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Lieferkettenmanagement

In der Welt der Wellpappe ist ein effizientes Lieferkettenverwaltungssystem ein kritischer Faktor für den Erfolg. Der Umgang mit Rohmaterialien, Produktionsprozessen und Lieferungen an die Endkunden erfordert eine reibungslose und gut organisierte Lieferkette. Der Aspekt des Lieferkettenmanagements spielt daher eine bedeutende Rolle. Neben der termingerechten Bereitstellung von Materialien umfasst dies auch die enge Abstimmung zwischen Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung und Distribution, damit Kapazitäten, Materialverfügbarkeit und Kundenanforderungen konsistent zusammenwirken.

Ein durchgängig gesteuertes Netzwerk aus Beschaffung, Produktion, Lagerhaltung, Transport und Retourenmanagement stellt sicher, dass Materialien zum richtigen Zeitpunkt, in der passenden Qualität und in der benötigten Menge bereitstehen. Ziel ist es, Durchlaufzeiten zu verkürzen, Kosten zu stabilisieren, Risiken zu reduzieren und die Liefertreue gegenüber Kunden zu sichern. Ergänzend werden Schwankungen im Nachfrageverlauf geglättet, Engpässe frühzeitig erkannt und Kapazitäten so geplant, dass Umrüstungen, Bahnwechsel und Losgrößen wirtschaftlich ausbalanciert sind.

In der Praxis bedeutet das eine End-to-End-Betrachtung der gesamten Versorgungskette: vom Papierlieferanten über die Wellpappenanlage, die Weiterverarbeitung (Stanzen, Kleben) bis zur kommissionierten Auslieferung. Transparente Informationen über Bestände, Auftragsstatus, Spezifikationen und Verfügbarkeiten sind dabei das Fundament, um Entscheidungen belastbar und zügig zu treffen.

Definition: Was versteht man unter Lieferkettenmanagement?

Unter Lieferkettenmanagement, oder auch Supply-Chain-Management, versteht man die Kontrolle und Optimierung der Prozesse entlang einer Lieferkette. Hierzu gehören sowohl materielle als auch immaterielle Güter, Dienstleistungen und Informationen. Innerhalb der Wellpappenindustrie beinhaltet dies den Prozess von der Anlieferung von Rohstoffen über die Produktion bis hin zur Auslieferung der Endprodukte an die Kunden. Ebenso zählen Planungs- und Abstimmungsprozesse mit Lieferanten, internen Schnittstellen und Logistikdienstleistern dazu.

Das umfasst die integrierte Planung, Steuerung und Überwachung aller Flüsse (Material-, Informations- und Finanzflüsse) über Unternehmensgrenzen hinweg. Typische Teilprozesse sind:

  • Beschaffung von Papierqualitäten, Leimen und Hilfsstoffen
  • Disposition und Bedarfsplanung auf Basis von Prognosen und Aufträgen
  • Produktion (Wellenherstellung, Kaschieren, Stanzen, Kleben) und Qualitätssicherung
  • Lager- und Bestandsmanagement für Rohpapiere, Halbfabrikate und Fertigerzeugnisse
  • Transport- und Verteilprozesse bis zum Kunden inklusive Rückverfolgung
  • Rückmeldungen aus Betrieb und Markt zur kontinuierlichen Verbesserung

Abgrenzung und Zielsetzung

Während die operative Logistik den physischen Warenfluss nutzt, verbindet das Lieferkettenmanagement strategische, taktische und operative Ebenen. Es synchronisiert Bedarfe und Kapazitäten, reduziert Schwankungen, minimiert Ausschuss und schafft Transparenz über die gesamte Kette. Dadurch werden der sogenannte Bullwhip-Effekt, Planungsabweichungen und Qualitätsrisiken begrenzt, während Servicegrade auf stabilem Niveau gehalten werden. Ein klar definiertes Zielsystem mit relevanten Kennzahlen (z. B. Durchlaufzeit, Liefertreue, Bestandsreichweite, Planerfüllung) macht Erfolge messbar und ermöglicht eine kontinuierliche Steuerung.

Die Rolle des Lieferkettenmanagements in der Wellpapp-Industrie

Im Bereich der Wellpappe hilft das Lieferkettenmanagement dabei, den Produktfluss effizient, kosteneffektiv und termingerecht zu gestalten. Diese Effizienz wird durch die Vernetzung und Automatisierung der Prozesse erreicht. Auf diese Weise können Unternehmen sowohl Zeit als auch Kosten einsparen und gleichzeitig ihre Kundenbeziehungen verbessern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Synchronisierung von Rüstfolgen, Bahnparametern und Bogenformaten, um Materialeinsatz, Ausschussquoten und Maschinenlaufzeiten in Einklang zu bringen.

Charakteristisch sind dabei hohe Variantenvielfalt, schwankende Bedarfe, enge Lieferfenster und physische Besonderheiten der Produkte (z. B. Volumen, Feuchteempfindlichkeit). Das Management der Kette richtet sich daher gezielt auf Servicegrad, Liefertreue (OTIF), Bestandsreichweite, Auslastung und Durchlaufzeiten aus. Zusätzlich sind Palettierlogik, Lagenbilder, Verpackungseinheiten, Kennzeichnungen und Ladungssicherung wesentliche Faktoren für eine stabile Distribution und geringe Transportschäden.

Branchenspezifische Besonderheiten

  • Kurzfristige Auftragsspitzen mit geringen Forecast-Horizonten
  • Rüstzeit- und bahnbezogene Fertigungslogik in der Wellpappenproduktion
  • Sensible Materialeigenschaften mit Einfluss auf Lager- und Transportbedingungen
  • Hoher Koordinationsbedarf zwischen Vertrieb, Produktionsplanung und Auslieferung
  • Kundenspezifische Verpackungsspezifikationen, Druckbilder und Toleranzen, die eine stringente Stammdatenpflege erfordern
  • Regulatorische Anforderungen und Nachweise (z. B. Lebensmitteltauglichkeit, Recycling- und Kennzeichnungsvorgaben)

Wichtige Aspekte eines erfolgreichen Lieferkettenmanagements

Um ein erfolgreiches Lieferkettenmanagement zu gewährleisten, sollten Aspekte wie eine gute Planung, genaue Prognosen, stetige Optimierung und Flexibilität berücksichtigt werden. Schlüssel zu diesem Erfolg ist die Transparenz der Zustände. Ermöglicht wird dies durch digitale Tools und Technologie, die es den Unternehmen ermöglichen, ihre Lieferketten in Echtzeit zu verfolgen und zu verwalten. Genauso wichtig sind klare Verantwortlichkeiten, definierte Schnittstellen und ein gelebter kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der Abweichungen systematisch analysiert und nachhaltig abstellt.

Planung und Prognosen

  • Nutzung statistischer Forecast-Methoden und kontinuierliche Fehleranalyse
  • Kapazitätsabgleich zwischen kritischen Maschinen, Personal und Materialien
  • Berücksichtigung von Saisonalitäten, Promotion-Effekten und kundenspezifischen Abrufmustern
  • Szenarioplanung für alternative Losgrößen, Rüstfolgen und Servicegradvorgaben

Bestandssteuerung und Disposition

  • Definition von Sicherheitsbeständen und Wiederbeschaffungszeiten
  • Segmentierung nach Wert- und Verbrauchsklassen (z. B. ABC/XYZ)
  • Synchronisierung von Materialbereitstellung und Produktionsreihenfolge
  • Einsatz geeigneter Steuerungsverfahren (z. B. Kanban/ConWIP) je Materialgruppe
  • Konsignations- oder Lieferantenlager-Modelle zur Absicherung kritischer Rohstoffe

Digitalisierung und Transparenz

Integration von ERP, APS/MES, TMS und EDI für durchgängige Datenflüsse, Statusmeldungen in Echtzeit und Ereignisüberwachung. Automatisierte Rückmeldungen aus Produktion und Transport erhöhen die Visibilität und reduzieren Reaktionszeiten auf Abweichungen. Eine einheitliche Datenbasis erleichtert zudem präzise Abmessungen entlang der gesamten Prozesskette und unterstützt eine belastbare Stammdatenqualität. Ergänzend steigern Barcode- und RFID-gestützte Rückmeldungen, Sensorik (Feuchte/Temperatur) sowie Ereignisbenachrichtigungen die Prozesssicherheit und Nachvollziehbarkeit. Standardisierte Schnittstellen und Governance-Regeln sichern Datenqualität, Versionierung und Zugriffsrechte.

Qualität und Rückverfolgbarkeit

  • Chargen- und Auftragsverfolgung von der Rohpapierrolle bis zur Auslieferung
  • Inprozess-Prüfungen, dokumentierte Spezifikationen und Prüfpläne
  • Ursachenanalyse bei Reklamationen und systematische Abstellmaßnahmen
  • Prozessfähigkeitskennzahlen und SPC-Ansätze zur Stabilisierung kritischer Parameter
  • Eindeutige Etikettierung und Kennzeichnung zur lückenlosen Traceability

Nachhaltigkeit und Compliance

  • Rohstoffeffizienz, Ausschussvermeidung und energieeffiziente Prozesse
  • Dokumentation relevanter Nachweise und Einhaltung rechtlicher Vorgaben
  • Bilanzierung von Emissionen entlang der Kette und Förderung von Kreislaufprozessen

Risikomanagement und Resilienz

  • Alternative Bezugsquellen, flexible Kapazitäten und Notfallpläne
  • Frühwarnindikatoren (z. B. Lieferverzug, Qualitätsabweichungen, Kapazitätsengpässe)
  • Szenarioanalysen und regelmäßige Stresstests der Lieferkette
  • Lieferantenbewertungen, Auditpläne und Business-Continuity-Regeln
  • Bewertung externer Einflussfaktoren (z. B. Energiepreise, Logistikengpässe, geopolitische Risiken)

Kollaboration und Kommunikation in der Kette

Gemeinsame Planungsrunden mit Lieferanten und Kunden, abgestimmte Forecasts, definierte Eskalationswege sowie transparente Service-Level-Vereinbarungen verbessern Reaktionsfähigkeit und Planbarkeit. Elektronische Abrufe, strukturierte Stammdatenfreigaben und standardisierte Spezifikationsänderungen reduzieren Fehler und verkürzen Durchlaufzeiten.

Kennzahlen und Monitoring

Ein aussagekräftiges Kennzahlensystem umfasst u. a. Liefertreue (OTIF), Termintreue in Produktion und Versand, OEE/Anlagenverfügbarkeit, Bestandsreichweiten, Planabweichungen, Ausschussquoten und Reklamationsraten. Dashboards und Abweichungsalarme unterstützen die operative Steuerung und das Management-Reporting.

Transport- und Tourenplanung

  • Optimierung von Touren, Auslastung und Zeitfenstern unter Berücksichtigung von LKW-Typen und Packdichten
  • Vermeidung von Transportschäden durch geeignete Ladungssicherung, klimabezogene Vorgaben und stabile Packmuster
  • Verzahnung von Versandkapazitäten und Produktionsfreigaben zur Minimierung von Wartezeiten

Retouren- und Kreislaufprozesse

  • Strukturierte Retourenabwicklung mit klaren Prüfkriterien und Datenerfassung
  • Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen und Nutzung von Rückläufern in abgestimmten Materialkreisläufen
  • Transparente Ursachenanalyse zur nachhaltigen Reduzierung von Retouren und Reklamationen

Stammdaten- und Spezifikationsmanagement

Vollständige und konsistente Stammdaten (u. a. Artikel, Baugruppen, Druckbilder, Toleranzen, Verpackungseinheiten) bilden die Grundlage verlässlicher Planung. Versionierte Spezifikationen, prüffähige Dokumente und klare Verantwortlichkeiten verhindern Fehler in Konfektionierung, Kommissionierung und Versand.

Vor- und Nachteile von Lieferkettenmanagement

Die Vorteile eines effizienten Lieferkettenmanagements lassen sich in erster Linie an der Optimierung von Abläufen und der somit verbundenen Kostenreduktion festmachen. Auf der anderen Seite erfordern diese Strukturen hohe Investitionen in Technologie und interne Prozesse. Zudem besteht auch ein Risiko in der Abhängigkeit von externen Lieferanten. Bei Störungen in der Lieferkettenlogistik kann es zum kompletten Stillstand der Produktion kommen. Ebenso können unzureichende Stammdatenqualität, mangelnde Prozessdisziplin oder unklare Verantwortlichkeiten die Wirksamkeit der Kette beeinträchtigen.

  • Vorteile: bessere Planbarkeit, höhere Liefertreue, geringere Bestände bei stabiler Versorgung, schnellere Reaktionsfähigkeit, verbesserte Transparenz und nachvollziehbare Qualität.
  • Herausforderungen: initialer Implementierungsaufwand, Bedarf an qualifizierten Fachkräften, Veränderungsmanagement, Datenpflege sowie Abhängigkeiten in vorgelagerten Stufen.
  • Abwägungen: Balance zwischen Servicegrad und Bestandskosten, Standardisierung vs. Flexibilität, Automatisierung vs. Komplexität.

Zusammenfassung:

  • Das Lieferkettenmanagement ist ein essenzieller Prozess, der dazu dient, alle Abläufe von der Produktion bis zur Auslieferung eines Produktes effizient zu gestalten und zu steuern. Insbesondere für Unternehmen im Bereich Wellpappe-Verpackungen ist es wichtig, eine gut durchdachte und effiziente Lieferkette zu haben, um pünktliche und qualitativ hochwertige Lieferungen zu gewährleisten. Dazu zählen integrierte Planung, transparente Datenflüsse und belastbare Prozesse entlang aller Wertschöpfungsstufen.
  • Durch eine optimale Gestaltung und Steuerung der Lieferkette können Kosten reduziert, die Produktqualität gesteigert und die Kundenbindung verbessert werden. In der Verpackungsbranche, insbesondere bei Wellpappe-Verpackungen, spielt das Lieferkettenmanagement eine zentrale Rolle, um zeit- und kostenintensive Prozesse zu minimieren und den Workflow zu optimieren. Kennzahlen wie Liefertreue, Durchlaufzeit und Bestandsreichweite dienen als Orientierung für die kontinuierliche Verbesserung.
  • Zudem ermöglicht ein effizientes Lieferkettenmanagement eine verbesserte Transparenz und Nachvollziehbarkeit aller Prozessschritte. Dies ist gerade bei der Herstellung und Lieferung von Wellpappe-Verpackungen von großer Bedeutung, um den hohen Anforderungen der Kunden an Qualität und Lieferzeiten gerecht zu werden. Einheitliche Stammdaten, klare Verantwortlichkeiten und ein belastbares Risikomanagement unterstützen dabei die Stabilität der gesamten Kette.
  • Ein strukturiertes Zusammenspiel aus Planung, Bestandssteuerung, Digitalisierung, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und belastbarer Transportorganisation schafft die Grundlage für robuste, anpassungsfähige Lieferketten mit verlässlichen Ergebnissen.

Veröffentlicht am 16.08.2024
Letzte Überarbeitung am 24.11.2025 um 11:13 Uhr von Sebastian Würth

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