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Lieferfristen

Im Rahmen des Verpackungsprozesses mit Wellpappe nimmt die Rolle der Lieferzeitfenster eine wesentliche Position ein. Ohne eine gut durchdachte und realistische Planung der Lieferfristen kann sich das gesamte Produktionssystem verlangsamen oder sogar zum Stillstand kommen. Aus diesem Grund sind genaue Kenntnisse und präzise Strategien rund um das Thema Lieferfristen unverzichtbar. In der Praxis umfassen Lieferzeitfenster nicht nur den reinen Transport, sondern die gesamte Kette vom Auftragseingang über Produktionsslot, Trocknungs- und Rüstzeiten bis hin zur Rampenabfertigung. Verbindliche Zeitfenster reduzieren Wartezeiten an Be- und Entladestellen, sichern Planbarkeit in der Fertigung und stabilisieren Materialflüsse. Zusätzlich verbessern sauber definierte Zeitkorridore die Abstimmung zwischen Einkauf, Disposition, Produktion, Qualitätswesen und Transport, was Just-in-Time- und Just-in-Sequence-Versorgungen in der Verpackungslogistik erst zuverlässig ermöglicht.

Definition: Was versteht man unter Lieferfristen?

Unter dem Begriff der Lieferfristen versteht man den Zeitraum zwischen dem Eingang einer Bestellung und der Auslieferung des bestellten Produktes. In Bezug auf Wellpappe bedeutet dies, dass zwischen der Auftragserteilung für eine bestimmte Menge an Wellpappverpackungen und deren tatsächlicher Anlieferung beim Kunden eine fest definierte Zeitspanne, die Lieferfrist, liegt. Unterschieden wird häufig zwischen zugesagter Lieferzeit (Soll) und tatsächlicher Lieferzeit (Ist). Ergänzend ist die Differenzierung hilfreich zwischen Produktionsdurchlaufzeit (von Freigabe bis Fertigstellung), Versanddauer (ab Versandbereitschaft bis Zustellung) und dem konkreten Lieferzeitfenster am Zielort. Klar definierte Cut-off-Zeiten (z. B. für Auftragsfreigaben) wirken direkt auf die Einhaltung dieser Fristen. Ebenso relevant ist die Festlegung, ob Arbeitstage oder Kalendertage für die Berechnung herangezogen werden, sowie der Umgang mit regionalen Feiertagen, Zeitumstellungen und gegebenenfalls abweichenden Annahmezeiten im Wareneingang.

Begriffsabgrenzung: Lieferzeit, Liefertermin und Lieferzeitfenster

Die Lieferzeit beschreibt die Dauer zwischen Bestellung und Zustellung, der Liefertermin den konkreten Zielzeitpunkt (Datum und Uhrzeit) der Anlieferung. Das Lieferzeitfenster definiert einen vereinbarten Zeitkorridor (z. B. 08:00–10:00 Uhr), innerhalb dessen die Entladung erfolgen soll. In der Wellpappe-Praxis wird zudem zwischen bestätigter Terminlage (verbindlich) und Präferenzzeitfenstern (unverbindlich, aber richtungsgebend) unterschieden. Diese Abgrenzungen verhindern Missverständnisse bei Rampenbuchungen, Avisierungen und der Tourenplanung.

Spezifische Besonderheiten der Lieferfristen in der Wellpappe-Branche

Der Bereich der Wellpappe-Industrie zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Komplexität aus, die ihre Auswirkungen auch auf die Gestaltung der Liefertermine hat. Die Produktion von Wellpappe ist nicht einfach als linearer Prozess zu betrachten, sondern bedarf einer detaillierten Planung und Koordination. Hierbei müssen beispielsweise die Verfügbarkeit der Rohstoffe, die Kapazitäten der Produktionsmaschinen und die Lieferfristen der Zulieferer sorgfältig aufeinander abgestimmt werden. Darüber hinaus spielt im Kontext der Lieferfristen in der Wellpappe-Branche die Logistik eine Schlüsselrolle. Ergänzend beeinflussen Formatoptimierung, Abfallminimierung (Bahnbreiten-Nutzung), Bahnwechsel, der Aushärtungsgrad von Klebstoffen und klimatische Bedingungen (Temperatur/Feuchte) die terminliche Machbarkeit. Auch kundenspezifische Bedruckungen, Stanzraster und individualisierte Zuschnitte erfordern präzise Taktung und abgestimmte Qualitätssicherungen.

Besonderheiten ergeben sich unter anderem durch Wellenprofile, Papierqualitäten und Feuchtegehalt, den Klebstoffeinsatz, Rüst- und Umstellzeiten bei Bedruckung, Stanz- und Rillprozessen sowie notwendige Trocknungs- und Qualitätsprüfzeiten. Werkzeugverfügbarkeit (z. B. Stanzformen), Sammeln von Aufträgen mit ähnlichen Spezifikationen und die Bündelung von Transporten beeinflussen die Terminierung zusätzlich. Am Warenausgang bestimmen Rampenkapazitäten, Slot-Buchungen und Tourenplanung, ob zugesagte Zeitfenster präzise gehalten werden können. Hinzu kommen Anforderungen aus Palettenkonzepten (z. B. Lagenbilder, Stapeleigenschaften), Transportsicherung und Lagerstrategie (FIFO/FEFO), die unmittelbar auf die Planung der Abhol- und Anlieferfenster wirken.

Faktoren, die die Lieferfristen beeinflussen

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die die Zeitfenster für die Lieferungen beeinflussen. Einige davon sind direkt mit der Herstellung von Wellpappe verbunden, während andere eher allgemeiner Natur sind. Dazu zählen unter anderem die Produktionskapazitäten des Herstellers, der Umfang der Bestellung, die Verfügbarkeit der Rohstoffe, logistische Aspekte wie Transportkapazitäten und -wege, aber auch vertragliche Vereinbarungen zwischen Herstellern und Kunden. Zusätzlich relevant sind saisonale Nachfrageschwankungen, internationale Fahrverbote sowie die Datenqualität in Auftrags- und Versanddokumenten.

  • Bestellmenge und Varianz: Höhere Mengen und individuelle Spezifikationen erhöhen häufig Rüstaufwände und verlängern Durchlaufzeiten. Losgrößenoptimierung und Bündelung ähnlicher Aufträge können hier gegensteuern.
  • Materialverfügbarkeit: Qualitäten, Bahnbreiten und Farbmittel müssen zum Termin verfügbar sein; Engpässe wirken direkt auf die Lieferzeit. Sicherheitsbestände und Zweitquellen reduzieren das Risiko.
  • Produktionssteuerung: Einplanung, Priorisierung, Engpassmanagement (z. B. Wellanlage, Stanzerei) und Schichtmodelle bestimmen die Termintreue. Finite Kapazitätsplanung und Heijunka-Glättung stabilisieren Abläufe.
  • Qualitätssicherung: Inprozesskontrollen, Prüfungen und Freigaben fügen definierte, aber notwendige Puffer hinzu. Bei kundenspezifischen Freigaben ist die rechtzeitige Musterabnahme entscheidend.
  • Logistik und Transport: Tourenverdichtung, Verkehrsaufkommen, Maut- und Fahrverbotsregelungen, Feiertage und Wetterlagen beeinflussen die Zustellung. Cross-Docking, Milkruns und Night-Delivery können Lieferfenster flexibilisieren.
  • Cut-off- und Rampenzeiten: Späte Freigaben verlagern die Auslieferung; eng getaktete Rampenfenster erfordern präzise Taktung. Avisierung und Slot-Buchung müssen konsistent sein.
  • Kommunikation und Datenqualität: Vollständige Spezifikationen, korrekte Adressen und klare Anlieferbedingungen vermeiden Nacharbeiten und Verzögerungen. EDI/ASN-Daten erhöhen die Verlässlichkeit.
  • Saisonalität und Kampagnen: Aktionsware, saisonale Peaks oder Einführungen neuer Artikel führen zu Lastspitzen, die die Terminlage beeinflussen.
  • Nachhaltigkeits- und Compliance-Vorgaben: CO₂-optimierte Routen, Bündeltransporte und gesetzliche Vorgaben können die Wahl des Lieferfensters determinieren.
  • IT-Systeme und Schnittstellen: Stabilität von Planungssystemen, Stammdatengüte und Schnittstellen (ERP, APS, TMS) wirken direkt auf Terminberechnung und Bestätigungsqualität.

Planung und Steuerung von Lieferfristen

Zur verlässlichen Einhaltung von Lieferfristen kommen bewährte Planungsinstrumente zum Einsatz: Kapazitätsabgleiche, sequenzielle Terminierung kritischer Arbeitsgänge, realistische Pufferzeiten, transparente Priorisierungsregeln und regelmäßige Fortschrittskontrollen. Forecasts und Abrufpläne glätten Lastspitzen; bei repetitiven Bedarfen stabilisieren Rahmenaufträge die Belegung. Teillieferungen können Engpässe überbrücken, sofern dies vertraglich und operativ vorgesehen ist. Ergänzend unterstützen Szenario-Simulationen und What-if-Analysen die Absicherung von Terminrisiken bei kurzfristigen Bedarfsänderungen.

  • Kapazitätsplanung: Abgleich von Auftragslast, Rüstzeiten und Maschinenkalendern; Berücksichtigung geplanter Stillstände. Engpassorientierte Steuerung (TOC) erhöht die Termintreue an kritischen Ressourcen.
  • Terminierung: Festlegung von Start-/Endterminen je Arbeitsschritt mit Puffer für Qualitätsprüfungen und Rampenzeiten. Gantt-basierte Feinterminierung schafft Transparenz über Abhängigkeiten.
  • Risikopuffer: Zeitliche und mengenbezogene Puffer (Sicherheitszeit/-menge) zur Absorption von Störungen. Dynamische Pufferanpassung je nach Auslastung und Servicegradziel.
  • Transparenz: Regelmäßige Statusmeldungen und frühzeitige Eskalation bei Abweichungen. Klare Eskalationspfade verhindern Informationslücken.
  • Bestands- und Abrufkonzepte: Konsignationslager, Vendor-Managed-Inventory, Kanban und Sicherheitsbestände helfen, Lieferfenster stabil zu halten.

Kennzahlen und Messung

Die Bewertung von Lieferfristen erfolgt häufig über messbare Kennzahlen. Relevante Größen sind unter anderem:

  • Termintreue (%): Anteil der Lieferungen im zugesagten Zeitfenster. Differenziert nach Kunde, Produktgruppe und Relation ergibt sich ein präzises Bild.
  • Durchlaufzeit: Zeitspanne vom Auftragsstart bis zur Versandbereitschaft. Zerlegt nach Prozessschritten zeigt sie Optimierungspotenziale auf.
  • Lieferzeit: Zeitraum vom Auftragseingang bis zur Zustellung beim Empfänger. Vergleich Soll/Ist ermöglicht eine belastbare Prognosefähigkeit.
  • OTIF: On-Time-In-Full als Kombination aus Pünktlichkeit und Vollständigkeit. Abweichungen werden nach Ursache klassifiziert.
  • Abweichungsanalyse: Ursachenklassifikation (Material, Kapazität, Logistik, Daten) zur nachhaltigen Verbesserung. Kumulierte Effekte werden trendbasiert bewertet.
  • Liefertermintoleranz: Erlaubte Abweichung in Minuten/Stunden um das Zeitfenster; zeigt die operative Treffgenauigkeit.
  • Variabilität der Lieferzeit: Standardabweichung/Varianz der Lead Time als Indikator für Prozessstabilität.
  • Backorder-Quote und Rückstandstage: Anteil und Dauer offener Positionen aufgrund verfehlter Lieferfenster.
  • Rampeneffizienz: Verweildauer (Dwell Time) und Nutzungsgrad von Be- und Entladerampen im Zeitfenster.

Umgang mit Abweichungen und Störungen

Treten Abweichungen auf, ist ein strukturiertes Vorgehen sinnvoll: Sofortige Information über veränderte Liefertermine, Prüfung von Alternativen (z. B. Anpassung der Reihenfolge, Teillieferungen), Synchronisation mit Rampenzeiten und erneute Bestätigung des neuen Lieferzeitfensters. Eine Ursachenanalyse (z. B. Rohstoffengpass, technische Störung, Verzug im Transport) ermöglicht gezielte Präventionsmaßnahmen wie Zweitquellen, präventive Wartung oder redundante Tourenplanung. Bewährte Methoden wie 5-Why, Ishikawa-Diagramm, 8D-Report und CAPA sichern die nachhaltige Wirksamkeit von Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen; kurzfristige Containments schützen die Lieferfähigkeit bis zur finalen Problemlösung.

Vor- und Nachteile von Lieferfristen

Lieferfristen bieten sowohl für den Hersteller als auch für den Kunden eine Reihe von Vor- und Nachteilen. Ein klarer Vorteil besteht darin, dass sie eine Planungssicherheit bieten. Sie ermöglichen eine bessere Kapazitätsplanung, wodurch Ressourcen effizienter genutzt und Engpässe vermieden werden können. Ein Nachteil kann darin bestehen, dass unvorhergesehene Ereignisse wie Lieferverzögerungen seitens der Zulieferer oder technische Störungen die Einhaltung der Lieferfristen erschweren können. Eine differenzierte Betrachtung nach Produktklassen und Serviceleveln hilft, die richtige Balance zwischen Flexibilität, Kosten und Terminsicherheit zu finden.

  • Vorteile: Verlässliche Zeitfenster, stabile Abläufe an Wareneingang und -ausgang, bessere Auslastung, reduzierte Warte- und Standzeiten. Transparente Erwartungshaltungen und standardisierte Avisierungsprozesse erhöhen die Effizienz entlang der Kette.
  • Nachteile: Geringere Flexibilität bei kurzfristigen Änderungen; Abhängigkeit von externen Faktoren (Wetter, Verkehr, Material). Zusätzlich erfordern enge Fenster erhöhte Koordination und konsequentes Zeitmanagement auf allen Prozessstufen.

Praktische Hinweise für die Vereinbarung von Lieferzeitfenstern

  • Vollständige Spezifikation: Artikelbeschreibung, Druckvorgaben, benötigte Mengen, gewünschte Terminlage und akzeptierte Toleranzen. Je konkreter die Vorgaben, desto belastbarer die Terminbestätigung.
  • Anlieferbedingungen: Rampenhöhe, Zeitfenster, Anmeldeprozesse, Paletten- und Packvorschriften, gewünschte Etikettierung. Klare Entlademittel und Zugangsvoraussetzungen vermeiden Verzögerungen.
  • Teillieferungen und Prioritäten: Klärung, ob und in welchem Umfang partielle Anlieferungen akzeptiert sind. Priorisierte Positionen können frühzeitig disponiert werden.
  • Abstimmung relevanter Maße: Für die Planung helfen kompakte Erläuterungen zu relevanten Abmessungen im Versand, insbesondere bei Palettierung und Lagerlogistik. Einheitliche Maß- und Gewichtsdaten erleichtern die Touren- und Rampenplanung.
  • Kommunikationswege: Ansprechpartner, Eskalationspfade und Update-Frequenzen für Statusmeldungen. Avisierungen (z. B. Voranmeldung mit ETA) sollten verbindlich geregelt sein.
  • Kalender und Sondereinflüsse: Berücksichtigung regionaler Feiertage, Ferienzeiten, Fahrverbote und Zeitumstellungen bei der Fensterdefinition.

Digitale Unterstützung und Schnittstellen

Beispiele aus der Praxis

Ein kurzfristiger Eilauftrag mit Sonderformaten kann durch Vorziehen der Wellanlage und eine Teillieferung im frühen Zeitfenster abgesichert werden, während die Restmenge im regulären Slot folgt. Serienabrufe mit fixen Wochenfenstern profitieren von Heijunka-Glättung und Kanban-gesteuerten Beständen. Bei saisonalen Kampagnen stabilisieren zusätzliche Rampenkapazitäten und verlängerte Annahmezeiten die Abwicklung. Witterungsbedingte Einschränkungen (z. B. Glätte) werden durch flexible Tourenreihenfolgen und dynamische ETA-Anpassungen abgefedert.

Zusammenfassung:

  • Lieferfristen bezeichnen den Zeitraum von der Bestellung bis zur Auslieferung der Ware. Bei Verpackungen aus Wellpappe kann dies, abhängig von Bestellvolumen und spezifischen Kundenwünschen, variieren. Eine klare Abgrenzung zwischen Lieferzeit, Liefertermin und Lieferzeitfenster verhindert Missverständnisse.
  • Die Einhaltung von Lieferfristen ist für ein reibungsloses Supply-Chain-Management essenziell. Bei Verspätungen kann es zu Störungen im gesamten Betriebsablauf kommen, vor allem wenn es sich um essentielle Artikel wie Verpackungen aus Wellpappe handelt. Glättungsstrategien und belastbare Puffer stärken die Robustheit.
  • Klare Vereinbarungen und Kommunikation von Lieferfristen zwischen Anbieter und Kunde sorgen für Planungssicherheit. So kann beispielsweise die Produktion von Wellpappe-Verpackungen besser koordiniert und Ausfälle vermieden werden. Verbindliche Avisierungen und definierte Rampenprozesse erhöhen die Zuverlässigkeit.
  • Planungswerkzeuge und Puffer stabilisieren Termine, indem sie Kapazitäten, Rüstzeiten, Qualitätsprüfungen und Rampenfenster realistisch berücksichtigen. Digitale Systeme und Echtzeitdaten verbessern die Vorhersagegenauigkeit.
  • Kennzahlen wie Termintreue, Durchlaufzeit und OTIF ermöglichen eine objektive Bewertung und kontinuierliche Verbesserung. Ergänzende Metriken (Toleranzen, Varianzen, Backorder-Quote) machen Risiken transparent.
  • Transparente Kommunikation und frühzeitige Eskalation bei Abweichungen reduzieren Folgewirkungen und sichern verlässliche Zeitfenster. Standardisierte Ursachenanalysen und vorbeugende Maßnahmen erhöhen die Terminqualität nachhaltig.

Veröffentlicht am 10.06.2024
Letzte Überarbeitung am 04.12.2025 um 11:14 Uhr von Sebastian Würth

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