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Verpackungsbeständigkeit

Wellpappe: ein bekanntes Material in der Welt der Verpackungsindustrie. Seine dauerhaft hohe Relevanz verdankt es insbesondere einer Eigenschaft: der Verpackungsbeständigkeit. Insbesondere für Unternehmen, die ihren Fokus auf Produktschutz und Langlebigkeit legen, spielt diese eine entscheidende Rolle. Beständigkeit beschreibt dabei nicht nur die reine Stabilität gegen Druck, sondern die zuverlässige Schutzwirkung über den gesamten Nutzungszeitraum – von der Kommissionierung über Transport und Lagerung bis hin zur Handhabung beim Empfänger. In der Praxis umfasst dies die Widerstandsfähigkeit gegenüber Stauchung, Durchstoß, Kantenbelastungen, Vibrationen, Feuchte und klimatischen Schwankungen. Die charakteristische Sandwichstruktur aus Deckschichten und Wellenbahn erzeugt tragfähige Stege, die Lasten in Stapelrichtung aufnehmen, Stoßenergie dämpfen und Formstabilität sichern. Dadurch bleibt die Funktion der Verpackung auch unter wiederholter Beanspruchung, wechselnden Klimabedingungen und typischen logistischen Belastungsszenarien erhalten.

Definition: Was versteht man unter Verpackungsbeständigkeit?

Verpackungsbeständigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Verpackung, externe Einflüsse wie Druck oder Feuchtigkeit zu widerstehen und das verpackte Produkt effektiv zu schützen. Sie charakterisiert die Langlebigkeit einer Verpackungslösung und ihre Fähigkeit, den Inhalt vor potenziellem Schaden zu schützen. Die Anforderungen an die Verpackungsbeständigkeit können je nach Art des zu verpackenden Produkts variieren. Im engeren Sinne umfasst sie mechanische Beständigkeit (z. B. Stauch-, Biege- und Durchstoßwiderstand), klimatische Beständigkeit (z. B. Feuchte- und Temperaturtoleranz) sowie die Beständigkeit gegenüber wiederholten Belastungszyklen in der gesamten Lieferkette. Je nach Risiko- und Belastungsprofil werden Mindestwerte definiert, die unter realistischen Bedingungen dauerhaft einzuhalten sind. Maßgeblich ist dabei nicht nur die kurzfristige Festigkeit, sondern die funktionale Integrität über den gesamten Lebenszyklus, inklusive Handhabung, Umschlag und Transport.

Zur Einordnung kann zwischen kurzfristiger Beständigkeit (z. B. bei Stoßereignissen) und langfristiger Beständigkeit (z. B. bei mehrwöchiger Lagerung unter wechselnden Klimabedingungen) unterschieden werden. Neben Materialparametern spielen Konstruktion, Verschlussart, Füllgrad und die Beladungs- und Handhabungsprozesse eine wesentliche Rolle. Eine sachliche Orientierung bietet die Übersicht gängiger Verpackungen aus dem Lagerbestand, um typische Bauarten und Einsatzgrenzen einzuordnen. In der Praxis erfolgt die Beurteilung häufig nach definierten Prüfkonditionen (z. B. Normklima 23 °C/50 % r. F.) und unter Einbezug von Alterungs- und Relaxationseffekten, damit die Gebrauchstauglichkeit unter realistischen Zeit-, Temperatur- und Feuchtekollektiven abgesichert ist. Ergänzend werden Sicherheitsfaktoren herangezogen, um Serienstreuung und logistische Unwägbarkeiten angemessen zu berücksichtigen.

Prüfmethoden und Kennwerte

  • Kantenstauchwiderstand (ECT): Bewertet die Tragfähigkeit der Kanten von Wellpappe unter Druckbelastung; wichtig für Stapelfestigkeit.
  • Box Compression Test (BCT): Ermittelt die Stauchfestigkeit des fertigen Kartons und erlaubt Rückschlüsse auf zulässige Stapelhöhen.
  • Durchstoß- und Fallprüfung: Simuliert punktuelle Belastungen und Sturzereignisse entlang der Transportkette.
  • Feuchteaufnahme (Cobb): Quantifiziert die Wasseraufnahmefähigkeit und damit die Feuchteempfindlichkeit von Deck- und Wellenpapieren.
  • Klimaprüfung: Konditionierung bei definierten Temperatur- und Feuchtewerten zur Bewertung der Beständigkeit unter realen Umgebungsbedingungen.
  • Rill- und Faltqualität: Beurteilt die Beständigkeit an Falzkanten, die häufig kritische Stellen für Materialermüdung sind.
  • Flachstauchwiderstand (FCT): Bewertet die Widerstandsfähigkeit der Welle gegen lokale Quetschung; relevant für Dämpfung und Schutz gegen punktuelle Belastungen.
  • Ring- und Kurzspann-Druckprüfung (RCT/SCT): Kennwerte der Papierqualitäten, die die Druckfestigkeit in Maschinen- und Querrichtung charakterisieren.
  • Biegesteifigkeit: Erfasst die Widerstandsfähigkeit gegen Durchbiegung, welche die Formstabilität der Außenflächen beeinflusst.
  • Vibrationsprüfung: Reproduziert Transportvibrationen, um Resonanzeffekte und Ermüdung im System Verpackung-Inhalt zu beurteilen.
  • Feuchtegehalt: Bestimmt den Wassergehalt der Papiere, da er die Stauchfestigkeit und Maßstabilität maßgeblich beeinflusst.

Faktoren, die die Verpackungsbeständigkeit beeinflussen

Sowohl die Charakteristika der Wellpappe als auch die Umgebungsbedingungen können die Verpackungsbeständigkeit beeinflussen. Hierzu zählen unter anderem die Dicke der Wellpappe, die Wellengröße und die Feuchtigkeitsresistenz, sowie äußere Faktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit während Lagerung und Transport. Ebenso wirken sich die Orientierung der Wellen, die Grammatur der Deckschichten, die Qualität der Verklebung sowie der Rezyklatanteil auf die resultierende Robustheit aus. Produktionsparameter wie Klebstoffauftrag, Trocknung und Konditionierung während der Herstellung beeinflussen ebenfalls die erzielbaren Kennwerte.

  • Wellenprofil und Aufbau: A-, B-, C-, E- oder Doppel-/Tripelwelle beeinflussen Druck- und Durchstoßfestigkeit sowie Dämpfungseigenschaften.
  • Grammatur und Fasermix: Höhere Flächengewichte und geeignete Faserqualitäten erhöhen Stabilität, beeinflussen aber Gewicht und Ressourcenverbrauch.
  • Beschichtungen/Imprägnierungen: Hydrophobe oder ölresistente Ausrüstungen steigern Feuchte- und Medienbeständigkeit.
  • Rillung und Faltung: Saubere Rilllinien reduzieren Mikrorisse und verhindern Festigkeitsverluste an Kanten.
  • Verschlussmittel: Klebebänder, Heftklammern oder Umreifung wirken auf die Kanten- und Deckelfestigkeit sowie auf die Dichtigkeit.
  • Füllgrad und Lastverteilung: Formschlüssige Fixierung und gleichmäßige Lastübertragung vermeiden lokale Überlasten.
  • Palettierung und Stapelkonzept: Ebenheit, Überhänge und Druckverteilung bestimmen die Stapelsicherheit; Zwischenlagen können die Last verteilen.
  • Umgebungsbedingungen: Klimawechsel, Kondensation und Langzeitfeuchte reduzieren Stauch- und Biegefestigkeit; geeignete Konditionierung stabilisiert Ergebnisse.
  • Abmessungen: Seitenverhältnisse und Kantenlängen beeinflussen die BCT-Werte und die Verformungsneigung bei Langzeitbelastung.
  • Faserrichtung und Maschinenrichtung: Unterschiedliche Festigkeitswerte in Längs- und Querrichtung beeinflussen Falt- und Stauchverhalten.
  • Klebstellenqualität: Eine gleichmäßige, feste Verklebung zwischen Wellen- und Deckbahnen ist entscheidend für ECT- und BCT-Reserven.
  • Bedruckung und Feuchtehaushalt: Flächige Farbaufträge und Trocknungsprozesse können Feuchteverteilung und Steifigkeit beeinflussen.

Konstruktive Maßnahmen zur Erhöhung der Beständigkeit

  • Mehrwandige Ausführungen (z. B. Doppelwelle) für höhere Stauch- und Durchstoßreserven.
  • Verstärkte Kanten durch Einlagen oder angepasste Klebelaschen zur Reduzierung von Kantenbrüchen.
  • Optimierte Rillgeometrie zur Minimierung von Materialermüdung an Faltlinien.
  • Innenliegende Fixierung durch Einlagen oder Haltepolster, um Bewegungen des Inhalts zu verhindern.
  • Geeignete Verschlusstechnik abgestimmt auf Masse, Inhalt und Transportweg.
  • Deckel- und Bodenverstärkungen zur Erhöhung der Flächenstabilität und zur Vermeidung von Eindrückungen.
  • Lastpfadgerechte Konstruktion mit tragenden Stegen, Stützrippen oder integrierten Trennelementen für definierte Kraftableitung.

Prozess- und Logistikfaktoren

  • Klimamanagement in Lager und Transport zur Vermeidung kritischer Feuchte- und Temperaturspitzen.
  • Handhabung mit geeigneten Hilfsmitteln zur Vermeidung von Durchstoß und Quetschungen.
  • Prüf- und Prüfmittelmanagement zur regelmäßigen Verifikation der geforderten Kennwerte.
  • Paletten- und Ladungssicherung mittels geeigneter Palettenqualität, Antirutschlagen, Stauchschutzwinkeln und Spannbändern.
  • Schulung der Mitarbeitenden zu Hebe-, Stapel- und Kennzeichnungsvorgaben, um Prozessschäden zu reduzieren.
  • Bestandsführung (z. B. First-in-first-out) zur Sicherstellung konsistenter Materialkonditionierung und reproduzierbarer Festigkeiten.

Auswirkungen von Verpackungsbeständigkeit auf ökologische Nachhaltigkeit

Ein weiterer Aspekt bei der Betrachtung der Verpackungsbeständigkeit ist der ökologische Footprint. Da robuste und beständige Verpackungen häufig mehrmals verwendet werden können, haben sie das Potenzial, den Ressourcenverbrauch und die Abfallmenge zu reduzieren. Auch kann eine höhere Verpackungsbeständigkeit dazu beitragen, Produktschäden und dadurch bedingte Rücksendungen zu minimieren, was wiederum erhebliche Mengen an Treibhausgasemissionen einspart. Durch die Reduktion von Transportschäden sinkt zudem der Bedarf an Ersatzlieferungen und zusätzlicher Logistikleistung, was weitere Umweltauswirkungen verringert.

Zusätzlich ermöglicht eine stabile Auslegung ein Right-Sizing der Außenmaße und der Polsterung: Weniger Übermaß senkt Materialeinsatz und Frachtvolumen, ohne die Schutzfunktion zu kompromittieren. Ein durchdachter Kompromiss zwischen Materialeffizienz und Schutzwirkung führt in der Regel zu besseren Ergebnissen über den gesamten Lebenszyklus. Wiederverwendung in internen Kreisläufen (z. B. mehrfacher Umlauf) kann den ökologischen Einfluss weiter verringern, sofern die Beständigkeit für die vorgesehene Umlaufzahl ausgelegt ist. Die Recyclingfähigkeit faserbasierter Systeme und der Einsatz geeigneter Monomaterial-Konzepte unterstützen zusätzliche Kreislaufvorteile, sofern die notwendige Beständigkeit erhalten bleibt.

Vor- und Nachteile von Verpackungsbeständigkeit

Der Hauptvorteil von guter Verpackungsbeständigkeit liegt auf der Hand: Sie erhöht den Schutz des Inhalts und reduziert das Risiko von Beschädigungen und daraus resultierendem Warenverlust. Durch Mehrfachverwendung von beständigen Verpackungen können zudem Kosten und Ressourcen gespart werden. Nachteile können sich in Form von erhöhtem Material- und Energieaufwand ergeben, um die gewünschte Beständigkeit zu erreichen. Auch könnte das Bestreben nach hoher Verpackungsbeständigkeit in einigen Fällen zu überdimensionierten Verpackungen führen, die wiederum mehr Platz bei Lagerung und Transport einnehmen und damit zu ineffizienten Abläufen führen können.

  • Vorteile: geringere Ausfall- und Reklamationsraten, planbare Stapel- und Lagerfähigkeit, potenzielle Wiederverwendbarkeit, stabilere Lieferkettenprozesse.
  • Nachteile: höheres Flächengewicht möglich, steigendes Transportgewicht, potenziell höhere Herstellungskosten, Risiko der Überauslegung bei unpräzisen Anforderungen.
  • Abwägung: Anforderungsprofil und Prüfplan helfen, das notwendige Maß an Beständigkeit zu bestimmen und Überdimensionierung zu vermeiden.
  • Weitere Aspekte: Komplexere Spezifikationen und Prüfkonzepte können den Entwicklungsaufwand erhöhen, bieten jedoch bessere Vorhersagbarkeit im Betrieb.

Praxisleitfaden: Spezifikation und Validierung

  1. Lastenheft erstellen: Produktmerkmale, Masse, Empfindlichkeiten, notwendige Schutzfunktionen, Handling- und Lagerbedingungen definieren.
  2. Belastungsfälle identifizieren: Stapeln, Sturz, Durchstoß, Vibration, Klimawechsel, Feuchteeintrag entlang der Transport- und Lagerkette.
  3. Material- und Konstruktionsauswahl: Wellenprofil, Grammaturen, Beschichtungen, Verschlussart, interne Fixierung festlegen.
  4. Sicherheitsfaktoren definieren: Zielwerte für ECT/BCT und relevante Prüfungen inklusive Klimakonditionierung festlegen.
  5. Prototyping und Tests: Muster fertigen, Prüfreihen durchführen, Ergebnisse dokumentieren und iterativ optimieren.
  6. Freigabe und Monitoring: Serienstreuung überwachen, Reklamationen auswerten, kontinuierliche Verbesserung etablieren.
  7. Feldversuche: Pilotsendungen unter realen Bedingungen durchführen, um Laborergebnisse mit Praxisdaten abzugleichen.
  8. Dokumentation: Prüfergebnisse, Spezifikationen und Änderungsstände versioniert festhalten, um Reproduzierbarkeit sicherzustellen.
  9. Änderungsmanagement: Anpassungen bei Material- oder Prozesswechseln verifizieren und erneut gegen die Zielkennwerte prüfen.

Beispiele aus der Anwendung

  • Feuchtekritische Anwendungen: In kühlfeuchten Umgebungen sind beschichtete Deckschichten oder höhere Grammaturen sinnvoll, um Feuchte- und Stauchfestigkeitsverluste zu begrenzen.
  • Langzeitlagerung: Für lange Lagerzeiten ist eine stabile Stapelauslegung (BCT-Reserven) und klimastabile Materialwahl entscheidend.
  • Stoßempfindliche Güter: Kombination aus ausreichender Durchstoßfestigkeit und innenliegender Fixierung reduziert Transportschäden.
  • Schwere Produkte: Mehrwandige Ausführungen, verstärkte Kanten und geeignete Palettierung erhöhen die Beständigkeit gegenüber statischer und dynamischer Last.
  • E-Commerce-Versand: Kombination aus angepasster Wellensorte, sicherer Verschlusstechnik und vibrationsstabiler Innenfixierung senkt Schadenquoten.
  • Export mit langen Transportwegen: Klimaprüfung, erhöhte BCT-Reserven und korrosionsarme Innenmaterialien unterstützen konstante Schutzwirkung über mehrere Umschlagpunkte.

Zusammenfassung:

  • Unter Verpackungsbeständigkeit verstehen wir die Fähigkeit einer Verpackung, ihre Funktionen während des gesamten Lebenszyklus zuverlässig zu erfüllen. Dazu gehört beispielsweise der Schutz des verpackten Produkts vor physischen Einwirkungen, Feuchtigkeit oder Verunreinigungen.
  • Für Hersteller, die nach Verpackungen aus Wellpappe suchen, ist es wichtig zu wissen, dass diese Art von Verpackungsmaterial ausgezeichnete Beständigkeitsmerkmale aufweist. Sie zeichnen sich durch ihre hohe Festigkeit und Robustheit aus, was sie gegenüber vielen Umwelteinflüssen besonders widerstandsfähig macht.
  • Die Beständigkeit von Verpackungen ist abhängig von verschiedenen Faktoren, darunter das verwendete Material, der Herstellungsprozess und die angewandten Verpackungstechniken. So können zum Beispiel Beschichtungen oder Veredelungen dazu beitragen, die Lebensdauer und Beständigkeit einer Verpackung zu erhöhen.
  • Relevante Kennwerte wie ECT, BCT, Durchstoß- und Klimaprüfungen ermöglichen eine objektive Bewertung und Vergleichbarkeit der Beständigkeit.
  • Ein angemessenes Gleichgewicht zwischen Materialeinsatz und Schutzwirkung unterstützt ökologische Ziele, reduziert Transportschäden und senkt Rücksendequoten.
  • Ein strukturiertes Vorgehen aus Anforderungsdefinition, Musterbau, Prüfung und Monitoring verhindert Überdimensionierung und gewährleistet eine zweckmäßige, belastbare Lösung.
  • Praxisgerechte Prüfpläne, realistische Klimakonditionierung und Feldtests sichern die Übertragbarkeit von Laborwerten auf reale Lieferketten.

Veröffentlicht am 21.06.2025
Letzte Überarbeitung am 16.10.2025 um 11:36 Uhr von Sebastian Würth

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