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Normgröße
Im Kontext von Wellpappenverpackungen spielt der Begriff Normgröße eine wesentliche Rolle. Gemeint sind vordefinierte Maße, die branchenweit als Standard dienen und dadurch zahlreiche Prozessschritte – von der Konstruktion über die Produktion bis hin zu Lagerung, Kommissionierung und Transport – vereinfachen. Normgrößen sichern die Kompatibilität entlang der gesamten Lieferkette und erleichtern die Planung, weil Maße, Toleranzen und Volumenplanungen verlässlich kalkulierbar bleiben. Gleichzeitig fördern sie eine einheitliche Datenbasis in Stücklisten, Artikelstammdaten und Materialdisposition, reduzieren Variantenvielfalt und tragen zu reproduzierbaren Lagenbildern bei. Auf dieser Basis können Verpackungsprozesse in manuellen wie automatisierten Umgebungen stabil und wirtschaftlich umgesetzt werden.
Definition: Was versteht man unter Normgröße?
Die Normgröße bezeichnet im Bereich der Wellpappenverpackungen eine standardisierte Menge an Maßen. Es handelt sich hierbei um international verbreitete Standardmaße, die Produktion, Transport, Lagerung und Warenfluss optimieren. Sie stellt sicher, dass Verpackungseinheiten – unabhängig vom Produkt, Hersteller oder Lieferanten – auf gemeinsame Grundmaße einzahlen. Dadurch werden Stapelbarkeit, Automatisierbarkeit (z. B. in Förder– und Sortieranlagen) und die Bildung stabiler Ladeeinheiten verlässlich ermöglicht. Normgrößen fungieren als Modul- oder Rastergrößen und sind so definiert, dass sie sich sauber auf Palettenraster abbilden lassen. Wichtig: Eine Normgröße ist kein starres Gesetz, sondern ein abgestimmter Referenzrahmen, der projektspezifisch präzisiert werden sollte (z. B. durch konkrete Toleranzvorgaben und Maßangaben).
Innenmaß, Außenmaß und Nennmaß
In der Praxis wird zwischen Innenmaß (für das Packgut maßgeblich), Außenmaß (relevant für Palettierung, Regale und Fördertechnik) und einem ggf. kommunizierten Nennmaß unterschieden. Für Wellpappe gilt: Innenmaße werden in der Regel in der Reihenfolge Länge × Breite × Höhe (L × B × H) in Millimetern angegeben. Konstruktion, Wellenart und Materialdicke beeinflussen die Differenz zwischen Innen- und Außenmaß. Typische Dicken liegen beispielsweise bei E-Welle um etwa 1,5 mm, bei B-Welle um etwa 3,0 mm und bei C-Welle um etwa 4,0 mm. Daraus ergibt sich überschlägig: Außenmaß ≈ Innenmaß + 2 × Materialdicke je betroffener Seitenwand. Beispiel: Innenmaß 300 × 200 × 150 mm in E-Welle führt näherungsweise zu Außenmaß 303 × 203 × 153 mm; in B-Welle entsprechend zu etwa 306 × 206 × 156 mm (abhängig von Klebung, Rillung und Feuchte).
Toleranzen bei Normgrößen
Fertigungstoleranzen sind systembedingt und abhängig von Material, Wellenprofil und Herstellprozess. Sie bewegen sich üblicherweise im kleinen, prozessüblichen Bereich und werden bei der Planung der Normgröße berücksichtigt. Deshalb empfiehlt es sich, bei passgenauen Lösungen ausreichende Toleranzreserven einzuplanen, um die sichere Aufnahme des Produkts im Innenmaß zu gewährleisten. Einflussgrößen sind unter anderem Rillgenauigkeit, Zuschnittverfahren (z. B. Rotations- vs. Flachbettstanzen), Feuchtigkeitsgehalt und Papierqualität. In der Praxis werden für Längen- und Breitenmaße häufig Toleranzbänder im Bereich weniger Millimeter vereinbart; bei Höhen können abhängig von der Konstruktion ähnliche oder leicht abweichende Bereiche gelten. Eine frühzeitige Abstimmung der Toleranzkette – vom Bauteilmaß bis zur Ladeeinheit – minimiert Nacharbeit und Ausschuss.
Verschiedene Normgrößen und ihre Anwendungen
Bezogen auf Wellpappenverpackungen existieren unterschiedliche Normgrößen. Diese reichen von kleinen Abmessungen für einzelne Artikel bis hin zu großvolumigen Verpackungen für Sammeltransporte. Die Maße der Einheitsgrößen – häufig auch Module genannt – sind an das Palettenraster angelehnt, sodass Fläche und Höhe beim Bilden von Ladeeinheiten effizient genutzt werden. Typische Modulabstufungen orientieren sich an Viertel-, Achtel- oder Sechzehntel-Flächenanteilen der Grundfläche. Zusätzlich werden oftmals Höhen in festen Stufen (z. B. 50-mm- oder 100-mm-Schritte) definiert, um Lagenbilder und Stapelhöhen konsistent aufzubauen und die maximale Palettenhöhe bestmöglich auszunutzen.
Bezug zur Palettierung und Modulraster
Normgrößen zielen auf eine optimale Ausnutzung der Palettenfläche, die Anzahl der Lagen und die Stabilität der Ladeeinheit. Ein gängiger Bezugspunkt ist das 1.200 × 800 mm Raster. Darauf abgestimmte Module (z. B. 600 × 400 mm, 400 × 300 mm oder 300 × 200 mm) lassen sich ohne Überstand kombinieren, was die Transport- und Lagerlogistik vereinfacht. In diesem Kontext werden häufig modulare Maße passend zur Europalette eingesetzt.
Für eine stabile Palettierung werden Module so gewählt, dass sich vollständige Lagen ohne Überstand abbilden lassen. Je nach Packgut und Stapelbild sind Säulen- oder Kreuzstapel sinnvoll. Zusätzlich ist die maximale Ladehöhe (inklusive Palette) zu berücksichtigen, damit die Ladeeinheit unter üblichen Rahmenbedingungen (z. B. Lkw-Innenhöhe, Lagerzonen) sicher gehandhabt werden kann. Ergänzend spielen Zwischenlagen, Umreifung und Stretchfolienkonzepte eine Rolle, um die Einheitensicherheit beim Transport zu erhöhen.
Typische Anwendungsfelder
- Kleinvolumige Module für Einzelartikel, Ersatzteile oder Beileger – häufig in automatisierten Packlinien.
- Mittelgroße Formate für Sets, Produktbündel oder Mehrfachverpackungen, bei denen ein definiertes Lagenbild auf der Palette entscheidend ist.
- Großvolumige Einheiten für Sammelverpackungen, Umverpackungen oder Transportverpackungen mit erhöhten Höhenmaßen.
- Spezielle Anwendungen, etwa bei sensiblen Gütern, die zusätzliches Polstern oder Fixieren benötigen; hierbei bleibt das Außenmaß im Modulraster, während das Innenmaß z. B. durch Einsätze angepasst wird.
- Seriennahe Kleinserien, bei denen eine modulare Größenwahl Umrüstaufwände reduziert und die Integration in bestehende Fördertechnik erleichtert.
- E-Commerce- und Retourenprozesse, bei denen abgestimmte Modulgrößen die automatische Etikettierung, Volumenberechnung und Konsolidierung unterstützen.
Die Bedeutung der Normgrößen
Die Verwendung von Normgrößen in der Wellpappenindustrie bietet eine Vielzahl an Vorteilen. Einheitliche Maße erleichtern die Planung und Durchführung von Lager- und Transportprozessen. Eine effiziente Raumnutzung ist gewährleistet, da genormte Abmessungen ein optimales Stapeln und Lagern erlauben. Zudem vereinfachen sie die Abstimmung mit Fördertechnik, Regal- und Behältersystemen sowie mit automatisierten Palettierprozessen. Dadurch wird der Warenfluss berechenbarer, Rüstzeiten sinken, und Fehler in der Kommissionierung lassen sich reduzieren. Ebenso profitieren Materialeinsatzplanung, Einkauf und Bestandsführung von schlanken Maßreihen, da Beschaffung, Nachschub und Disposition konsistenter erfolgen können. Durch klare Maßdefinitionen reduzieren sich Missverständnisse in Spezifikationen und technischen Zeichnungen.
Einfluss auf Prozesssicherheit und Qualität
- Prozessstabilität: Wiederkehrende, standardisierte Maße senken Varianz in Produktion und Logistik.
- Ladeeinheitensicherheit: Passende Modulraster verringern Überstand und verbessern die Stapelstabilität.
- Planungssicherheit: Fixe Größen erleichtern Kapazitätsplanung, Routenplanung und Bestandsführung.
- Materialeffizienz: Durch abgestimmte Größen sinkt der Bedarf an übermäßigem Polstermaterial und Luftanteilen.
- Schnittstellenharmonisierung: Einheitliche Maße vereinfachen die Integration in IT-Systeme, Etikettierung und automatische Volumenberechnung.
- Qualitätsabsicherung: Durch wiederkehrende Formate lassen sich Prüfpläne, Messpunkte und Testverfahren eindeutig festlegen.
Vor- und Nachteile von Normgröße
Vorteilhaft an der Normgröße ist vor allem ihre Effizienzsteigerung in der Logistik. Durch die Vereinheitlichung der Abmessungen kann der Raum in Transportmitteln optimal genutzt werden, was Kosten reduziert. Auch die Herstellungsprozesse werden vereinfacht, da weniger Variantenvielfalt entsteht und Beschaffung sowie Lagerhaltung standardisierter Zuschnitte erleichtert werden. Zudem wird die Interoperabilität zwischen verschiedenen Unternehmen begünstigt, weil gemeinsame Raster die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette unterstützen. Darüber hinaus ist die Dokumentation eindeutiger, denn wiederkehrende Maße lassen sich in Zeichnungen, Prüfvorschriften und Artikelstammdaten konsistent führen.
Potenzielle Einschränkungen
- Passform: Produkte außerhalb der Standardmaßreihen benötigen Anpassungen (z. B. Einsätze, Polsterelemente) oder individuelle Größen.
- Luftanteil: Bei stark abweichenden Produktgeometrien steigt ggf. der Hohlraumanteil innerhalb der Standardgröße.
- Variantenbedarf: Für spezielle Anforderungen (z. B. besondere Höhen) kann trotz Normraster eine zusätzliche Größenabstufung sinnvoll sein.
- Retouren und Mehrfachnutzung: Wiederverwendung oder Rückläufer können andere Innenabmessungen erfordern, wodurch standardisierte Außenmaße intern angepasst werden müssen.
Der Nachteil genormter Größen liegt somit darin, dass sie nicht in jedem Fall passgenau sind. In solchen Fällen können durch individuell angepasste Lösungen Mehrkosten entstehen. Gleichzeitig lassen sich hybride Ansätze nutzen: Außenmaße bleiben im Normraster, während das Innenmaß über Einlagen präzise auf das Produkt abgestimmt wird. So bleiben Palettierung und Lagenbilder effizient, ohne auf Produktschutz zu verzichten. Ergänzend können variable Höhen innerhalb eines normierten Grundrasters geplant werden, um die Packdichte zu verbessern und die Ladehöhe optimal auszunutzen.
Praxis: Auswahl und Umsetzung von Normgrößen
- Anforderungsprofil definieren: Produktmaße, Toleranzen, Schutzbedarf und Handhabung klären (Innenmaß als Ausgangspunkt).
- Modulraster festlegen: Außenmaß auf das Zielraster abstimmen (z. B. Lagenbild, Anzahl pro Palette, maximale Stapelhöhe).
- Prozessabgleich: Förderanlagen, Regalsysteme und Kommissionierprozesse berücksichtigen.
- Materialwahl: Wellenart, Papiersorten und Festigkeiten passend zum Gewicht und zur Stapellast auswählen.
- Muster und Tests: Passprobe, Belastungstest und Palettentest zur Absicherung der Zielparameter.
- Kennzeichnung und Etikett: Positionen, Labelgrößen und Scanqualität in Verbindung mit Modulmaßen festlegen.
- Umgebungsbedingungen: Klima, Feuchte und Transportwege in die Material- und Maßauswahl einbeziehen.
- Dokumentation: Zeichnungen, Maßangaben (L × B × H), Toleranzen und Freigaben eindeutig versionieren.
Messmethodik und Angabeformate
Für eine eindeutige Kommunikation werden Maße konsistent angegeben: Erst die Länge, dann die Breite, zuletzt die Höhe. Messungen erfolgen mit geeigneten Messmitteln (z. B. Messschieber, Maßband) am definierten Referenzpunkt der Verpackung. Innenmaße werden an der nutzbaren Innenkante ermittelt, Außenmaße an der äußersten Kante. Bei kistartigen Konstruktionen sind Rillbreite, Faltzusätze und Klebelaschen zu berücksichtigen, da sie das Endmaß beeinflussen. Sinnvoll ist die Festlegung von Messbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte), um Vergleichbarkeit zwischen Produktion, Qualitätssicherung und Logistik sicherzustellen.
Beispiele für Palettenbelegung und Modulraster
- 600 × 400 mm Modul: Auf 1.200 × 800 mm entstehen 2 × 2 Module pro Lage (4 Einheiten). Bei 250 mm Höhe und einer maximalen Ladehöhe von 1.200 mm (inkl. Palette) sind z. B. 4 Lagen realistisch, abhängig von Packgut und Stauchreserven.
- 400 × 300 mm Modul: Auf 1.200 × 800 mm sind 3 × 2 Module pro Lage möglich (6 Einheiten). Variiert die Höhe in 100-mm-Schritten, lassen sich Lagenbilder flexibel an unterschiedliche Artikel anpassen.
Qualitätssicherung und Tests
Zur Absicherung der Normgröße und der Verpackungsleistung werden mechanische Prüfungen eingesetzt, beispielsweise Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT) und Falltests. Ergänzend dienen Transport- und Vibrationssimulationen der Bewertung der Ladeeinheitensicherheit. Prüffrequenzen, Grenzwerte und Dokumentation sollten an den Modulgrößen ausgerichtet werden, um Serienqualität und Wiederholbarkeit zu gewährleisten.
Häufige Fehler in der Umsetzung von Normgrößen
- Unklare Maßangaben (Innenmaß vs. Außenmaß) führen zu Missverständnissen in Konstruktion und Logistik.
- Fehlende Toleranzbetrachtung bei passgenauen Produkten verursacht Klemmen oder Spiel.
- Nicht berücksichtigte Materialdicken und Rillzugaben verschieben Außenmaße und stören das Lagenbild.
- Überstand auf der Palette durch abweichende Modulwahl beeinträchtigt Stabilität und Transportsicherheit.
- Unzureichende Tests unter Praxisbedingungen (Klima, Handhabung) gefährden die Prozesssicherheit.
Verwandte Begriffe
Relevante Stichworte im Umfeld der Normgröße sind unter anderem: Abmessung, Innenmaß, Außenmaß, Nennmaß, Modulraster, Palettierung, Lagenbild, Ladeeinheit, Toleranzkette, Wellensorte und Materialdicke.
Zusammenfassung:
- Normgröße bezieht sich auf standardisierte Abmessungen, die es Unternehmen erlauben, ihre Verpackungsprozesse zu vereinfachen und Kosten zu senken.
- In der Wellpappen-Verpackungsindustrie sind konsistente Abmessungen entscheidend, um sicherzustellen, dass die Produkte während des Transports sicher gehalten und geschützt werden.
- Die Normgröße hilft den Herstellern, den Bedarf ihrer Kunden besser zu erfüllen, indem sie eine Vielzahl von Verpackungsgrößen bereitstellen, die auf häufig verwendete Produkte abgestimmt sind.
- Modulraster erleichtern Palettierung, Stapelbarkeit und die Bildung stabiler Ladeeinheiten, indem Innen- und Außenmaße aufeinander abgestimmt werden.
- Grenzen entstehen bei Produkten mit Sondergeometrien; hier bieten Kombinationen aus Normaußenmaß und angepasstem Innenraum eine praxistaugliche Lösung.
- Durch klare Maßangaben, definierte Toleranzen und geeignete Tests lässt sich die Prozesssicherheit über die gesamte Lieferkette hinweg erhöhen.
- Eine vorausschauende Planung von Lagenbildern, Ladehöhen und Materialauswahl stellt sicher, dass Normgrößen ihre Vorteile in Produktion und Logistik umfassend entfalten.
Veröffentlicht am 12.06.2024
Letzte Überarbeitung am 01.01.2026 um 12:51 Uhr von Sebastian Würth