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Wabenkarton
Im Herzen der Verpackungsindustrie steht ein vielseitiges Material namens Wabenkarton. Es ist bekannt für seine charakteristische, naturinspirierte Struktur, die häufig mit Bienenwaben assoziiert wird. Durch seine mehrschichtige Sandwichbauweise bietet Wabenkarton eine hohe Festigkeit bei geringem Eigengewicht, weshalb er in der Verpackungspraxis geschätzt wird. Die Wellstar-Packaging GmbH, die das Wellpapp-Lexikon herausgibt, bietet hierzu umfangreiche Informationen.
Wabenkarton wird auch als Wabenplatte, Honeycomb-Board, Papierwabenplatte oder Wabensandwich bezeichnet. Kennzeichnend ist ein leichter Kern aus hexagonalen Zellen, der zwischen zwei flächigen Deckschichten aus Papier liegt. Diese Kern-Deck-Kombination erzeugt ein günstiges Verhältnis aus Masse und Tragfähigkeit, wodurch Bauteile und Verpackungslösungen mit zuverlässiger Stabilität bei geringem Materialeinsatz realisiert werden können. Typische Zielgrößen sind eine ausgewogene Biegesteifigkeit, gute Ebenheit und eine robuste Kantenstabilität bei gleichzeitig niedriger Materialdichte.
Definition: Was versteht man unter Wabenkarton?
Der Begriff Wabenkarton bezieht sich auf eine spezielle Art von Verpackungsmaterial, das eine wabenförmige, hexagonale Zellstruktur aufweist. Diese entsteht durch das Zusammenfügen und Verkleben von Papierbahnen, die so konstruiert sind, dass sie ein regelmäßiges Muster von Hexagonen – den Waben – bilden. Dadurch entsteht ein Werkstoff, der leicht und zugleich sehr tragfähig ist und das Prinzip der Sandwichkonstruktion nutzt: Der Kern übernimmt Schubkräfte, die Decklagen nehmen Zug- und Druckspannungen auf.
Im technischen Aufbau besteht Wabenkarton aus drei funktionalen Komponenten: dem Wabenkern (Zellstruktur), der oberen Deckschicht und der unteren Deckschicht. Der Kern bestimmt maßgeblich die Druck- und Schubfestigkeit in Plattenebene, während die Decklagen die Biegesteifigkeit sowie die Oberflächenqualität beeinflussen. Üblich sind papierbasierte Decklagen (z. B. auf Basis von Recyclingfasern oder Kraftqualitäten) und stärkehaltige Klebstoffe. In der Praxis werden Zellteilung (Zellgröße), Papierqualitäten, Flächengewichte und Plattendicken gezielt kombiniert, um mechanische Eigenschaften, Gewicht und Verarbeitbarkeit bedarfsgerecht einzustellen.
Typische Merkmale und Begriffe
- Zellgröße: Feinere Zellen erhöhen die Flächenstabilität und Oberflächenruhe, größere Zellen sparen Masse und Material. Die Zellteilung wird häufig in Millimetern angegeben und beeinflusst Schubmodul und Druckfestigkeit.
- Plattendicke: Je höher die Dicke, desto größer die Biegesteifigkeit bei gleichem Flächengewicht. Gängige Dicken reichen von dünnen Paneelen für Displays bis zu starken Platten für konstruktive Anwendungen.
- Flächengewicht: Kennwert für das Verhältnis aus Masse und Stabilität; beeinflusst Handling, Ressourceneinsatz und Kosteneffizienz. Ein optimiertes Flächengewicht erleichtert die Logistik.
- Oberfläche: Roh, gestrichen oder kaschiert; je nach Anforderung an Optik, Reibung oder Bedruckbarkeit. Optional sind funktionale Ausrüstungen wie Anti-Rutsch-Lacke, hydrophobe Imprägnierungen oder antistatische Beschichtungen möglich.
Terminologie und Abgrenzung
Wabenkarton ist von klassischer Wellpappe abzugrenzen: Während Wellpappe aus gewellten und glatten Papierbahnen besteht, nutzt Wabenkarton eine dreidimensionale Zellstruktur. Dadurch ergeben sich andere Eigenschaftsprofile, insbesondere ein hohes Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis und eine gute Flächenlastverteilung. Im Sprachgebrauch werden auch Bezeichnungen wie Wabenpaneel, Papierwabenkern oder Leichtbau-Sandwich verwendet.
Herkunft und Herstellung des Wabenkartons
Das Material entstammt dem Bestreben der Industrie, nachhaltige und robuste Verpackungsmaterialien mit hoher Materialeffizienz zu entwickeln. Bei der Herstellung des Wabenkartons werden Papierbahnen zunächst zu einem Wabenmuster geformt und anschließend mit den Decklagen verklebt. Eine definierte Press- und Trocknungsphase sorgt für Maßhaltigkeit, Verklebungsfestigkeit und die finale Stabilität des Materials, das damit für unterschiedliche Verwendungen in Transport, Lagerlogistik und Displaybau bereitsteht.
Der Fertigungsprozess umfasst in der Regel folgende Schritte: Bildung eines kontinuierlichen Papierwabenbandes, Aushärtung der Klebepunkte, Aufbringen der ersten Decklage, Kernexpandierung auf Zielform, Verkleben der zweiten Decklage sowie anschließendes Kalibrieren, Trocknen und Formatieren. Variablen wie Zellteilung, Papierqualitäten, Klebstoffauftrag und Plattendicke werden an die Zielanwendung angepasst, um Tragfähigkeit, Oberflächengüte und Gewicht zu balancieren. Inline-Kontrollen überwachen Ebenheit, Verbundhaftung und Maßtoleranzen, um eine konstante Qualität sicherzustellen.
Technische Kenngrößen
- Druckfestigkeit (out-of-plane): Widerstand gegen Flächenlasten, relevant für Stapeldruck und Flächendruck; typischer Prüfaufbau mit planparalleler Lastverteilung.
- Biegesteifigkeit: Abhängig von Plattendicke und Decklagen; wichtig für Paneele und konstruktive Anwendungen. Ermittelt z. B. im 3-Punkt- oder 4-Punkt-Biegeversuch.
- Schubfestigkeit des Kerns: Bestimmt die Fähigkeit, Schubkräfte in der Plattenebene abzutragen; wesentlich für die Tragfähigkeit von Sandwichstrukturen.
- Ebenheit und Toleranzen: Entscheidend für passgenaue Zuschnitte, bedruckte Displays und kaschierte Oberflächen; beeinflusst durch Feuchte, Flächengewicht und Herstellprozess.
- Kantenstabilität und Durchstoßarbeit: Relevanz bei konturierten Zuschnitten, Handhabung sowie beim Schutz gegenüber punktuellen Stößen.
Prüfverfahren
Zur Charakterisierung werden übliche Prüfmethoden eingesetzt, darunter Druckprüfungen, Scherversuche sowie Biegeprüfungen. Ergänzend werden Verbundhaftung, Oberflächenzugfestigkeit und klimatische Beständigkeit geprüft. Die Auswahl der Prüfungen richtet sich nach der Zielanwendung, etwa Stapelstabilität im Transport, Formtreue im Displaybau oder Planlage bei kaschierten Paneelen.
Verarbeitung und Konfektion
Wabenkarton kann geschnitten, gestanzt, gerillt, gefräst oder wasserstrahlgeschnitten werden. Kanten lassen sich durch Anfasen oder Umkanten schützen, Ausschnitte und Nuten ermöglichen konstruktive Faltungen und Steckverbindungen. Die Deckschichten sind mit geeigneten Druckverfahren bedruckbar oder können mit Papieren, Folien oder Geweben kaschiert werden. Für erhöhte Feuchtebeständigkeit kommen entsprechend geeignete Decklagen oder Imprägnierungen zum Einsatz. In der Praxis werden oszillierende Messer, digitale Schneidplotter oder Formstanzen genutzt; Klebungen erfolgen häufig mit Dispersions- oder Hotmelt-Systemen. Für wiederkehrende Belastungen sind Kantenverstärkungen, Einleimer oder U-Profile zweckmäßig.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten des Wabenkartons
Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Ob in der Möbelindustrie, der Werbetechnik oder dem Modellbau – Wabenkartons bewähren sich in zahlreichen Anwendungsfeldern. Grundlage dafür sind Belastbarkeit und Leichtigkeit, die sie in der Verpackungsindustrie zu einem etablierten Werkstoff machen. Darüber hinaus unterstützt die gute Flächenlastverteilung die sichere Lagerung und den Transport empfindlicher Güter.
Typische Beispiele sind konstruktive Innenausstattungen für Transportgüter, Zwischenlagen, Trennwände, POS-Displays, Messe- und Ladenbau, Leichtbaupaneele für temporäre Räume sowie formstabile Unterlagen für großformatige Drucke. In Kombination mit geeigneten Polsterelementen lassen sich stoß- und vibrationssensible Produkte sicher fixieren und flächig abstützen; hier helfen mehr über effiziente Füll- und Polstersysteme für den Produktschutz bei der Auswahl ergänzender Lösungen. Weitere Anwendungen finden sich in Palettenabdeckungen, Exportverpackungen, Einweg-Ladungsträgern und als Träger für kaschierte Dekoroberflächen.
Varianten und Ausführungen
- Dickenbereich: dünne, leichte Paneele für Displays bis zu dickeren Platten für tragende Elemente. Je nach Anforderung sind auch mehrlagige Verbunde oder lokal verstärkte Zonen möglich.
- Oberflächen: naturbelassen für technische Anwendungen oder veredelbar für sichtbare Flächen. Bedruckungen, Lackierungen und funktionale Kaschierungen erweitern das Einsatzspektrum.
- Konturteile: passgenau gestanzt zur Fixierung und Abstützung komplexer Geometrien. Integrierte Rillungen, Steckschlösser und Laschen erleichtern die Montage ohne zusätzliche Verbindungsmittel.
Dimensionierung, Auswahlkriterien und Lagerung
Für die Auslegung sind Lastfall, Abmessungen, Plattendicke, Zellteilung und Decklagenqualitäten maßgeblich. Grundlage bildet die erforderliche Biegesteifigkeit bei vorgegebenem Gewichtslimit sowie die gewünschte Oberflächenqualität. Bei hohen Punktlasten empfiehlt sich die Lastverteilung über größere Auflageflächen oder zusätzliche Druckverteiler. Für längere Lagerzeiten sollte auf klimatische Bedingungen geachtet werden: Eine relative Luftfeuchte im empfohlenen Bereich unterstützt Ebenheit und Maßhaltigkeit.
Nachhaltigkeit und Kreislaufaspekte
Wabenkarton ist faserbasiert, ressourceneffizient und in der Regel vollständig recycelbar. Der Materialeinsatz ist im Vergleich zu massiven Platten gering, was den Rohstoffverbrauch reduziert. Sortenreine Ausführungen erleichtern die Rückführung in den Papierkreislauf. Durch optimierte Zellgeometrie und angepasste Decklagen lässt sich das Verhältnis aus Leistung und Materialverbrauch weiter verbessern.
Vor- und Nachteile von Wabenkarton
Zu den großen Vorzügen von Wabenkarton gehört neben der hohen Stabilität auch sein geringes Gewicht, was sowohl beim Transportschutz als auch bei der Kosteneffizienz in der Logistik eine wichtige Rolle spielt. Außerdem ist er umweltfreundlich und vollständig recycelbar. Nachteile betreffen hauptsächlich die Aufwendungen in der Herstellung sowie die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit, die die Lagereigenschaften und mechanischen Kennwerte beeinflussen kann. Durch geeignete Decklagen, Beschichtungen und konstruktive Kantenlösungen lassen sich diese Effekte mindern.
- Vorteile: hohes Steifigkeits-Gewichts-Verhältnis, gute Energieaufnahme bei Stößen, anpassbar über Zellgröße und Plattendicke, materialeffizient und faserbasiert.
- Grenzen: punktuelle Lasten erfordern Flächenverteilung, Kanten sind schutzbedürftig, Feuchteeinfluss kann Eigenschaften reduzieren; geeignete Decklagen und Kantenverstärkungen mindern diese Effekte.
- Bewertung im Einsatz: Besonders geeignet, wenn Flächenstabilität, Gewichtseinsparung und Recyclingfähigkeit gefordert sind; weniger geeignet bei dauerhaft hoher Feuchtigkeit oder extremen Punktlasten ohne Zusatzmaßnahmen.
Zusammenfassung:
- Der Wabenkarton gehört zur Familie der Wellpappe und zeichnet sich durch seine bemerkenswerte Festigkeit und Leichtigkeit aus. Damit eignet er sich hervorragend als umweltschonende Verpackungsalternative für Unternehmen. Ergänzend ermöglichen unterschiedliche Decklagen und Zellgeometrien eine präzise Anpassung an technische Anforderungen, etwa an Biegesteifigkeit, Ebenheit und Oberflächenqualität.
- Durch seine spezielle, an Bienenwaben erinnernde Struktur erhält der Karton eine außerordentliche Stabilität. Dazu nutzen Unternehmen ihn, um auch schwere Güter sicher zu transportieren und somit einen optimalen Schutz der verpackten Waren zu gewährleisten. Die Last wird großflächig verteilt, wodurch Druckspitzen reduziert werden und die Planlage erhalten bleibt.
- Selbst bei hohem Druck bleibt der Wabenkarton formstabil, was ihn zur idealen Wahl für die Umverpackung von Warensendungen macht. Zudem sorgt seine gute Polsterfähigkeit dafür, dass die Produkte unbeschadet beim Empfänger ankommen. In Kombination mit geeigneten Einlagen lassen sich empfindliche Produkte materialeffizient sichern; konstruktive Details wie Rillungen, Steckverbindungen und Kantenverstärkungen erhöhen die Praxistauglichkeit.
Veröffentlicht am 09.08.2024
Letzte Überarbeitung am 14.11.2025 um 12:45 Uhr von Sebastian Würth