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Leichtbauweise

In der Wellpappen-Industrie findet die Praxis der Leichtbauweise breite Anwendung. Dieses Verfahren ist darauf abgestimmt, Verpackungsmaterialien zu produzieren, die robust sind, dabei aber ein geringes Gewicht aufweisen. Das trägt nicht nur zur Senkung der Transportkosten bei, sondern schont auch die Umwelt durch Reduzierung des Materialverbrauchs.

Leichtbauprinzipien verbinden Materialeffizienz mit funktionsgerechter Konstruktion: Durch klugen Aufbau, optimierte Faserauswahl und die geeignete Wellengeometrie entsteht ein tragfähiges, steifes und dennoch materialarmes Trägersystem. In der Praxis führt das zu einer besseren Ergonomie beim Handling, höherer Packdichte in der Logistik und einer stabilen Performance bei definierten Beanspruchungen wie Stapeldruck, Kantenstauchung oder Durchstoß. Gleichzeitig unterstützt die Leichtbauweise eine ressourcenschonende, kreislauforientierte Gestaltung von Verpackungen, indem Material dort eingespart wird, wo es statisch nicht benötigt wird.

Definition: Was versteht man unter Leichtbauweise?

Bei der Leichtbaukonstruktion handelt es sich um eine Technik, bei der Materialien und Bauteile so verwendet werden, dass eine hohe Stabilität bei geringem Gewicht erreicht wird. Hinzu kommt, dass die Eigenschaften des gewählten Materials optimal ausgenutzt werden. Bei der Verwendung von Wellpappe werden die Wellen und Schichten so arrangiert, dass das Endprodukt zwar leicht, aber sehr stabil ist.

Im Kontext der Wellpappenverarbeitung beruht die Leichtbauweise auf dem Sandwichprinzip: Eine oder mehrere gewellte Lagen übernehmen die distanzierende, tragende Funktion, während Decklagen die Lasten verteilen und die Oberfläche stabilisieren. Dadurch entsteht ein günstiges Verhältnis aus Flächengewicht und Steifigkeit. Zielgrößen sind beispielsweise Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapeldruckfestigkeit (BCT), Durchstoßfestigkeit und Biegekennwerte – sie beschreiben, wie „viel“ Leistung bei „wenig“ Material erreicht wird.

Leichtbau nutzt zudem die Anisotropie von Papier: Faserorientierung, Laufrichtung und Feuchteverhalten beeinflussen Steifigkeit und Stabilität. Durch lastpfadgerechtes Design, angepasste Rillgeometrien und sorgfältige Toleranzführung wird die vorhandene Papierqualität effizient eingesetzt, ohne Sicherheitsreserven unnötig zu überdimensionieren.

Funktionsweise und Anwendung der Leichtbauweise in der Wellpappenherstellung

Die Herstellung von Wellpappe im Zuge der Leichtbaumethode ist ein Prozess, in dem das Papier durch Hitze und Druck eine wabenartige Struktur, die sogenannten Wellen erhält. Diese gewellte Form bietet den Vorteil hoher Stabilität und Steifigkeit, wobei das Gewicht gering bleibt. Diverse Wellpappenstrukturen ermöglichen verschiedene Anwendungsbereiche, je nach benötigter Festigkeit und Flexibilität.

Im Fertigungsprozess werden Vorpapiere konditioniert, auf Riffelwalzen geformt und mit Stärkeleim an die Decklagen gefügt. Leichtbauoptimierungen betreffen unter anderem reduzierte Grammaturen, schlanke Klebstoffaufträge, profilgerechte Wellen (z. B. E-, B-, C- oder Kombinationen wie EB/BC) sowie ein präzises Feuchte- und Wärme-Management. So lassen sich Materialeinsatz und Energieverbrauch senken, ohne die geforderten Kennwerte zu unterschreiten.

In der Anwendung zeigt sich Leichtbau vor allem dort, wo definierte Lastfälle dominieren: E-Commerce-Versand, Display- und Umverpackungen, Paletten- und Lagerlogistik, aber auch individuelle Zuschnitte mit Rillung, Stanzung oder Ausreißhilfen. Passgenau dimensionierte Zuschnitte vermeiden Übermaterial und reduzieren Füllbedarf. Nützlich sind hierzu praktische Hinweise zu passenden Abmessungen im Verpackungsdesign, um Tragfähigkeit, Packgutschutz und Materialeinsatz aufeinander abzustimmen.

Wesentlich für die Funktionsweise sind gleichmäßige Klebstoffverteilung, kontrollierte Feuchteprofile und reproduzierbare Rillqualitäten. Kleine Abweichungen im Prozess können die effektive Kantenstauchung oder die Boxkompression spürbar beeinflussen. Durch In-line-Messungen (z. B. Caliper, Feuchte, Bahnzug) und regelmäßige Prüfzyklen wird die Leichtbau-Performance abgesichert.

Prozessparameter und Qualitätssicherung

Parameter wie Wellenhöhe und Teilung, Leimrezeptur, Vorheizer-Temperaturen, Bahnzüge sowie das Klima (typisch 23 °C/50 % r. F.) wirken unmittelbar auf Steifigkeit und Kantenstauchung. Eine fein justierte Prozessführung verhindert Delamination, Minimiert Klebepunktebruch und reduziert Verzug. Auditierte Prüfpläne mit ECT-/BCT-Tests, Biegeversuchen, Durchstoß- und Fallprüfungen sichern ab, dass reduzierte Grammaturen die geforderten Lastfälle zuverlässig abdecken.

Anwendungsfelder und dimensionierende Lastfälle

Typische Szenarien sind Versandverpackungen mit definierter Palettenstapelung, Regalfähigkeit bei SRP/VRP, stoßbelastete Transportketten sowie Langzeitlagerung. Eine durchdachte Leichtbauauslegung berücksichtigt die Kombination aus vertikalem Stapeldruck, Kantenbelastungen, punktuellen Durchstößen und klimabedingten Festigkeitsabfällen. So entstehen robuste, materialsparende Lösungen mit verlässlicher Gebrauchstauglichkeit.

Variationen und Besonderheiten der Leichtbauweise bei Wellpappe

Die Anwendung von Leichtbauweisen in der Wellpappenindustrie ist vielfältig. Es existieren unterschiedliche Formen und Typen von Wellpappe, die jeweils andere Leichtbauverfahren erfordern. Dabei wird zwischen ein-, zwei- und dreiwelliger Wellpappe unterschieden. Darüber hinaus ermöglicht die leichte Bearbeitbarkeit Wellpappenprodukte nach individuellen Kundenanforderungen zu gestalten.

Einwellige Qualitäten (z. B. E- oder B-Welle) priorisieren geringes Gewicht und gute Bedruckbarkeit, während zweiwellige Kombinationen (z. B. EB, BC) die Steifigkeit erhöhen und ein breiteres Einsatzspektrum erlauben. Dreiwellige Aufbauten bedienen höhere Stapeldrücke und großflächige Güter. Neben der Wellenwahl beeinflussen Fasermix (Recycling- und Frischfasern), Flächengewichte, Leimrezepturen sowie Prozessparameter die Leichtbaueigenschaften. Feinwellen (z. B. E- und F-Profile) verbessern die Kantenstauchung bei geringen Materialdicken, größere Wellen (z. B. C- oder A-Profile) begünstigen Dämpfung und Durchstoßverhalten.

Besonderheiten ergeben sich über konstruktive Details: Rillungen, Zungen, Perforationen und Funktionsstanzungen ermöglichen materialeffiziente Verschlüsse, Öffnungshilfen und Formanpassungen. Auch optimierte Zuschnittkonturen, klebfreie Stecksysteme und integrierte Polsterzonen können den Schutz erhöhen, ohne Masse hinzuzufügen. So entsteht ein balanciertes Verhältnis aus Materialmindestmenge und Gebrauchstauglichkeit.

Die Auswahl geeigneter Liner (z. B. Recyclingliner, Kraftliner, White-Top-Varianten) und das Verhältnis von Ober- zu Unterdecklagen beeinflussen zudem Druckbild, Oberflächenfestigkeit und Feuchteverhalten. In der Leichtbauweise werden häufig niedrigere Flächengewichte in Kombination mit gezielten Schichtaufbauten genutzt, um Steifigkeit und Schutzfunktion zu sichern.

Vor- und Nachteile der Leichtbauweise

Durch Anwendung der Leichtbauweisen ergibt sich eine Reihe von Vorteilen. Neben der eingangs erwähnten Reduzierung der Transportkosten und des Umwelteinflusses, bedeutet das auch eine Einsparung von Lagerkapazitäten. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass unter den eingesetzten Leichtbaumaterialien auch solche sein können, die sich nicht so leicht recyclen lassen, was als ein Nachteil gewertet werden kann.

Weitere Vorteile betreffen ergonomischeres Handling, potenziell niedrigere Portoklassen, bessere Palettenauslastung und eine konsistente Performance bei definierten Klima- und Lastbedingungen. Grenzen zeigen sich, wenn sehr niedrige Grammaturen an harsche Beanspruchungen stoßen: erhöhte Sensibilität gegenüber Durchstoß, Stoßkanten oder Feuchte, geringere Sicherheitsreserven bei Fehlbelastungen sowie höhere Anforderungen an präzise Spezifikation und Qualitätskontrolle. Verbunde, Beschichtungen oder Nassfest-Imprägnierungen können Recyclingströme belasten und sind daher gezielt abzuwägen.

Abhängig vom Einsatzzweck kann eine bewusst gewählte „leichtere“ Spezifikation mit konstruktiven Maßnahmen (z. B. Zusatzrillungen, Stützlaschen, angepasste Packmuster) kombiniert werden, um die Gebrauchstauglichkeit zu sichern. Dies reduziert Risiken, ohne die Materialeffizienz aufzugeben.

Zusätzliche Praxisaspekte

Leichtbau entfaltet sein Potenzial, wenn Konstruktion, Material und Prozess abgestimmt sind. Dazu zählen realistische Lastannahmen (BCT/ECT), geeignete Wellenprofile, angepasste Zuschnittgeometrien und eine prüfbare Qualitätssicherung. Durch iterative Bemusterungen lassen sich Reserven identifizieren und Überdimensionierungen vermeiden. Ebenso wichtig sind standardisierte Prüfungen, klimatische Konditionierung und eine belastungsgerechte Palettierung, damit die erreichten Einsparungen in der gesamten Lieferkette wirksam werden.

Zur robusten Umsetzung gehören außerdem deutliche Toleranzdefinitionen (z. B. für Caliper und Rillmaße), klare Vorgaben für Feuchtefenster und Lagerbedingungen sowie eindeutige Spezifikationen für Druck-, Stanz- und Klebeprozesse. Datenbasierte Ansätze – etwa die Auswertung von BCT- und ECT-Streubreiten – helfen, Verpackungen gezielt an Anwendungsszenarien anzupassen.

Kennwerte und Prüfmethoden

Wesentliche Kennwerte der Leichtbauweise sind ECT (Kantenstauchwiderstand), BCT (Stapel-/Boxkompression), Biege- und Durchstoßfestigkeit sowie Rillbruch- und Perforationswerte. Näherungsmodelle, die den Zusammenhang zwischen ECT, Umfang und Höhe der Verpackung beschreiben, unterstützen die Dimensionierung. Ergänzend liefern Fall-, Schwing- und Druckprüfungen realitätsnahe Aussagen zum Verhalten im Transport.

Eine konsequente Probenkonditionierung vor der Prüfung ist entscheidend, da Papier seine mechanischen Eigenschaften mit dem Klima ändert. Die Auswertung erfolgt stets unter Berücksichtigung von Toleranzen und Sicherheitsfaktoren, um die leichtere Auslegung in der Praxis abzusichern.

Nachhaltigkeit und Kreislaufaspekte

Leichtbau reduziert den Faser- und Energieeinsatz pro Verpackungseinheit und kann so den ökologischen Fußabdruck senken. Gleichzeitig bleibt die Recyclingfähigkeit zentral: Unnötige Verbunde und problematische Beschichtungen sollten vermieden oder sparsam eingesetzt werden. Wo erforderlich, können trennfreundliche Barrieren und gezielt abgestimmte Nassfestmittel den Zielkonflikt zwischen Schutz und Wiederverwertung moderieren.

Eine transparente Spezifikation mit Fokus auf sortenreine Materialien, abgestimmte Grammaturen und möglichst geringe Additivmengen unterstützt geschlossene Materialkreisläufe und steigert die Verfügbarkeit von Sekundärfasern.

Typische Fehlerquellen und deren Vermeidung

Häufige Ursachen für Ausfälle in Leichtbauauslegungen sind Unterbewertung von Feuchte- und Klimaschwankungen, unpassende Rillgeometrien, unzureichende Klebepunktfestigkeit oder eine zu ambitionierte Reduktion der Grammaturen ohne Kompensation durch Konstruktion. Abhilfe schaffen realitätsnahe Belastungsprofile, flankierende Designmaßnahmen (z. B. Stützkanten, Verstärkungszonen) und eng geführte Prozessfenster.

Auch die Palettierung ist kritisch: gleichmäßige Lastverteilung, geeignete Zwischenlagen, kantenschonende Umreifung und angepasste Stapelhöhen sichern die geforderte BCT-Performance in der Logistik.

Praxisbeispiele

Beispiel 1: Umstieg von einwelliger C-Welle auf zweiwellige EB-Kombination bei reduzierten Flächengewichten. Ergebnis: bessere Kantenstauchung bei gleichem oder geringerem Flächengewicht, verbesserte Bedruckbarkeit und reduzierter Füllbedarf durch passgenaue Zuschnitte.

Beispiel 2: Optimierung einer E-Commerce-Versandverpackung durch Wechsel von BC auf leichtes EB mit angepassten Rillungen, zusätzlichen Stecklaschen und optimierter Palettierung. Ergebnis: spürbare Massereduktion, stabile Paketperformance und konstante BCT-Werte trotz niedrigerer Grammaturen.

Beispiel 3: Display-Verpackung mit Feinwellenprofil und integrierten Perforationen für werkzeuglose Öffnung. Ergebnis: hohe Flächensteifigkeit bei geringer Materialdicke, sauberes Druckbild und materialeffiziente Funktionalität am POS.

Zusammenfassung:

  • Die Leichtbauweise zeichnet sich durch eine effiziente Verwendung von Materialien aus und ermöglicht es, Verpackungen herzustellen, die gleichzeitig stabil und leicht sind.
  • Insbesondere bei Wellpapp-Verpackungen bietet die Leichtbauweise erhebliche Vorteile, darunter eine Verringerung der Transportkosten und eine verbesserte Umweltbilanz.
  • Durch die Verwendung der Leichtbauweise können Unternehmen ihre Verpackungen innovativ gestalten und zugleich Ressourcen schonen, was die Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit erhöht.
  • Leistungskennzahlen wie ECT/BCT, geeignet gewählte Wellenprofile und passgenaue Zuschnitte sind zentrale Stellhebel, um Materialmenge und Schutzfunktion in Einklang zu bringen.
  • Grenzen entstehen bei extremen Beanspruchungen, Feuchte und Verbundmaterialien; eine sorgfältige Spezifikation und Prüfung hilft, Risiken zu minimieren und Recyclingfähigkeit zu erhalten.
  • Eine prozesssichere Fertigung mit kontrollierter Feuchte, sauberer Klebung und reproduzierbarer Rillqualität ist entscheidend, damit Leichtbauziele in der Praxis erreicht werden.
  • Konsequente Prüf- und Klimakonditionierung sowie durchdachte Palettierung sichern die geforderte Performance über die gesamte Lieferkette.

Veröffentlicht am 18.07.2024
Letzte Überarbeitung am 23.12.2025 um 11:47 Uhr von Manuel Hofacker

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