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Ozonschichtfreundliche Verpackung
Im Kontext des global erhöhten Umweltbewusstseins rückt die Verantwortung der Verpackungsindustrie, einschließlich derjenigen, die sich auf Wellpappe spezialisiert haben, stärker in den Fokus. Die ozonschichtfreundliche Verpackung ist ein zentraler Aspekt in diesem Diskurs und hat sich als bedeutender Innovationsfaktor bei umweltschonenden Verpackungen etabliert. Sie verbindet Materialeffizienz, chemikalienbezogene Produktverantwortung und Kreislaufwirtschaft zu einem konsistenten Ansatz, der entlang der gesamten Lieferkette umgesetzt wird.
Im Zentrum steht die konsequente Vermeidung von Stoffen mit Ozonabbaupotenzial (ODP). Neben der Materialwahl sind auch Druckfarben, Klebstoffe, Beschichtungen, Reinigungsmittel und Treibmittel relevant. Ziel ist es, in der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zur Entsorgung – ozonverträgliche Lösungen umzusetzen und so Risiken für die Stratosphärenozon-Schicht gezielt zu minimieren. Ein integriertes Stoffstrommanagement und belastbare Nachweise sind dafür unverzichtbar.
Definition: Was ist eine Ozonschichtfreundliche Verpackung?
Ozonschichtfreundliche Verpackung bezieht sich auf Verpackungsmaterialien, die hergestellt und verarbeitet werden, ohne Chemikalien zu verwenden, die das Ozon in der Erdatmosphäre schädigen könnten. Typischerweise handelt es sich dabei um Verpackungsmaterialien, die komplett recycelbar sind, deren Stoffe kein Ozonabbaupotenzial besitzen und deren Herstellung auf halogenierte Substanzen verzichtet, um Umweltwirkungen zu minimieren.
Präziser gefasst umfasst die Definition alle Verpackungen, deren Herstellung und Verarbeitung ohne ozonabbauende Stoffe (z. B. FCKW, Halone, Tetrachlorkohlenstoff, 1,1,1-Trichlorethan, Methylbromid) erfolgt. Als Kriterium gilt ein Ozone Depletion Potential (ODP) von 0 für eingesetzte Substanzen (bezogen auf CFC-11 als Referenz = 1). Rezyklierbarkeit oder ein hoher Anteil an Sekundärrohstoffen sind wichtige ökologische Merkmale; sie sind jedoch nicht das alleinige Definitionskriterium für Ozonschichtfreundlichkeit und müssen mit einer ODS-freien Rezeptur einhergehen.
Begriffsabgrenzung: ozonverträglich bedeutet nicht automatisch klimaverträglich. Stoffe ohne ODP können ein hohes Treibhauspotenzial (GWP) aufweisen. Für eine ganzheitliche Bewertung wird die Ozonschichtfreundlichkeit daher häufig mit weiteren Umweltkriterien (z. B. Klimawirkung, Ressourcenverbrauch, Recyclingfähigkeit) kombiniert.
Theoretischer Hintergrund: Wie wird eine ozonschichtfreundliche Verpackung hergestellt?
Die Produktion von ozonschichtfreundlichen Verpackungen beinhaltet die Nutzung geeigneter Rohstoffe und umweltverträglicher Fertigungsprozesse. Es geht um den gesamten Lebenszyklus einer Verpackung – von der Faser- oder Rohstoffbereitstellung über die Verarbeitung auf der Wellpappenanlage bis zur Nutzung, Wiederverwendung und Entsorgung. Recycling und Wiederverwendung werden stark betont, um die Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. Ergänzend sind substanzbezogene Ausschlusskriterien, Lieferantenerklärungen und interne Sperrlisten zentrale Bausteine.
Zentrale Stellhebel sind die gezielte Auswahl und Substitution kritischer Stoffe in allen Prozessschritten:
- Rohstoffe: Papier- und Kartonqualitäten mit hohem Faserrecyclinganteil, biogene Faserstoffe sowie Additive ohne halogenierte Komponenten; Verzicht auf ODS-haltige Bläh- oder Treibmittel in Verbundwerkstoffen.
- Druck und Veredelung: wasserbasierte Druckfarben und Lacke, lösemittelarme oder lösemittelfreie Systeme sowie Verzicht auf halogenierte Lösungsmittel; migrationsarme Rezepturen für sensible Anwendungen.
- Klebstoffe: Dispersions- bzw. stärke-basierte Klebstoffe anstelle halogenierter oder potenziell ODS-relevanter Systeme; klare Kennzeichnung der Hilfsstoffe.
- Schaum- und Polstermaterialien: Systeme mit CO₂- oder Wassertreibmitteln statt früher verwendeter FCKW/HCFC-Treibmittel; konsequente Spezifikation der Blähmittel.
- Reinigung und Hilfsstoffe: Einsatz von wässrigen Reinigern und Prozesshilfsmitteln ohne ODS-Anteile; standardisierte Reinigungspläne mit Freigabe durch das Umwelt- oder Qualitätsmanagement.
Regulatorischer Rahmen und Prüfmaßstäbe
International maßgeblich ist das Montreal-Protokoll mit gelisteten ozonabbauenden Substanzen. In vielen Märkten regeln spezifische Ozonverordnungen Herstellung, Handel und Verwendung (z. B. EU-Ozonverordnung (EG) Nr. 1005/2009 bzw. Nachfolgeregelungen). Für die Praxis bewährt sich eine Stoffstromprüfung gegen ODS-Listen, ergänzt um Lieferantenerklärungen, Sicherheitsdatenblätter (insbesondere Abschnitte zu Zusammensetzung und Umweltangaben) und interne Sperrlisten. Ein dokumentierter Nachweis, dass verwendete Substanzen ein ODP von 0 aufweisen, ist zentral.
Lebenszyklus und Gestaltung
Designentscheidungen beeinflussen sowohl Materialeinsatz als auch Entsorgungswege. Schlanke Konstruktionen, sortenreine Lösungen, reduzierte Beschichtungen und ein durchschaubares Additivportfolio senken das Risiko unbeabsichtigter ODS-Einträge. Eine präzise Auslegung der Abmessungen und eine passgenaue Konstruktion minimieren Materialverbrauch, erhöhen Transportraumausnutzung und erleichtern die Wiederverwertung. Design-for-Recycling und modulare Verpackungskonzepte unterstützen die Kreislaufführung von Fasern.
Best Practices in der Wellpappenproduktion
In der Wellpappenfertigung sind Stärke- oder Dextrinleime, wasserbasierte Flexodruckfarben und prozessstabile, halogenfreie Hilfsstoffe bewährte Optionen. Eine enge Abstimmung zwischen Einkauf, Produktion und Qualitätssicherung stellt sicher, dass keine ODS-haltigen Substitute in Notfällen oder bei Lieferengpässen eingesetzt werden. Regelmäßige Schulungen und Wareneingangskontrollen helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Nachweis und Kennzeichnung
Für den Nachweis der Ozonschichtfreundlichkeit werden Materiallisten, Spezifikationen und Prüfberichte gebündelt. Prüfmethoden können Screening-Analysen auf halogenierte organische Verbindungen sowie Lieferantenaudits umfassen. Kennzeichnungen wie „CFC-free“ sind allein nicht ausreichend; maßgeblich ist die fundierte Dokumentation, dass alle relevanten Substanzen ein ODP von 0 besitzen.
ODP und GWP: Abgrenzung der Kennzahlen
ODP bewertet die potenzielle Auswirkung einer Substanz auf den Ozonabbau, während GWP das Treibhauspotenzial misst. Für eine fundierte ökologische Bewertung von Verpackungen werden beide Größen getrennt betrachtet. Ozonverträglich heißt folglich ODP = 0; zusätzliche Klimakriterien können projektbezogen ergänzt werden.
Anwendungen: Wo kommen ozonschichtfreundliche Verpackungen zum Einsatz?
Ozonschichtfreundliche Verpackungen sind in verschiedenen Branchen im Einsatz. Unternehmen nutzen sie, um Produkte zu schützen und zu transportieren, während sie gleichzeitig ihre ökologischen Verantwortlichkeiten erfüllen. Besonders bei Lebensmitteln, Elektronik, Kleidung und vielen anderen Produkten wird diese Art der Verpackung bevorzugt. Auch im temperaturgeführten Versand, in der Medizintechnik und in der Ersatzteil-Logistik lassen sich ODS-freie Lösungen zuverlässig realisieren.
Weitere typische Einsatzfelder sind Pharmazie und Kosmetik (kontakt- und migrationsarme Systeme), E-Commerce (druckarme, recyclingfähige Versandlösungen), Büro- und Printprodukte (farb- und lackoptimierte Kartonagen) sowie Ersatzteile und Komponenten (polsternde Lösungen ohne ODS-Treibmittel). In der Praxis kommen häufig standardisierte Formate neben individuellen Konstruktionen zum Tragen; dafür werden etwa Verpackungen direkt ab Lager sofort verfügbar genutzt, wenn die Anforderungen mit marktüblichen Spezifikationen abgedeckt werden. Für empfindliche Elektronik lassen sich zudem antistatische, halogenfreie Ausrüstungen kombinieren, um Produktschutz und Ozonschichtfreundlichkeit zusammenzuführen.
Materialbeispiele
- Papierbasierte Lösungen: Wellpappe, Vollpappe, Schrenz und Graspapier-Qualitäten mit wasserbasierten Druckfarben; gegebenenfalls Dispersionssperren für Feuchte.
- Polster und Füllmaterial: Papierpolster, Luftsysteme ohne ODS, Schäume mit CO₂- oder Wasser-Treibmitteln; Faserguss-Formteile als stoßdämpfende Alternative.
- Beschichtungen und Barrieren: Dispersionsbarrieren oder biobasierte Alternativen ohne halogenierte Komponenten; wachsfreie, recyclingkompatible Lösungen.
- Verschlussmittel: Papierklebebänder mit Naturkautschuk- oder Hotmelt-Systemen ohne halogenierte Additive; wasseraktivierbare Varianten für sortenreine Systeme.
- Zwischenlagen und Einsätze: Wellpapp-Zwischenlagen, Kartonstege und formstabile Einlagen aus Sekundärfasern, ODS-frei gefertigt.
Vor- und Nachteile der ozonschichtfreundlichen Verpackung
Ein zentraler Vorteil der ozonschichtfreundlichen Verpackung liegt in ihrem Beitrag zum Schutz der Stratosphärenozon-Schicht, da Emissionen ozonabbauender Substanzen entlang der Prozesskette vermieden werden. Zudem unterstreicht sie das umweltbewusste Profil eines Unternehmens, was ein sachliches, vertrauensförderndes Signal an Anspruchsgruppen sendet. Herausforderungen entstehen mitunter durch qualifizierte Substitutionen, Mehrkosten bei der Umstellung sowie durch die Verfügbarkeit geeigneter Alternativen und belastbarer Nachweisdokumente.
- Vorteile:
- Konformität mit internationalen Ozonregelungen und internen Nachhaltigkeitsrichtlinien.
- Vorbeugung regulatorischer Risiken und Reduktion toxikologischer Belastungen im Prozess.
- Gute Vereinbarkeit mit Recyclingzielen durch sortenarme und halogenfreie Auslegung.
- Verbesserte Transparenz in der Lieferkette durch dokumentierte Stoffstromkontrolle.
- Harmonisierung mit Design-for-Recycling-Prinzipien und standardisierten Verpackungsnormen.
- Herausforderungen:
- Eventuell höhere Material- oder Prozesskosten durch Substitution und Qualifizierung.
- Technische Abwägungen bei Barriere, Feuchte- und Fettschutz ohne halogenierte Additive.
- Kontinuierlicher Aufwand für Stoffstromkontrolle, Lieferantenaudits und Nachweisdokumente.
- Begrenzte Verfügbarkeit spezieller Rohstoffe oder Additive in bestimmten Märkten.
- Komplexität bei Mehrschichtsystemen und Verbunden, wenn sortenreine Lösungen gefordert sind.
Typische Zielkonflikte und Lösungsansätze
Bei höheren Barriereanforderungen (z. B. gegen Fett oder Feuchte) können halogenfreie Alternativen mit Mehrmaterialaufwand verbunden sein. Lösungsansätze sind funktionsintegrierte Konstruktionen, optimierte Abmessungen, materialeffiziente Verstärkungen sowie der Einsatz von Dispersionsbarrieren. In Druckprozessen lassen sich durch Farbstandardisierung, Rasterfeinheit und Substratabstimmung sowohl Materialeinsatz als auch Risikoquellen für ODS minimieren.
Praxis-Checkliste für die Implementierung
- Verbindliche ODS-Ausschlussliste definieren (inkl. ODP = 0 als Mindestkriterium).
- Material- und Prozessfreigaben auf Basis von Sicherheitsdatenblättern und Lieferantenerklärungen.
- Druckfarben, Klebstoffe und Lacke gezielt auf halogenfreie Rezepturen umstellen.
- Polster- und Schaumstoffe mit ODS-freien Treibmitteln spezifizieren.
- Dokumentation und Kennzeichnung standardisieren; Stichproben und Audits einplanen.
- Wareneingangsprüfung etablieren (Screening, Plausibilitätschecks, Chargenrückverfolgbarkeit).
- Schulungen für Einkauf, Konstruktion, Druck und Konfektion durchführen; Verantwortlichkeiten festlegen.
- Lieferantenmanagement stärken: Auditkriterien, Eskalationswege und Substitutionspläne definieren.
- Kontinuierliche Verbesserung verankern (Lessons Learned, Aktualisierung von Sperrlisten und Spezifikationen).
Zusammenfassung:
- Ozonschichtfreundliche Verpackungen sind solche, die keine ozonabbauenden Substanzen wie Halogenkohlenwasserstoffe enthalten. Das macht sie insbesondere für umweltbewusste Wellpapphersteller relevant.
- Verpackungen aus Wellpappe sind häufig von Natur aus ozonschichtfreundlich, da sie aus faserbasierten Materialien wie Papier und Wellpappe hergestellt werden und keine ODS-Emissionen verursachen, die die Ozonschicht beeinträchtigen könnten.
- Ein Unternehmen, das auf umweltfreundliche Verpackungen Wert legt, kann seine Nachhaltigkeitsbemühungen stärken, indem es ozonschichtfreundliche Verpackungen verwendet. Dies kann auch zur sachlichen Verbesserung des Markenimages beitragen.
- Kernkriterium ist die konsequente Vermeidung gelisteter ODS entlang des gesamten Lebenszyklus; unterstützende Maßnahmen sind halogenfreie Druckfarben, Klebstoffe und Beschichtungen.
- Die Umsetzung erfordert klare Spezifikationen, belastbare Nachweise (ODP = 0) und regelmäßige Kontrollen, bleibt jedoch mit gängigen Materialien und Prozessen gut realisierbar.
- Für eine vollständige ökologische Bewertung werden ODP-Aspekte mit weiteren Kriterien wie Recyclingfähigkeit und – projektbezogen – Klimawirkungen (GWP) kombiniert.
- Praktische Vorteile zeigen sich in Rechtssicherheit, Prozessqualität und transparenter Dokumentation entlang der Lieferkette.
Veröffentlicht am 04.07.2024
Letzte Überarbeitung am 11.12.2025 um 12:01 Uhr von Sebastian Würth