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Zusatzfunktionen
In der Welt der Wellpappe spielt die Flexibilität eine zentrale Rolle. Diese wird durch verschiedene Zusatzfunktionen erreicht, die den reinen Schutz des Inhalts gezielt erweitern. Dazu zählen Barriereeigenschaften, Handhabungs- und Öffnungshilfen, Sicherheits- und Identifikationsmerkmale sowie Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in Lager, Kommissionierung und Versand. So wird Wellpappe zu einem vielseitigen Werkstoff, dessen Nutzen in zahlreichen Branchen aufgrund der anpassbaren Funktionalität geschätzt wird. Die Funktionsintegration entsteht in der Praxis durch das Zusammenspiel von Materialauswahl, Rillung, Stanzung, Klebetechnik, Beschichtungen und Druckbild. Richtig kombiniert, sorgen diese Elemente für reduzierte Prozessschritte, reproduzierbare Qualität und eine verbesserte Nutzerführung entlang der gesamten Lieferkette.
Definition: Was versteht man unter Zusatzfunktionen?
Zusatzfunktionen bezeichnen alle Leistungen, die über die grundlegende Schutz- und Tragefunktion einer Verpackung hinausgehen. Gemeint sind Eigenschaften wie Feuchtigkeits- und Fettbarrieren, Antistatik, UV-Stabilität, Temperaturbeständigkeit, Korrosionsschutz, manipulationssichere Verschlüsse, Öffnungshilfen, integrierte Polsterung oder Kennzeichnungselemente für Rückverfolgbarkeit. Ebenso fallen Veredelungstechniken zur Verbesserung von Optik und Haptik – etwa spezielle Lacke, Prägungen oder hochauflösender Direktdruck – darunter. Ergänzend zählen auch rutschhemmende Oberflächen, definierte Reibwerte für Fördertechnik, faserverträgliche Dispersionsbeschichtungen sowie integrierte Klebestreifen und Siegelkomponenten zu den Funktionsgruppen, mit denen sich Wellpappe an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt.
Abzugrenzen sind Basismerkmale wie Tragfähigkeit und Stapelstabilität: Sie gehören zur Grundkonstruktion. Zusatzfunktionen ergänzen diese Basis gezielt, um konkrete Anforderungen entlang der Prozesskette zu erfüllen – von der Abfülllinie über Transport und Lagerung bis zur Entnahme beim Endnutzer. Entscheidend ist die abgestimmte Auslegung: Funktionen sollen die Grundkonstruktion nicht konterkarieren, sondern die Handhabung vereinfachen, die Produktsicherheit erhöhen und die Informationsbereitstellung verbessern. Dazu werden Prüfmethoden, Toleranzen und Grenzwerte definiert, die eine gleichbleibende Performance im Serienprozess sicherstellen.
- Barrieren: Feuchte-, Fett-, Sauerstoff- oder Geruchsbarrieren
- Handling: integrierte Handgriffe, Öffnungshilfen, Aufreißfäden
- Sicherheit: Versiegelungen, Tamper-Evidence, fälschungserschwerende Elemente
- Identifikation: Druckcodes, QR, RFID/NFC, Serialisierung
- Polsterung: Einlagen, Kanten- und Flächenschutz, Dämpfung
- Veredelung: Haptik- und Glanzlacke, Prägungen, farbtreue Bedruckung
- Nachhaltigkeit: recyclingfreundliche Beschichtungen, kompostierbare Ausführungen
- ESD/Antistatik: ableitfähige Ausrüstung, Schutz vor elektrostatischer Entladung
- Temperatur- und Klimamanagement: isolierende Einsätze, Indikatoren für die Kühlkette
- Rutschhemmung: definierte Reibwerte für Fördertechnik, Palettensicherung und Stapelstabilität
- Verschlusslösungen: Selbstklebestreifen, Hotmelt-Zonen, manipulationssichere Siegelflächen
- Prozess- und Prüfkennzeichnung: eindeutige Markierungen, Indikatorfelder, Kontrollzonen
Abgrenzung zu Zusatzmaterialien
Funktionselemente wie Etiketten, Siegelbänder oder Inlays können als eigenständige Zusatzmaterialien vorliegen oder direkt in die Wellpappe integriert werden. Bei integrierten Lösungen bleiben die Nichtpapieranteile idealerweise minimiert oder separat entfernbar, um die Recyclingfähigkeit zu erhalten. Die Auswahl hängt von Zielanforderungen, Stückzahlen, Automatisierungsgrad und Entsorgungspfad im Papierkreislauf ab.
Anwendungsfelder der Zusatzfunktionen bei Wellpappe
Ob in der Lebensmittelbranche, in der Industrie oder im Online-Handel – die Anwendungsfelder der Zusatzfunktionen sind vielfältig. Sie dienen der Produktpräsentation, dem Schutz vor Umwelteinflüssen sowie der sicheren Lagerung und dem effizienten Transport von Waren. Je nach Anwendung werden die Funktionen auf die Prozessschritte abgestimmt, um Schäden zu vermeiden, Abläufe zu vereinfachen und Informationen zuverlässig bereitzustellen. Dabei spielt die Schnittstelle zu Fördertechnik, Scanner-Infrastruktur und Kommissionierlogik eine wesentliche Rolle, ebenso wie Anforderungen an Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und gesetzeskonforme Informationsvermittlung.
- Lebensmittel: fett- und feuchtigkeitsabweisende Barrieren, migrationsarme Druckfarben, temperaturstabile Lösungen für Kühlketten
- Elektronik/Technik: antistatische Ausrüstung, gepufferte Einsätze, manipulationssichere Verschlüsse
- Pharma/Kosmetik: Tamper-Evidence, eindeutige Kennzeichnung, Rückverfolgbarkeit und prüfbare Öffnung
- E-Commerce/Versand: Öffnungshilfen, selbstklebende Verschlüsse, Retourenstreifen, stoßdämpfende Elemente
- Mechanische Bauteile/Metall: Korrosionsschutz (VCI), Kanten- und Flächenschutz, rutschhemmende Zusätze
- Präsentation am POS: hochwertige Druckveredelung, strukturierte Oberflächen, Sichtfenster
- Medizinprodukte (Sekundärverpackung): eindeutige Identifikation, Indikatoren für Unversehrtheit, klare Entnahmewege
- Chemie/Haushalt: feuchtebeständige Oberflächen, absorbierende Einlagen, sichere Verschluss- und Warnkennzeichnung
- Möbel/Weiße Ware: Kantenschutz, Flächenschutz, Anti-Rutsch-Zonen zur Stabilisierung auf Paletten
- Getränke/Frischelogistik: feuchtigkeitsresistente Außenlagen, hohe Stapelsicherheit in gekühlten Umgebungen
Bei Versandlösungen sind komfortable Öffnungshilfen weit verbreitet. Weiterführende Informationen zu Aufbau, Nutzen und Gestaltung bieten Praxiswissen zur Perforation als Aufreißhilfe und Funktion, insbesondere im Hinblick auf saubere Entnahme, Rücksendungen und manipulationsarme Öffnung. Ergänzend werden häufig Selbstklebestreifen für den Erstverschluss und separate Retourenstreifen für die Zweitverwendung kombiniert, um die Prozesssicherheit im Retourenmanagement zu erhöhen.
Praxisbeispiele und Best Practices
In der Praxis bewähren sich modular aufgebaute Inlays, die unterschiedliche Produktausprägungen aufnehmen, ohne das Grunddesign zu verändern. Ebenso reduzieren rutschhemmende Innenzonen das Verrutschen empfindlicher Güter, während außen aufgebrachte, maschinenlesbare Kennzeichnungen das Scannen im Wareneingang und in der Kommissionierung beschleunigen. Für Mehrpositionsverpackungen empfiehlt sich eine eindeutige Markierung der Entnahmereihenfolge, um Fehler im Montagetakt zu vermeiden.
Trends und Innovationen in den Zusatzfunktionen bei Wellpappe
Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, Effizienz und Individualisierung. Moderne Technologien ermöglichen hitze- und kälteresistent ausgelegte Lösungen, geruchsreduzierende Oberflächen, ressourcenschonende Beschichtungen und vollständig recyclingfreundliche Systeme. Digitale Druckverfahren verknüpfen variable Daten, Serialisierung und Markierung in einem Prozess, während integrierte Sensorik und Kontaktpunkte (z. B. über gedruckte Codes) die Verbindung zwischen physischem Produkt und digitalen Services erleichtern. Zunehmend rücken wasserbasierte Dispersionslacke, papierfaserbasierte Sichtfenster und lösungsmittelfreie Klebesysteme in den Fokus, um den Nichtpapieranteil zu minimieren und die Kreislauffähigkeit zu stärken.
- Nachhaltige Barrieren: wasserbasierte, recyclingverträgliche Lacke statt Verbundfolien
- Prozessintegration: Klebe- und Verschlusslösungen für automatisierte Linien, eindeutige Markierungen für Scanner
- Funktionale Oberflächen: rutschhemmend, abriebfester Druck, schmutzabweisende Coatings
- Modulare Einsätze: kombinierbare Polster- und Fixiermodule für variable Produktspektren
- Materialsubstitution: kompostierbare Ausführungen und rohstoffarme Beschichtungen
- Smarte Indikatoren: Zeit-Temperatur-Indikatoren, Feuchte-Indikatoren und manipulationssichere Siegelpunkte
- Lösemittelfreie Klebstoffe: verbesserte Linienfähigkeit bei reduzierter Emission
- Papierbasierte Sichtfenster: erhöhte Sortenreinheit gegenüber Folienlösungen
- Digitale Zwillinge: eindeutige IDs zur Verknüpfung mit Bestands-, Qualitäts- und Logistikdaten
Innovation bedeutet dabei nicht nur „neue“ Effekte, sondern vorrangig eine abgestimmte Gesamtlösung: Funktionen sollen sich ohne Medienbrüche in Verpackungsdesign, Logistik und Entsorgung einfügen. In der Entwicklung unterstützen Simulationen, Testreihen und standardisierte Prüfpläne die Auslegung. Wichtig ist die Berücksichtigung von Toleranzen in der Verarbeitung (Rilltiefe, Faserlaufrichtung, Klebspalt) sowie die robuste Lesbarkeit von Codes bei unterschiedlichen Licht- und Verschmutzungsbedingungen.
Design-for-Recycling und Zertifizierungen
Für eine hohe Recyclingfähigkeit gelten Grundsätze wie Minimierung nichtfaserbasierter Bestandteile, trennbare Funktionslagen und geringe Flächenanteile potenziell migrationsrelevanter Komponenten. Farbsysteme, Klebstoffe und Lacke sollten so gewählt werden, dass sie die Sortierung und das Deinking nicht beeinträchtigen. Prüfzertifikate und laborgestützte Bewertungen helfen, die Eignung für den Papierkreislauf zu belegen und Zielkonflikte zwischen Funktionalität und Kreislauffähigkeit frühzeitig zu erkennen.
Vor- und Nachteile von Zusatzfunktionen
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- Schutz vor Umwelteinflüssen
- Individualisierbarkeit - Optische und haptische Veredelungen heben Produkte von der Masse ab
- Nachhaltigkeit - Recyclebare oder kompostierbare Verpackungen schützen die Umwelt
- Prozesssicherheit - Verbesserte Handhabung, eindeutige Kennzeichnung und robuste Verschlüsse
- Kostentransparenz im Schadenfall - Reduziertes Reklamationsrisiko durch gezielten Schutz
- Benutzerfreundlichkeit - Öffnungshilfen, integrierte Handgriffe, klare Entnahmewege
- Rückverfolgbarkeit - Klare Identifikation unterstützt Qualitäts- und Chargenmanagement
- Platz- und Materialeffizienz - Funktionsintegration kann zusätzliche Umverpackungen vermeiden
- Reduzierte Durchlaufzeiten - auf automatisierten Linien durch prozessfähige Verschluss- und Markierlösungen
- Arbeits- und Ergonomievorteile - durch griffgesicherte Handhabung und definierte Öffnungsmechanik
- Weniger Transportschäden - durch abgestimmte Dämpfung, Kanten- und Flächenschutz
Die Herausforderungen sind dabei die höheren Produktionskosten und der erhöhte Ressourcenverbrauch im Vergleich zur Standard-Wellpappe. Hinzu kommen mögliche Zielkonflikte zwischen Funktion und Recyclingfähigkeit, längere Entwicklungs- und Testphasen, größere Komplexität in der Beschaffung sowie ein erhöhter Prüf- und Dokumentationsaufwand. Bei automatisierten Linien sind zudem Toleranzen und Klebeeigenschaften zu verifizieren, um reibungslose Prozesse sicherzustellen. Zusätzlich beeinflussen regulatorische Anforderungen (z. B. bei Lebensmittelkontakt) Materialwahl und Drucksysteme, während der Anteil nichtfaserbasierter Komponenten möglichst gering gehalten werden sollte, um die Sortenreinheit im Papierkreislauf zu sichern.
Abwägung und Entscheidungsfindung
Die Auswahl geeigneter Zusatzfunktionen erfolgt idealerweise auf Basis einer Anforderungsmatrix, die Produkt-, Prozess- und Umweltkriterien zusammenführt. Typische Leitfragen sind:
- Welche Risiken (Feuchte, Stoß, ESD, Manipulation) müssen vorrangig mitigiert werden?
- Welche Funktionen lassen sich monomaterialfreundlich integrieren, ohne die Kreislauffähigkeit zu mindern?
- Wie beeinflussen Klebstoffe, Lacke und Druck die Linienfähigkeit und Lesbarkeit von Codes?
- Welche Prüf- und Freigabeprozesse sichern eine konstante Performance im Serienbetrieb?
Zusammenfassung:
- Integrierte Handgriffe in Wellpappe-Verpackungen erleichtern den Transport und die Handhabung für den Endbenutzer.
- Der Einsatz von QR-Codes auf der Verpackungsoberfläche ermöglicht eine einfache Nachverfolgung und Identifizierung des Produkts.
- Die Verwendung von nachleuchtender oder thermoreaktiver Tinte kann einen zusätzlichen visuellen Effekt erzeugen und dient auch als Sicherheitselement zur Vermeidung von Produktpiraterie.
- Öffnungshilfen wie Aufreißfäden und definierte Perforationen unterstützen eine saubere und kontrollierte Entnahme.
- Antistatische Ausrüstung und polsternde Einsätze schützen sensible Elektronik vor elektrostatischer Entladung und Stoßbelastung.
- Tamper-Evidence und manipulationssichere Verschlüsse erhöhen die Sicherheit entlang der Lieferkette.
- Barrierebeschichtungen (z. B. gegen Feuchte oder Fett) sichern Qualität und Haltbarkeit empfindlicher Güter.
- Rutschhemmende Oberflächen stabilisieren Packgüter auf Fördertechnik und Paletten.
- Klare Maschinenlesbarkeit durch passende Kontraste und Platzierung der Codes unterstützt automatisierte Prozesse.
- Recyclingverträgliche Funktionslacke und trennbare Zusatzmaterialien fördern den Wiedereinsatz der Fasern im Papierkreislauf.
Veröffentlicht am 05.07.2024
Letzte Überarbeitung am 23.12.2025 um 11:02 Uhr von Julia Kopp