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Faltanleitungen

In Bezug auf Wellpappe hat das Thema Faltanleitungen eine entscheidende Bedeutung. Selbst komplexe Strukturen können mit der richtigen Anleitung aus diesem flexiblen Material gefaltet werden. Es ist die Kunstfertigkeit des Faltens, die Wellpappe zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Verpackungsindustrie macht. Präzise Faltpläne übersetzen technische Zuschnitte in nachvollziehbare Handgriffe, reduzieren Fehler, verkürzen Rüst- und Aufbauzeiten und sichern eine gleichbleibende Qualität – vom Einzelmuster bis zur Serienfertigung. Sie adressieren sowohl manuelle Aufbauten am Packtisch als auch unterstützte Prozesse an halbautomatischen und automatisierten Stationen und bilden damit eine verlässliche Brücke zwischen Konstruktion, Produktion und Anwendung. Zusätzlich berücksichtigen sorgfältig ausgearbeitete Faltanleitungen materialtypische Eigenschaften wie Rillverhalten, Faserrichtung, Feuchte- und Klimasensibilität sowie zulässige Falzradien. Dadurch lassen sich Beschädigungen an Rillkanten vermeiden, die Handhabung verbessern und Packzeiten stabil planen. Ergänzende Hinweise zu Sicherheitsaspekten, geeigneten Hilfsmitteln (Falzbeine, Anpresswerkzeuge) und ergonomischen Griffabfolgen erhöhen die Prozesssicherheit im täglichen Verpackungsalltag.

Definition: Was versteht man unter Faltanleitungen?

Unter Faltanleitungen versteht man in der Regel schriftliche Anweisungen, visuelle Schemas oder beides, die Schritt für Schritt zeigen, wie man eine Struktur oder ein Formstück aus Wellpappe falten kann. Der Prozess kann so einfach sein wie das Falten eines einfachen Kartons oder so kompliziert wie das Design einer mehrteiligen Verpackung. Im engeren Sinn beschreiben Faltanleitungen den Aufbau eines vorgegebenen Zuschnitts (Stanzkontur), einschließlich Reihenfolge, Drehrichtung, Griffpunkten und Verschlusstechniken. Im weiteren Sinn umfassen sie ergänzende Hinweise zu Materialstärken, Rillbildern, Falzradien, Orientierung der Welle, Toleranzen sowie Hinweise zur sicheren und ergonomischen Handhabung. Sie dienen damit als verbindlicher Leitfaden zwischen Konstruktion und Anwendung und unterstützen sowohl Einsteigerinnen und Einsteiger als auch geübte Fachkräfte beim zügigen, fehlerarmen Aufbau. Gute Faltanleitungen sind zielgruppengerecht formuliert, verwenden eine konsistente Symbolik und sind in sich eindeutig, sodass keine Interpretationsspielräume entstehen.

Typische Ausprägungen sind:

  • Skizzenbasierte Schrittfolgen mit Nummerierung (1, 2, 3 …) und Richtungspfeilen für Berg- und Talfalten
  • Explosionsdarstellungen und Perspektivzeichnungen zur räumlichen Orientierung
  • Fotoreihen oder kurze Videos mit klarer Handpositionierung
  • Kurztexte mit Piktogrammen für Verschlussarten (Stecklasche, Klebelasche, Verriegelung)
  • Legenden für Linienarten: Schneid-, Rill- und Perforationslinien sowie Referenzkanten
  • Checklisten für Vorbereitungen (Prüfung des Zuschnitts, Materialzustand, benötigte Hilfsmittel)
  • Maßstäbliche Übersichten (Draufsicht) zur schnellen Zuordnung von Teilelagen und Einlegern

Herstellung von Faltanleitungen

Die Produktion dieser wertvollen Hilfsmittel wird oftmals durch erfahrene Fachleute durchgeführt. Spezialisten in diesem Bereich zeichnen auf, welche Falten wo gemacht werden müssen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Diese Anweisungen können dann in handlicher Form, wie z.B. Broschüren oder Videos, zur Verfügung gestellt werden. Durch die Möglichkeit, diese Faltanleitungen digital zur Verfügung zu stellen, wird ein weiterer Vorteil in dem digitalen Zeitalter geschaffen. Ergänzend kommen strukturierte Redaktionsabläufe zum Einsatz: Briefing, Entwurf, interne Prüfung, Feldtest, Freigabe und Versionierung. Eine klare Terminologie (Glossar) und einheitliche Bildsprache erleichtern die Anwendung in unterschiedlichen Bereichen von Lager, Produktion und Versand.

In der Praxis basiert die Erstellung häufig auf Konstruktionsdaten aus CAD-Systemen. Aus dem Zuschnitt (Stanzriss) werden eindeutige Faltpfade, Rillpositionen und Verschlussabfolgen abgeleitet. Anschließend werden Prototypen aufgebaut, die Schrittfolge verifiziert und – falls nötig – optimiert (z. B. Anpassung der Reihenfolge, deutlicher markierte Griffkanten oder alternative Verriegelungsreihen). Abschließend entstehen ein freigegebener Satz Illustrationen, eine Textfassung in klarer, aktiver Sprache und optional ergänzende Fotos oder kurze Clips. Versionierung, Änderungsstand, Sprachvarianten und einheitliche Symbolik sichern die Nachvollziehbarkeit über alle Auflagen hinweg. Technische Details wie Strichstärken, Kontrastführung, Mindestschriftgrößen und rutschsichere Platzierungspunkte werden festgelegt, um eine konstante Les- und Verarbeitungsqualität auch unter Produktionsbedingungen (Staub, wechselnde Beleuchtung) zu erreichen.

Bestandteile und Notationen in Faltanleitungen

  • Liniencodierung: Durchgezogene Linien für Schnitte, gestrichelte Linien für Rillungen, punktierte Linien für definierte Trennstellen
  • Faltarten: Berg- und Talfalz mit eindeutigen Pfeilrichtungen und Winkeln; Hinweise auf Vorfalten oder Zurückbiegen
  • Reihenfolge: Nummerierte Schritte mit kurzen, präzisen Handlungsanweisungen
  • Verschlüsse: Darstellung von Steckmechaniken, Klebelaschen, Einhängelaschen und Sicherheitsverriegelungen
  • Orientierung: Hinweise zu Ober- und Unterseite, Innen- und Außenseite, Faserrichtung und Einlegeposition des Packguts
  • Schnittstellen: Markierungen für Klebestellen, Klebeband, Umreifung oder Etikettierung
  • Materialhinweise: Angaben zu Rillbreite, Falzwiderstand, zulässigen Falzradien und Kantenfestigkeit
  • Sicherheit/Ergonomie: Handschutz an Schnittkanten, griffgünstige Sequenzen, Gewichtsverteilung
  • Toleranzen und Maßbezug: Skalierung, Referenzmaße, eindeutige Bezugskanten für Prüflehren
  • Lokalisierung: Sprachversionen, neutrale Piktogramme und nummerische Codes zur Vermeidung von Missverständnissen

Besonders relevant sind klare Informationen zu Rillen und definierten Trennstellen. Vertiefende Informationen bieten beispielsweise Hintergründe zur Perforation und ihrem Einfluss auf Faltpfade, da diese Schnittstellen den Ablauf der Schrittfolge und die benötigte Kraft maßgeblich beeinflussen. Ergänzend ist die Kennzeichnung von Falzradien und Mindestbiegewinkeln sinnvoll, um Faserschäden oder Ausreißen an Kanten zu verhindern und die gewünschte Funktion (z. B. Formschluss, Verriegelung) zuverlässig zu erreichen.

Qualitätssicherung und Validierung

  • Praxistests mit ungeübten Anwendenden (Zeitmessung, Fehlerrate, Verständlichkeit)
  • Kontrast- und Lesbarkeitsprüfungen (Schriftgröße, Symbolgröße, Druckqualität)
  • Rückmeldeschleifen aus Produktion, Kommissionierung und Kundendienst
  • Prüfung auf Eindeutigkeit bei Varianten und Formatanpassungen
  • Freigabeprozess mit dokumentierter Revision und Versionsnummer
  • Stichprobenkontrollen im Echtbetrieb (z. B. zu Schichtbeginn) zur Sicherung der Reproduzierbarkeit
  • Dokumentierte Schulungen und Kurzbriefe bei Änderungen (Change-Log, Änderungsmarkierungen)

Anwendungsbereiche von Faltanleitungen

Faltanleitungen kommen in einer Vielzahl von Anwendungen zum Einsatz. Insbesondere in der Verpackungsindustrie sind sie unerlässlich. Sie sind Teil des Prozesses, der es ermöglicht, maßgeschneiderte Verpackungslösungen für eine Reihe von Produkten anzubieten, vom einfachsten Gegenstand bis hin zu komplexen und zerbrechlichen Waren. Sie unterstützen den sicheren und effizienten Aufbau vor Ort, senken Ausschuss, verkürzen Durchlaufzeiten und erleichtern Audits durch klare, nachvollziehbare Prozessdokumentation.

Typische Szenarien sind:

  • E-Commerce und Versandlogistik: schneller Aufbau von Versandkartons, passgenauen Einlagen und Krempelkonstruktionen bei schwankenden Stückzahlen
  • Industrie und Fertigung: reproduzierbarer Zusammenbau von Formteilen, Fixier- und Polsterlösungen direkt an der Linie
  • Co-Packing und Konfektionierung: koordinierte Schrittfolgen bei Sets, Displays oder mehrteiligen Einbauten
  • Retourenprozesse: verständliche Rückbau- und Wiederverschlussanweisungen zur Minimierung von Beschädigungen
  • Qualifizierung/Schulung: Einarbeitung neuer Mitarbeitender mit standardisierten Instruktionen
  • Exportverpackung: anwendungsnahe Hinweise zu Umreifungspunkten, Kantenschutz und Feuchtebelastung
  • POS- und Displaybau: sichere Aufrichtung von Wellpapp-Displays mit definierter Reihenfolge und Verriegelung

Beispielhafte Faltaufgaben

  • Einfacher Steckboden mit definierter Reihenfolge der Laschen für stabile Lastaufnahme
  • Stülpdeckelkarton mit umlaufender Krempelkante für erhöhte Kantensteifigkeit
  • Mehrteilige Einlage mit Rillbild und Verriegelungslaschen zur Fixierung empfindlicher Güter
  • Aufrichteschachtel mit Automatikboden und ergänzender Kennzeichnung für den Verriegelungsvorgang
  • Kreuzverpackung mit überlappenden Flügeln zur kraftschlüssigen Fixierung länglicher Produkte
  • Falthüllen mit integrierten Pufferzonen für flache und bruchempfindliche Güter

Vor- und Nachteile von Faltanleitungen

Zu den Vorteilen von Faltanleitungen gehört die Möglichkeit, maßgeschneiderte Verpackungslösungen anzubieten, die genau auf die Bedürfnisse des jeweiligen Produkts abgestimmt sind. Sie erleichtern auch die Massenproduktion von Verpackungen und reduzieren so die Kosten. Zudem können sie dazu beitragen, die Menge an benötigtem Verpackungsmaterial zu reduzieren und so zur Nachhaltigkeit beizutragen. Aber es gibt auch Nachteile: Der Prozess der Erstellung von Faltanleitungen kann zeitaufwendig sein und erfordert Fachwissen. Zudem kann das Prozessieren der Anleitungen für ungeübte Personen schwierig sein. Dem kann mit klarer Sprache, prägnanten Visualisierungen und gezielten Kurzschulungen entgegengewirkt werden. Auch der Pflegeaufwand bei Produktänderungen sollte eingeplant und über ein strukturiertes Versionsmanagement gesteuert werden.

  • Vorteile (ergänzend): geringere Fehlerquoten, standardisierte Abläufe, schnellere Einarbeitung, klare Dokumentation für Audits und Reklamationsanalysen
  • Potenzielle Nachteile (ergänzend): Aktualisierungsaufwand bei Konstruktionsänderungen, Abhängigkeit von Druckqualität und Lichtverhältnissen, Sprachbarrieren ohne Piktogramme, mögliche Fehlinterpretationen bei unklaren Symbolen

Best Practices zur Erstellung

  1. Handlungsorientierte, kurze Sätze mit einem Imperativ pro Schritt
  2. Konsistente Symbolsprache und eindeutige Linienlegende
  3. Hohe Kontraste, ausreichend große Darstellungen, Nummerierung gut sichtbar
  4. Fotorealistische Bilder nur, wenn sie klarer sind als Strichzeichnungen; sonst schematische Illustrationen bevorzugen
  5. Relevante Hinweise zu Rillung, Faltwinkel, Reihenfolge und Verschluss prüfen und markieren
  6. Varianten sauber trennen (eigene Anleitungsversionen) und Versionierung sichtbar kennzeichnen
  7. Optional digitale Ergänzung (QR-Code zu kurzem Aufbauclip) für Erstanwender
  8. Probedurchläufe mit Anwendenden aus unterschiedlichen Bereichen (Packtisch, Linie, Warenausgang)
  9. Robuste Gestaltung für den Einsatz in der Produktion (abwaschbare oder laminierebare Ausdrucke, abriebfeste Tinten)
  10. Klare Verweise auf sicherheitsrelevante Schritte (z. B. Schnittschutz, Quetschgefahr) mit standardisierten Piktogrammen

Erweiterte Hinweise zur Umsetzung

Für eine hohe Praxistauglichkeit empfiehlt sich die Kombination aus Übersichtsblatt (Draufsicht, Legende, Bauteilkennzeichnung) und detailierter Schrittfolge. Format, Falzung und Ablageort der Anleitung sollten auf den Arbeitsbereich abgestimmt sein, um Suchzeiten zu vermeiden. Bei digitalen Varianten sind Offline-Verfügbarkeit, eindeutige Dateinamen, Änderungsdatum und Zugriffsrechte zu berücksichtigen. Außerdem sind klare Zuständigkeiten für Pflege und Freigabe zu definieren, damit bei Konstruktionsänderungen keine veralteten Anweisungen im Umlauf bleiben.

Typische Fehlerquellen und Troubleshooting

  • Unklare Orientierung: fehlende Markierung von Ober-/Unterseite und Faserrichtung – Abhilfe: eindeutige Symbole und Referenzpfeile
  • Zu wenig Kontrast: schlechte Lesbarkeit bei Werkstattlicht – Abhilfe: kräftige Strichstärken und kontrastreiche Graustufen
  • Überladene Seiten: zu viele Informationen pro Schritt – Abhilfe: komplexe Vorgänge in Teilsequenzen splitten
  • Unzureichende Skalierung: Maßverwechslungen – Abhilfe: Maßstab und Referenzkanten angeben
  • Verriegelung unklar: Fehlinterpretation der Laschenreihenfolge – Abhilfe: separate Detailansicht mit Nahaufnahme

Zusammenfassung:

  • Faltanleitungen sind essenzielle Werkzeuge für Unternehmen, die speziell gestaltete Verpackungen aus Wellpappe herstellen wollen. Sie geben detaillierte Anweisungen für den Faltprozess, um eine konsistente Produktqualität zu gewährleisten.
  • Sie dienen als optimale Lösung zur Gewährleistung einer reproduzierbaren, effizienten und fehlerfreien Produktion von Verpackungsmaterialien und somit zur signifikanten Kostenersparnis im betrieblichen Prozess.
  • Mit der Integration von Faltanleitungen in die Herstellung können komplexe Designs realisiert und gleichzeitig höchste Präzision erreicht werden, was gerade im Verpackungssektor von unternehmerischen Nutzen ist.
  • Klare Notationen (Rill-, Schnitt- und Trennlinien), eine eindeutige Reihenfolge und verständliche Piktogramme erhöhen die Verständlichkeit und senken die Fehlerrate.
  • Regelmäßige Validierung mit realen Anwendenden sowie eine konsequente Versionierung sichern die Qualität über den gesamten Lebenszyklus der Anleitung.
  • Durch die Berücksichtigung von Materialeigenschaften, Ergonomie und Produktionsbedingungen bleiben Faltanleitungen praxistauglich und unterstützen stabile Prozesse vom Einzelmuster bis zur Serie.

Veröffentlicht am 01.06.2024
Letzte Überarbeitung am 09.09.2025 um 15:02 Uhr von Sebastian Würth

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