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Qualitätskontrollberichte
Qualitätskontrollberichte sind eine wesentliche Komponente im Produktionsprozess von Wellpappe-Verpackungen. Durch sie werden Qualitätsstandards sichergestellt und kontinuierliche Verbesserungen ermöglicht. Jedes Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist, legt großen Wert auf diese Berichte. Sie fungieren als verbindliche Dokumentation entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Wareneingang über die Inprozesskontrolle bis zur Endprüfung und bilden damit die Grundlage für belastbare Aussagen zur Leistungsfähigkeit von Verpackungsmaterialien und -prozessen.
Sie dienen als belastbare Grundlage für nachvollziehbare Entscheidungen in Entwicklung, Fertigung und Logistik. Auf Basis eindeutig dokumentierter Prüfmethoden, Grenzwerte und Ergebnisse lassen sich Prozessfähigkeit, Reproduzierbarkeit und Stabilität der Produktion beurteilen. Darüber hinaus unterstützen strukturierte Auswertungen die Fehlerprävention, reduzieren Schwankungen und stärken die Nachvollziehbarkeit über Chargen, Schichten und Maschinen hinweg. Ergänzend ermöglichen Kennzahlen, statistische Prozesslenkung und klare Eskalationspfade den zielgerichteten Umgang mit Abweichungen und deren nachhaltige Beseitigung.
Definition: Was versteht man unter den Qualitätskontrollberichten?
Unter den Qualitätskontrollberichten versteht man dokumentierte Aufzeichnungen, die den Nachweis für die erbrachte Leistung eines Prozesses oder einer Tätigkeit liefern. In der Wellpappen-Industrie liefern diese Berichte detaillierte Informationen über die Qualität der produzierten Wellpappenverpackungen. Sie zeigen, ob die Produkte den festgelegten Standards entsprechen und beinhalten aufschlussreiche Daten, die zur Verbesserung von Produktion und Qualitätsstandards genutzt werden können. Als zentrales Element des Qualitätsmanagements unterstützen sie Auditfähigkeit, Konformitätsbewertungen und die systematische Weiterentwicklung von Verpackungsprozessen und -produkten.
Im Kern beinhalten solche Berichte die Verbindung aus Prüfplan (Was wird getestet?), Prüfumfang (Wie viel und wie oft?), Prüfmethodik (Wie wird gemessen?), Spezifikation (Welche Grenz- und Zielwerte gelten?) sowie Bewertung (Bestanden/Nicht bestanden) inklusive Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen. Damit erfüllen sie Anforderungen an Rückverfolgbarkeit, Auditfähigkeit und Konformitätsnachweise über den gesamten Produktlebenszyklus. Häufig sind zudem Metadaten enthalten, etwa Versionen von Prüfvorschriften, Freigabestände, Referenzmuster und Hinweise zur Messunsicherheit, um Entscheidungen transparent und reproduzierbar zu machen.
- Prüfobjekt und Produktcode: eindeutige Identifikation des Artikels inklusive Wellenkombination und Liner; Zuordnung zu Konstruktionsdaten, Materialqualitäten und relevanten Verpackungsfunktionen.
- Charge/Los: Zuordnung zu Produktionszeitraum, Maschine und Schicht; inklusive Rüststatus, Bahngeschwindigkeit und verwendeten Rohpapieren zur vollständigen Rückverfolgbarkeit.
- Prüfmittel: Gerätekennzeichnung, Kalibrierstatus und Messunsicherheit; nachvollziehbare Rückführung auf Normale, Prüfintervall und Referenzproben.
- Prüfumgebung: Konditionierung (z. B. 23 °C/50 % r. F.) und Wartezeiten; Dokumentation von Abweichungen und deren Einflussbewertung.
- Spezifikation: Toleranzen, Zielwerte und Annahmekriterien; Definition von Eingriffs- und Warngrenzen zur frühzeitigen Prozesslenkung.
- Ergebnisse: Messwerte, Stichprobengrößen, Ausreißerbehandlung und Bewertung; Darstellung als Einzelwerte, Mittelwerte und Verteilungsparameter.
- Freigabe: Prüfer, Datum, elektronische Signatur und Archivkennzeichen; optional mit Vier-Augen-Prinzip und Eskalationsvermerk bei Nichtkonformität.
Die Bedeutung der Qualitätssicherungsberichte in der Wellpappen-Industrie
Qualitätskontrollberichte haben eine hohe Relevanz in der Wellpappen-Industrie. Durch sie lässt sich nicht nur die Beständigkeit und Qualität der Produkte sicherstellen, sondern sie tragen auch zur Optimierung von Produktionsabläufen bei. Der Nutzen dieser Berichte zeigt sich in mehr Effizienz, verbesserter Kundenzufriedenheit und verringerten Ausschussraten, was letztlich zu Kosteneinsparungen führt. Zudem fördern sie Standardisierung, Vergleichbarkeit und eine faktenbasierte Zusammenarbeit zwischen Produktion, Qualitätssicherung und Entwicklung.
Sie stützen außerdem die Einhaltung von Normen und Kundenvorgaben, erleichtern interne und externe Audits und ermöglichen den objektiven Nachweis von Produktsicherheit und Leistungsfähigkeit. Trendanalysen aus wiederkehrenden Berichten zeigen frühzeitig Prozessdrifts, unterstützen Ursachenanalysen und leiten zielgerichtete Verbesserungsmaßnahmen ein. So werden Risiken in der Lieferkette reduziert und Reklamationen strukturiert aufgearbeitet. Ergänzend tragen belastbare Daten zur Ressourcen- und Materialeffizienz bei, indem Überqualitäten erkannt und Spezifikationen bedarfsgerecht geschärft werden.
Die Gestaltung der Qualitätsberichte und ihre Elemente
Ein effizienter Qualitätskontrollbericht enthält Daten und Informationen, die auf verschiedene Indikatoren und Merkmale der Produktqualität hinweisen. Dazu gehören Spezifikationen wie das Gewicht der Wellpappe, die Dicke und Stärke sowie visuelle Aspekte wie die Farbe oder Oberflächenbeschaffenheit. Jeder Bericht sollte außerdem die getesteten Chargen, die festgestellten Abweichungen und Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung enthalten. Einheitliche Einheiten, eindeutige Maße (Innen-, Außen- oder Nutzmaß) und eine klare Angabe der Messbedingungen erhöhen die Aussagekraft.
Typische Kennwerte sind unter anderem Grammatur, Feuchtegehalt, Dicke, Rillgüte und Klebefestigkeit sowie mechanische Prüfwerte wie Kantenstauchwiderstand (ECT), Berstdruck, Flachstauchwiderstand (FCT) und gegebenenfalls Box-Compression-Ergebnisse (BCT). Dokumentiert werden Prüfbedingungen, Stichprobengrößen, Messreihen, statistische Auswertungen (Mittelwert, Standardabweichung) und die Zuordnung zu Freigabe- oder Sperrentscheidungen. Für Größenangaben und Toleranzen sind präzise Angaben wichtig; vertiefende Informationen liefern Hintergründe und Praxiswissen zu Abmessungen im Prüfprozess.
- Visuelle Merkmale: Druckbild, Farbkonstanz, Kantenqualität, Rillung und Perforation; zusätzliche Hinweise zu typischen Fehlerbildern (z. B. Quetschungen, Klebstoffaustritt, Verblockungen).
- Funktionale Merkmale: Stabilität im Einsatz, Falzbarkeit, Verschlussfunktion, Passgenauigkeit; falls relevant auch Stapel- und Transportbeanspruchungen entlang des Logistikprozesses.
- Dokumentation: Abweichungsmanagement, Maßnahmenverfolgung (CAPA), Wirksamkeitskontrolle; klare Verantwortlichkeiten und Fristen zur Umsetzung.
Prüfmerkmale und Messmethoden in der Praxis
Je nach Anforderung kommen standardisierte Prüfverfahren zum Einsatz. Dazu zählen unter anderem:
- ECT (Edge Crush Test): Beurteilung der Stapelstabilität über den Kantenstauchwiderstand; relevant für die Transportfestigkeit und die Auslegung von Kartonagen.
- FCT (Flat Crush Test) und RCT: Bewertung der Wellen- und Papierqualität; Rückschlüsse auf Materialaufbau, Papiersteifigkeit und Verarbeitungsfenster.
- Berstdruck: Widerstand gegen punktuelle Belastung des Materials; insbesondere für stoßartige Beanspruchungen in der Logistikkette.
- Cobb-Wert: Wasseraufnahmeverhalten, relevant für Feuchtebeständigkeit; wichtig bei klimatisch anspruchsvollen Einsatzbedingungen.
- Grammatur und Dicke: Materialeinsatz und Profilkonstanz; Grundlage für die Beurteilung von Wirtschaftlichkeit und Konformität mit Spezifikationen.
- Klebefestigkeit: Haftung zwischen Welle und Deckenbahn; entscheidend für die Verbundintegrität und die Rill- und Falzqualität.
- Oberflächenprüfung: Rauheit, Gleichmäßigkeit, optische Mängel; Bedeutung für Druckbilder, Etikettierbarkeit und Verpackungsanmutung.
Ergebnisse werden im Bericht numerisch und, wo sinnvoll, grafisch abgebildet. Regelkarten, Histogramme und Pareto-Diagramme unterstützen die Interpretation und zeigen Abweichungstendenzen über Zeitreihen. Ergänzend sind Fähigkeitskennzahlen (z. B. Cp, Cpk) und Analysen zur Messsystemfähigkeit hilfreich, um die Aussagekraft der Daten zu sichern und Prozesspotenziale präzise zu identifizieren.
Erhebung, Stichproben und Prüfplanung
Die Auswahl der Stichproben, die Prüffrequenz und die Losgröße folgen definierten Vorgaben. Häufig kommen risikobasierte Konzepte mit festen Prüfabständen, anlassbezogenen Sonderprüfungen (z. B. nach Rüstvorgängen) sowie Wareneingangs-, Inprozess- und Endprüfungen zum Einsatz. Die Konditionierung der Proben vor der Messung (Temperatur/rel. Luftfeuchte) wird festgehalten, um Vergleichbarkeit sicherzustellen. Zusätzlich werden Annahmestichprobenpläne (z. B. AQL-basierte Verfahren) genutzt, um Prüfaufwand und Absicherungsniveau in ein angemessenes Verhältnis zu setzen.
- Stichprobenumfang: Festlegung nach Produktkritikalität und Prozessfähigkeit; Anpassung bei Prozessänderungen, Neuanläufen oder auffälligen Trends.
- Prüfmittelmanagement: Kalibrierintervalle, Rückführbarkeit und Prüfmittelüberwachung; Erfassung von Drift, Reparaturen und Austausch zur Sicherstellung konsistenter Messergebnisse.
- Grenzwerte: Toleranzband, Eingriffsgrenzen und Freigabekriterien; Definition von Sofortmaßnahmen und Sperrlogiken bei Überschreitung.
Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Datenmanagement
Ein vollständiger Qualitätskontrollbericht stellt die Rückverfolgbarkeit sicher: Serien-/Chargennummern, Maschinen- und Schichtdaten, Prüferinformationen und Freigabestatus werden eindeutig verknüpft. Abweichungen werden mit Ursachenanalyse, Sofortmaßnahmen und nachhaltigen Korrekturen dokumentiert. Die revisionssichere Archivierung und ein geregelter Zugriff sind Bestandteil des Informationsmanagements. Ergänzend unterstützen Prüf- und Freigabestempel, digitale Signaturen und Audit-Trails die Integrität der Daten.
In der digitalen Umsetzung werden Berichte häufig über integrierte Systeme erstellt und verwaltet. Dabei sind Datenintegrität, Versionierung, Änderungsnachweise und der Schutz sensibler Informationen zentral. Schnittstellen zu Produktions- und Planungssystemen ermöglichen die automatische Übernahme von Stammdaten, Prüfplänen und Spezifikationen. Dashboards und Benachrichtigungen helfen, relevante Abweichungen zeitnah zu erkennen und Verantwortliche gezielt zu informieren.
Vor- und Nachteile der Qualitätskontrollberichte
Die Vorteile der regelmäßigen Erstellung von Qualitätskontrollberichten liegen klar auf der Hand: Sie ermöglichen eine standardisierte Überwachung der Produktionsqualität, erhöhen die Transparenz und helfen bei der Aufdeckung von Problembereichen. Nutzt ein Unternehmen diese Berichte aktiv zur Optimierung, kann es die Kundenzufriedenheit steigern und Ausschuss- sowie Nacharbeitskosten senken. In Bezug auf Nachteile kann man anmerken, dass das Erstellen dieser Berichte zusätzlichen Aufwand bedeutet und bei falscher Handhabung zu Fehlinterpretationen führen kann. Eine klare Definition von Rollen, Freigaben und Auswertelogik mindert diese Risiken.
- Vorteile: Frühwarnsystem für Prozessabweichungen, objektive Entscheidungsbasis, Nachweis der Konformität gegenüber Kunden und Auditoren.
- Herausforderungen: Ressourcenbedarf für Datenerhebung, Schulungsaufwand, Notwendigkeit konsistenter Prüfmittel und klarer Auswertelogik.
- Risiken bei Fehlinterpretation: Unzureichende Berücksichtigung von Messunsicherheit oder unpassende Stichproben können zu falschen Schlüssen führen.
Normen und Referenzen für Prüfverfahren
Für Qualitätskontrollberichte in der Wellpappen-Industrie sind anerkannte Normen und Prüfstandards relevant. Häufig herangezogen werden unter anderem ISO 3037 (Kantenstauchwiderstand ECT), ISO 3035 (Flachstauchwiderstand FCT), ISO 2759 (Berstdruck), ISO 535 (Cobb-Wasseraufnahme), ISO 536 (Grammatur) und ISO 534 (Dicke). Die konsequente Nennung der angewendeten Norm sowie von Abweichungen oder Sonderregelungen im Bericht sichert Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit der Resultate.
Praxisbeispiele aus der Wellpappenproduktion
Ein periodischer Rückgang der ECT-Werte kann auf eine veränderte Papierqualität oder zu hohe Feuchte in der Produktion hinweisen. Durch Korrelation von ECT, Grammatur und Klebefestigkeit lässt sich die Ursache eingrenzen. Ein anderes Beispiel ist die Erhöhung des Cobb-Wertes in feuchten Jahreszeiten: Berichte dokumentieren die Trendverschiebung, sodass gezielte Maßnahmen wie geänderte Konditionierung oder Materialumstellung eingeleitet werden können. Treten vermehrt optische Fehler (z. B. Druckstreifen) auf, machen strukturierte Berichte Muster sichtbar und erleichtern die Ursachenanalyse an Druck- und Rillaggregaten.
Best Practices für wirksame Qualitätskontrollberichte
- Klare Zielsetzung und eindeutige Spezifikationen, einschließlich Toleranzen und Eingriffsgrenzen.
- Konsistente Prüfmethoden mit dokumentierter Messunsicherheit und regelmäßiger Prüfmittelüberwachung.
- Standardisierte Visualisierung (Regelkarten, Histogramme) zur schnellen Interpretation von Trends.
- Verknüpfung mit CAPA-Prozessen und terminierter Maßnahmenverfolgung bis zur Wirksamkeitskontrolle.
- Schulung der Beteiligten in Datenerhebung, Auswertung und Fehlerinterpretation zur Sicherung der Datenqualität.
Zusammenfassung:
- Qualitätskontrollberichte sind Aufzeichnungen, die nach der Inspektion von Verpackungsprodukten, insbesondere Wellpappenverpackungen, entstehen und dabei helfen, die Einhaltung der Standards und Erwartungen zu gewährleisten.
- Sie bieten detaillierte Aufschlüsse über den Fertigungsprozess und können etwaige Defekte oder Abweichungen aufdecken, wodurch die Möglichkeit zur kontinuierlichen Verbesserung und somit auch die Produktqualität steigt.
- Unterstützend für Unternehmen, ermöglichen diese Berichte den Nachweis der Qualität und Konformität ihrer Verpackungsprodukte, beispielsweise bei Audits oder im Dialog mit Kunden und Lieferanten.
- Eine klare Struktur mit Prüfplan, Messmethodik, Spezifikation, Ergebnissen und Bewertung macht die Berichte vergleichbar und belastbar.
- Statistische Auswertungen, Trendbetrachtungen und saubere Rückverfolgbarkeit helfen, Risiken zu senken und Prozesse zielgerichtet zu verbessern.
- Angemessene Stichproben, definierte Prüfbedingungen und kalibrierte Prüfmittel sind Voraussetzung für valide und reproduzierbare Resultate.
Veröffentlicht am 04.06.2025
Letzte Überarbeitung am 15.01.2026 um 11:34 Uhr von Julia Kopp