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Verpackungszertifizierung

Die Verpackungszertifizierung ist ein zentrales Thema im Bereich der Wellpapp-Verpackungen. Angesichts steigender Anforderungen an Umweltverträglichkeit, Qualitätssicherung und Rechtskonformität gewinnt das Konzept an Bedeutung. Es stellt sicher, dass Verpackungen funktional, belastbar und normenkonform sind und entlang der gesamten Lieferkette gleichbleibende Ergebnisse liefern. Darüber hinaus unterstützt eine strukturierte Zertifizierung die Reduktion von Transportschäden, stärkt die Produktsicherheit und schafft klare Nachweise im Kontext von Produkthaftung, Rückverfolgbarkeit und kontinuierlicher Prozessverbesserung.

Definition: Was versteht man unter Verpackungszertifizierung?

Eine Verpackungszertifizierung ist eine formelle Bestätigung durch unabhängige Dritte, die dokumentiert, dass definierte Kriterien und Standards erfüllt oder übertroffen werden. Sie bezieht sich auf Herstellprozesse, Materialeigenschaften, Produktsicherheit, Umweltaspekte, Kennzeichnung und Entsorgung. Ziel ist ein nachvollziehbarer Nachweis der Konformität, der intern wie extern anerkannt wird. Zertifizierungsstellen arbeiten idealerweise auf Basis anerkannter Akkreditierungen (z. B. ISO/IEC 17065 für Zertifizierungsstellen), während die zugrunde liegenden Prüfungen in kompetenten Prüflaboren mit validierten Verfahren (z. B. gemäß ISO/IEC 17025) erfolgen.

Abzugrenzen ist die Zertifizierung von einer reinen Konformitätserklärung: Während Unternehmen eine Konformität eigenverantwortlich bestätigen, beinhaltet die Zertifizierung stets eine externe Prüfung, Audits und belastbare Prüfberichte. Der Geltungsbereich (Scope) kann einzelne Produkte, Serien, Materialien oder komplette Standorte umfassen. Ebenso ist zwischen Verifizierung (Nachweis, dass Spezifikationen korrekt umgesetzt sind) und Validierung (Nachweis, dass die Anforderungen im vorgesehenen Einsatz erfüllt werden) zu unterscheiden; beides fließt in die Zertifizierungsbewertung ein.

  • Gegenstand: Leistungsfähigkeit der Verpackung, Material- und Prozessqualität, Hygiene- und Umweltanforderungen.
  • Nachweise: technische Spezifikationen, Prüfprotokolle, Prozess- und Arbeitsanweisungen, Rückverfolgbarkeit, Schulungsnachweise.
  • Ergebnis: Zertifikat mit Gültigkeitszeitraum, Anwendungsbereich und etwaigen Auflagen.
  • Methodische Basis: dokumentierte Prüfverfahren mit definierten Toleranzen, Kalibrierungen und Messunsicherheiten.
  • Scope-Varianten: produktbezogene Zertifikate, standortbezogene Systemzertifikate, material- bzw. rohrstoffbezogene Nachweise.

Prozess der Verpackungszertifizierung

Der Prozess besteht aus strukturierten Schritten, die Transparenz und Wiederholbarkeit sicherstellen. Er beginnt mit der Dokumenten- und Prozessprüfung, wird durch Vor-Ort-Audits und produktspezifische Tests ergänzt und mündet in die Ausstellung eines Zertifikats. Ergänzend sind oft eine Gap-Analyse sowie ein Voraudit sinnvoll, um Abweichungen frühzeitig zu identifizieren und zielgerichtet zu beheben.

  • Vorklärung und Scope-Definition: Festlegen der Produkte/Standorte, Normenbasis und Prüftiefe.
  • Dokumentenprüfung: Spezifikationen, Prozessbeschreibungen, Materialdaten, Prüfpläne, Nachweise zur Umwelt- und Rechtskonformität.
  • Musterziehung und Laborprüfungen: Funktions- und Belastungstests an Prototypen oder Serienware.
  • Audit am Produktionsstandort: Begehung, Interviews, Stichproben, Bewertung der Wirksamkeit des Managementsystems.
  • Bewertung und Maßnahmen: Dokumentation von Abweichungen, Korrektur- und Präventivmaßnahmen mit Fristen.
  • Zertifikatserteilung: Bei Konformität Ausgabe des Zertifikats mit Laufzeit und Bedingungen.
  • Überwachung und Rezertifizierung: Regelmäßige Überwachungsaudits, Aktualisierung bei Produkt- oder Prozessänderungen.

Typische Prüfungen im Rahmen der Zertifizierung

  • Mechanische Tests: Kantenstauchwiderstand (ECT, z. B. EN ISO 3037), Stapelstauchwiderstand (BCT, z. B. EN ISO 12048), Fall-, Stoß- und Vibrationstests (z. B. nach ISTA- oder ASTM-Programmen) mit definierten Prüfbedingungen und Akzeptanzkriterien.
  • Klimatische Prüfungen: Konditionierung bei definierter Temperatur/relativer Feuchte (z. B. 23 °C/50 % r. F.), Bewertung der Performance unter praxisnahen Versand- und Lagerbedingungen.
  • Material- und Sicherheitsprüfungen: Fasermix, Rezyklatanteil, Migrations- und Schadstoffprüfungen (z. B. bei Lebensmittelkontakt), Haftfestigkeit von Klebungen, Feuchtegehalt, Grammatur.
  • Prozess- und Systemprüfungen: Rückverfolgbarkeit, Änderungswesen, Prüfmittelmanagement (inkl. Kalibrierstatus), Schulungen, Lenkung von Nichtkonformitäten, Wirksamkeitskontrollen.

Wichtige Standards bei der Verpackungszertifizierung

Je nach Branche, Produkt und Marktanforderungen kommen unterschiedliche Normen und Regelwerke zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach Kundenanforderungen, gesetzlichen Vorgaben und internen Zielen. Für Wellpapp-Verpackungen sind insbesondere kombinierte Ansätze aus Produktprüfprogrammen und Managementsystemen zielführend.

  • Managementsysteme: ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement), optional ISO 45001 (Arbeitssicherheit) und ISO 22000/HACCP (Hygieneanforderungen bei Lebensmittelkontakt).
  • Nachhaltigkeit und Rohstoffe: FSC und PEFC (zertifizierte Herkunft von Fasermaterialien), Anforderungen an Recyclingfähigkeit und Ressourceneffizienz.
  • Produkt- und Transportprüfprogramme: ISTA- und ASTM-basierte Prüfpläne sowie einschlägige DIN/EN-Normen für Verpackungsprüfung (z. B. DIN 55468, EN ISO 12048).
  • Rechtliche Rahmenwerke: EU-Richtlinie 94/62/EG und zugehörige EN 13427 ff. (Minimierung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung), Vorgaben zu Kennzeichnung und Entsorgung.
  • Branchenspezifische Schemata: Hygiene- und Materialsicherheitsstandards für Verpackungsmaterialien, Anforderungen an Druckfarben, Klebstoffe und Migration.
  • Akkreditierung und Kompetenz: ISO/IEC 17025 für Prüflabore, ISO/IEC 17065 für Zertifizierungsstellen, dokumentierte Unparteilichkeit und regelmäßige Begutachtungen.

Vor- und Nachteile von Verpackungszertifizierungen

Die Zertifizierung schafft belastbare Nachweise und strukturiert die Qualitätssicherung. Sie erleichtert die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette und reduziert Risiken. Gleichzeitig erfordert sie Ressourcen für Einführung, Pflege und Überwachung. Eine sorgfältige Planung der Prüfstrategie, realistische Zeitpläne und klare Verantwortlichkeiten erhöhen den Nutzwert im operativen Alltag.

  • Vorteile: nachgewiesene Konformität, höhere Prozesssicherheit, einheitliche Spezifikationen, erleichterte Lieferantenqualifizierung, Zugang zu Märkten mit formalen Anforderungen.
  • Nutzen im Betrieb: klar definierte Prüfpläne, stabile Prozessparameter, geringere Reklamationsraten, transparente Dokumentation.
  • Herausforderungen: Investitionen in Prüfungen und Audits, interner Zeitaufwand, fortlaufende Aktualisierung bei Norm- oder Produktänderungen.
  • Wirtschaftlichkeit: bessere Planbarkeit von Materialqualitäten und Sicherheitsreserven, potenzielle Reduktion von Ausschuss und Nacharbeit, strukturierte Risikominimierung entlang der Supply Chain.

Häufige Stolpersteine und wie man sie vermeidet

  • Unklare Spezifikationen: fehlende Leistungskennwerte oder Toleranzen.
  • Unvollständige Prüfberichte: fehlende Prüfbedingungen, Probenanzahlen oder Freigabekriterien.
  • Änderungen ohne Freigabe: ungeprüfte Material- oder Prozessänderungen.
  • Lücken in der Rückverfolgbarkeit: nicht durchgängige Chargenkennzeichnung.
  • Fehlende Klimakonditionierung: Prüfungen ohne definierte Vorbehandlung verfälschen Ergebnisse.
  • Unkalibrierte Prüfmittel: fehlende Kalibrierzertifikate oder überfällige Prüfmittel führen zu Messunsicherheit.
  • Unzureichende Stichprobengröße: nicht repräsentative Proben verzerren die Aussagekraft der Tests.

Zusätzliche Aspekte: Dokumentation, Kennzeichnung und Entsorgung

Zur Zertifizierung gehören präzise und aktuelle Unterlagen. Technische Datenblätter beschreiben Materialien, Leistungsmerkmale und Prüfgrundlagen. Spezifikationen definieren Sollwerte, Toleranzen und Prüffrequenzen. In diesem Kontext sind weiterführende Informationen zu Abmessungen im Lexikon hilfreich, um Maßangaben konsistent und prüfbar zu gestalten. Kennzeichnungsvorgaben stellen Rückverfolgbarkeit und korrekte Entsorgung sicher. Für die Umweltverträglichkeit ist die Recyclingfähigkeit sowie die Vermeidung problematischer Stoffe zu dokumentieren. Zusätzlich sollten Einheiten (mm, g/m², N, kPa), Toleranzkonzepte und Messverfahren eindeutig benannt werden, damit Prüfungen reproduzierbar sind.

  • Spezifikation: Maße, Toleranzen, Materialqualitäten, Leistungswerte, Prüfanweisungen.
  • Nachhaltigkeit: Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Ressourceneinsatz, Entsorgungswege.
  • Kennzeichnung: eindeutige Identifikation, Rückverfolgbarkeit, rechtlich geforderte Hinweise.
  • Dokumentenlenkung: Versionierung, Änderungsnachverfolgung, Gültigkeitsprüfung und geregelte Freigabeprozesse.

Praxisbeispiel: Ablauf in der Anwendung

Für eine Wellpapp-Verpackung werden Zielkriterien definiert (z. B. Stapelfestigkeit, Versandbeanspruchung, klimatische Bedingungen). Auf dieser Basis erstellt das Unternehmen einen Prüfplan, führt interne Vorprüfungen durch und übergibt Muster an ein Prüflabor. Parallel werden Prozesse auditiert. Abweichungen werden mit Maßnahmen hinterlegt und nachverfolgt. Nach erfolgreichem Abschluss wird das Zertifikat ausgestellt und in regelmäßigen Abständen überwacht. In der Praxis umfasst dies etwa die Festlegung der Wellenart (z. B. B- oder BC-Welle), die Definition der minimalen ECT- und BCT-Werte, die Konditionierung der Proben, die Durchführung von Fall- und Vibrationsprüfungen entlang eines festgelegten Transportprofils sowie die Bewertung der Kennzeichnung hinsichtlich Rückverfolgbarkeit. Im Anschluss werden Kennzahlen (z. B. Reklamationsrate, Lieferperformance, Prozessfähigkeitswerte) beobachtet und bei Bedarf Anpassungen an Spezifikationen oder Prüffrequenzen vorgenommen.

Zusammenfassung:

  • Eine Verpackungszertifizierung ist ein Qualitätssiegel, das die Sicherheit und den Schutz von Waren durch eine professionelle Verpackung, insbesondere aus Wellpappe, gewährleistet.
  • Diese Zertifizierung stellt sicher, dass die Verpackung bestimmten Standards entspricht, um die Qualität, Haltbarkeit und Robustheit des Produkts zu gewährleisten.
  • Unternehmen, die Wellpappe nutzen, können durch die Zertifizierung ihre Verpackungsprozesse optimieren und das Vertrauen ihrer Kunden stärken.
  • Kernbestandteile sind definierte Spezifikationen, nachvollziehbare Prüfungen, Audits vor Ort und eine klare Dokumentation.
  • Die Auswahl geeigneter Normen und Prüfprogramme richtet sich nach Produktanforderungen, rechtlichen Vorgaben und Umweltzielen.
  • Durch regelmäßige Überwachung und Rezertifizierung bleiben Verpackungen auch bei sich ändernden Anforderungen funktionsfähig, normenkonform und nachhaltig.

Veröffentlicht am 03.07.2024
Letzte Überarbeitung am 05.11.2025 um 11:41 Uhr von Manuel Hofacker

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