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One-Piece-Flow in der Verpackungslogistik

In der Welt der Verpackungen aus Wellpappe spielt eine effiziente Gestaltung der Prozesse eine wesentliche Rolle. Hierbei stellt der One-Piece-Flow in der Verpackungslogistik eine innovative Lösung dar, die es ermöglicht, die Produktionsabläufe zu optimieren und somit die Effizienz im Handling von Wellpappe-Verpackungen signifikant zu steigern. Durch den konsequenten Einzelstückfluss werden Durchlaufzeiten verkürzt, Bestände reduziert und Prozessschwankungen frühzeitig sichtbar, was eine stabile, planbare Abwicklung über den gesamten Wertstrom hinweg unterstützt.

Definition: Was versteht man unter One-Piece-Flow in der Verpackungslogistik?

Unter dem Begriff One-Piece-Flow, auch als Stückfluss bezeichnet, versteht man eine Produktionsstrategie, die auf der kontinuierlichen Verarbeitung einzelner Produkte basiert. Anders als bei der Massenproduktion werden die Produkte nicht in großen Stückzahlen hergestellt, sondern individuell und stückweise verarbeitet. Das Hauptziel dieser Strategie ist es, die Effizienz zu steigern, Verschwendung zu vermeiden und die Produktqualität zu verbessern. Der Einzelstückfluss stellt dabei eine zentrale Säule schlanker Produktionssysteme dar und verbindet Taktorientierung, klare Standards und unmittelbare Qualitätsabsicherung.

Im Kontext der Verpackungslogistik beschreibt der One-Piece-Flow die fließende Bearbeitung von Einzelaufträgen über alle Stationen hinweg – von der Materialbereitstellung über Zuschnitt, Rillen, Falten, Kleben und Einlegen bis zur Etikettierung und dem Abgang in Richtung Versand. Kennzeichnend sind das Pull-Prinzip, die Orientierung an der Taktzeit sowie die strikte Einhaltung von FIFO (First-In-First-Out), um Durchlaufzeiten kurz und Bestände gering zu halten. Für Wellpapp-Verpackungen bedeutet dies u. a., dass Formatwechsel, Rillqualität, Klebestellen und Schutzpolster exakt aufeinander abgestimmt werden, sodass jedes Teil ohne Wartezeit die nächste Station erreicht.

Im Unterschied zur Batch- oder Losfertigung werden beim One-Piece-Flow Material- und Informationsflüsse synchronisiert: Freigaben erfolgen verbrauchsorientiert (Pull), der Zyklus jeder Station wird auf den Kundentakt ausgerichtet, und Abweichungen werden sofort sichtbar gemacht. Werkzeuge wie Wertstromanalyse/-design, Heijunka (Glättung), 5S und standardisierte Arbeit sorgen dafür, dass der Fluss robust gegenüber Variantenvielfalt und schwankender Nachfrage bleibt.

Grundprinzipien und Umsetzung des One-Piece-Flows

Die Grundprinzipien des One-Piece-Flows liegen in der Minimierung von Wartezeiten, Beständen und Transportwegen. In der Praxis bedeutet dies, dass jedes Produkt einzeln durch die gesamte Produktionskette fließt, vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Damit wird eine kontinuierliche Produktion erreicht und die Effizienz gesteigert. In Bezug auf die Verpackungslogistik von Wellpapp-Waren erfordert die Umsetzung des One-Piece-Flows eine detaillierte Planung und Steuerung der Abläufe sowie eine genaue Abstimmung von Material- und Informationsflüssen. Dazu gehört auch die konsequente Reduktion der Verschwendungsarten (z. B. unnötige Transporte, Überproduktion, Bestände, Bewegungen, Wartezeiten, Fehler und Nacharbeit) entlang der gesamten Linie.

Zentrale Leitlinien

  • Fluss statt Stapel: Einzelstückbearbeitung mit klar definierten Übergabepunkten reduziert Umlaufbestände und Wartezeiten.
  • Taktabgleich: Arbeitsinhalte je Station so ausbalancieren, dass die Taktzeit für den Zielausstoß eingehalten wird.
  • Kurze Wege: Zell- oder U-förmige Layouts verringern Transportzeiten und erleichtern flussorientiertes Arbeiten in der Linie.
  • Standardarbeit: Festgelegte, dokumentierte Ablauf- und Handgriffe sichern gleichbleibende Qualität und Reproduzierbarkeit.
  • Qualität an der Quelle: Sofortige Prüfungen (Poka Yoke, Sichtkontrollen) verhindern Fehlerweitergabe im Fluss.
  • Schnelles Rüsten: Reduzierte Rüstzeiten (z. B. mit SMED-Methodik) halten den Fluss stabil bei variierenden Aufträgen.
  • Wertstromdesign: Material- und Informationsflüsse ganzheitlich ausrichten; Engpässe identifizieren und gezielt entlasten.
  • SWIP definieren: Standard Work in Process pro Übergabepunkt begrenzen, um Überfüllung und Stau zu verhindern.
  • 5S und visuelle Führung: Ordnung, Sauberkeit und klare Markierungen erleichtern das Einhalten der Standards im Takt.

Konkrete Umsetzungsschritte in der Verpackungslogistik

  1. Materialbereitstellung im Supermarkt: Zuschnitte, Einlagen und Beileger bedarfsgerecht bereitstellen; Nachversorgung über Kanban.
  2. Arbeitsplatzgestaltung: Greifzonen, ergonomische Höhen, definierte Ablagen, visuelle Markierungen für Werkzeuge und Hilfsmittel.
  3. Synchronisation der Stationen: Rillen, Falten, Kleben, Befüllen/Polstern und Etikettieren werden taktgerecht aufeinander abgestimmt.
  4. Losgrößen reduzieren: Kleinere Reihenfolgenwechsel begünstigen den kontinuierlichen Fluss und verringern Bestände (praxisgerechte Losgröße für kontinuierlichen Fluss).
  5. Visuelles Management: Andon-Signale, Statusanzeigen und klare Aushänge erhöhen Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit.
  6. Integrierte Qualitätsprüfpunkte: Maßhaltigkeit, Rilltiefe und Klebekanten unmittelbar am Arbeitsplatz prüfen.
  7. Heijunka-Planung: Ausgeglichene Reihenfolgeplanung stabilisiert Takt und reduziert Nachfrageschwankungen an den Stationen.
  8. Materialkitting/Milkrun: Gezielte Bereitstellung vorkonfigurierter Kits verhindert Suchzeiten und Fehllieferungen.
  9. Digitale Werkerführung: Schritt-für-Schritt-Anweisungen und Prüfchecklisten sichern Prozessdisziplin und Rückverfolgbarkeit.

Typische Layouts und Materialfluss

Für Wellpapp-Linien eignen sich kompakte U-Zellen, in denen Zuschnitt, Vorbereiten, Konfektionieren, Verschließen und Kennzeichnen in direkter Reihenfolge erfolgen. Transporteinheiten sind klein dimensioniert, Übergaben erfolgen über definierte Puffer mit minimalem Inhalt. So bleibt der Fluss stabil, Nachschub und Abtransport erfolgen ohne Unterbrechungen des Arbeitsrhythmus.

Besonders wirksam ist die Kombination aus kurzen Greifwegen, eindeutigem Materialfluss (Einbahnprinzip), definiertem SWIP und klaren Entkopplungspunkten an Engpässen. Palettierung, Etikettenlogik und Versandbereitstellung werden frühzeitig in das Layout integriert, um Doppelbewegungen zu vermeiden und die Bildung vollständiger Versandeinheiten taktgerecht sicherzustellen.

Integration des One-Piece-Flows in die Verpackungslogistik

Die Integration des One-Piece-Flows in die Verpackungslogistik bietet zahlreiche Vorteile. Durch die stückweise Verarbeitung kann eine hohe Produktqualität sichergestellt werden. Darüber hinaus ermöglicht diese Methode eine bessere Kontrolle und Planung der Produktionsprozesse. Konkret bedeutet dies, dass mögliche Probleme schneller erkannt und gelöst werden können. Der One-Piece-Flow beugt auch der Verschwendung von Ressourcen vor, da nur die für ein einzelnes Produkt benötigten Materialien bereitgestellt werden. In der Praxis profitieren besonders Variantenfertigungen in Wellpappe, da Formatwechsel, Bedruckung und Schutzkomponenten ohne große Zwischenlager direkt im Fluss koordiniert werden.

Prozess- und Systemintegration

  • Auftragssteuerung: Pull-gesteuerte Freigabe via FIFO-Bahnen und eindeutiger Auftragskennzeichnung (z. B. Barcode).
  • Materiallogistik: Nachversorgung in kleinen Einheiten, klaren Zeitfenstern und definierten Routen verhindert Stockungen.
  • Datenrückmeldung: Erfassung von Taktabweichungen, Ausschuss und Nacharbeit zur kontinuierlichen Verbesserung.
  • Ergonomie und Sicherheit: Höhenverstellbare Tische, rutschfeste Flächen, sichere Messerführung und geordnete Werkzeugplätze fördern stabile Abläufe.
  • MES/ERP-Anbindung: Digitale Auftragsdaten, Etiketteninformationen und Rückmeldungen koppeln Shopfloor und Leitstand.
  • Traceability: Seriennummern, Chargen- und Materialverfolgung sichern Nachweisführung bis zur Versandeinheit.

Beispielhafter Ablauf für Wellpapp-Aufträge

Ein Auftrag durchläuft Wareneingang (Zuschnitte), Rillen/Falten, Kleben, Einlegen der Ware, polsterndes Sichern, Verschließen, Etikettieren und Abgang. Jede Station ist so ausgelegt, dass ein Teil nach dem anderen verarbeitet wird. Puffer sind bewusst klein gehalten, um Unregelmäßigkeiten sichtbar zu machen und rasch gegenzusteuern.

Beispielhaft kann eine Linie mit 30 Sekunden Taktzeit pro Station, einem definierten SWIP von zwei Teilen je Übergabepunkt und einer Engpass-Station die gesamte Durchlaufzeit auf wenige Minuten begrenzen. Abweichungen (z. B. Rüstunterbrechungen) werden sofort angezeigt, sodass Gegenmaßnahmen (Kurzrüsten, Parallelbereitstellung von Werkzeugen) ohne Verzögerung ausgelöst werden.

Kennzahlen und kontinuierliche Verbesserung

  • Taktzeit und Zykluszeit: Übereinstimmung mit dem Kundentakt zeigt Flussfähigkeit und Kapazitätsabgleich.
  • Durchlaufzeit und WIP: Geringe Umlaufbestände korrelieren mit kurzen Lead Times und hoher Transparenz.
  • Erstpassquote (FPY): Qualitätsniveau direkt im Prozess; Nacharbeit wird sichtbar und reduziert.
  • OEE/Anlagenverfügbarkeit: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität an kritischen Stationen überwachen.
  • Rüstzeit: Systematisch senken (SMED), um Variantenwechsel ohne Taktbruch zu ermöglichen.
  • Liefertreue: Termintreue je Auftrag als Indikator für Flussstabilität und Planbarkeit.

Vor- und Nachteile von One-Piece-Flow in der Verpackungslogistik

Die Vorteile des One-Piece-Flows sind vielfältig: Neben der höheren Effizienz und Produktqualität durch einzelne Verarbeitung bietet diese Methode auch eine schnellere Reaktionszeit auf Fehler und Probleme. Darüber hinaus ermöglicht der One-Piece-Flow eine bessere Nutzung von Ressourcen, was zur Reduzierung von Abfall und zu Kosteneinsparungen führt. Dennoch gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung des One-Piece-Flows. So erfordert diese Produktionsmethode eine detaillierte Planung und Organisation der Produktionsprozesse. Ein weiterer Nachteil ist die höhere Anfälligkeit für Störungen, da Probleme bei der Verarbeitung eines einzelnen Produkts Auswirkungen auf den gesamten Produktionsfluss haben können. Durch konsequente Engpasssteuerung und klare Standards lässt sich diese Anfälligkeit jedoch gezielt reduzieren.

Nutzen im Überblick

  • Reduzierte Durchlaufzeiten: Kürzere Wege und weniger WIP führen zu schnellerer Auftragsabwicklung.
  • Transparenz: Abweichungen werden sofort sichtbar, Korrekturen erfolgen ohne Zeitverlust.
  • Qualität im Prozess: Fehlerfreiheit durch frühzeitige Prüfungen, geringere Nacharbeit.
  • Flexibilität: Schnelles Umschalten zwischen Produktvarianten bei geringeren Beständen.
  • Planbarkeit: Stabile Takte und standardisierte Abläufe erleichtern die Kapazitäts- und Reihenfolgeplanung.
  • Ressourceneffizienz: Sinkender Materialverbrauch durch passgenaue Bereitstellung und weniger Ausschuss.

Typische Herausforderungen und Gegenmaßnahmen

  • Störanfälligkeit: Engpassanalyse und Redundanz wichtiger Ressourcen stabilisieren den Fluss.
  • Variabilität der Nachfrage: Gleichmäßige Reihenfolgeplanung (Heijunka) reduziert Schwankungen.
  • Rüstzeiten: Systematische Rüstzeitoptimierung und Vorbereitungsstandards verhindern Taktbrüche.
  • Qualifikationsmix: Mehrmaschinenbedienung und Jobrotation stärken die Anpassungsfähigkeit.
  • Lieferantentakt: Synchronisierte Anlieferfenster und Kanban mit Vorlieferanten sichern Materialverfügbarkeit.
  • Layoutrestriktionen: Schrittweise Zellenbildung, kurze Wege und modulare Stationen schaffen Fluss trotz Platzmangel.

Best Practices für Wellpappe-spezifische Anwendungen

  • Rill- und Stanzqualität: Kontinuierliche Prüfung von Rilltiefe, Schnittkanten und Maßhaltigkeit direkt an der Station.
  • Klebeprozesse: Standardisierte Kleberparameter (Auftragsmenge, Temperatur, Pressdruck) sichern Klebekanten.
  • Materialeinfluss: Feuchtegehalt und Wellenqualität berücksichtigen, um Kantenstauch- und Stapelfestigkeit zu gewährleisten.
  • Polsterung und Einlagen: Passgenaues Kitting verhindert Überpolsterung und reduziert Materialverbrauch.
  • Palettierung und Lagenbild: Linienintegrierte Vorgaben für Lagenmuster und Etiketten minimieren Umbauten am Versandende.

Abgrenzung und Kombination mit Lean-Methoden

One-Piece-Flow ergänzt Methoden wie Kanban, 5S, SMED und Wertstromdesign. Während Kanban die Materialfreigabe steuert und SMED Rüstzeiten senkt, stellt der Stückfluss die taktgerechte, fehlerarme Bearbeitung sicher. In Summe entsteht ein kohärentes System mit klaren Standards, kurzen Wegen und hoher Prozessstabilität in der Verpackungslogistik für Wellpappe.

Zusammenfassung:

  • Der One-Piece-Flow in der Verpackungslogistik bezeichnet den Prozess, in dem einzelne Teile nacheinander und ohne Unterbrechungen durch die gesamte Produktionslinie fließen. Dies rationalisiert die Herstellung von Verpackungen, besonders im Bereich der Wellpappe.
  • Dieser Ablauf trägt dazu bei, Lager- und Transportkosten zu minimieren und verbessert die Produktqualität. Er ermöglicht eine dynamische Anpassung an die Kundennachfrage, was besonders vorteilhaft für Unternehmen ist, die eine Vielfalt an Wellpappeverpackungen herstellen und liefern.
  • Indem man diesen kontinuierlichen Prozess in der Logistik der Verpackungsproduktion implementiert, können Engpässe und unnötiger Abfall vermieden werden. Dies erzeugt einen effizienten Arbeitsfluss und eine hochwertige Endproduktion.
  • Praxisempfehlung: Taktabgleich, schlanke Losgrößen, standardisierte Arbeitsabfolgen sowie visuelle Steuerung bilden die Basis für stabilen Fluss und kurze Durchlaufzeiten.
  • Messgrößen: Relevante Kennzahlen sind u. a. Durchlaufzeit, WIP, Erfüllungsgrad der Taktzeit und Erstpassquote, um den Fortschritt kontinuierlich zu bewerten.

Veröffentlicht am 01.08.2024
Letzte Überarbeitung am 08.10.2025 um 12:54 Uhr von Sebastian Würth

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