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Extrusionsverpackung

Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen nimmt die Extrusionsverpackung eine zentrale Rolle ein, wenn es um formstabile, passgenaue und wiederholgenaue Schutzlösungen geht. Unter diesem Begriff werden in der Praxis häufig Bauteile und Komponenten verstanden, die im Extrusionsverfahren hergestellt und mit Umkartons oder Einlagen aus Wellpappe kombiniert werden. Dazu zählen beispielsweise Profile zum Kanten- und Flächenschutz, Hohlkammerplatten, Schaumeinsätze oder Folien, die während Transport und Lagerung stoßdämpfend, feuchtigkeitsunempfindlich und maßhaltig wirken. Diese Kombination aus Wellpappe und extrudierten Elementen ist in zahlreichen Branchen verbreitet und deckt ein breites Spektrum an Anwendungsfällen ab. Ergänzend bewähren sich extrudierte Elemente überall dort, wo reproduzierbare Geometrien, definierte Toleranzen, kontrolliertes Dämpfungsverhalten und unempfindliche Oberflächen gefordert sind. In der Praxis entsteht daraus ein modulares System: Wellpappe bildet die tragende Außenverpackung, extrudierte Profile, Platten oder Schäume übernehmen Fixierung, Abstandshalterung, Kanten- und Oberflächenschutz sowie funktionsspezifische Aufgaben (z. B. antistatisch oder gleitoptimiert).

Definition: Was versteht man unter einer Extrusionsverpackung?

Angefangen bei Lebensmitteln bis hin zur Elektronik bieten sie eine passende Lösung für die Herausforderungen des Transports und der Lagerung. Eine Extrusionsverpackung ist eine Verpackungslösung, deren wesentliche Komponenten durch einen kontinuierlichen Prozess namens Extrusion geformt werden. Dabei wird das Material unter definierten Temperaturen und Drücken plastifiziert, durch eine Düse gepresst und anschließend in der gewünschten Geometrie stabilisiert. Durch die kontinuierliche Fertigung sind gleichmäßige Querschnitte, konstante Wanddicken und reproduzierbare Längen realisierbar, was insbesondere für serientaugliche Verpackungskomponenten wichtig ist.

Im Kontext der Wellpappe ist wichtig: Wellpappe selbst wird nicht extrudiert, sondern aus Papierbahnen gewellt und verklebt. Die Bezeichnung Extrusionsverpackung bezieht sich hier in der Regel auf ergänzende, extrudierte Funktionsteile (z. B. Profile, Platten, Schäume), die in oder an Wellpapp-Verpackungen eingesetzt werden. Gängige Varianten sind Profil- und Plattenextrusion (z. B. Hohlkammerplatten), Blasfolien- und Flachfolienextrusion sowie Schaumextrusion. Typische Werkstoffe sind Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), PET oder EPE-Schaum (expandiertes PE). Je nach Anforderung kommen auch antistatische oder leitfähige Compounds, Schlagzähmodifikatoren und UV-Stabilisatoren zum Einsatz, um definierte Oberflächeneigenschaften und Alterungsbeständigkeit zu erreichen.

Ergänzend zur Monoschicht-Extrusion findet häufig Coextrusion Anwendung, um in einem Bauteil mehrere Funktionsschichten zu vereinen, etwa für Reibungsoptimierung, Diffusionsbarrieren oder ESD-Eigenschaften. Für passgenaue Integration in Wellpapp-Konstruktionen werden Profilkonturen, Dichten und Shore-Härten gezielt abgestimmt, sodass Klemmkräfte, Rückstellverhalten und Federwirkung reproduzierbar sind.

Anwendungsbereiche der Extrusionsverpackung

Extrusionsverpackungen haben aufgrund ihrer Material- und Prozesseigenschaften einen breiten Anwendungsbereich. Ausgezeichnete Produktschutzfähigkeiten, gutes Dämpfungsverhalten, geringe Masse und hohe Maßhaltigkeit machen sie in unterschiedlichen Industrien zu einer sachgerechten Wahl. Dazu zählen insbesondere Lebensmittel und Getränke, Kosmetik, Pharmazie, Elektronik, Medizintechnik, Automobilzulieferung, Möbel- und Glasindustrie sowie Versandhandel und Ersatzteillogistik. Hinzu kommen temperatur- und feuchtevariable Lieferketten, in denen feuchtigkeitsunempfindliche und formstabile Einsätze die Funktionen von Fixierung, Trennung und Oberflächenschutz zuverlässig übernehmen.

  • Lebensmittel und Getränke: extrudierte Folien mit definierten Barriereeigenschaften, Hohlkammer-Zwischenlagen, Kantenprofile für Glasbehälter.
  • Kosmetik und Pharmazie: formstabile Einlagen, Trays aus extrudierten Platten, stoßabsorbierende Schäume zur Fixierung.
  • Elektronik: ESD-geeignete Profile und Trays, Hohlkammerplatten als Trennlagen, stoßdämpfende PE-Schäume.
  • Automotive und Maschinenbau: Profilrahmen für Bauteilschutz, Hohlkammer-Behälterauskleidungen, konturgenaue Schaumeinleger.
  • Möbel, Holz, Glas, Keramik: Kantenschutzprofile, Flächenschutz aus Platten, Abstandhalter und Zwischenlagen.
  • Versand und E-Commerce: Polster- und Schutzprofile, Formteile aus Schaum, extrudierte Folienbeutel als Sekundärschutz.
  • Medizintechnik und Labor: kontaminationsarme Trays, antistatische Einleger, gewebeverträgliche Kontaktflächen.
  • Feinmechanik und Optik: kratzarme Flächenschutzlösungen, Mikroprofilierungen mit definierter Gleitreibung, staubarme Schäume.
  • Getränke- und Glaslogistik: stoßdämpfende Kantenführungen, rutschhemmende Zwischenlagen, Mehrweg-Insert-Lösungen.

Funktionen in der Anwendung

  • Fixieren und Polstern empfindlicher Güter im Umkarton aus Wellpappe.
  • Schützen von Kanten, Oberflächen und Ecken gegen Stöße und Abrieb.
  • Abstandhalten und Trennen von Produkten innerhalb einer Außenverpackung.
  • Bereitstellen von Barriere-, Gleit- oder ESD-Eigenschaften entlang der Lieferkette.
  • Vibrationsentkopplung und Schwingungsdämpfung zur Reduzierung von Transportschäden.
  • Toleranzkompensation zwischen Produkt und Wellpappumverpackung durch elastische Profilkonturen.
  • Kennzeichnungsmöglichkeiten durch farbcodierte Profile oder integrierte Markierungen zur Traceability.

In der Praxis werden extrudierte Elemente häufig modular aufgebaut, um unterschiedliche Produktvarianten mit wenigen Komponenten abzudecken. So lassen sich Serienumstellungen mit geringen Anpassungen der Einleger oder Profilrahmen realisieren, während der Umkarton aus Wellpappe unverändert bleiben kann.

Herstellung von Extrusionsverpackungen

Die Herstellung von Extrusionsverpackungen beginnt mit der Auswahl des geeigneten Kunststoffmaterials und der funktionsgerechten Rezeptur. Wellpappe dient hierbei als Außen- oder Transportverpackung und wird nicht extrudiert. Im Extrusionsprozess wird das Kunststoffgranulat aufgeschmolzen, homogenisiert und durch eine Form (Düse) gedrückt. Nach Durchlaufen der Düse erhält das Material seine endgültige Geometrie und wird definiert abgekühlt und kalibriert. Der kontinuierliche Charakter des Prozesses ermöglicht hohe Produktivitäten, gleichbleibende Qualität und wirtschaftliche Schnittoptimierung auf Ziellängen.

Der industrielle Ablauf umfasst typischerweise die Aufbereitung des Granulats (ggf. inklusive Rezyklatanteilen), das Plastifizieren im Extruder, das Formen über die Düse (Profil-, Platten- oder Ringdüse), die Kühlung und Kalibrierung (z. B. Wasserbad, Kalander), den Abzug sowie das Zuschneiden. Nachgelagerte Schritte sind u. a. Bedrucken, Kaschieren, Stanzen, Rillen, Prägen oder eine gezielte Linienöffnung. Vertiefende Fachhinweise bieten Details zur Perforation in der Herstellung. Ergänzend werden – je nach Anwendung – Corona- oder Plasma-Vorbehandlungen, Coextrusion für Mehrschichtaufbauten sowie Inline-Messsysteme (z. B. Dicken- und Breitenmessung) eingesetzt, um Maßhaltigkeit und Oberflächeneigenschaften zu sichern.

Konstruktive Auslegung und Materialien

  • Werkstoffwahl: PE und PP für zähe, schlagfeste Bauteile; PE-Schaum für Dämpfung; Hohlkammerplatten für steife, leichte Trennlagen.
  • Geometrie: Wanddicken, Kammergeometrie, Profilkonturen und Radien werden auf Lastfälle, Stapelung und Handhabung ausgelegt.
  • Kompatibilität: Passgenaue Schnittstellen zu Einsätzen und Umkartons aus Wellpappe; sichere Klemm-, Steck- oder Klebeverbindungen.
  • Toleranzen: Maßhaltigkeit, Ebenheit und Rücksprung sind für reproduzierbare Montageprozesse wesentlich.
  • Funktionsschichten: Coextrudierte Deck- oder Kernsichten für Gleit- und Barriereeigenschaften oder ableitfähige/antistatische Oberflächen.
  • Alterungs- und Umwelteinflüsse: Auswahl geeigneter Additive (z. B. UV-Stabilisierung) und Prüfungen zur Sicherstellung des Langzeitverhaltens.

Qualitätssicherung und Prüfmethoden

Zur Absicherung der Funktion werden Material- und Bauteilprüfungen durchgeführt, darunter Dichte- und Shore-Härtemessungen bei Schäumen, Zug- und Biegeversuche bei Platten und Profilen, Fall- und Stapeltests in Kombination mit Wellpappverpackungen sowie Klimaprüfungen (Temperatur/Feuchte). Für ESD-Anwendungen kommen Oberflächen- und Durchgangswiderstandsmessungen hinzu. Prozessbegleitend unterstützen statistische Prozessregelung (SPC) und Erststückfreigaben die konstante Qualität.

Vor- und Nachteile der Extrusionsverpackung

Es gibt viele Vorteile, die Extrusionsverpackungen bieten. Einige davon sind ein hohes Maß an Produktschutz dank Eigenschaften wie Stabilität und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Stöße. Zudem sind sie leicht und somit kosteneffektiv zu transportieren. Allerdings gibt es auch Nachteile. Zum Beispiel können die Anfangskosten für die Einrichtung der Produktionslinie hoch sein, und einige Extrusionsverpackungen können Umweltprobleme verursachen, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt oder recycelt werden. Auch Mindestmengen und Rüstzeiten sind zu berücksichtigen, insbesondere bei Profiländerungen oder Farbwechseln.

  • Vorteile: kontinuierlicher Prozess mit gleichbleibender Qualität, gute Maßhaltigkeit, integrierbare Funktionszonen (z. B. Clips, Nuten), kombinierbar mit Wellpappe, geringes Gewicht, Feuchteunempfindlichkeit und, je nach Aufbau, Barriereoptionen.
  • Nachteile: Werkzeug- und Einrichtekosten, Mindestmengen und Rüstzeiten, mögliche Materialverbunde erschweren Sortenreinheit, Temperatureinsatzgrenzen und potenzielle Alterung (z. B. Spannungsrisse) bei ungeeigneter Auslegung.
  • Zusätzliche Aspekte: Verfügbarkeit von Rezyklaten in gleichbleibender Qualität, Lieferkettenschwankungen bei Rohstoffen, potenzielle Einschränkungen bei direktem Lebensmittelkontakt je nach Materialrezeptur.

Nachhaltigkeit und Kreislaufführung

  • Design for Recycling: bevorzugt Monomaterial-Lösungen, klare Trennbarkeit von Wellpappe und Kunststoffkomponenten.
  • Rezyklateinsatz: Einsatz geeigneter Rezyklate in extrudierten Bauteilen, sofern Anforderungen (z. B. Lebensmittelkontakt) dies zulassen.
  • Lebensdauer und Wiederverwendung: robuste Profile und Platten für Mehrweg- oder Umlaufverpackungen.
  • Entsorgung: sortenreine Erfassung, Kennzeichnung und Dokumentation unterstützen die Rückführung in Materialkreisläufe.
  • Ökobilanz: durch Gewichtsoptimierung, passgenaue Abmessungen und lange Nutzungsdauer lassen sich Transportaufwände und Materialeinsatz reduzieren.

Logistik und Handling

Für effiziente Prozesse werden extrudierte Komponenten häufig in standardisierten Längen, Bünden oder Set-Verpackungen bereitgestellt. Stapel- und Palettierkonzepte berücksichtigen Verzugssensibilität, Kantenstabilität und Kompatibilität mit Wellpappumkartons. Eine eindeutige Kennzeichnung (z. B. mit Chargen- und Längenangaben) erleichtert Wareneingang, Qualitätskontrolle und Montage.

Zusammenfassung:

  • Extrusionsverpackungen sind Produkte aus einem Verfahren, bei dem Kunststoffe unter Hitze und Druck verformt und anschließend durch eine spezielle Düse gepresst werden; die resultierenden Geometrien werden definiert stabilisiert und zugeschnitten.
  • Sie sind insbesondere bei Verpackungen aus Wellpappe von Vorteil, da sie eine hohe Stabilität und Wasserresistenz bieten und so eine sachgerechte Wahl für die sichere Lagerung und den Transport von Waren darstellen.
  • Zugleich sind Extrusionsverpackungen dank des Einsatzes von Recyclingmaterialien umweltfreundlich und helfen Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, sofern Trennbarkeit und Monomaterial-Strategien berücksichtigt werden.
  • Typische Anwendungen reichen von Kanten- und Flächenschutz über Trennlagen bis zu stoßdämpfenden Einlagen, häufig in Kombination mit Umkartons aus Wellpappe, einschließlich ESD-geeigneter Lösungen in der Elektronik.
  • Bei der Auslegung sind Materialwahl, Geometrie, Abmessungen, Toleranzen und die Integration in bestehende Packmittel entscheidend für Funktion und Wirtschaftlichkeit; Qualitätssicherung und geeignete Prüfungen unterstützen die Serienfähigkeit.
  • Durch modulare Konzepte und standardisierte Längen lassen sich Variantenvielfalt und Rüstaufwände reduzieren, ohne den Produktschutz zu beeinträchtigen.

Veröffentlicht am 04.06.2025
Letzte Überarbeitung am 18.11.2025 um 10:41 Uhr von Julia Kopp

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