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Verschlussbänder
Bei der Herstellung und Verwendung von Verpackungen aus Wellpappe spielen Verschlussbänder eine wichtige Rolle. Sie sichern den Inhalt, verhindern das unbeabsichtigte Öffnen von Kartonagen und gewährleisten eine unversehrte Ankunft der Produkte bei ihren Empfängern. Als Bestandteil eines funktionsfähigen Kartonverschlusses tragen sie wesentlich zur Transportsicherheit, zum Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit sowie zur eindeutigen Kennzeichnung der Sendung bei.
Darüber hinaus dienen sie als technisch einfache, wirtschaftliche und vielseitige Methode, Umverpackungen zuverlässig zu verschließen, Lasten zu stabilisieren und Sendungen kenntlich zu machen. Ihre Leistungsfähigkeit hängt von Material, Klebstoffsystem, Bandbreite, Verarbeitung und Umgebungsbedingungen ab. Ergänzend beeinflussen Kartonqualität, Oberflächenrauheit, Staubgehalt und die gewählte Verschlusstechnik (z. B. H- oder L-Verschluss) die Dauerhaftigkeit des Verschlusses im Lager- und Versandprozess.
Definition: Was versteht man unter Verschlussbändern?
Verschlussbänder, auch als Verpackungsbänder oder Klebebänder bekannt, sind Bänder aus unterschiedlichen Trägermaterialien mit einem haftenden Klebstofffilm, die zum Versiegeln und Sichern von Verpackungen genutzt werden. Ihre Hauptfunktion ist es, den Inhalt einer Verpackung während der Lagerung und des Transports zu sichern. Sie sind insbesondere bei Verpackungen aus Wellpappe unerlässlich, da sie Stabilität und Sicherheit bieten. Zusätzlich ermöglichen sie eine Kennzeichnung (z. B. durch Aufdrucke) und tragen bei einigen Varianten zu einem sichtbaren Manipulationsschutz bei. Unterschieden wird häufig zwischen druckempfindlichen Selbstklebebändern (Pressure Sensitive Adhesives, PSA) und wasseraktivierbaren Nassklebebändern (Water Activated Tapes, WAT), die eine Faser-in-Faser-Verbindung mit dem Karton eingehen.
- Kernfunktionen: Verschließen von Kartonagen, Stabilisieren von Klappen, Bündeln von leichten Gütern, Kennzeichnen durch Farben oder Druck, ergänzender Manipulationsschutz (z. B. bei gummierten Papierbändern).
- Typische Träger: Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC), Kraftpapier, faser- oder gewebeverstärkte Verbunde.
- Übliche Klebstoffe: Acrylat, Hotmelt (Synthetikkautschuk), Naturkautschuk sowie pflanzenbasierte Systeme.
Materialien und Klebstoffe im Überblick
- PP-Packband mit Acrylat oder Hotmelt: universell, formstabil, in vielen Stärken verfügbar.
- PVC-Packband mit Naturkautschuk: zäh, anpassungsfähig, oft leises Abrollen.
- Papierklebeband (Kraftpapier): gut beschriftbar, recyclingfreundlich, optional faserverstärkt.
- Nassklebeband (gummiert): bildet nach Aktivierung mit Wasser eine feste Verbindung mit Kartonfasern.
- Filamentband (glasfaserverstärkt): sehr hohe Längs- und/oder Querstabilität zum Sichern und Bündeln.
Die Wahl des Klebstoffsystems beeinflusst Temperaturbereich, Alterungsbeständigkeit, Geräuschverhalten und Haftaufbau. Acrylat punktet meist mit guter UV- und Alterungsbeständigkeit, Hotmelt mit hoher Anfangshaftung und Prozessgeschwindigkeit, Naturkautschuk mit anpassungsfähiger Benetzung und konstanter Scherfestigkeit. Bei papierbasierten Lösungen unterstützen gummierte Klebstoffe einen manipulationssicheren Kartonverschluss.
Anwendungsbereiche der Verschlussbänder
Die Verwendung von Verschlussbändern reicht über verschiedene Branchen hinweg. Sie werden zum Verschließen von Umzugskartons in der Logistikbranche ebenso genutzt wie zur Sicherung von Paketen in Versand- und Verpackungsunternehmen. Im Einzelhandel kommen sie als Sicherungsmaßnahme zum Einsatz, um sicherzustellen, dass Produkte während des Transports nicht verloren gehen oder beschädigt werden. In der Fertigungsindustrie sind sie ein unverzichtbarer Teil der Verpackungsprozesse. Auch in regulierten Bereichen wie Pharma oder Elektronik tragen geeignete Band- und Klebstoffkombinationen zur Einhaltung von Prozesssicherheit und Kennzeichnungspflichten bei.
- E-Commerce und Versandzentren: schneller Verschluss von Faltkartons, Serienkennzeichnung, H- oder L-Verschluss.
- Produktion und Montage: Fixieren von Komponenten, temporäres Bündeln, Warenausgang.
- Umzug und Archiv: Verschließen und Beschriften von Kartonagen mit wechselnden Inhalten.
- Export und Langstreckentransport: zusätzliche Sicherung bei rauen Bedingungen, klimatische Einflüsse beachten.
- Kühlkette/temperierte Logistik: Auswahl von Klebstoffsystemen mit geeigneter Haftung bei niedrigen Temperaturen.
- Lebensmittel- und Konsumgüterbereich: sauberes Abrollen und zuverlässiger Halt auf frischen, bedruckten oder lackierten Kartonoberflächen.
- Automotive/Industrie: Bündeln von Teilkomponenten, Sichern schwerer Kartonagen und Kanten.
Arten von Verschlussbändern
Es gibt eine Vielzahl von Verschlussbändern, wie Filamentbänder, Klebebänder, Packband und sogar biobasierte Bänder. Dabei spielt jedes eine wichtige Funktion, je nach Anforderungen und Eigenschaften des zu sichernden Produkts. Filamentbänder zum Beispiel bieten eine hohe Reißfestigkeit, während biobasierte Bänder eine umweltfreundliche Option darstellen. Zusätzlich existieren spezielle Varianten mit hoher Temperaturbeständigkeit, besonders leisem Abrollverhalten oder definierter Transparenz zur Lesbarkeit von Codes und Etiketten.
PP- und PVC-Packbänder
- PP mit Acrylat: gute Alterungs- und UV-Beständigkeit, sauberes Abziehen, geeignet für mittlere Kartonqualitäten.
- PP mit Hotmelt: hohe Anfangshaftung (Tack), zuverlässig bei schnell bewegten Linien, oft etwas lauter im Abrollen.
- PVC mit Naturkautschuk: sehr anpassungsfähig an Kartonkanten, leises Abrollen, beständig gegen mechanische Beanspruchung.
Papierklebebänder und Nassklebebänder
- Kraftpapierbänder: gut beschriftbar, harmonieren mit faserbasierten Kartonagen, unterstützen sortenreine Entsorgung.
- Nassklebebänder (gummiert): nach Aktivierung feste Faser-in-Faser-Verbindung mit Karton, manipulationssicherer Verschluss, für mittelschwere bis schwere Inhalte geeignet.
Filamentbänder und faserverstärkte Varianten
- Längs- oder querverstärkte Filamentbänder: besonders hohe Reiß- und Zugfestigkeit, geeignet zum Bündeln, Sichern von Kanten und zum Stabilisieren schwerer Kartonagen.
- Gewebeverstärkte Bänder: robust, anpassungsfähig an unebene Oberflächen.
Umweltfreundliche und biobasierte Bänder
- Biobasierte Träger oder Klebstoffe: reduzieren fossile Anteile, je nach Produkt für den Papierrecyclingstrom geeignet.
- Wasserbasierte Druckfarben: erleichtern die Entsorgung bei bedruckten Bändern.
Spezielle Eigenschaften und Maße
- Breiten und Stärken: gängig sind etwa 38, 50 und 75 mm Breite; die Gesamtdicke variiert je nach Träger und Einsatzzweck.
- Oberflächen: leise abrollend, geräuschreduziert oder mit definiertem Abrollwiderstand für Maschinen.
- Farben und Drucke: zur Kennzeichnung, Hinweise oder Branding; auch Warnhinweise möglich.
- Kernmaße: häufig 76 mm (3 Zoll) Pappkern, bei Kompaktabrollern auch 38 mm; auf die Kompatibilität mit Handabrollern und Kartonverschließern achten.
- Temperaturbereiche: Mindestverarbeitungstemperaturen und Einsatzbereiche beachten (z. B. Kältehaftung, Wärmebeständigkeit).
Vor- und Nachteile der Verschlussbänder
Verschlussbänder bieten zahlreiche Vorteile. Ihre hohe Reißfestigkeit und die Möglichkeit der personalisierten Bedruckung zur Markenerkennung sind nur einige der positiven Aspekte. Zudem machen ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Verpackungsmaterialien, einschließlich Wellpappe, sie zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel in der Verpackungsindustrie. Auf der anderen Seite gibt es auch Nachteile wie die Gefahr von Einrissen bei unsachgemäßer Handhabung. Außerdem können die Kosten für hochwertige Bänder ins Gewicht fallen, insbesondere wenn große Mengen benötigt werden. Eine fundierte Auswahl unter Berücksichtigung von Kartonqualität, Prozessgeschwindigkeit und Klima reduziert Reklamationen und vermeidet unnötigen Materialeinsatz.
- Vorteile: vielseitig einsetzbar, schnelle Verarbeitung, skalierbar für Hand- und Maschinenanwendung, optionale Drucke, in vielen Haftsystemen verfügbar, manipulationssichere Optionen (z. B. gummiert).
- Mögliche Einschränkungen: Geräuschentwicklung bei bestimmten Varianten, Haftkraft abhängig von Temperatur/Feuchtigkeit und Kartonqualität, Gefahr von Einrissen bei scharfkantigen Materialien, begrenzte Eignung bei stark staubigen oder sehr glatten Oberflächen ohne entsprechende Klebstoffwahl.
Verarbeitung und Anwendungshinweise
- Untergrund vorbereiten: Kartonflächen trocken, staubarm und fettfrei halten; Klappen spannungsfrei anlegen.
- Bandbreite passend wählen: schwerere Inhalte und dickere Kartonqualitäten benötigen meist breitere bzw. stärkere Bänder.
- Verschlusstechnik: H- oder L-Verschluss mit ausreichender Überlappung; Kanten gut anreiben, um volle Klebstoffbenetzung zu erzielen.
- Hand- oder Maschinenapplikation: Handabroller für flexible Prozesse, Kartonverschließer für Serienanwendungen; Abrollwiderstand und Bandkern beachten.
- Kombination mit weiteren Schutzmaßnahmen: Hohlräume reduzieren und empfindliche Produkte zusätzlich polstern, um die strukturelle Belastung des Verschlusses zu minimieren. Nützliche Ergänzungen bietet ein Leitfaden zu effizienten Füll- & Polstersystemen für empfindliche Güter.
- Umgebungsbedingungen: Verarbeitungstemperatur und spätere Einsatzbedingungen berücksichtigen; bei Kälte geeignete Klebstoffe vorsehen.
- Andruck und Anrieb: ausreichender Druck beim Applizieren verbessert die Benetzung der Kartonoberfläche und erhöht die Scherfestigkeit.
- Lagerung der Bänder: vor UV-Einfluss, Staub und Feuchtigkeit schützen; idealerweise in der Originalverpackung temperiert lagern.
Qualitätskriterien und Prüfgrößen
- Haftkraft: Anfangshaftung (Tack) und Schälhaftung auf Kartonoberflächen.
- Scherfestigkeit: Widerstand gegen Schubbelastungen an Kanten und Klappen.
- Reißfestigkeit und Dehnung: relevante Werte längs/quer, besonders bei faserverstärkten Varianten.
- Dicke/Gesamtaufbau: Trägerstärke und Klebstoffauftrag beeinflussen Stabilität und Verarbeitung.
- Abrollverhalten: gleichmäßige, kontrollierte Abwicklung, optional geräuschreduziert.
- Beständigkeit: gegen Temperaturwechsel, UV-Einfluss und Feuchtigkeit entsprechend dem Einsatzprofil.
Zur Beurteilung werden standardisierte Prüfmethoden herangezogen, beispielsweise Schäl- und Scherversuche nach anerkannten Branchenrichtlinien. Einheitliche Messbedingungen ermöglichen die Vergleichbarkeit zwischen Produkten und helfen bei der Auswahl für spezifische Wellpappverpackungen und Prozessanforderungen.
Nachhaltigkeitsaspekte
Recyclingfreundliche Verschlusskonzepte setzen auf papierbasierte Träger, lösungsmittelfreie Klebstoffe und materialeffiziente Dimensionierung. Sortenreine Kartonverbindungen werden durch Papier- oder Nassklebebänder unterstützt. Bedruckungen sollten mit geeigneten Farben erfolgen, um Verwertungsprozesse nicht zu beeinträchtigen. Zusätzlich trägt eine passgenaue Bandbreite zur Reduktion des Materialeinsatzes bei, während klare Kennzeichnungen die richtige Entsorgung und Trennung der Verpackungsbestandteile unterstützen.
Auswahlkriterien und Dimensionierung
Die Auswahl des passenden Verschlussbands hängt von Kartonqualität (E-, B-, C-, Doppel- oder Dreifachwelle), Füllgewicht, Transportweg, klimatischen Bedingungen und Prozessgeschwindigkeit ab. Für schwere oder langstreckige Transporte empfiehlt sich eine stärkere Trägerdicke, höhere Scherfestigkeit und ggf. faserverstärkte Optionen. Bei niedrigen Temperaturen oder hoher Luftfeuchte sind Klebstoffe mit geeigneter Kälte- bzw. Feuchtehaftung zu bevorzugen. Die Dimensionierung der Bandbreite folgt dem Grundsatz: je höher die Belastung, desto breiter und stabiler das Band.
Lagerung, Haltbarkeit und Arbeitssicherheit
Verschlussbänder sollten trocken, staubfrei und temperiert gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen beeinträchtigen Abroll- und Klebeeigenschaften. Vor der Verarbeitung ist eine kurze Akklimatisierung sinnvoll. Bei der Handapplikation verhindern scharfe, intakte Abreißmesser unsaubere Schnittkanten und reduzieren Verletzungsrisiken. In automatisierten Anlagen sind regelmäßige Einstellungen von Bandzug und Abrollbremse wichtig, um Faltenbildung oder Überdehnung zu vermeiden.
Häufige Fehlerbilder und Abhilfe
- Band löst sich an Kanten: Anpressdruck erhöhen, Oberflächen reinigen, Klebstoffsystem mit höherer Scherfestigkeit wählen.
- Risse an scharfen Kartonkanten: Kanten schützen oder auf faser- bzw. filamentverstärkte Varianten umsteigen.
- Unruhiges Abrollen: Bandkerne prüfen, Abrollbremse anpassen, geräuschreduzierte Qualitäten einsetzen.
- Unzureichende Haftung bei Kälte: kälteoptimierte Klebstoffe nutzen und Verarbeitungstemperatur anheben.
Zusammenfassung:
- Verschlussbänder sind essenzielle Hilfsmittel für Unternehmen, um ihre Produkte sicher und effizient in Verpackungen zu versiegeln.
- Insbesondere bei der Verwendung von Wellpappe sorgen die Verschlussbänder dafür, dass die Verpackungen fest verschlossen sind und die Produkte während des Transports und der Lagerung geschützt sind.
- Obwohl es verschiedene Arten von Verschlussbändern gibt, sollten Unternehmen die Bänder wählen, die am besten zu ihren spezifischen Wellpappverpackungen und den zu verpackenden Produkten passen.
- Die Auswahl richtet sich nach Trägermaterial, Klebstoffsystem, Bandbreite, Reiß- und Scherfestigkeit sowie den Umgebungsbedingungen.
- Eine fachgerechte Applikation (z. B. H- oder L-Verschluss, ausreichendes Andrücken) ist entscheidend für die Zuverlässigkeit des Kartonverschlusses.
- Richtige Lagerung, geeignete Dimensionierung und regelmäßige Prozesskontrollen unterstützen konstante Verschlussqualität und reduzieren Reklamationen.
Veröffentlicht am 13.06.2024
Letzte Überarbeitung am 08.12.2025 um 12:01 Uhr von Sebastian Würth