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Evaluation von Verpackungen

Im dynamischen Markt der Verpackungsindustrie spielt die Bewertung von Verpackungen eine entscheidende Rolle. Insbesondere bei der Verwendung von Wellpappe als Verpackungsmaterial ist eine solide Beurteilung unabdingbar. Eine strukturierte Evaluation ermöglicht es, Schutzwirkung, Wirtschaftlichkeit und ökologische Auswirkungen systematisch zu erfassen, Risiken zu reduzieren und belastbare Entscheidungen für Lagerung, Transport und Handling abzuleiten. Sie bildet die Grundlage für belastbare Aussagen zur Eignung einer Lösung entlang des gesamten Anwendungszyklus – von der Kommissionierung bis zur Zustellung. Ergänzend berücksichtigt eine fundierte Bewertung auch regulatorische Anforderungen, standardisierte Prüfbedingungen (zum Beispiel definierte Klima- und Lagerparameter) sowie die Wechselwirkung zwischen Produkt, Verpackung und Transportumfeld. So lassen sich anwendungsnahe Belastungsprofile abbilden und praxisgerechte Sicherheitsreserven bestimmen.

Definition: Was versteht man unter Evaluation von Verpackungen?

Die Evaluation von Verpackungslösungen bezeichnet die systematische, methodisch abgesicherte Beurteilung ihrer Leistungsfähigkeit. Sie umfasst qualitative und quantitative Analysen zu Material, Konstruktion, Schutzwirkung, Handhabung, Kostenstruktur und Umweltverträglichkeit. Bei Wellpappe rückt besonders die Fähigkeit in den Fokus, Produkte sicher zu schützen, stapel- und transportstabil zu bleiben und dabei ressourcenschonend eingesetzt zu werden. Darüber hinaus werden Messunsicherheiten, Toleranzketten und die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse betrachtet, um Ergebnisse vergleichbar und auditfähig zu dokumentieren. Eine klare Abgrenzung zwischen Verifikation (erfüllt die Verpackung die spezifizierten Anforderungen?) und Validierung (bewährt sie sich unter realen Einsatzbedingungen?) unterstützt die belastbare Einordnung der Resultate.

Typische Bestandteile einer Evaluation sind:

  • Materialdiagnostik: Prüfung von Flächengewicht, Wellenprofil, Kantenstauch- und Berstwiderstand sowie Feuchteverhalten.
  • Konstruktive Auslegung: Analyse von Faltbild, Verschluss, Rillungen, Perforation und Verstärkungen.
  • Leistung im Prozess: Verhalten in der Konfektionierung, Automatisierbarkeit, Klebe- und Verschlussqualität, Öffnungs- und Rücksendefunktionen.
  • Schutzfunktion: Stoß-, Vibrations- und Druckbeanspruchung, Fall- und Stapeltests, Durchstoßfestigkeit.
  • Ökobilanz-Aspekte: Materialeffizienz, Rezyklierbarkeit, Kreislauffähigkeit und Entsorgung.
  • Maß- und Toleranzprüfung: Innen- und Außenmaße, Rillbreiten, Schnittkantenqualität sowie Maßhaltigkeit nach Klimakonditionierung.
  • Druck- und Oberflächenaspekte: Einfluss von Bedruckung, Rillen und Perforationen auf die Festigkeit, Les- und Scanbarkeit von Etiketten.
  • Regelkonformität: Einhaltung von Vorgaben für Gefahrgut, lebensmittelnahe Anwendungen oder branchenspezifische Kennzeichnungen.

Aspekte der Evaluation von Wellpappe-Verpackungen

Die Beurteilung von Wellpappe-Verpackungslösungen bezieht sich auf verschiedene Faktoren. Hierzu zählen die Verarbeitungsqualität, die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Produkte, Leistung unter Lager- und Transportbedingungen und natürlich die Wirtschaftlichkeit. Überdies spielt die Umweltverträglichkeit eine immer größere Rolle. Ergänzend werden Prozessstabilität, Bedienerfreundlichkeit und die Eignung für automatisierte Verpackungsabläufe betrachtet. In der Praxis fließen zudem Variantenmanagement (zum Beispiel mehrere FEFCO-Typen für ein Produktportfolio), modulare Einsätze, Mehrwegfähigkeit sowie die Kompatibilität mit unterschiedlichen Paletten- und Ladeeinheiten in die Bewertung ein.

Technische und funktionale Kriterien

  • Materialkennwerte: Kantenstauchwiderstand (ECT), Kistendrucktest (BCT), Berstfestigkeit, Klebverbindungen und Feuchtebeständigkeit.
  • Passgenauigkeit: Formschluss, Polsterwirkung, Toleranzen; dabei ist es wichtig, relevante Abmessungen und tolerierbare Maßabweichungen zu bewerten, um Produktkontakt, Hohlräume und Übermaße zu vermeiden.
  • Konstruktion und Handhabung: FEFCO-Typ, Rillungen, Aufreiß- und Verschlusslösungen, Bedienbarkeit, Ergonomie im Packprozess.
  • Transport- und Lagerfähigkeit: Stapelstabilität, Klimarobustheit, Palettierbarkeit, Raumausnutzung im Regal- und Versandprozess.
  • Integration in die Prozesskette: Kompatibilität mit Fördertechnik, Etikettierung, Kommissionierung und Retourenabwicklung.
  • Nachhaltigkeitskriterien: Materialeinsatz, Recyclingfähigkeit, Kreislaufanteile und potenzielle Reduktion von Transportschäden.
  • Klimakonditionierung: Bewertung unter definierten Bedingungen (zum Beispiel 23 °C/50 % r. F. sowie 20 °C/65 % r. F.) und nach Feuchtezyklen.
  • Zeitstandverhalten: Kriechverhalten unter Dauerlast, Sicherheitsfaktoren für Lagerzeiten und veränderliche Umgebungsbedingungen.
  • Paletten- und Ladeeinheiten: Druckverteilung, Palettenüberstand, Lagenbilder, Zwischenlagen und Umreifungseinfluss.

Methodik und Prüfverfahren

  • Laborprüfungen: ECT/BCT, Klimakammer, Fall- und Vibrationsprüfungen, Durchstoßtests.
  • Feldtests: Pilotversand mit instrumentierten Testsendungen, Auswertung von Beschädigungsquoten, Monitoring in der Lagerpraxis.
  • Datenbasis: Stichprobenplan, statistische Auswertung, Vergleich gegen Referenzlösungen und definierte Akzeptanzkriterien.
  • Zusatzprüfungen: Cobb-Test zur Wasseraufnahme, Klebe- und Tape-Haftung, Stoßkantenbelastung, Gurt- und Stretchfolieneinfluss.
  • Versandprofile: Abbildung realer Distributionsbedingungen mittels Random-Vibration, Schwingbrett, Mehrfachfall, Kompressionszyklen.

Normen und Standards

Zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse werden häufig etablierte Standards herangezogen, beispielsweise ISO 3037 (ECT), ISO 12048 (BCT), ISO 2759 (Berstfestigkeit), ISO 535 (Cobb), ISTA-Verfahren (zum Beispiel 3A/6) sowie definierte Klimanormen für Konditionierung und Vorbehandlung. Die Anwendung standardisierter Prüfpläne und AQL-basierter Stichprobenverfahren unterstützt die statistische Aussagekraft.

Praxisbeispiele und Anwendungsszenarien

  • E-Commerce-Sendungen: Bewertung von Aufreißfäden, Rücksendelösungen, Volumenoptimierung und Schadenvermeidung bei Mischbeladung.
  • Temperaturempfindliche Güter: Prüfung der Stabilität nach Konditionierung und möglicher Feuchtebelastung in der Kühlkette.
  • Schwere Ersatzteile: Auslegung von Verstärkungen, Lastverteilung auf Paletten und Sicherung gegen Durchstoßbelastung.

Rolle der Evaluation im Entscheidungsprozess von Unternehmen

Unternehmen nutzen die Evaluation von Verpackungen aus Wellpappe, um fundierte Entscheidungen über den Einsatz dieser Verpackungen zu treffen. Dabei gehen sie über bloße Kostenüberlegungen hinaus und berücksichtigen auch Aspekte wie Robustheit, Flexibilität und Nachhaltigkeit. Zusätzlich fließen TCO-Betrachtungen (Material, Prozess- und Transportschäden, Lager- und Handlingkosten), Automatisierungsgrad, Lieferfähigkeit sowie Risiken durch Klimaeinflüsse und Schwankungen in der Transportkette ein. Entscheidungen werden häufig funktionsübergreifend getroffen – Beschaffung, Qualitätssicherung, Logistik und Produktteam arbeiten mit gemeinsamen Kriterienkatalogen. Ein strukturierter Freigabeprozess mit Meilensteinen, Prüfplänen und dokumentierten Akzeptanzgrenzen erleichtert den Vergleich von Alternativen über Produktlebenszyklen hinweg.

Entscheidungskriterien und Priorisierung

  • Risikominimierung: Reduktion von Transportschäden und Reklamationen.
  • Prozesseffizienz: Durchlaufzeiten, Packgeschwindigkeit, Fehlerquote.
  • Ressourceneinsatz: Material- und Volumenoptimierung, Wiederverwertbarkeit.
  • Produkt- und Markenanforderungen: Schutz, Informationsfläche, Anmutung ohne übermäßige Materialstärke.
  • Skalierbarkeit: Variantenreduktion, modulare Einsätze und Anpassbarkeit an Sortimentsschwankungen.
  • Liefer- und Versorgungssicherheit: Verfügbarkeit von Wellpappenqualitäten, Rohstoffschwankungen, Lieferzeiten.

Vor- und Nachteile der Evaluation von Wellpappe-Verpackungen

Eine professionelle Auswertung der Wellpappe-Verpackungslösungen bietet zahlreiche Vorteile. Sie ermöglicht eine besser informierte Entscheidungsfindung, trägt zur Optimierung der Lieferkette bei und kann dazu beitragen, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Allerdings kann eine solche Evaluation Aufwand und Zeit kosten. Auch die Beurteilung der Nachhaltigkeit erfordert eine genaue Kenntnis der ökologischen Auswirkungen von Wellpappe und der bei ihrer Herstellung verwendeten Materialien. Zusätzlich sind Pilotphasen, Abstimmungen mit Lieferanten und die Validierung unter realen Klimabedingungen zu berücksichtigen, was Projektlaufzeiten beeinflussen kann. Hinzu kommen Aspekte wie die Berücksichtigung von Messunsicherheiten, die Auswahl geeigneter Stichprobenumfänge sowie die Iteration über mehrere Prototypenstände hinweg, um robuste Ergebnisse zu erhalten.

  • Vorteile: Höhere Transportsicherheit, weniger Ausschuss, geringere Gesamtkosten durch schadensarme Prozesse und verbesserte Raumausnutzung.
  • Herausforderungen: Testaufwand, Abstimmung vieler Beteiligter, Investitionen in Prüfmittel und die Notwendigkeit repräsentativer Stichproben.
  • Weitere Potenziale: Bessere Planbarkeit, konsistente Qualität über Standorte hinweg und nachvollziehbare Dokumentation für Audits.
  • Grenzen: Ergebnisse sind kontextabhängig; Änderungen im Distributionsprofil oder Klima erfordern erneute Verifikation.

Zusammenfassung:

  • Die Evaluation von Verpackungen beinhaltet die Beurteilung der Qualität und Funktionalität. Bei Wellpappe, einem gängigen Verpackungsmaterial, spielt die Stabilität eine ganz besondere Rolle. Messbare Kennwerte wie ECT/BCT und die Klimarobustheit liefern hierfür objektive Grundlagen.
  • Teil der Evaluation ist auch die Bewertung des Designs und der Ästhetik der Verpackung. Die Attraktivität einer Verpackung aus Wellpappe kann entscheidend sein, um die Aufmerksamkeit von Kunden zu erregen. Ergänzend werden Bedienbarkeit, Öffnungsmechanismen und Rücksendefunktionen betrachtet.
  • Zudem befasst sich die Evaluation mit der ökologischen Verträglichkeit der Verpackung. Gerade bei Wellpappe kann die Umweltfreundlichkeit ein wichtiger Aspekt sein, da sie in der Regel aus recycelbaren Materialien besteht. Eine datenbasierte Betrachtung von Materialeinsatz und Schadensvermeidung unterstützt die Entscheidungsfindung.
  • Für belastbare Ergebnisse kombinieren Unternehmen Laborprüfungen mit Feldtests und werten Prozess- und Schadendaten aus, um eine Lösung passgenau für Produkt, Prozess und Transportumfeld auszulegen.
  • Eine klare Kriterienliste, definierte Akzeptanzgrenzen und dokumentierte Prüfpläne stellen sicher, dass Entscheidungen nachvollziehbar, vergleichbar und langfristig tragfähig sind.
  • Durch standardisierte Prüfbedingungen, konsistente Datenerfassung und funktionsübergreifende Bewertungsgremien werden Verpackungen aus Wellpappe zielgerichtet optimiert und an dynamische Rahmenbedingungen angepasst.

Veröffentlicht am 06.06.2025
Letzte Überarbeitung am 10.11.2025 um 11:46 Uhr von Sebastian Würth

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