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Beilagenmanagement
Das Beilagenmanagement gewinnt in der heutigen, schnelllebigen Geschäftswelt immer mehr an Bedeutung. Optimierte Prozesse in allen Bereichen des Unternehmens spielen eine wesentliche Rolle für den Erfolg, darunter auch die effiziente Handhabung der Beilagen in den Verpackungen aus Wellpappe.
Beilagen erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Sie informieren, dokumentieren, lenken Aufmerksamkeit oder ergänzen die Lieferung funktional. Dazu zählen etwa Bedienungsanleitungen, gesetzlich erforderliche Hinweise, personalisierte Gutscheine, Retoureninformationen, Montage- oder Pflegeanleitungen sowie saisonale Aktionsflyer. Ein systematisch organisiertes Beilagenmanagement reduziert Such- und Rüstzeiten im Packprozess, senkt Fehlerquoten und sorgt dafür, dass die relevanten Inhalte konsistent in der richtigen Sendung ankommen. Ergänzend unterstützen standardisierte Ablagen, eindeutige Kennzeichnungen und vordefinierte Packmuster eine reproduzierbare, sichere Handhabung – vom Wareneingang der Beileger über das Bereitstellen am Packplatz bis zur finalen Versandkontrolle.
Im operativen Alltag greifen dabei Logistik, Einkauf, Marketing, Qualitätsmanagement und IT ineinander. Je besser Regeln, Materialflüsse und Datenquellen aufeinander abgestimmt sind, desto stabiler laufen Kommissionierung, Konfektionierung und Versand – auch bei schwankenden Tagesvolumina, wechselnden Kampagnen und variierenden Artikelsortimenten. Ein robuster Informationsfluss (Stammdaten, Versionen, Gültigkeiten), klare Verantwortlichkeiten und regelmäßige Abstimmungen zwischen den Bereichen sorgen dafür, dass Beilagen stets aktuell, korrekt und in ausreichender Menge verfügbar sind.
Definition: Was versteht man unter Beilagenmanagement?
Beilagenmanagement ist ein Begriff, der Methoden und Strategien umfasst, mit denen Unternehmen die Prozesse rund um die Beilagen in ihren Verpackungen aus Wellpappe verwalten und optimieren. Diese können Flyer, Werbematerialien, Informationen oder Anleitungen sein, um nur einige zu nennen. Ziel ist es, die richtige Information in der richtigen Version zur richtigen Zeit in die passende Sendung zu integrieren – nachvollziehbar, effizient und qualitätsgesichert.
Im engeren Sinne umfasst Beilagenmanagement die Planung (Regelwerk und Sortimentspflege), die Bereitstellung (Lagerung, Nachschub), die Steuerung (welche Beilage in welche Sendung), die operative Einbringung (manuell, halbautomatisch oder automatisiert) sowie die Qualitätssicherung und Auswertung. Man unterscheidet häufig zwischen statischen Beilegern (allen Sendungen beigefügt), dynamischen Beilegern (zielgruppen-, artikel- oder auftragsbezogen) und obligatorischen Beilegern (rechtlich vorgeschrieben oder sicherheitsrelevant). Darüber hinaus grenzt man Beilagen klar von Füll- und Polstermaterial ab: Beilagen transportieren Inhalte, Füllmaterialien dienen dem Schutz und der Stabilisierung des Packguts.
- Statische Beileger: z. B. allgemeine Imageflyer, Pflegehinweise, Garantiekarten, Wartungshinweise in Standardausführung.
- Dynamische Beileger: z. B. produktspezifische Montageanleitungen, Cross-Selling-Einleger, personalisierte Gutscheine, sprach- oder zielmarktbezogene Hinweise.
- Obligatorische Beileger: z. B. Sicherheitsdatenblätter, gesetzlich geforderte Verbraucherinformationen, Begleitpapiere, Zoll- oder Entsorgungsinformationen.
Grundlage sind klare Auswahlregeln: Sie definieren, wann welcher Einleger zum Einsatz kommt (Artikelstamm, Warengruppe, Warenkorbwert, Zielmarkt, Saison, Kampagne, Retourenquote, Servicefall). Ergänzend dazu ist die eindeutige Identifikation der Beilagen über Artikelnummern oder Barcodes sinnvoll, um Bestände, Verbräuche und Nachbestellungen kontrolliert zu steuern. Versionen und Gültigkeitszeiträume stellen sicher, dass jeweils die aktuelle, freigegebene Fassung verwendet wird; Archivierungspflichten werden dadurch ebenfalls unterstützt.
Die Bedeutung von Beilagenmanagement in der Wellpappe-Industrie
In der Wellpappe-Industrie ist das Beilagenmanagement von großer Bedeutung. Es erleichtert nicht nur den Packprozess, sondern trägt auch zur Kundenzufriedenheit bei, indem es sicherstellt, dass relevante Informationen und Werbeaktionen den Kunden auf effektive und effiziente Weise zugestellt werden. Im Umfeld modularer Wellpappe-Verpackungen, Zuschnitte, Faltkonzepte und Einlagen wirkt das Beilagenmanagement zudem auf die Packdichte, Ordnung und Transportsicherheit ein.
Zusätzlich wirkt sich die Art der Beileger und deren Platzierung auf Stabilität, Schutzwirkung und Ordnung im Packgut aus. Geeignete Faltkonzepte, Einstecklaschen, Trennstege oder eine passende Perforation unterstützen das saubere Einlegen und das spätere Entnehmen beim Empfänger. Durch Formatabstimmung, Bündelung (Sets), Falzung und Kennzeichnung lassen sich Handgriffe reduzieren und Verwechselungen vermeiden. Das Beilagenmanagement beeinflusst damit direkt Taktzeiten an Packplätzen, die Fehlerquote (Fehl- oder Doppelbeileger) sowie die Nacharbeit in Reklamationsfällen. Insbesondere bei variierenden Versandvolumina und saisonalen Spitzen stabilisieren standardisierte Abläufe die Leistungsfähigkeit in der Verpackungslinie.
Auch Nachhaltigkeitsziele werden adressiert: Wer zielgruppengenau und bedarfsgerecht beilegt, spart Material, Druckfarben und Transportgewicht. Digitale Alternativen (z. B. QR-Codes zu Bedienvideos) können physische Beilagen ergänzen oder ersetzen, sofern gesetzliche Anforderungen dies zulassen. Gleichzeitig bleiben haptische, leicht entnehmbare Dokumente in vielen Anwendungsfällen unverzichtbar, etwa wenn Prüf- oder Sicherheitsinformationen vom Empfänger direkt am Produkt benötigt werden.
Technologiestand von Beilagenmanagement-Systemen
Die Technik hat das Beilagenmanagement transformiert. Es gibt jetzt eine Reihe von fortschrittlichen Systemen, die dazu beitragen, den Prozess zu automatisieren und zu optimieren. Sie ermöglichen eine höhere Genauigkeit, reduzieren menschliche Fehler und erhöhen die Produktivität. Neben klassischen On-Premises-Lösungen kommen zunehmend cloud- oder API-basierte Regelwerke zum Einsatz, die flexibel skaliert und zentral gepflegt werden können.
Moderne Setups binden ERP-, WMS- und Shopsysteme an, nutzen Regel-Engines und Scanprozesse (Pick-by-Scan, Pick-by-Light) und dokumentieren die Beilegerzufuhr revisionssicher. Kamerasysteme und Waagenkontrollen prüfen Vollständigkeit, während Etikettierer, Zuführmagazine und automatische Einleger Maschinenlaufzeiten stabil halten. Für dynamische Inhalte kommen On-Demand-Druck und Personalisierung (z. B. mit variablen Daten) zum Einsatz. Schnittstellen ermöglichen A/B-Tests, Reporting sowie das Nachsteuern von Kampagnen anhand definierter Kennzahlen. Ergänzend unterstützen Simulationsfunktionen das risikofreie Testen neuer Regeln und Vorlagen, bevor diese live gehen.
Typische Systemkomponenten
- Regelwerk/Decision Engine für Beilegerauswahl nach Auftrags- und Artikelmerkmalen
- Stammdatenverwaltung für Beileger (Artikelnummer, Version, Gültigkeit, Sprache)
- Kommissionier- und Zuführtechnik (Magazine, Dispenser, Fördertechnik)
- Identifikation und Prüfung (Barcode, Vision-Systeme, Wägekontrollen)
- Protokollierung und Reporting (Verbrauch, Trefferquoten, Fehlerraten)
- Benutzer- und Rechteverwaltung für Freigaben, Vier-Augen-Prinzip und Änderungsprotokolle
- Monitoring von Füllständen und automatisierte Nachschubanforderungen für Magazine
Vor- und Nachteile von Beilagenmanagement
Bei richtiger Anwendung bietet das Beilagenmanagement viele Vorteile. Dazu gehören unter anderem eine verbesserte Kundenzufriedenheit, gesteigerte Effizienz und Produktivität, Kosteneinsparungen und eine stärkere Markenbindung. Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen, die ein effektives Beilagenmanagement mit sich bringen kann. Dazu zählen technische Hindernisse, höhere Anfangsinvestitionen und eine gewisse Komplexität bei der Implementierung und Verwaltung des Systems. Besonders entscheidend sind belastbare Stammdaten und ein gelebtes Versionsmanagement, um Inkonsistenzen zu vermeiden.
- Vorteile: definierte Prozesse, geringere Fehlbeilegerquote, schnellere Einarbeitung, bessere Nachverfolgbarkeit, zielgerichtete Informationsvermittlung, geringere Materialverschwendung, transparente Kostenstruktur je Sendung.
- Herausforderungen: Datenqualität und Pflegeaufwand, Medienbrüche zwischen Systemen, Platzbedarf am Packplatz, Abstimmung zwischen Abteilungen, Versionsmanagement (Sprachen, Rechtstexte), Schulungsbedarf, initiale Integration der Technik in bestehende Linien.
Prozessschritte im Beilagenmanagement
- Planung und Regelwerk: Festlegen, welche Beileger bei welchen Triggern eingesetzt werden (z. B. Artikel, Zielmarkt, Saison, Retourenquote). Definition von Prioritäten, Ausschlussregeln und maximalen Beilagen je Sendung.
- Datenanbindung: Übergabe relevanter Auftrags- und Artikelinformationen an das Beilagensystem. Sicherstellen konsistenter Stammdaten und Versionsstände in allen beteiligten Systemen.
- Bereitstellung/Logistik: Definition von Lagerorten, Nachschubprozessen, Bündelgrößen und Mindestbeständen. Kennzeichnung am Magazin mit Barcode oder Klartext zur Vermeidung von Verwechslungen.
- Einlegen/Konfektionierung: Manuell, unterstützt oder automatisiert; idealerweise mit Scan- oder Sensorprüfung. Einlern- und Rüstprozesse standardisieren, Rüstzeiten minimieren.
- Qualitätssicherung: Stichproben, kamerabasierte Kontrolle, Gewichtskontrolle, Rückverfolgbarkeit über Protokolle. Abweichungen systematisch analysieren und Korrekturmaßnahmen dokumentieren.
- Reporting/Optimierung: Auswertung von Trefferraten, Verbräuchen, Kosten und Prozesszeiten; Ableitung von Maßnahmen. Regeln iterativ schärfen, um Zielgrößen zu erreichen.
- Änderungsmanagement: Versionswechsel planen, testen und freigeben; Aussteuerung veralteter Bestände steuern und dokumentieren.
- Audit und Archiv: Nachweise für Pflichtbeilagen revisionssicher ablegen; Regeländerungen und Freigaben nachvollziehbar dokumentieren.
Gestaltung, Formate und Materialeinsatz
Die Auswahl geeigneter Formate, Falzungen und Papierqualitäten erleichtert das Handling. Dünne, glatte Papiere neigen zum Verklammern, während zu steife Kartonqualitäten den Einlegevorgang erschweren können. Falzarten, Greifkanten und klare Kennzeichnungen (z. B. Farbcodes, Piktogramme) unterstützen die Vermeidung von Verwechslungen. Zudem sollten Grammatur, Opazität und Reißfestigkeit in Bezug auf Automatisierung und spätere Entnahme bewertet werden; DIN-Formate erleichtern die Standardisierung entlang der Prozesskette.
Für eine belastbare Planung ist die Formatdefinition zentral. Orientierung bieten praxisnahe Richtwerte für Längen, Breiten und Höhen. Nützliche Hinweise liefert der Beitrag So bestimmen Sie Abmessungen für Beilagen passgenau, um Einleger und Verpackungseinsätze optimal aufeinander abzustimmen. Ergänzend empfiehlt sich eine eindeutige Bezeichnungssystematik für Formate, die in Regelwerken und technischen Zeichnungen identisch verwendet wird.
Platzierung und Fixierung
- Einlegen obenauf für sofortige Sichtbarkeit (z. B. Retoureninfo).
- Seitliche Stecktaschen oder Laschen, um Dokumente zu separieren.
- Fixierung mittels punktueller Klebung, Banderole oder Einsteckschlitz, um Verrutschen zu vermeiden.
- Dokumententaschen innen oder außen am Karton für Begleitpapiere, die vor dem Öffnen zugänglich sein müssen.
- Formschlüssige Positionierung in Trennstegen oder Inlays aus Wellpappe zur Stabilisierung und zur Vermeidung von Knicken.
Kennzahlen und Steuerung
- Trefferquote: Anteil korrekt beilegter dynamischer Beileger.
- Fehlbeilegerquote: Anteil fehlender oder falscher Beileger je 1.000 Sendungen.
- Durchlaufzeit: Zeitanteil für Beilagenhandling pro Sendung.
- Kosten pro Sendung: Summe aus Material, Handling, Abschreibung der Technik.
- Lagerreichweite Beileger: Bestände in Tagen bei aktuellem Verbrauch.
- Reklamationsquote beilagebezogen: Anteil Reklamationen mit Ursache Beileger.
- First-Pass-Rate: Anteil Sendungen ohne Nacharbeit im Beilagenschritt.
- OEE der Einlegetechnik: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität an automatisierten Stationen.
Nachhaltigkeit und Compliance
Ressourcenschonung beginnt mit bedarfsgerechten Regeln: nur beilegen, wenn es inhaltlich notwendig oder gesetzlich erforderlich ist. Versionierung nach Sprache und Markt verhindert unnötige Mehrfachbeilagen. Rezyklierbare Materialien, emissionsarme Druckverfahren und kompakte Formate reduzieren den ökologischen Fußabdruck. Gleichzeitig sind rechtliche Vorgaben (z. B. Sicherheits- und Verbraucherinformationen) einzuhalten; Änderungen erfordern ein sauberes Versions- und Freigabemanagement. Bei personalisierten Beilagen ist zudem der Umgang mit personenbezogenen Daten gemäß geltenden Datenschutzanforderungen sicherzustellen.
Typische Anwendungsfälle
- Produktspezifische Montage- oder Pflegeanleitungen, abhängig von der SKU.
- Retourenbeileger mit QR-Code zum Rücksendeportal, nur bei relevanten Warengruppen.
- Begleitpapiere und Hinweise bei empfindlichen Gütern oder Gefahrgut.
- Sprachabhängige Informationsblätter für internationale Sendungen.
- Servicekarten für Ersatzteilbestellung oder Wartungsintervalle.
- Kampagnenbezogene Einleger während saisonaler Aktionszeiträume mit definierter Laufzeit.
Umsetzung in der Praxis
- Anforderungsaufnahme: Beilegerarten, Pflichtinhalte, Volumina, Packprozesse.
- Regelwerk definieren und in Stammdaten abbilden.
- Technische Anbindung und Testläufe mit Referenzaufträgen.
- Schulung der Mitarbeitenden und visuelle Arbeitsanweisungen.
- Pilotbetrieb mit Monitoring, danach Roll-out und kontinuierliche Optimierung.
- Bewertung der Ergebnisse anhand definierter Kennzahlen und Anpassung der Regeln.
- Regelmäßige Aktualisierung von Vorlagen, Sprachen und Rechtstexten mit dokumentierten Freigaben.
Zusammenfassung:
- Beilagenmanagement ist das effiziente Organisieren und Steuern von Beilagen in Sendungen, die zu einer Optimierung der Verpackung beitragen, wie etwa bei Verpackungen aus Wellpappe.
- Mithilfe von Beilagenmanagement können Unternehmen gezielte Marketingaktionen in ihre Verpackungsprozesse integrieren, um die Kundenbindung zu erhöhen und neue Umsatzquellen zu erschließen.
- Ein systematisches Beilagenmanagement ermöglicht eine ressourcenschonende und umweltfreundliche Gestaltung von Verpackungen, was insbesondere bei der Verwendung von Wellpappe als Verpackungsmaterial eine wichtige Rolle spielt.
- Klare Auswahlregeln, gepflegte Stammdaten und geeignete Formate minimieren Fehler und beschleunigen den Packprozess.
- Moderne Systeme mit Scan-, Kamera- und On-Demand-Druck-Funktionen unterstützen Prüfbarkeit, Nachvollziehbarkeit und flexible Kampagnensteuerung.
- Messbare Kennzahlen (Trefferquote, Fehlbeilegerquote, Kosten pro Sendung) ermöglichen eine faktenbasierte Optimierung.
- Durchdachte Platzierung und Fixierung von Beilagen verbessert Stabilität, Entnehmbarkeit und Ordnung im Karton.
- Ein strukturiertes Änderungs- und Freigabemanagement stellt Aktualität und Compliance bei Pflichtbeilagen sicher.
Veröffentlicht am 24.05.2025
Letzte Überarbeitung am 12.01.2026 um 10:54 Uhr von Julia Kopp