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Verschleißschutz
Die Wellpappenverpackungen haben einen hohen Stellenwert in der Verpackungsindustrie. Sie bieten eine Vielzahl von Vorteilen, wie zum Beispiel Leichtigkeit, Stabilität und Flexibilität. Ein Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Notwendigkeit eines effektiven Verschleißschutzes, um die Lebensdauer und Qualität dieser Verpackungen zu erhöhen. Ohne einen solchen Schutz können sich die Wellpappenverpackungen schnell abnutzen und ihre Schutzwirkung verlieren. Typische Belastungen entstehen durch Reibung auf Fördertechnik, wiederholtes Handling, Kantenkontakt beim Stapeln sowie Feuchte- und Temperaturwechsel. Daraus resultieren Abrieb, Mikrorisse, Faserauszüge und optische Beeinträchtigungen, die letztlich die mechanische Leistungsfähigkeit und den Produktschutz mindern. Zusätzlich wirken sich Transportvibrationen, Palettenverschiebungen, Kontakt mit Verpackungshilfsmitteln (Bänder, Folien) und wiederholte Rill- und Faltvorgänge auf die Oberfläche und den Faserverbund aus. Ein systematisch geplanter Verschleißschutz adressiert diese tribologischen Beanspruchungen, reduziert Partikelabrieb und stabilisiert die Handhabungs- und Stauchwerte über den gesamten Nutzungszeitraum.
Definition: Was versteht man unter Verschleißschutz?
Der Verschleißschutz bezeichnet Maßnahmen zur Reduzierung oder Verhinderung des vorzeitigen Verschleißes von Material und Komponenten. Das kann durch eine Vielzahl von Methoden erreicht werden. In der Wellpappeindustrie beinhaltet dies unter anderem die Verwendung von hochwertigen Rohstoffen und fortschrittlichen Produktionsprozessen sowie die Einbeziehung von Verschleißschutzbeschichtungen. Ziel ist es, Abrasion, Reibungseinflüsse, Kantenabnutzung, Faserauszug und Feuchteaufnahme so zu minimieren, dass die geforderten Schutz- und Festigkeitseigenschaften über den gesamten Nutzungszyklus konstant bleiben. Im weiteren Sinne umfasst der Verschleißschutz auch die Steuerung der Oberflächenenergie und des Gleitverhaltens (statischer und dynamischer Reibbeiwert), die Optimierung der Rillgeometrie sowie die Stabilisierung der Papierstruktur gegen Mikroermüdung, die bei wiederholtem Falten und beim Transport auftreten kann. Zu den relevanten Verschleißmechanismen zählen Adhäsions- und Abtragsverschleiß (Abrasion), Erosion durch Partikelkontakt, Reibkorrosion in feuchter Umgebung sowie medieninduzierte Schädigungen, etwa durch Kondensat oder Migration wässriger Lösungen.
Typische Maßnahmen in der Praxis
- Oberflächenlacke und -beschichtungen: Dispersions- bzw. Schutzlacke mit erhöhter Abriebfestigkeit bewahren Druckbilder und Faserdecken vor Abrieb und Kratzern.
- Barriere- und Feuchteschutz: Wasserbasierte Beschichtungen oder Imprägnierungen reduzieren die Wasseraufnahme (z. B. niedrigerer Cobb-Wert) und stabilisieren die Festigkeit bei erhöhter Luftfeuchte.
- Rohstoff- und Linerwahl: Geeignete Deckenpapiere, Grammaturen und Leimrezepturen (z. B. stärkebasiert) verbessern Oberflächenfestigkeit und Faserverbund.
- Lokale Verstärkung: Kanten- oder Rillzonen können gezielt durch zusätzliche Materiallagen oder Verstärkungsstreifen gegen Kerbwirkung und Stoßbelastungen geschützt werden.
- Gleit- und Reibwertsteuerung: Ausrüstungen zur gezielten Beeinflussung des Gleitverhaltens vermeiden schädliche Reibspuren auf Rollen- und Gurtförderern.
- Rill- und Falzoptimierung: Angepasste Rillbreiten, Rillkanalgeometrien und Falzkräfte reduzieren Mikrorissbildung entlang der Rilllinie und erhöhen die Dauerfestigkeit.
- Kantenversiegelung und Saumstabilisierung: Leim- oder Lackapplikationen an hochbeanspruchten Kanten minimieren Faserauszug, Staubbildung und Delamination.
- Prozessparameter-Steuerung: Angepasste Leimviskosität, Trocknung, Bahntemperatur und Bahnspannung während der Produktion verringern Oberflächensensibilität und erhöhen den Verschleißwiderstand.
- Kaschierungen ohne Folie: Papier- oder Gewebekaschierungen als folienfreie Alternativen erhöhen die Oberflächenrobustheit, ohne die Repulpierbarkeit unnötig zu beeinträchtigen.
Wirkungsweise des Verschleißschutzes bei Wellpappe
Der Verschleißschutz in der Wellpappe erfolgt in der Regel durch die Zugabe von speziellen Beschichtungen und Verstärkungen. Diese schützen nicht nur die Oberfläche der Wellpappe gegen Verschleiß, sondern tragen auch dazu bei, die mechanischen Eigenschaften zu verbessern. Ein erfolgreich implementierter Verschleißschutz kann die Lebensdauer der Wellpappenverpackungen erheblich verlängern und ihre Leistungsfähigkeit bewahren. Es reduziert auch das Risiko von Beschädigungen oder Brüchen während des Versandprozesses. Zusätzlich stabilisieren geeignete Maßnahmen den Faserverbund, verteilen Kontaktdrücke, verringern Mikrorissbildung an Rillungen und tragen zu einer gleichmäßigeren Kraftübertragung bei Belastung bei. Tribologisch wirksame Oberflächen senken den Reibbeiwert (COF) auf Förderanlagen, reduzieren Wärmeentwicklung an Kontaktpunkten und minimieren dadurch Materialermüdung. Feuchteadaptive Ausrüstungen begrenzen die Wasseraufnahme und erhalten Kantenstauch-, Flächen- und Druckfestigkeitswerte auch unter wechselnden Klimabedingungen.
Einfluss auf Eigenschaften und Leistungsfähigkeit
- Reduzierter Abrieb: Weniger Oberflächenstaub und geringere optische Abnutzung bei wiederholtem Kontakt mit Anlagen und Verpackungshilfsmitteln.
- Erhöhte Beständigkeit bei Klimaeinfluss: Bessere Erhaltung der Druck- und Stauchwerte bei wechselnder Temperatur und relativer Luftfeuchte.
- Stabilere Kanten- und Flächenfestigkeit: Verminderte Kantenbrüche und geringere Faserauszüge in hoch belasteten Zonen.
- Konstante Handhabungseigenschaften: Definierte Reibwerte unterstützen einen störungsarmen Lauf auf Fördertechnik und in automatisierten Prozessen.
- Schutz des Druckbilds: Höhere Scheuer- und Kratzbeständigkeit bewahrt Lesbarkeit, Barcodescans und Farbkonstanz über den Umlauf.
- Geringere Partikelemission: Reduzierter Faserabrieb senkt Staubentwicklung in Lager- und Kommissionierbereichen und unterstützt saubere Prozesse.
Prüfung und Nachweis in der Qualitätskontrolle
- Abriebtests (z. B. Taber- oder Rub-Tests) zur Beurteilung der Oberflächenbeständigkeit gegen Reiben und Kratzen.
- Feuchteaufnahme und Wasserbarriere (z. B. Cobb-Messung) zur Bewertung der Feuchteempfindlichkeit.
- Mechanische Kennwerte wie Kantenstauchwiderstand und Druckfestigkeit zur Verifikation der strukturellen Stabilität.
- Klimaprüfungen unter definierten Bedingungen zur Beurteilung der Performance über den Nutzungszyklus.
- Gleit- und Reibwertmessungen (statisch/dynamisch) zur Bewertung des COF für Förder- und Verpackungsprozesse.
- Rill- und Falzprüfung zur Ermittlung von Rissneigung und Faserbruch entlang der Rilllinie bei wiederholter Beanspruchung.
- Belastungsprüfungen wie BCT unter Normklima und Feuchtewechseln zur Absicherung der Transportstabilität.
Material- und Wellenwahl im Kontext des Verschleißschutzes
Die Wahl der Wellenprofile (z. B. E-, B-, C- oder BC-Welle), der Deckenpapiere (Kraftliner, Testliner) und der Grammaturen beeinflusst die Verschleißbeständigkeit deutlich. Feinere Wellen mit dichterer Außenfläche bieten tendenziell eine homogenere Kontaktfläche und können Abrasion reduzieren, während robustere Kombinationen aus höheren Grammaturen und geeigneten Linern Kantenstabilität und Rillfestigkeit verbessern. Eine abgestimmte Kombination aus Papiersteifigkeit, Leimrezeptur und Oberflächenausrüstung unterstützt sowohl Druckqualität als auch Verschleißwiderstand, ohne die Kreislauffähigkeit zu kompromittieren.
Anwendungsbereiche des Verschleißschutzes
Der Einsatz von Verschleißschutz ist in vielen Bereichen der Wellpappenverpackung von Nutzen. Speziell in der Lebensmittelverpackung, wo die Verpackungen starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, ist die Verschleißschutzbeschichtung unerlässlich. Eine hochwertige Verschleißschutzbeschichtung kann die Lebensdauer des Kartons erheblich verlängern. Sie verbessert auch die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und verringert das Risiko von Kontamination. Darüber hinaus profitieren Versand- und E‑Commerce-Anwendungen mit häufigem Handling, automatisierte Intralogistik mit Rollen- und Gurtförderern sowie temperaturempfindliche Lieferketten, in denen Kondensat und erhöhte Luftfeuchte auftreten können. Für einen schnellen Überblick bietet sich eine kompakte Übersicht mit sofort verfügbaren Standard-Verpackungen an, um typische Einsatzfelder und Bauformen kontextbezogen einzuordnen. Zudem sind Mehrweg- und Retourenprozesse, Displaylösungen mit hoher Sichtbarkeit am Point of Sale sowie Ersatzteil- und Komponentenlogistik typische Bereiche, in denen ein abgestimmter Verschleißschutz die Funktionssicherheit über viele Kontaktzyklen stabil hält.
- Frische- und Kühlwaren mit erhöhter Feuchtebelastung entlang der Lieferkette.
- Hochwertig bedruckte Außendecken mit Anforderung an hohe Scheuerbeständigkeit.
- Mehrfaches Handling in Kommissionierung, Sortierung und Zustellung mit häufigen Kontaktpunkten.
- Teile- und Komponentenverpackungen, bei denen Kanten- und Flächenschutz die Maßhaltigkeit und Stabilität unterstützt.
- Automatisierte Verpackungslinien mit hohen Taktzahlen, bei denen definierte Reibwerte Störungen vorbeugen.
- Langstreckentransporte und Umschlagketten mit wiederholtem Palettieren, Depalettieren und Zwischenlagerung.
Vor- und Nachteile von Verschleißschutz
Der Hauptvorteil des Verschleißschutzes besteht darin, die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Wellpappenverpackungen zu verbessern. Er erhöht die Produktqualität und reduziert die Notwendigkeit von häufigen Ersetzungen. Zudem können gut geschützte Verpackungen besser gegen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Temperaturänderungen bestehen. Weitere positive Effekte sind geringere Oberflächenstaubbildung, eine stabilere Optik im gesamten Umlauf sowie eine höhere Prozesssicherheit in automatisierten Anlagen durch kontrollierte Gleit- und Reibwerte. Ein weiterer Vorteil liegt in der konsistenten Druck- und Scanbarkeit (z. B. Barcodes, Kennzeichnungen), die durch abriebfeste Oberflächen über die gesamte Logistikkette erhalten bleibt.
Die Nachteile sind, dass die Implementierung von Verschleißschutzmaßnahmen Anfangsinvestitionen erfordert. Außerdem kann die Beschichtung den Recyclingprozess der Verpackung beeinträchtigen. Trotzdem ist es wichtig, die langfristigen Vorteile in Betracht zu ziehen, die deutlich über eventuelle kurzfristige Nachteile hinauswiegen. Zusätzlich zu berücksichtigen sind mögliche Auswirkungen auf Bedruckbarkeit, Klebeprozesse, Rutschverhalten und Massezunahme. Eine sorgfältige Auswahl kompatibler, repulpierbarer Systeme und eine Abstimmung mit den eingesetzten Druck- und Klebstofftechnologien helfen, Zielkonflikte zu minimieren. Sinnvoll sind ferner Prüfungen auf Konformität bei potenziellem Lebensmittelkontakt sowie die Bewertung von Emissionen und Geruch, um Funktionalität und Gebrauchstauglichkeit in allen Anwendungen sicherzustellen.
Abwägungen und Umsetzungsempfehlungen
- Anforderungsprofil definieren (Belastungsarten, Klimaeinfluss, Anzahl der Handlings).
- Schutzniveau so wählen, dass Funktionserhalt und Kreislauffähigkeit im Gleichgewicht sind.
- Kompatibilität zu Druckfarben und Klebungen prüfen und dokumentieren.
- Labor- und Feldtests unter realistischen Bedingungen durchführen und auswerten.
- Prozessfenster festlegen (Auftragsmengen, Trocknung, Aushärtung), um konstante Qualität zu sichern.
- Reibwert- und Klimakorridore spezifizieren, die zum Förder- und Lagerumfeld passen.
- Monitoring etablieren (Rückstellmuster, Prüfpläne), um Leistungsfähigkeit über Chargen hinweg zu verifizieren.
Prozessintegration und Verarbeitung
Der Verschleißschutz entfaltet sein Potenzial nur dann vollständig, wenn er in den Gesamtprozess integriert ist. Dazu zählen die Abstimmung von Beschichtungsauftrag (inline/offline), die Trocknungs- und Aushärtungsbedingungen, die Rill- und Stanzparameter sowie die nachfolgenden Konfektionierungsschritte. Eine enge Prozessführung verhindert Über- oder Unterauftragsmengen, vermeidet Klebstoffstörungen an Klebelaschen und sichert die Falzbarkeit ohne Oberflächenrisse. In der Praxis bewährt sich eine frühe Einbindung der Qualitätskontrolle, um Materialkennwerte wie COF, Cobb und ECT/BCT an kritischen Punkten zu verifizieren.
Häufige Fehlerquellen und deren Vermeidung
Zu typischen Fehlerbildern zählen abplatzende Lackränder an Rillungen, ungleichmäßige Schichtdicken mit „Wolkenbildung“, erhöhte Rutschneigung durch zu niedrigen COF oder eingeschränkte Klebbarkeit nach der Ausrüstung. Diese Risiken lassen sich durch abgestimmte Rezepturen, geeignete Vorbehandlung (z. B. Staubentfernung), definierte Prozessfenster und begleitende Prüfungen minimieren. Bei hohen Feuchtewechseln ist auf barriereverträgliche Leime und eine ausreichende Trocknung zu achten, um Delamination und Faserauszug zu verhindern.
Zusammenfassung:
- Verschleißschutz dient der Verlängerung der Lebensdauer von Produkten, indem er die Oberflächenschädigung durch ständige Nutzung minimiert. Das ist besonders vorteilhaft für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe anbieten, da es die Produktbeständigkeit verbessert.
- Die Anwendung von Verschleißschutz-Technologien in der Wellpappen-Verpackungsindustrie kann das Recycling unterstützen und die Umweltbelastung reduzieren. Das ist ein wichtiger Aspekt für nachhaltig wirtschaftende Unternehmen.
- Durch effektive Verschleißschutzmaßnahmen können Verpackungen aus Wellpappe stärker und widerstandsfähiger gemacht werden. Dies führt zu weniger Beschädigungen während des Transports und steigert die Kundenzufriedenheit.
- Geeignete Prüfverfahren (Abrieb-, Feuchte- und Festigkeitstests) sichern die geforderte Leistungsfähigkeit über den gesamten Nutzungszeitraum ab.
- Eine ausgewogene Auswahl von Rohstoffen, Beschichtungen und Prozessparametern erhöht die Prozesssicherheit, ohne die Kreislauffähigkeit unnötig zu beeinträchtigen.
- Die gezielte Steuerung von Reibwerten, Rillgeometrie und Kantenstabilität sorgt für störungsarme Prozesse in Lager, Kommissionierung und automatisierter Fördertechnik.
- Ein integriertes Qualitätsmonitoring mit definierten Prüfkorridoren (z. B. COF, Cobb, ECT/BCT) gewährleistet konstante Ergebnisse über Chargen und Klimabedingungen hinweg.
Veröffentlicht am 26.08.2024
Letzte Überarbeitung am 22.12.2025 um 12:46 Uhr von Julia Kopp