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Plastikreduktion
Die Bedeutung von Plastikreduktion im Verpackungssektor ist nicht zu unterschätzen, insbesondere in Bezug auf Wellpappe. Die zunehmende Sorge um die Umwelt und die globalen Ökosysteme hat den Fokus auf umweltfreundlichere Verpackungsoptionen und Strategien gelenkt, einschließlich der Verminderung des Kunststoffeinsatzes. Parallel dazu steigen die Anforderungen durch regulatorische Rahmenbedingungen, Kundenerwartungen und unternehmensinterne Nachhaltigkeitsziele. Im Versand- und E-Commerce-Umfeld ebenso wie in industriellen Lieferketten rückt daher die systematische Reduktion, Substitution und Vermeidung von Kunststoffen in Verpackungen in den Mittelpunkt.
Im Zentrum der Diskussion stehen Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz und die Reduktion von Einwegkunststoffen. Unternehmen verfolgen Ziele wie die Verringerung des Kunststoffanteils pro Sendung, die Substitution von Kunststoffen durch faserbasierte Lösungen sowie die Verbesserung der Recyclingfähigkeit durch Monomaterial-Ansätze. Damit einher gehen messbare Effekte auf Abfallaufkommen, CO2-Bilanz und die Qualität der Stoffströme in der Altpapierverwertung. Ergänzend gewinnen erweiterte Herstellerverantwortung, transparente Materialdeklaration und belastbare Lebenszyklusbewertungen an Bedeutung, um ökologische Wirkungen nachvollziehbar und vergleichbar zu machen.
Definition: Was versteht man unter Plastikreduktion?
Unter Plastikreduktion versteht man den bewussten Akt, den Einsatz von Plastikmaterialien in verschiedenen Bereichen zu minimieren. Im Rahmen von Verpackungsstrategien umfasst dies den Ersatz von Plastikverpackungen durch nachhaltigere und ökologisch verträglichere Alternativen. Als ganzheitlicher Ansatz berücksichtigt Plastikreduktion funktionale Anforderungen, logistische Prozesse, Recyclingpfade und die Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus.
Plastikreduktion umfasst dabei sowohl die Substitution (Ersatz durch andere Materialien) als auch die Vermeidung (Weglassen nicht zwingend nötiger Komponenten) und Optimierung (geringerer Materialeinsatz bei gleicher Schutzwirkung). Sie ist Teil eines ganzheitlichen Konzepts mit klaren Zielen, Kennzahlen und Prüfverfahren. Ergänzend kommen Lightweighting, Downsizing und die konsequente Ausrichtung auf Trennbarkeit und Monomaterialien hinzu, um Stoffkreisläufe zu stärken.
- Substitution: Austausch von Kunststofffolien, Blistern oder Einlagen hin zu faserbasierten Lösungen. Dies umfasst beispielsweise papierbasierte Polster, geformte Einlagen oder konstruktive Fixierungen, die zusätzliche Kunststoffkomponenten überflüssig machen.
- Vermeidung: Weglassen sekundärer Umverpackungen oder Schrumpffolien, wenn die Produktsicherheit gewährleistet bleibt. Verpackungen werden funktionsbezogen reduziert, indem überflüssige Lagen, Träger oder Umreifungen entfallen.
- Optimierung: Materialeffizienz durch passgenaue Zuschnitte, reduzierte Wandstärken und Monomaterial-Konstruktionen. Ziel ist eine stabile, aber ressourcenschonende Auslegung mit minimiertem Leervolumen.
- Wiederverwendung: Mehrfachnutzung bestimmter Verpackungskomponenten, sofern praktikabel und sicher. Rückführbare Elemente und modulare Einsätze können die Einwegquote senken.
- Recyclingorientierung: Design for Recycling, klare Trennbarkeit und eindeutige Materialkennzeichnung. Die Sortier- und Aufschlussfähigkeit wird bereits in der Konstruktionsphase berücksichtigt.
Wellpappe: Eine Lösung zur Reduzierung von Plastik im Verpackungssektor
Die plastikreduzierenden Eigenschaften der Wellpappe stellen eine effektive Lösung im Kampf gegen die zunehmende Plastikverschmutzung dar. Wellpappe ist ein aus Papier hergestelltes Verpackungsmaterial, das leicht zu recyceln und vollständig biologisch abbaubar ist. Sie erlaubt eine bedarfsgerechte Auslegung von Geometrie, Wellenarten und Grammaturen und unterstützt damit eine hohe Materialeffizienz bei gleichbleibender Schutzleistung.
Durch ihren Monomaterial-Charakter unterstützt Wellpappe eine saubere Sortier- und Wiederverwertungsphase im Altpapierkreislauf. Sie vereint geringes Eigengewicht mit hoher Stabilität und erlaubt konstruktive Anpassungen für spezifische Schutzanforderungen. Zudem kann der Anteil an Recyclingfasern hoch sein, ohne die Funktion wesentlich zu beeinträchtigen. In der Praxis tragen E-, B-, C- und kombinierte Wellenprofile (z. B. BC) dazu bei, Kantenstauchwiderstand und Durchstoßfestigkeit an die Produktanforderung anzupassen.
Konstruktive Optionen und Schutzfunktion
- Passform und Stabilität: Bauarten und Wellenkombinationen werden gezielt auf Produktgewicht und Belastungsprofil abgestimmt. Dies reduziert Leervolumen, verbessert Palettenausnutzung und erhöht die Transportsicherheit.
- Integrierte Sicherung: Stecklaschen, Einsätze und Einlagen sorgen für Fixierung ohne zusätzliche Kunststoffe. Formschlüssige Halterungen reduzieren Bewegungen und minimieren die Notwendigkeit separater Füllmaterialien.
- Polsterung: Geometrische Dämpfung (z. B. Knautschzonen) verringert Stoßlasten, oft ohne separates Füllmaterial. Gezielte Rillungen und Pufferbereiche unterstützen die Energieaufnahme.
- Kennzeichnung: Druck- und Markierungslösungen lassen sich direkt integrieren, zusätzliche Etikettenträger entfallen häufig. Variable Daten lassen sich bei Bedarf prozesssicher aufbringen.
Feuchtigkeits- und Barriereanforderungen
Bei erhöhter Feuchtebelastung oder speziellen Barriereanforderungen stehen angepasste Qualitäten und Beschichtungen zur Verfügung. Wasserbasierte, recyclingfreundliche Dispersionen oder trennbare Trennlagen können helfen, die Funktion zu sichern und gleichzeitig die Wiederverwertbarkeit zu erhalten. Eine sorgfältige Abwägung zwischen Schutzwirkung, Kreislauffähigkeit und Materialeinsatz ist hierbei zentral. Für temporäre Beanspruchungen können optimierte Oberflächen, Leimrezepturen und gezielte Kantenversiegelungen die Feuchteempfindlichkeit reduzieren.
Der Einfluss der Plastikreduktion auf die Verpackungsindustrie
Die Bewegung zur Plastikreduktion hat die Verpackungsindustrie stark beeinflusst. Nicht nur hinsichtlich der Materialauswahl, sondern auch im Hinblick auf die Entwicklung nachhaltigerer Produktionspraktiken und -prozesse. Es findet ein Umdenken im Packaging Design statt, hin zu mehr Recyclingfähigkeit und reduziertem Materialeinsatz. Digitale Entwicklungswerkzeuge, simulationsgestützte Auslegung und standardisierte Prüfmethoden unterstützen die zielgerichtete Umstellung.
Wesentlich sind zudem standardisierte Prüfverfahren, Dokumentation der Materialzusammensetzung und unternehmensweite Richtlinien. Einkauf, Entwicklung, Qualitätssicherung und Logistik arbeiten enger zusammen, um Schutzfunktionen, Prozessfähigkeit und ökologische Zielgrößen in Einklang zu bringen. Regelmäßige Audits, Validierungen und Feldtests stellen sicher, dass Reduktionsziele ohne Leistungseinbußen erreicht werden.
Kennzahlen und Messung
- Kunststoffanteil pro Einheit: Gramm Kunststoff je Verkaufseinheit oder Sendung. Die Entwicklung über Zeit und pro Produktgruppe zeigt Fortschritte und Handlungsfelder.
- Materialeffizienz: Verhältnis Schutzleistung zu Flächengewicht und Volumen. Ergänzend relevant sind Packdichte und Leervolumenquote entlang der Lieferkette.
- Recyclingfähigkeit: Einstufung nach anerkannten Mindeststandards und praxisnahen Sortier-/Aufschluss-Tests. Materialtrennbarkeit und Druck-/Beschichtungsanteile werden transparent bewertet.
- CO2-Fußabdruck: Lebenszyklusbetrachtung von Rohstoff bis Entsorgung bzw. Wiederverwertung. Produkt- und standortspezifische Faktoren fließen in die Analyse ein.
- Schadensquote: Monitoring von Transportschäden zur Validierung der Schutzfunktion nach Umstellung. Reklamationsdaten und Laborprüfungen werden miteinander abgeglichen.
Regulatorische und normative Aspekte
Rechtsrahmen und anerkannte Mindeststandards fördern den Übergang zu kreislauffähigen Verpackungen. Relevante Aspekte sind Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten, die Bewertung der Recyclingfähigkeit sowie Vorgaben zur Reduktion vermeidbarer Einwegkunststoffe. Prüf- und Testnormen für Stapel-, Fall-, Vibrations- und Klimaeinwirkungen unterstützen eine belastbare Auslegung. Diese Anforderungen bilden den Rahmen, in dem plastikreduzierte Wellpapp-Lösungen funktionssicher und regelkonform umgesetzt werden.
Vor- und Nachteile von Plastikreduktion
Es gibt zahlreiche Vorteile, die mit der Reduktion von Plastikverpackungen einhergehen, darunter die Schonung von Ressourcen, weniger Abfall und ein reduzierter CO2-Fußabdruck. Wellpappe vereint zudem eine hohe Funktionalität mit ökologischer Nachhaltigkeit. Die wenigen Nachteile können die mangelnde Feuchtigkeitsbeständigkeit von Wellpappe betreffen, jedoch existieren bereits Lösungen, wie eine spezielle Beschichtung, um diese Herausforderung zu überwinden. Weitere Aspekte betreffen etwa Fett- und Aromabarrieren sowie die punktuelle Durchstoßfestigkeit, die konstruktiv oder materialseitig adressiert werden kann.
- Vorteile: Monomaterial begünstigt Sammlung und Wiederverwertung; Gewichtsreduktion kann Transportemissionen senken; gute Bedruckbarkeit und einfache Anpassung an Produktgeometrien. Standardisierte Bauformen unterstützen Automatisierung und effiziente Logistikkonzepte.
- Herausforderungen: Feuchte- und Fettbarrieren müssen gezielt sichergestellt werden; punktuelle Durchstoßfestigkeit kann zusätzliche Verstärkungen erfordern; Validierung über Prüfungen (z. B. Stapel-, Fall- und Vibrationsprüfungen) ist notwendig. Bei speziellen Anwendungen sind abgestimmte Toleranzen und geeignete Lagerbedingungen erforderlich.
- Abwägung: Optimale Lösungen entstehen aus dem Zusammenspiel von Schutzanforderung, Materialmix, Prozessfähigkeit und Wiederverwertbarkeit. Zielgrößen werden entlang der Supply Chain abgeglichen und bei Bedarf iterativ nachgeschärft.
Praktische Umsetzung der Plastikreduktion in Unternehmen
Unternehmen, die den Übergang zur Wellpappe vollziehen, implementieren häufig einen integrierten Ansatz zur Plastikreduktion. Dies kann eine Neuformulierung der Produkt-Design-Richtlinien, die Nutzung von Recyclingmaterialien und die Einführung eines Abfallmanagements umfassen. Ebenfalls relevant sind Lieferanteneinbindung, Schulungen und klare Verantwortlichkeiten für die Umsetzung entlang des Produktentstehungsprozesses.
In der Praxis bewährt sich ein strukturiertes Vorgehen mit klaren Kriterien und iterativen Tests. Produkt- und Transportsimulationen helfen, Materialeinsparungen mit unveränderter Schutzfunktion abzusichern. Wo erforderlich, werden Barrieren gezielt und recyclingfreundlich ausgelegt. Rückmeldungen aus Produktion, Kommissionierung und Versand fließen kontinuierlich in Anpassungen ein.
- Analyse des Ist-Zustands: Erfassung aller Kunststoffkomponenten, Funktionen und Verbräuche entlang der Supply Chain. Datenbasierte Auswertungen schaffen Transparenz über Materialflüsse und Prioritäten.
- Priorisierung: Auswahl der größten Hebel (z. B. Sekundärverpackungen, Füllmaterial, Umreifungen). Kriterien sind Volumenanteil, Einsparpotenzial, technische Machbarkeit und Auswirkung auf Qualität.
- Konzeptentwicklung: Konstruktion faserbasierter Alternativen mit Fokus auf Monomaterial und Trennbarkeit. Variantenvergleiche und modulare Bauformen erleichtern Skalierung und Serienanlauf.
- Prototyping und Tests: Mechanische Prüfungen, Klima- und Transporttests, Pilotversand. Ergebnisse werden dokumentiert, um Soll- und Ist-Werte belastbar zu vergleichen.
- Rollout und Monitoring: Stufenweise Einführung, Schulung von Teams, laufende Qualitäts- und Kennzahlenkontrolle. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse sichern die Zielerreichung im Betrieb.
Je nach Produktgruppe können unterschiedliche faserbasierte Lösungen sinnvoll sein; ergänzend lassen sich ressourcenschonende, natürlich wirkende Verpackungen aus Graspapier für geeignete Anwendungen prüfen, sofern Schutzfunktion, Recyclingfähigkeit und Prozessstabilität gesichert sind. Zusätzlich spielt die Anpassung an Fördertechnik, Etikettierung und automatisierte Verpackungsprozesse eine wichtige Rolle.
Beispiele aus der Praxis
- Ersetzen von Schrumpffolie durch formschlüssige Umkartons mit integrierter Fixierung. Dies reduziert Kunststoffverbrauch und verbessert die Palettenstabilität.
- Substitution von Kunststoffpolstern durch geformte Papiereinlagen oder konstruktive Knautschzonen. Stoß- und Vibrationsanforderungen werden hierbei gezielt berücksichtigt.
- Reduktion von Klebebändern durch selbsteinschließende Verschlussgeometrien und passende Rillungen. Wiederöffnungs- und Inspektionsprozesse bleiben dennoch handhabbar.
- Weglassen zusätzlicher Umverpackungen durch optimierte Primärverpackungen aus Wellpappe. Produkt- und Prozessanforderungen werden dafür eng aufeinander abgestimmt.
Ausblick: Die Zukunft der Plastikreduktion in der Verpackungsbranche
Die zukünftige Rolle der Plastikreduktion in der Verpackungsindustrie wird voraussichtlich zunehmen. Mit dem stärkeren Fokus auf Nachhaltigkeit sowie steigenden Kundenerwartungen und gesetzlichen Vorgaben wird die Bedeutung umweltfreundlicherer Verpackungsalternativen, wie der Wellpappe, weiter wachsen. Die Kombination aus datenbasierter Optimierung, materialeffizientem Design und klaren Mindeststandards für Recyclingfähigkeit wird Entscheidungen vereinfachen und Umsetzungsgeschwindigkeit erhöhen.
Technologische Entwicklungen unterstützen diesen Trend: datenbasierte Auslegung von Verpackungen, on-demand Zuschnittsysteme zur Volumenreduktion sowie weiterentwickelte, recyclingfreundliche Barrieren. Parallel dazu fördern Mindeststandards für Recyclingfähigkeit und transparente Kennzahlen eine vergleichbare Bewertung von Lösungen. Lieferkettenweite Kooperationen und kontinuierliche Verbesserung verankern Plastikreduktion dauerhaft in Entwicklung, Beschaffung, Produktion und Logistik.
Zusammenfassung:
- Verpackungswechsel: Plastikreduktion beinhaltet den Übergang von Kunststoff zu umweltfreundlicheren Alternativen, wie zum Beispiel Wellpappe, welche in der Herstellung ressourcenschonender und im Entsorgungsprozess besser abbaubar ist. Monomaterial-Designs erleichtern die Sortierung und die hochwertige Wiederverwertung.
- Weniger Abfall: Durch die Reduzierung des Plastikverbrauchs tragen Unternehmen dazu bei, die Umweltverschmutzung zu verringern und eine sauberere Umwelt zu schaffen. Dies stärkt nicht nur das grüne Image der Firma, sondern hilft auch, die Menge an produzierten Abfällen zu reduzieren. Gleichzeitig verbessert sich die Qualität der Altpapier-Stoffströme.
- Nachhaltige Strategien: Ein Bestandteil der Plastikreduktion ist die Einführung und Förderung nachhaltiger Strategien, die darauf abzielen, den Verbrauch von Plastik zu minimieren. Dazu gehört unter anderem die Nutzung von Mehrwegsystemen oder die Umstellung auf Verpackungen aus Wellpappe. Design for Recycling und Trennbarkeit sind zentrale Leitplanken.
- Kennzahlenbasierte Umsetzung: Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit und Schadensquote dienen als Leitplanken für Entscheidungen und kontinuierliche Verbesserung. Ergänzend sichern CO2-Bilanz und Leervolumenquote die ökologische und logistische Zielausrichtung ab.
- Funktionssicherheit: Schutzanforderungen bleiben maßgeblich; Tests stellen sicher, dass der geringere Kunststoffanteil nicht zulasten der Produktintegrität geht. Prüfpläne und Feldtests untermauern die Serienfreigabe.
- Kontinuierliche Verbesserung: Iteratives Vorgehen, Monitoring und Anpassungen verankern Plastikreduktion dauerhaft in Entwicklungs- und Logistikprozessen. Erkenntnisse aus Betrieb und Reklamationsanalyse fließen in nächste Optimierungsrunden ein.
Veröffentlicht am 12.07.2024
Letzte Überarbeitung am 16.12.2025 um 11:52 Uhr von Sebastian Würth