduziert Einschubkräfte und trägt zur Prozesssicherheit bei. Typische COF-Zielbereiche (dynamisch) liegen je nach Anwendung oft in einem moderaten Fenster, das ein leichtes Gleiten ermöglicht, ohne unkontrolliertes Rutschen zu begünstigen. Diese Balance ist für effiziente Verpackungs-, Lager- und Förderprozesse wesentlich.
Definition: Was versteht man unter der gleitfähigen Folie?
Der Begriff der gleitfähigen Folie bezieht sich auf eine spezielle Folienart, die darauf ausgelegt ist, eine hohe und zugleich kontrollierte Gleitfähigkeit zu bieten. Diese Eigenschaft ermöglicht es, dass verpackte Waren leichter und reibungsarm bewegt werden können. Meist besteht diese Folienart aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) und wird als Decklage auf die Wellpappe aufgebracht oder mit dem Papierverbund kaschiert. Der Einsatz dieser Folien bietet insbesondere bei Logistik- und Lagerprozessen entscheidende Vorteile. Technisch wird die Funktion über den Reibungskoeffizienten (Coefficient of Friction, COF) beschrieben, der zwischen der Folienoberfläche und dem Gegenmaterial möglichst niedrig und stabil ausfallen soll, ohne die Prozesssicherheit beim Stapeln, Fördern oder Entstapeln zu beeinträchtigen.
Materialaufbau und Funktion
Gleitfähige Folien werden als dünne Decklage eingesetzt, häufig als monolithische Schicht oder als coextrudierte Oberfläche mit slipoptimierter Außenseite. Additive wie erprobte Gleitmittel (z. B. Erucamid-basierte Slip-Additive) oder Anti-Block-Komponenten sorgen für eine stabile, kontrollierte Reibung. In Kombination mit Wellpappe bildet die Folie eine robuste Trägerstruktur mit einer glatten, reibungsarmen Nutzschicht. Dadurch lassen sich Einschubkräfte reduzieren, Kantenbelastungen mindern und empfindliche Druckbilder oder Oberflächen der Transportgüter schützen. Je nach Auslegung kann eine fein strukturierte Mikroprägung die Anlaufreibung zusätzlich beeinflussen und die Entstapelung in automatisierten Anlagen verbessern.
Reibungsarten und Kennwerte (COF)
- Haftreibung (statische Reibung, µs): Kraft, die überwunden werden muss, um das Bewegen zu starten; relevant für Anlaufvorgänge und Entstapelung.
- Dynamische Gleitreibung (µd): Reibung während der Bewegung; maßgeblich für Förderanlagen, Einschübe und kontinuierliche Bewegungsabläufe.
- Stabilität der Reibwerte: Abhängig von Temperatur, Luftfeuchte, Additivmigration, Oberflächenenergie und Alterung; stabile COF-Werte erhöhen die Prozesssicherheit über den gesamten Lebenszyklus.
- Richtungsabhängigkeit: Unterschiede zwischen Maschinenrichtung (MD) und Querrichtung (CD) können auftreten und sollten bei der Spezifikation berücksichtigt werden.
Begriffsabgrenzung
Gleitfähige Folien verfolgen das Ziel einer rutscharmen, aber kontrolliert gleitfördernden Oberfläche. Dies unterscheidet sie von Antirutsch-Beschichtungen, die explizit hohe Reibwerte erzeugen sollen, um ein Verrutschen zu verhindern. Die Wahl hängt vom Prozess ab: Für Einschub-, Förder- und Entstapelprozesse werden meist niedrigere COF-Werte bevorzugt, während bei Schräglagen oder offener Palettierung mit hohen Neigungswinkeln höhere Reibwerte Vorteile bieten können.
Anwendungsgebiete der gleitfähigen Folien auf Wellpappe
Die Anwendung der hoch gleitfähigen Folien in Verbindung mit Wellpappe ergibt sich aus spezifischen Anforderungen in den vielfältigen Bereichen der Produktverpackung und Logistik. Durch die Reduzierung der Reibung werden Transporte erleichtert und potenzielle Schäden an den Produkten minimiert. Ein typischer Einsatzfall sind Ladeeinheiten mit verpackten Waren, die häufig in Lagerbereichen oder im Wareneingang bewegt werden müssen. Hier hilft die reduzierte Reibung dabei, die auf die Produkte ausgeübten Kräfte zu minimieren, was letztendlich die Produktintegrität erhält. Ebenso profitieren E-Commerce- und Display-Verpackungen, bei denen wiederholte Einschub- und Entnahmeschritte auftreten, sowie Kommissionier- und Co-Packing-Prozesse mit variablen Kontaktpartnern.
Typische Einsatzszenarien
- Handhabung auf Förderstrecken: geringere Antriebsleistung und gleichmäßiger Vorschub.
- Einschübe in Regale, Picksysteme und Displays: geringere Einschubkräfte, weniger Kantenquetschungen.
- Kartonagen mit empfindlichen Oberflächen (Drucklacke, Etiketten): Schutz vor Abriebspuren.
- Verbesserte Entstapelung und vereinfachtes Vereinzeln in automatisierten Anlagen.
- Stabile Reibung bei wechselnden Umgebungsbedingungen (Temperatur, Feuchte) für reproduzierbare Prozesse.
- Robotik- und Greifersysteme: definierte Reibung für sichere Übergaben, reduzierte Verklemmerquote.
- Mehrweg- und Umlaufverpackungen: konstante COF-Werte für wiederkehrende Prozessschritte.
Nutzen in manuellen und automatisierten Prozessen
In manuellen Abläufen verringert eine gleitfähige Außen- oder Innenseite die erforderlichen Bedienkräfte und beugt Ermüdung vor. In automatisierten Prozessen ermöglicht die kontrollierte Gleitfähigkeit eine präzise, schonende Produktführung, fördert reproduzierbare Taktzeiten und reduziert Stillstände durch Verklemmen oder Stocken. Zusätzlich können Geräuschentwicklungen beim Gleiten reduziert werden, und die definierte Oberfläche unterstützt eine konsistente Sensorik- und Scanner-Erkennung, sofern Reflexionen in der Auslegung berücksichtigt werden.
Herstellung und Aufbringung der gleitfähigen Folie
Die Herstellung dieser Folien erfolgt über geeignete Extrusionsverfahren und Oberflächenbehandlungen, die die hohe Gleitfähigkeit bewirken. Sie werden durch ein Beschichtungs- oder Kaschierverfahren auf die Wellpappe aufgebracht, wobei unterschiedliche Techniken wie das Kaschieren oder Laminieren zum Einsatz kommen. Es ist wichtig, dass die Folie gleichmäßig und ohne Falten aufgebracht wird, um ihre Funktion zu gewährleisten. Die Schichtdicke, die Orientierung der Slipseite (innen/außen) sowie die Kombination mit Druck- und Lackschichten werden prozessspezifisch festgelegt.
Beschichtungs- und Kaschiertechnologien
- Kaschieren/Laminieren: Verbindung einer vorgefertigten Folienbahn mit dem Papierverbund der Wellpappe über Klebstoffe (z. B. Dispersions- oder Hotmelt-Systeme); optional mit definierter Oberflächenprägung.
- Extrusionsbeschichtung: Direktauftrag einer Schmelzschicht auf das Trägermaterial mit gezielter Oberflächenprägung für definierte COF-Werte; geeignet für kontinuierliche Prozessfenster.
- Oberflächenveredelung: Corona-/Plasma-Behandlung für Haftung; Additivierung für Gleitfähigkeit und Anti-Block-Eigenschaften; Anpassung der Oberflächenenergie für kompatible Druck- und Klebeprozesse.
Qualitätssicherung und Prüfmethoden
- Bestimmung von µs/µd nach anerkannten Testmethoden (z. B. ISO 8295 oder ASTM D1894) unter definierten Klimabedingungen mit dokumentierten Gleitpaarungen.
- Visuelle Prüfung auf Falten, Fischaugen, Einschlüsse und gleichmäßige Benetzung.
- Haftfestigkeit der Verbunde (Peel-Tests) sowie Kratz- und Abriebtests zur Beurteilung der Oberflächenrobustheit.
- Konstanzprüfungen über die Zeit (Alterung, Additivmigration) zur Sicherung stabiler Reibwerte im Einsatz; gegebenenfalls Konditionierung der Folie nach Produktion.
- Richtungs- und Flächenmessungen (MD/CD, Rand/Mitte), um Homogenität und Toleranzen der Reibwerte sicherzustellen.
Normen, Spezifikationen und Toleranzen
Für eine belastbare Auslegung werden Ziel-COF-Werte mit Toleranzen, Prüfmethode, Prüfkörpern, Klimabedingungen und Messrichtung spezifiziert. Ergänzend helfen Angaben zu Schichtdicke, Slipseite, Glanzgrad, Farbe/Transparenz sowie Kompatibilität mit Druckfarben, Lacken und Etikettenklebstoffen. Klare Spezifikationen vermindern Streuungen im Verpackungsprozess und erhöhen die Reproduzierbarkeit.
Vor- und Nachteile der gleitfähigen Folie
Die Hauptvorteile dieser Folie sind ihre definierten Gleiteigenschaften und die positive Auswirkung auf Logistikabläufe. Dank ihres Einsatzes lässt sich der Transport von Waren reibungsärmer gestalten, wodurch sich die Effizienz in Lager- und Versandprozessen verbessern lässt. Zudem schützt sie verpackte Produkte vor möglichen Beschädigungen durch Abrieb und Kantenkräfte. Es gibt jedoch auch Einschränkungen. So können die Kosten für die Herstellung und Beschichtung der Wellpappe mit gleitfähiger Folie gegenüber herkömmlichen Materialien ins Gewicht fallen. Zudem besteht eine Abhängigkeit von der Qualität des aufgebrachten Materials; bei unsachgemäßer Anwendung kann es zu Funktionseinbußen kommen. Ein zu niedriger COF kann bei Schräglagen zu ungewolltem Rutschen führen, ein zu hoher COF erhöht die Einschubkräfte und den Verschleiß.
Ökologische und prozesstechnische Aspekte
- Recyclingfähigkeit: Monomaterial-Strategien (Papier/Papier oder PE/PE) erleichtern die Wiederverwertung; Verbunde erfordern abgestimmte Entsorgungskonzepte und Kennzeichnungen.
- Prozessfenster: Zu niedrige Reibung kann zum unkontrollierten Rutschen in Schräglagen führen; zu hohe Reibung erhöht Einschubkräfte und Verschleiß.
- Interaktionen: Glatte, glänzende Oberflächen können die Lesbarkeit von Codes unter bestimmten Lichtwinkeln beeinträchtigen; Klebebänder und Etiketten erfordern kompatible Klebstoffe und definierte Oberflächenenergie.
- Kosten-Nutzen: Mehrkosten amortisieren sich häufig durch geringere Beschädigungsquoten, niedrigere Handhabungskräfte und stabilere Taktzeiten; eine belastbare Wirtschaftlichkeitsbetrachtung berücksichtigt Ausschuss- und Stillstandszeiten.
- Ressourceneinsatz: Dünnere Folienstärken und gezielte Additivierung reduzieren Materialverbrauch; der Einsatz von Rezyklaten ist abhängig von geforderter Optik, Geruchsfreiheit und Prozesskonstanz.
Typische Fehlerbilder und deren Vermeidung
- Inhomogene COF-Werte durch ungleichmäßige Additivverteilung: prozessnahe Qualitätskontrollen und geeignete Mischtechnik einplanen.
- Faltenbildung beim Kaschieren: Bahnzug, Temperatur und Klebstoffauftrag optimieren; Bahnlauf und Andrückeinheiten justieren.
- Unzureichende Haftung im Verbund: Oberflächenaktivierung und Klebstoffsystem prüfen; Vorbehandlung und Trocknung sicherstellen.
- Blocken oder Anhaften der Folienoberfläche: Additivierung (Anti-Block) und Wickelparameter anpassen; Lagerklima beachten.
- Reflexionen bei Scanner- oder Kamerasystemen: Glanzgrad und Oberflächenprägung an die optische Erkennung anpassen.
Sicherheit und Handhabung
Gleitfähige Oberflächen können lokale Rutschgefahren für Bedienpersonal erhöhen. Geeignete Arbeitsweisen, Kennzeichnungen und rutschhemmende Bereiche außerhalb der transportrelevanten Laufflächen sind zu berücksichtigen. Beim Umrüsten von Anlagen sollten Anpressdrücke, Bandspannungen und Greiferauflagen auf die veränderten Reibverhältnisse eingestellt werden.
Praxisbeispiele
Beispiele umfassen Versandkartons mit hochglänzenden Druckbildern, die vor Abrieb geschützt werden sollen, Trays und Shelf-Ready-Verpackungen für den reibungsarmen Einschub in Regalsysteme sowie Display-Elemente, die in automatisierten Linien vereinzelt und verschachtelt werden. In Festigkeitsszenarien mit empfindlichen Kanten hilft die gleitfähige Decklage, Punktlasten beim Einschieben zu mindern.
Zusammenfassung:
- Gleitfähige Folie ist ein essentielles Material in der Verpackungsindustrie, das hauptsächlich dazu dient, den Transport von Verpackungen, speziell aus Wellpappe, zu erleichtern.
- Durch ihre gleitfördernden Eigenschaften verbessert sie die Handhabung und Sicherheit beim Stapeln und Bewegen von Kartonagen und trägt somit zur Effizienzsteigerung im Logistikprozess bei.
- Dieses Spezialmaterial hat eine niedrige Reibungsoberfläche, die das Einschub- und Herausziehen von Verpackungsprodukten in Regalen oder Displays ohne hohen Kraftaufwand ermöglicht und somit Arbeitskraft in Unternehmen spart.
- Konstant niedrige Reibungskoeffizienten (statisch/dynamisch) sind für automatisierte Förder- und Einschubprozesse entscheidend.
- Die Wahl von Material, Additiven und Beschichtungsverfahren sollte an Güter, Umgebung und Prozessanforderungen angepasst werden, um Leistung und Recyclingfähigkeit zu balancieren.
- Eine saubere Spezifikation mit COF-Zielwerten, Prüfmethode und Klimabedingungen sichert reproduzierbare Ergebnisse und reduziert Stillstände.
Veröffentlicht am 23.05.2025
Letzte Überarbeitung am 05.12.2025 um 13:31 Uhr von Manuel Hofacker