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Langgutverpackung
Im Bereich der Rohstoffverarbeitung und des Verpackungsdesigns wird auf sogenannte Langgutverpackungen zurückgegriffen. Dabei handelt es sich um speziell angefertigte Wellpappkartons, die sich hervorragend zur Aufbewahrung und zum Transport von langgestreckten Gütern eignen. Diese Lösungen schützen Oberflächen, Kanten und Stirnseiten vor Stoß- und Abriebkräften, reduzieren Biege- und Knickrisiken und ermöglichen durch ihre längliche Geometrie ein sicheres, platzsparendes Handling von Profilen, Rohren und Leisten. Typische Ausführungen nutzen ein- bis dreiwellige Kartonagen, lassen sich an individuelle Längen anpassen und können mit Endkappen, Inlays oder Einsätzen für zusätzlichen Schutz ergänzt werden. In der Praxis spielen zudem eine kontrollierte Lastverteilung über die Länge, ausreichende Quersteifigkeit sowie ein durchdachter Endschutz eine zentrale Rolle, um Materialauszüge, Kantenquetschungen und Stirnseitenbeschädigungen zuverlässig zu vermeiden.
Definition: Was versteht man unter Langgutverpackungen?
Langgutverpackungen sind spezielle Verpackungslösungen aus Wellpappe, die konzipiert wurden, um Langgüter sicher und effizient zu lagern und zu transportieren. Langgüter sind in der Regel sperrige, langgestreckte Objekte, wie Metallstangen, Stahlrohre oder verschiedene Arten von Stäben und Hölzern. Unter den Begriff fallen außerdem Aluminiumprofile, Gewindestangen, Kunststoffrohre, Leisten, Schienen, Dicht- und Zierprofile sowie empfindliche Konstruktionsbauteile in Stabform. Charakteristisch sind langrechteckige oder polygonale Querschnitte, verschließbare Stirnseiten und eine bedarfsgerechte Länge, um Beschädigungen an den Enden zu vermeiden. Die Verpackungen werden häufig flachliegend angeliefert, bei Bedarf aufgerichtet und über Steck-, Klebe- oder Heftverschlüsse geschlossen. In der Anwendung spricht man auch von Stab- oder Profilverpackungen; bei variablen Längen kommen teleskopierende Lösungen oder mehrteilige Stülp- und Steckkonstruktionen zum Einsatz, die Längentoleranzen und produktionsbedingte Schwankungen ausgleichen.
Anwendungsbereiche von Langgutverpackungen
Die Industriezweige, die Langgutverpackungen nutzen, sind vielfältig. Von Bau- und Metallindustrie über Möbelherstellung bis hin zu Speditionsunternehmen – wo immer Langgüter gelagert und transportiert werden müssen, kommen diese Verpackungen zum Einsatz. Hinzu kommen Maschinen- und Anlagenbau, Fenster- und Fassadenbau, Elektroindustrie (z. B. Kabelkanäle), Sanitär- und Heizungstechnik (Rohrsysteme), Holzverarbeitung (Leisten, Rundstäbe) sowie der Handel mit Halbzeugen. Sie dienen der Kommissionierung, dem innerbetrieblichen Materialfluss und dem externen Versand bis hin zur Exportverpackung. Verwandte Lösungen sind runde Hülsenformen und eckige Schachtelkonstruktionen; eine gängige Alternative für runde Profile sind etwa eine Auswahl an stabilen Versandhülsen für Langgüter. Ebenso kommen Langgutverpackungen im Messe- und Ladenbau, in der Fördertechnik (Schienen, Führungselemente) sowie bei Ersatzteilen im Aftermarket zum Einsatz, wenn formstabile und kantenfeste Versandlösungen gefordert sind.
- Bau/Metall: Aluminium- und Stahlprofile, Armierungs- und Gewindestangen
- Holz/Möbel: Zierleisten, Handläufe, Konstruktionsleisten
- Kunststoff/Composites: Rohre, Schläuche, CFK-/GFK-Profile
- Logistik/Handel: Bündelware, Ersatzteile in Stabform, Demoware
- Innenausbau: Schienen, Führungsschienen, Kabelkanäle
- Automotive/Transport: Zierleisten, Schutzleisten, Leitungssysteme in Stabform
- Fenster-/Fassadenbau: Rahmen- und Flügelprofile, Dichtprofile, Montageleisten
Wellpappe als Material für Langgutverpackungen
Der Fokus liegt auf Wellpappe als hauptsächlichem Material für die Herstellung von Langgutverpackungen. Die Gründe dafür sind die Flexibilität des Materials, seine geringen Kosten und seine hervorragende Umweltverträglichkeit, da es recycelbar ist. Für längliche Güter werden je nach Gewicht, Länge und Empfindlichkeit ein-, zwei- oder dreiwellige Qualitäten eingesetzt (z. B. E-, B-, C- oder kombinierte BC-/EB-Wellen). Relevante Eigenschaften sind Kantenstauchwiderstand (ECT), Durchstoßfestigkeit und BCT-Werte der fertigen Schachtel. Kraftliner erhöhen die Festigkeit, Testliner mit Recyclinganteil verbessern die Ökobilanz. Optional kommen feuchteabweisende Ausrüstungen, Sperrschichten oder nassfeste Qualitäten zum Einsatz, wenn eine erhöhte Umgebungsfeuchte oder Kondenswasser zu erwarten ist. Ebenso beeinflussen Flächengewichte der Deck- und Wellenpapiere (z. B. 125–300 g/m²) und die Klebung der Welle die Quersteifigkeit und Durchbiegestabilität über größere Spannweiten. Je nach Anwendung sind antistatische, scheuerfeste oder gleitoptimierte Oberflächen hilfreich, um empfindliche Beschichtungen oder eloxierte Profile vor Abrieb zu schützen.
Vor- und Nachteile von Langgutverpackungen
Es gibt mehrere Vorteile für die Verwendung von Langgutverpackungen aus Wellpappe. Sie sind nicht nur kosteneffizient und umweltfreundlich, sondern bieten auch ein hohes Maß an Schutz für die verpackten Güter. Darüber hinaus können sie bei Bedarf auch leicht angepasst und nach Maß gefertigt werden. Der Hauptnachteil ist, dass sie unter extremer Belastung oder in feuchten Umgebungen ihre Form und Festigkeit verlieren können. Zudem sind sie nicht so stabil wie Verpackungen aus Metall oder Kunststoff. Ergänzend lassen sich Schwächen durch eine angepasste Wellenkombination, gezielte Lastpfade, zusätzliche Stirnseitenelemente und eine geeignete Ladungssicherung im Verbund minimieren, sodass Transportbeanspruchungen kontrolliert abgeführt werden.
- Vorteile: geringes Eigengewicht, gute Anpassbarkeit an Länge und Querschnitt, hohe Flächen- und Kantenstabilität in Relation zum Gewicht, einfache Entsorgung im Altpapierstrom, flache Anlieferung spart Lagerfläche.
- Grenzen: verringerte Tragfähigkeit bei sehr hoher Punktlast oder Langzeitstapelung, Feuchteempfindlichkeit ohne Ausrüstung, eingeschränkte Wiederverwendbarkeit bei mechanischen Beschädigungen.
- Gegenmaßnahmen: Auswahl höherwelliger Qualitäten, zusätzliche Endkappen und Inlays, Umreifung und Kantenschutz, Innenhüllen oder Tüten als Feuchtesperre, Trocknungsmittel bei kondensationskritischen Anwendungen.
- Optionen: kaschierte Oberflächen für Gleit- oder Abriebschutz, antistatische Ausrüstung für elektronische Komponenten in Kanalprofilen, bedarfsgerecht dimensionierte Längsrippen zur Steigerung der Biegesteifigkeit.
Konstruktion und Aufbau
Die Ausführung richtet sich nach Produktgeometrie und Belastungsfall. Häufige Konstruktionsmerkmale sind:
- Querschnitt: rechteckig, quadratisch oder mehrkantig zur Stapelstabilität und Raumausnutzung.
- Stirnseitenschutz: Steck- oder Stülpdeckel, zusätzliche Endkappen, umlaufende Laschen.
- Innenausstattung: Fixierstege, Formeinlagen, Distanzhalter zur Vermeidung von Relativbewegungen.
- Verschlussarten: Selbstklebestreifen, Nassklebeband, Umreifung, Heftung; Auswahl nach Gewicht und Prozess.
- Verarbeitung: Zuschnitte mit Rillungen für saubere Kanten, optional Perforation für definierte Öffnungspunkte.
- Bauarten: einteilige Faltzuschnitte, mehrteilige Stülp- und Teleskopkonstruktionen, längsgeklebte Hülsenprofile; Auswahl nach Längenjustierbarkeit und Montagezeit.
- Automatisierung: aufrichtfähige Designs für Verpackungsautomaten, definierte Klebelaschenbreiten und Einstecktiefen für prozesssichere Verschlüsse.
Normen, Bauarten und Begrifflichkeiten
Zur Einordnung werden häufig etablierte Bauarten-Referenzen herangezogen. Für längliche Güter eignen sich zum Beispiel längsbelastbare Faltkisten und Stülpschachteln mit separaten Deckel-/Bodenteilen sowie konstruktive Sonderlösungen mit eingefügten Längsversteifungen. Die Wahl der Bauart beeinflusst Faltfolge, Materialausnutzung sowie die Stapel- und Kantenstabilität. Begriffe wie Längsnaht, Rillabstand, Schlitzgeometrie, Steckverschluss und Abdecklaschen beschreiben die funktionskritischen Zonen, die mechanische Beanspruchungen (Biegung, Torsion, Stoß) aufnehmen.
Dimensionierung, Handhabung und Logistik
Die Auslegung berücksichtigt Länge, Masse, Empfindlichkeit und Toleranzen des Packguts sowie Transportwege. Wichtige Aspekte sind:
- Innenmaßführung, ausreichendes Spiel für Toleranzen und thermische Längenänderungen.
- Stapel- und Biegefestigkeit über die Länge; bei großen Spannweiten zusätzliche Zwischenabstützungen.
- Kompatibilität mit Fördertechnik, Kommissionierprozessen und Palettierung (z. B. Bündelbildung, Quer- oder Längslage).
- Markierung und Kennzeichnung: eindeutige Öffnungsseite, Pfeile für Handlingsrichtung, Schutzvermerke.
- Maßbezug: Innen- versus Außenmaße sowie Fertigungstoleranzen für Zuschnitt, Rillabstände und Schlitzmaße; Berücksichtigung von Produktkappen, Schutzschläuchen und Biegeradien.
- Ladeeinheitenbildung: Verteilung der Linienlast, Lastaufnahme über Tragleisten, Zwischenlagen und formschlüssige Verbunde zur Reduktion lokaler Druckspitzen.
Bei der Palettierung unterstützen Zwischenlagen, Anti-Rutsch-Elemente und Umreifung die Transportsicherheit. Für lange Einheiten werden häufig Träger in Längsrichtung verwendet, um punktuelle Druckspitzen zu vermeiden. Ergänzend verbessern Kantenschutzwinkel, Dehnbandagen und flächige Auflagebretter die Lastübertragung. Für den manuellen Umschlag empfiehlt sich eine ergonomische Greifgeometrie und eine klare Kennzeichnung der Griffzonen, um Quetsch- und Knickstellen zu vermeiden.
Kennzeichnung, Druck und Dokumentation
Für die Prozesssicherheit sind eindeutige Aufdrucke und Etiketten relevant: Handhabungspiktogramme, Öffnungshinweise, Chargen- und Artikelnummern sowie Längenangaben erleichtern Kommissionierung und Rückverfolgbarkeit. Wasserbasierte Flexo-Drucke, Beschriftungsfelder und abriebfeste Etiketten tragen dazu bei, dass Informationen entlang der gesamten Prozesskette lesbar bleiben, ohne die Recyclingfähigkeit zu beeinträchtigen.
Qualitätssicherung und Prüfmethoden
Zur Beurteilung der Eignung dienen Material- und Systemprüfungen. Üblich sind ECT zur Kantenstauchfestigkeit, BCT für die Stapelbelastung der fertigen Schachtel sowie Fall-, Stoß- und Vibrationsprüfungen für den Transport. Für feuchteexponierte Anwendungen empfiehlt sich eine Prüfung unter klimatischer Konditionierung. Bemusterungen mit realen Langgütern sind sinnvoll, um den Endschutz und die Fixierung zu verifizieren. Ergänzende Prüfungen wie Durchstoßarbeit, Kantenabrieb, Klebebandhaftung und Umreifungsdrucktests helfen, kritische Zonen zu identifizieren. Klimaprüfungen unter definierten Bedingungen (z. B. Temperatur-/Feuchtewechsel) zeigen, wie sich das System bei Lagerung, See- oder Luftfracht verhält.
Nachhaltigkeit und Entsorgung
Langgutverpackungen aus Wellpappe basieren überwiegend auf Faserrohstoffen mit hohem Recyclinganteil. Sie sind sortenrein entsorgbar und werden in etablierten Materialkreisläufen wiederverwertet. Durch passgenaue Dimensionierung lassen sich Materialverbräuche reduzieren; Mehrfachnutzung ist je nach Beanspruchung möglich, wenn die Integrität der Schachtel erhalten bleibt. Produktionsseitig können optimierte Stanzpläne, verschnittarme Layouts und wasserbasierte Farben die Umweltwirkung weiter minimieren. Nach Gebrauch erleichtern getrennte Stoffströme (Pappe, Folien, Etiketten) die Wiederverwertung und halten die Materialqualität über mehrere Kreisläufe stabil.
Zusammenfassung:
- Die Langgutverpackung ist eine spezielle Form der Verpackung, die in erster Linie dazu dient, längliche Produkte wie Stangen, Rohre oder Stäbe optimal zu schützen und zu transportieren.
- Aus beständiger und flexibler Wellpappe hergestellt, bieten diese Verpackungslösungen einen äußerst zuverlässigen Schutz vor physischen Beschädigungen und anderen Umwelteinflüssen.
- Zudem ermöglichen Langgutverpackungen aus Wellpappe durch ihre hohe Stapelfähigkeit und leichte Handhabung eine effiziente Nutzung von Lager- und Transportraum, was sie zu einer kostengünstigen Option für Unternehmen macht.
- Die Auswahl der Qualität richtet sich nach Länge, Masse, Empfindlichkeit und gewünschter Stapelbarkeit; zusätzliche Endkappen und Inlays erhöhen den Stirnseitenschutz.
- Richtige Dimensionierung, angepasste Verschlüsse und geeignete Ladungssicherung sind entscheidend, um Biege- und Stoßbelastungen entlang der gesamten Transportkette zu beherrschen.
- Als faserbasierte Lösung sind diese Konstruktionen gut recycelbar und unterstützen ressourcenschonende Materialkreisläufe.
- Variable Bauarten wie Teleskop- und Stülpkonstruktionen erlauben eine flexible Längenanpassung und sorgen für prozesssichere Verpackungsabläufe.
- Material- und Systemprüfungen (z. B. ECT, BCT sowie Transporttests) validieren Stabilität, Endschutz und Handlingsrobustheit im realen Einsatz.
Veröffentlicht am 14.06.2024
Letzte Überarbeitung am 23.10.2025 um 13:41 Uhr von Manuel Hofacker