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Fassverpackung
Im geschäftigen Markt der Verpackungsindustrie spielt die Fassverpackung auf Basis von Wellpappe eine wesentliche Rolle. Sie bildet eine essenzielle Schnittstelle zwischen Hersteller und Verbraucher und erfüllt dabei entscheidende Funktionen im Bereich des Produktschutzes. Neben dem Schutz gegen Stöße, Vibrationen und Druckbelastungen unterstützt sie eine normgerechte Kennzeichnung, eine effiziente Handhabung und eine sichere Stapel- sowie Palettierfähigkeit entlang der gesamten Lieferkette. Darüber hinaus ermöglicht sie eine strukturierte Kommissionierung, klare Rückverfolgbarkeit durch Kennzeichnungen und ein ergonomisches Handling bei Montage, Verladung und Entsorgung. Durch ihre anpassbare Konstruktion bietet sie konsistente Performance in unterschiedlichen Klimazonen und entlang variabler Transportwege (Straße, Schiene, See- und Luftfracht).
Definition: Was versteht man unter einer Fassverpackung?
Unter der Bezeichnung Fassverpackung werden konstruktive Verpackungslösungen verstanden, die Fässer – beispielsweise aus Stahl, Kunststoff oder Verbundmaterial – aufnehmen, ummanteln, fixieren und für Transport, Lagerung und Export sichern. Häufig bestehen diese Fassverpackungen aus Wellpappe, einem leichten, stabilen und modular konstruierbaren Material mit guten Dämpfungs- und Stapelkennwerten. Je nach Anforderung kommen ein-, zwei- oder dreiwellige Qualitäten zum Einsatz. Durch die Kombination von Wellenarten und Papiergrammaturen lassen sich Druck- und Stoßabsorption, Kantenstabilität sowie Feuchtebeständigkeit zielgerichtet ausbalancieren.
Die Ausprägungen reichen von zylindrisch angelegten Rundmänteln mit Boden- und Deckelscheibe über polygonale Bauformen (z. B. oktagonal) bis zu Kombinationen mit Distanzringen, Kantenschutzprofilen oder Innenpolstern. Typische Elemente sind:
- Mantel (Rundmantel oder polygonal) zur Ummantelung des Fasses
- Bodenscheibe und Deckelscheibe als untere und obere Abschlüsse
- Fixierkomponenten wie Einlagen, Spannbänder, Einstecklaschen oder Klebepunkte
- Optionale Innenausstattung wie Schaumringe, Zwischenlagen oder Beutel/Liner
- Kantenschutz und Distanzlagen zur Vermeidung von Punktlasten und zur Lastverteilung
- Verschlusselemente wie Umreifungen oder Klebebänder zur transportsicheren Sicherung
Durch die modulare Bauweise lässt sich die Fassverpackung auf Fassdurchmesser, -höhe, -gewicht und Inhalt (fest, flüssig, granuliert) abstimmen. Für spezielle Einsatzzwecke existieren Ausführungen mit erhöhten Durchstoß- und Kantenfestigkeiten, mit Feuchteresistenz oder – bei Gefahrgut – mit entsprechenden Prüf- und Zulassungsanforderungen. Ebenso werden Öffnungen, Aussparungen und Service-Zugänge (z. B. für Domdeckel, Entlüftungen, Hähne) konstruktiv so eingeplant, dass Bedienpunkte frei zugänglich bleiben und keine kritischen Lastspitzen entstehen.
Einsatzbereiche und Anwendung der Fassverpackung
Wellpapp-Fassverpackungen finden in verschiedenen Branchen Anwendung. Sie bieten eine geeignete Lösung, um Waren sicher und unbeschädigt zu transportieren, zu lagern oder zu präsentieren. Die Einsatzgebiete reichen von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie (z. B. Konzentrate, Sirupe), über den chemischen Sektor (Harze, Pulver, Additive) bis hin zur Verpackung von industriellem Equipment, Schmierstoffen, Farben und Lacken sowie Ersatzteilen. Darüber hinaus werden sie im Bereich Agrar- und Spezialchemie, bei Klebstoffen, Additivkonzentraten, Granulaten, pharmazeutischen Vorprodukten (sekundäre Umverpackung) und in Recycling- sowie Entsorgungsprozessen eingesetzt.
In der Praxis unterscheidet man zwischen Leerfass- und Vollfassverpackungen. Während Erstere leere Fässer bündig und stapelsicher schützen, sichern Letztere befüllte Fässer zusätzlich gegen dynamische Belastungen und statische Druckkräfte. Für Export und Langzeitlagerung sind Lösungen mit verstärkten Mantelqualitäten, verstärkten Scheiben, zusätzlichen Distanzlagen und Feuchtigkeitsschutz gebräuchlich. Ergänzend lassen sich Kennzeichnungsfelder, Piktogramme und Barcodes integrieren, um Wareneingang, Umlagerung und Retourenprozesse zu vereinfachen.
Typische Anwendungsfälle
- Schutz von 200-Liter-Stahl- oder Kunststofffässern während des See- und Bahntransports
- Sichere Lagerung temperatur- oder feuchteempfindlicher Inhalte mit optionalen Innenlinern
- Kommissionierung und Bündelung mehrerer Kleinbehälter in einem Fass (Overpack-Konzept)
- Display- und Promotionszwecke mit bedruckten Rundmänteln für die Warenpräsentation
- Transport sensibler Pulver und Granulate mit vibrationsdämpfender Innenpolsterung
- Sammelverpackung für Rücknahmen/Entsorgungsströme (z. B. kontaminationsarme Sekundärverpackung)
Fertigungsprozess und Variantenvielfalt von Fassverpackungen
Der Produktionsprozess von Fassverpackungen ist von Faktoren wie gewünschter Stabilität, spezifischem Einsatzgebiet und Umweltaspekten abhängig. Eine hohe Materialqualität gepaart mit präzisen Fertigungsprozessen gewährleistet einen optimalen Schutz des Inhalts sowie eine effiziente Lager- und Transportfähigkeit. Konstruktiv werden Rillungen, Stanzungen und Stecksysteme so ausgelegt, dass Montage, Demontage und Wiederverwertbarkeit erleichtert werden. Ebenso werden Toleranzen der Fassgeometrie, klimatische Einflüsse und die erwartete Stapeldauer in die Auslegung einbezogen.
- Konstruktion: Ermittlung von Fassdurchmesser, -höhe, Gewicht, Traglast- und Stapelanforderungen; Festlegung der Wellpappqualität (z. B. BC- oder AAA-Welle), Rill- und Stanzgeometrien; Berücksichtigung von Bedienöffnungen, Dom- und Bodenverstärkungen.
- Materialauswahl: Berechnung relevanter Kennwerte (ECT, BCT) in Abhängigkeit von Kompressionskräften, Stapeldauer und klimatischen Bedingungen; Auswahl geeigneter Decken- und Wellenpapiere sowie nassfester Leime, falls erforderlich.
- Fertigung: Zuschnitt, Rillen, Stanzen sowie Kleben/Heften der Mantel- und Scheibenelemente; optional Bedruckung und Beschichtungen; qualitätssichernde Inprozesskontrollen (Maßhaltigkeit, Klebefestigkeit).
- Konfektion: Zusammenstellung von Mantel, Boden- und Deckelscheibe, Innenpolstern und Fixierungen zu einem montagefreundlichen Set; Bereitstellung von Aufbauhinweisen und Kennzeichnungsetiketten.
- Prüfung: Fall-, Vibrations- und Klimatests, ggf. Prüfprogramme für besondere Anforderungen (z. B. Gefahrgut-Versionen); Dokumentation der Ergebnisse und Ableitung von Freigabekriterien.
- Validierung: Musterbau, Versuchsverpackungen und Pilotversand zur Absicherung unter realen Bedingungen; Definition von Grenzwerten für Wiederholungen und Requalifizierung.
Bezüglich der spezifischen Ausführung sind verschiedene Farben, Deckelvarianten und Größen realisierbar. Dazu zählen Stülpdeckel, aufliegende Scheiben mit Umreifung oder Kombinationen mit Kantenschutzprofilen. Häufig orientiert sich die Auslegung an Fassetiketten, Hahnsystemen oder Dom- und Bodenverstärkungen, damit Bedienpunkte zugänglich bleiben und keine punktuellen Lastspitzen entstehen. Für die Dimensionierung hilfreich: weitere Details zu relevanten Abmessungen bei Fassverpackungen.
Varianten und Innenausstattung
- Rundmantel mit Scheiben für klassisches Einzelfass
- Polygonale Ausführung mit erhöhter Kantenstabilität
- Fixierverpackungen mit Halteschlaufen, Distanzringen oder Schaumprofilen
- Feuchteresistente Varianten mit nassfesten Leimen oder Beschichtungen
- Druckbild für Kennzeichnungen, Piktogramme, Handlingshinweise
- Zusatzkomponenten wie Palettenaufsätze, Antirutschmatten oder flächige Zwischenlagen
- Inlinerlösungen (Beutel/Liner) zur Barrierebildung gegen Feuchte, Staub oder Geruch
Vor- und Nachteile von Fassverpackungen
Die Wahl für Fassverpackungen bietet sowohl Vorteile als auch Herausforderungen. Zu den Vorteilen zählen unter anderem die gute Stabilität, die hohe Schutzfunktion und der effiziente Einsatz von Ressourcen. Dank der Belastbarkeit und der variablen Gestaltungsmöglichkeiten eignen sich Fassverpackungen als kosteneffiziente, umweltfreundliche und flexible Lösung. Im Gegenzug gibt es auch Herausforderungen wie die Notwendigkeit einer optimalen Lagerung, um Feuchtigkeit zu vermeiden, die zu einer Verringerung der Stabilität führen könnte. Zudem sollten Anwender die Interaktion mit dem Fassinhalt (z. B. bei scharfkantigen Formteilen oder hohen Schüttgewichten) in der Auslegung berücksichtigen.
Vorteile
- Geringes Eigengewicht bei hoher Trag- und Stapelleistung
- Maß- und funktionsgenaue Anpassung an Fassgeometrien
- Guter Oberflächenschutz und Dämpfung gegen Stoß/Vibration
- Einfache Kennzeichnung und Integration von Handlingshinweisen
- Monomaterial-Lösung mit hoher Recyclingfähigkeit
- Montagefreundlicher Aufbau, werkzeugarme Konfektionierung
- Gute Kombinierbarkeit mit Paletten, Umreifungen und Kantenschutz
Herausforderungen und Grenzen
- Empfindlichkeit gegenüber erhöhter relativer Luftfeuchte ohne Schutzmaßnahmen
- Begrenzte Durchstoßfestigkeit bei punktuellen Lasten, ggf. Zusatzpolster nötig
- Beachtung von Langzeitstapelung und Klimakonditionierung erforderlich
- Bei Gefahrgut: Einhaltung spezifischer Prüf- und Zulassungsanforderungen
- Exakte Maßaufnahme des Fasses erforderlich, um Spiel oder Presspassungen zu vermeiden
Praxisempfehlungen
- Trockene, temperierte Lagerung und Konditionierung vor Einsatz
- Vermeidung von Punktlasten durch flächige Auflagen und Distanzlagen
- Geeignete Umreifung und Kantenabwinkelung zur Sicherung auf der Palette
- Dokumentation der Belastungsgrenzen (z. B. zulässige Stapelhöhen)
- Regelmäßige Sichtprüfung auf Feuchte, Beschädigungen und Klebenähte
- Testläufe unter realistischen Transport- und Klima-Profilen vor Serieneinsatz
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit bei der Herstellung von Fassverpackungen
Wellpappe als Basis von Fassverpackungen steht für nachhaltige und ressourcenschonende Lösungen. Der hohe Anteil an Recyclingfasern, die Kreislauffähigkeit und die Möglichkeit eines sortenreinen Materialeinsatzes unterstützen die Reduktion des ökologischen Fußabdrucks. Produktionsprozesse lassen sich auf niedrigen Materialverbrauch und Wiederverwertbarkeit ausrichten, ohne die Schutzfunktion zu vernachlässigen. Wasserbasierte Druckfarben, energiesparende Prozesse und kurze Materialwege stärken zusätzlich die Umweltbilanz.
Durch den Einsatz recycelbarer Rohmaterialien und die Fähigkeit zum mehrfachen Recycling trägt die Herstellung von Fassverpackungen aus Wellpappe zur CO2-Reduktion und Abfallvermeidung bei. Bei richtiger Auslegung kann auf Verbundmaterialien verzichtet werden; notwendige Zusatzkomponenten (z. B. Polster) werden gezielt und sparsam eingesetzt. Nach Gebrauch ist die Entsorgung über etablierte Altpapierkreisläufe möglich. Gleichzeitig erleichtert eine klare Trennung von Zusatzkomponenten (z. B. Liner, Umreifung) die sortenreine Verwertung.
Zusätzliche Anforderungen: Normen, Prüfungen und Transport
Für den professionellen Einsatz sind normkonforme Prüfungen und klare Spezifikationen entscheidend. Typische Anlehnungen bestehen an Fall- und Vibrationsprofile aus gängigen Transportprüfplänen sowie an klimatische Alterungstests. Bei Gefahrgutverpackungen werden je nach Inhalt und Fasskonfiguration Prüf- und Zulassungskategorien relevant (z. B. Kennzeichnungen, Druck- und Stapeltests). Ergänzend spielen Aspekte der Ladungssicherung eine Rolle: rutschhemmende Zwischenlagen, formschlüssige Palettierung und korrekte Umreifung verbessern die Transportsicherheit wesentlich.
Zusammenfassung:
- Unter Fassverpackung versteht man spezielle Verpackungslösungen, die zum sicheren Transport und zur Lagerung von Fässern genutzt werden.
- In der Regel bestehen diese Verpackungen aus robustem Material, wie zum Beispiel stabiler Wellpappe, die optimalen Schutz bietet und gleichzeitig leicht und kosteneffizient ist.
- Für Unternehmen, die eine sichere und ökonomische Lösung für die Lagerung oder den Versand ihrer Produkte suchen, stellen Fassverpackungen eine hervorragende Option dar.
- Die Konstruktion umfasst Mantel, Boden- und Deckelscheibe sowie optionale Fixier- und Polsterelemente, abgestimmt auf Fassdurchmesser, -höhe und -gewicht.
- Einsatzfelder liegen in Lebensmittel, Chemie, Industrie und Export; bei besonderen Anforderungen sind Prüfungen und spezifische Ausführungen sinnvoll.
- Nachhaltigkeitsvorteile ergeben sich aus dem hohen Recyclinganteil, dem geringen Materialeinsatz und der unkomplizierten Rückführung in den Altpapierkreislauf.
- Für belastbare Ergebnisse sind Maßaufnahme, Klimaeinfluss, Stapeldauer und Ladungssicherung frühzeitig in die Auslegung einzubeziehen.
- Bei Bedarf ermöglichen Innenliner, Distanzringe und Kantenschutz eine feinjustierte Anpassung an Inhalt, Handling und Transportprofil.
Veröffentlicht am 07.06.2024
Letzte Überarbeitung am 19.09.2025 um 10:39 Uhr von Manuel Hofacker