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Zellstoffwatte

Die Welt der Wellpappe ist komplex und vielfältig. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei die Zellstoffwatte. Eine ausführliche Erklärung zum Thema Zellstoffwatte bietet tiefere Einblicke in ihre Rolle innerhalb der Wellpapp-Produktion und ihre Bedeutung für die Packaging-Industrie.

Zellstoffwatte – auch Zellwatte, Cellulosewatte oder Flockenzellstoff (Fluff Pulp) genannt – beschreibt ein faserbasiertes, voluminöses Vlies mit hoher Porosität und ausgeprägtem Saug- sowie Dämpfungsvermögen. Im Kontext der Wellpappe dient sie als polsternde, ausgleichende und schützende Einlage und ergänzt so die mechanischen Eigenschaften der Wellpapp-Struktur um eine weiche, oberflächenschonende Komponente. Durch die Kombination aus Kompressibilität und Rückstellvermögen kann Zellstoffwatte Stoßenergie aufnehmen, punktuelle Belastungen verteilen und empfindliche Oberflächen vor Abrieb schützen. Je nach Faserqualität und Verdichtung wirkt das Material zusätzlich temperatur- und feuchteausgleichend, was insbesondere bei wechselnden Transport- und Lagerbedingungen relevant ist.

Definition: Was versteht man unter Zellstoffwatte?

Die Bezeichnung Zellstoffwatte bezieht sich auf eine spezielle Form der Aufbereitung von Zellstoff, einem wichtigen Rohstoff in der Herstellung vieler Produkte, einschließlich Wellpappe. Der Zellstoff wird mechanisch oder chemisch aufgeschlossen, wodurch er an Volumen gewinnt und seine typische, weiche Beschaffenheit erhält. Üblicherweise stammen die Fasern aus Nadel- oder Laubholz, teils aus Mischungen, und werden im Zuge des Aufschlusses für eine definierte Faserlängenverteilung und Reinheit konditioniert.

Im engeren Sinne handelt es sich bei Zellstoffwatte um lose, weitgehend unverleimte Cellulosefasern, die zu einem Vlies geformt oder als lockere Fasermatte bereitgestellt werden. Typisch sind ein geringes Flächengewicht bei gleichzeitig hohem spezifischem Volumen, ausgeprägte Kapillarstrukturen für Flüssigkeitsaufnahme sowie schonende Oberflächenauflage zur Kratzvermeidung. Synonyme Bezeichnungen sind je nach Anwendung Zellwatte, Wattevlies aus Zellstoff oder Flockenzellstoff. In der Verpackungstechnik wird sie als formflexible, staubarme und sauber konfektionierbare Polsterlage eingesetzt, die sich mittels Zuschnitt, Perforation oder Mehrlagenaufbau gezielt an Produktkonturen anpassen lässt.

Abgrenzung zu verwandten Materialien

Zellstoffwatte unterscheidet sich von Holzwolle (Holzspänen) durch die deutlich feinere Faserstruktur und höhere Saugfähigkeit, von Krepp- oder Tissuepapieren durch die wesentlich stärkere Volumenbildung und vom synthetischen Vliesstoff (z. B. PP) durch die biobasierte Herkunft und bessere Kompostierbarkeit. Sie wird häufig mit dünnem Papier kaschiert oder in Taschen eingeschlagen, um Staubemissionen zu reduzieren und die Handhabung zu erleichtern. Im Vergleich zu Schaumstoffen (PE, PU) bietet Zellstoffwatte eine faserbasierte Alternative ohne petrochemische Polymermatrix, mit ausgeprägter Kapillarität und meist geringerer Geruchsemission; Schaumstoffe hingegen punkten mit dauerhafter Rückfederung und definierter Zellstruktur. Gegenüber papierbasierten Polstern (z. B. Papierwaben, Papierpolster) zeichnet sich Zellstoffwatte durch ein weicheres Auflageverhalten und hohe Mikroanpassungsfähigkeit an Oberflächen aus.

Herstellungsprozess der Zellstoffwatte

Die Herstellung von Zellstoffwatte beginnt mit der Aufbereitung des Rohstoffes Holz. Nachdem es in einer mechanischen Aufbereitung zerkleinert wurde, folgt ein chemischer Prozess, bei dem Lignin und andere Bestandteile entfernt werden. Was bleibt, ist der weiße Zellstoff. Durch Zugabe von Wasser und mechanischer Bearbeitung entsteht daraus die Zellstofffasermasse, die im weiteren Verlauf zu Zellstoffwatte verarbeitet wird. Qualitätsrelevante Schritte sind die gezielte Defibration, das Entstauben und die Homogenisierung, um ein gleichmäßiges Vlies mit kontrollierter Dichte und geringer Partikelemission zu erhalten.

In der Praxis kommen überwiegend Sulfat- (Kraft-) oder Sulfitverfahren zum Einsatz, optional mit ECF-/TCF-Bleiche zur Erzielung eines hellen, reinen Faserbildes. Für Zellstoffwatte wird der getrocknete Zellstoff gezielt wieder aufgelockert, defibriert und zu einem voluminösen Vlies geformt. Prozessschritte wie Creping, Prägung oder leichtes Vernadeln können die Bulk-Eigenschaften und die Formstabilität steuern. Das Resultat wird als Rollenware, Bogenware, Pads oder konfektionierte Einlagen bereitgestellt und bei Bedarf mit Decklagen (z. B. dünnes Papier) kombiniert, um Staub und Faserflug zu minimieren. Ergänzend kommen In-Prozess-Kontrollen (Gewichts- und Dickenmessung, Staubgehalt, Feuchte) zum Einsatz, um reproduzierbare Polster- und Saugkennwerte sicherzustellen.

  1. Faserrohstoff aufschließen und reinigen (Entfernung von Lignin, Harzen, Begleitstoffen)
  2. Fasern auflockern und homogenisieren (Defibration für gleichmäßige Faserverteilung)
  3. Formung zum Vlies bzw. zur Fasermatte mit definiertem Volumen
  4. Trocknung, optional Kaschierung oder leichte Bindung zur Handhabungsstabilität
  5. Konfektion zu Rollen, Zuschnitten oder Polster-Pads

Typische Kenngrößen

In der Praxis werden u. a. folgende Größen spezifiziert: Schüttdichte (gering für hohes Volumen), Feuchtegehalt (zur Dimensions- und Gewichtsstabilität), Reinheitsgrad/Staubanteil, Faserlängenverteilung, Saugfähigkeit (Aufnahmegeschwindigkeit und -menge), Rücknässung, Druckverformungsrest und Oberflächenreinheit zur Vermeidung von Abrieb auf empfindlichen Gütern. Ergänzend relevant sind Flächengewicht (g/m²), Vliesdicke (mm) unter definiertem Prüfdruck, Kompressions- und Rückstellverhalten bei zyklischer Belastung, Partikelabgabe, Geruch und gegebenenfalls Lebensmittelnähe. Diese Parameter steuern unmittelbar Dämpfungsleistung, Handhabung und Eignung für spezifische Verpackungsaufgaben.

Anwendungsgebiete und Verwendung von Zellstoffwatte

Eine der Hauptverwendungen von Zellstoffwatte findet sich in der Herstellung von Wellpappe. Durch ihr Volumen und ihre Weichheit ist sie der optimale Rohstoff für die inneren Wellenlagen der Wellpappe. Aber auch in anderen Bereichen, wie der Textilindustrie oder bei Dämmmaterialien, kommt Zellstoffwatte zum Einsatz.

Hinweis zur Anwendung in der Verpackung: In der Wellpapp-Verpackungspraxis wird Zellstoffwatte nicht als Ersatz für die eigentliche Wellenbahn der Wellpappe genutzt, sondern als ergänzendes Polster-, Zwischen- oder Auskleidungsmaterial. Sie dient dem Oberflächenschutz, dem Formausgleich und der Dämpfung innerhalb von mehrlagigen Verpackungsaufbauten aus Wellpappzuschnitten, Gefachen oder Umverpackungen.

Im Umfeld der Wellpapp-Verpackungspraxis wird Zellstoffwatte vor allem als polsternde Einlage, Zwischenlage oder Auskleidung verwendet. Sie ergänzt die steife, druckabsorbierende Wellenstruktur um eine weich federnde Komponente, reduziert Punktlasten, gleicht Toleranzen aus und schützt empfindliche Oberflächen. Typische Beispiele sind der Schutz empfindlicher, kratzgefährdeter oder spröder Produkte (z. B. Glaswaren, Keramik, Lackoberflächen, Präzisionsteile) sowie der Feuchtigkeitspuffer in mehrlagigen Schutzsystemen. Weiterführende Orientierung bietet praxisnahes Fachwissen zu weiterführende Informationen zu Füll und Polstersystemen in Kombination mit Wellpappzuschnitten.

  • Polster- und Lagenmaterial in Kombination mit Wellpappzuschnitten
  • Oberflächenschutz bei empfindlichen Materialien und Beschichtungen
  • Formausgleich bei Toleranzen, Kanten- und Flächendämpfung
  • Saugfähige Einlagen in Mehrkomponenten-Schutzverpackungen
  • Kantenschutzpolster in Verbindung mit Wellpapphülsen und Stülpverpackungen
  • Zwischenlagen zur Vibrationsentkopplung bei Langstreckentransporten
  • Auskleidungen für Sets mit Mischwaren (z. B. Glas/Metall) zur Kontaktvermeidung

Dimensionierung und Verarbeitung

Für die Auslegung werden Vliesdicke, Flächengewicht, Schüttdichte und Kompressionsverhalten auf das Produktgewicht, die Stoß-/Vibrationsbelastung und die gewünschte Oberflächenschonung abgestimmt. Üblich sind weiche, leicht komprimierbare Lagen, die sich passgenau zuschneiden und in Mehrlagenaufbauten kombinieren lassen. Staubarme Qualitäten erleichtern das Handling in sensiblen Bereichen. Für reproduzierbare Ergebnisse empfiehlt sich die Definition von Toleranzen (z. B. ± für Dicke und Flächengewicht), geeignete Schnittverfahren (Messer, Wasserstrahl) sowie die Verwendung von Einsteckhüllen oder Papiertaschen, um Partikelabgabe weiter zu reduzieren. In der Montage sollten Verpressung und Rückstellweg auf das Produkt abgestimmt und Fixierungen (z. B. punktuelle Verklebung mit papierbasierten Klebstoffen) sorgfältig ausgewählt werden.

Vor- und Nachteile von Zellstoffwatte

Die Verwendung von Zellstoffwatte bietet einige Vorteile. So ist sie als nachwachsender Rohstoff ressourcenschonend und biologisch abbaubar. Sie trägt zur Stabilität der Wellpappe bei und ist gleichzeitig leicht, was sich positiv auf das Transportgewicht auswirkt. Allerdings ist die Produktion von Zellstoffwatte auch mit Herausforderungen verbunden. So erfordert der Herstellungsprozess einen hohen Energieaufwand und es fallen Abfallprodukte an, die nicht immer einfach zu entsorgen sind. Zudem kann es durch Witterungseinflüsse zu Qualitätsverlusten kommen, die die weitere Verwendung der Watte einschränken können. In der Praxis ist daher die Auswahl geeigneter Qualitäten und eine sachgerechte Lagerung entscheidend, um die Polster- und Saugwirkung über den gesamten Lebenszyklus der Verpackung zu bewahren.

  • Vorteile: nachwachsender Rohstoff, gute Stoß- und Vibrationsdämpfung, hohe Saugfähigkeit, oberflächenschonend, anpassungsfähig in Zuschnitt und Lagenaufbau; geringes Eigengewicht, geräuscharm bei Handling und Konfektionierung, potenziell recyclingfreundlich im papierbasierten Materialkreislauf (abhängig von Verschmutzung).
  • Herausforderungen: energieintensive Zellstoffherstellung, potenzielle Staubentwicklung bei minderer Qualität, Feuchteempfindlichkeit mit Einfluss auf Volumen und Gewicht, Preis- und Rohstoffverfügbarkeit abhängig von Faserquellen; begrenzte Dauerelastizität im Vergleich zu Schäumen, sorgfältige Abfalltrennung bei verunreinigter Verwendung erforderlich.

Lagerung, Qualitätssicherung und Umweltaspekte

Zur Sicherung konstanter Eigenschaften ist eine trockene, saubere Lagerung bei moderatem Klima sinnvoll. Schutz vor direkter Feuchte, starken Temperaturschwankungen und UV-Strahlung hilft, Volumen und Saugverhalten zu erhalten. Unverschmutzte Zellstoffwatte lässt sich in der Regel stofflich verwerten; verunreinigte Materialien sind entsprechend der lokalen Entsorgungswege zu führen. Für gleichbleibende Qualität unterstützen Wareneingangsprüfungen (z. B. Dicken- und Gewichtsprüfung), dokumentierte Chargenverfolgung sowie standardisierte Zuschnittprozesse. Bei Anwendungen mit Kontakt zu sensiblen Gütern kann die Auswahl staubarmer, geruchsneutraler Qualitäten mit geeigneten Konformitätsnachweisen zweckmäßig sein.

Zusätzliche Praxisaspekte und Normhinweise

Je nach Einsatzgebiet können an Zellstoffwatte spezifische Anforderungen gestellt werden, etwa hinsichtlich Partikelemission, Geruch, optischer Reinheit oder Lebensmittelnähe. Prüfpläne mit definierten Grenzwerten für Feuchte, Staubgehalt und Kompressionsverhalten unterstützen eine konsistente Verpackungsleistung. Für den Einsatz im papiernahen Stoffstrom ist darauf zu achten, dass Verbundmaterialien (z. B. Folien, Kleber) das Recycling nicht unnötig erschweren. In Exportverpackungen können klimatische Profile (Temperatur- und Feuchteschwankungen) durch mehrlagige Aufbauten mit zusätzlicher Barriere (Papier, Folie) adressiert werden.

Zusammenfassung:

  • Zellstoffwatte ist ein extrem absorbierendes Material, das sich ideal für Polsterungen eignet, speziell in der Verpackungsindustrie.
  • Aufgrund ihrer weichen Textur und Flexibilität schützt Zellstoffwatte in Kombination mit Wellpappe effektiv fragile Produkte und mindert Transportschäden signifikant.
  • In Anbetracht ihrer nachhaltigen und umweltfreundlichen Eigenschaften, gewinnt Zellstoffwatte als inneres Füllmaterial für Wellpappverpackungen zunehmend an Bedeutung.
  • Zellstoffwatte ergänzt die mechanische Stabilität der Wellpapp-Struktur um eine weich federnde, oberflächenschonende Komponente und eignet sich für Lagenpolster, Auskleidungen und Zwischenlagen.
  • Relevante Kenngrößen sind u. a. Schüttdichte, Feuchtegehalt, Saugvermögen und Druckverformungsrest; sie steuern Dämpfungsleistung und Handling.
  • Eine sachgerechte Lagerung sowie passende Konfektionierung unterstützen konstante Qualität und effiziente Verarbeitung in Wellpapp-Anwendungen.
  • In der Auslegung sollten Dicke, Flächengewicht und Kompressionsverhalten auf Produktmasse, Stoßprofil und Oberflächenschutzanforderungen abgestimmt werden, um eine verlässliche Polsterwirkung zu erzielen.

Veröffentlicht am 13.07.2024
Letzte Überarbeitung am 18.11.2025 um 11:16 Uhr von Manuel Hofacker

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