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Fertigungsautomation
Fertigungsautomation steuert den Ablauf und die Effizienz der Produktion in vielen Branchen, einschließlich der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen. In der Verpackungsindustrie transformiert die automatisierte Fertigung traditionelle Prozesse und Methoden, wobei die Bedeutung der Fertigungsautomation stetig zunimmt. Sie umfasst heute vernetzte Maschinen, Sensorik, Software für Planung und Steuerung sowie datengetriebene Qualitätsmethoden, um Durchsatz, Stabilität und Wiederholgenauigkeit in der Produktion sicherzustellen und den Ressourceneinsatz planbar zu machen. Entlang der Wertschöpfungskette - von der Papierlogistik über die Konfektionierung bis zum Versand - verbindet sie Anlagen und digitale Arbeitsschritte zu transparenten, beherrschbaren Prozessketten. Gerade in der Wellpappenfertigung mit schwankenden Material- und Umgebungsbedingungen ermöglichen automatisierte Regelungen konsistente Qualität, reduzierte Makulatur, reproduzierbare Abmessungen und kalkulierbare Taktzeiten auch bei hoher Variantenvielfalt. Ergänzend etablieren sich Edge-Computing, standardisierte Schnittstellen und modulare Retrofit-Konzepte, um Bestandsanlagen schrittweise zu vernetzen und datenseitig zu harmonisieren.
Definition: Was versteht man unter Fertigungsautomation?
Unter Fertigungsautomation versteht man den Einsatz von technischen Systemen und Softwarelösungen zur Automatisierung von Produktionsprozessen. Automatisierungstechnik, die bestimmt, in welchem Umfang menschliche Intervention in den Prozess eingreifen muss, ist ein Hauptmerkmal dieser Methode. Dazu zählen Steuerungen (z. B. SPS/PLC), Antriebs- und Regeltechnik, Sensorik und Aktorik, Bildverarbeitung, Robotik sowie Leit- und Produktionssysteme wie MES und SCADA. Ziel ist eine reproduzierbare Qualität bei definierten Toleranzen, stabile Taktzeiten und die transparente Rückverfolgbarkeit der Prozessparameter. Abzugrenzen ist dies von reiner Mechanisierung: Erst die Kombination aus Steuerungslogik, vernetzter Datenverarbeitung, HMI/UX und Sicherheitsfunktionen (etwa Performance Level gemäß ISO 13849 oder SIL-Konzepte) macht aus mechanischen Teilfunktionen eine integrierte, skalierbare Automationslösung. In zeitgemäßen Architekturen werden zudem diagnosefähige Komponenten, durchgängige Zeitstempelung und standardisierte Alarmschemata eingesetzt, um Wartbarkeit, Sicherheit und Verfügbarkeit messbar zu erhöhen.
Automatisierungsebenen lassen sich häufig wie folgt gliedern:
- Feldebene: Sensoren, Scanner, Kameras, Messsysteme und Aktoren erfassen und beeinflussen den Prozess; Signale werden vorverarbeitet und in Echtzeit bereitgestellt.
- Steuerungsebene: SPS/PLC und Antriebsregler führen Echtzeit-Logik, Sicherheitsfunktionen und Bahnregelungen aus und koordinieren Achsen, Antriebe und Peripherie.
- Leitebene: SCADA/HMI visualisieren, protokollieren und ermöglichen Rezeptur- und Auftragswechsel; Bedienführung und Alarmsystematik unterstützen eine schnelle Diagnose.
- Planungs- und Unternehmensebene: MES/ERP koordinieren Aufträge, Materialflüsse, Rückmeldungen und Kennzahlen und verknüpfen Stammdaten mit operativen Prozessen.
- Edge- und Cloud-Ebene: Aggregation, Vorverarbeitung und Analyse von Zeitreihendaten, Bereitstellung von Modellen für vorausschauende Wartung sowie sichere Synchronisation mit Leit- und Unternehmenssystemen.
Typische Automatisierungsgrade
- Manuell/unterstützt: Bedienende greifen ein, Hilfssysteme führen und überwachen, Assistenzsysteme stellen Checklisten und Grenzwerte bereit.
- Teilautomatisiert: Kernschritte laufen automatisch, Rüst- und Nebenzeiten sind teilautomatisiert, manuelle Eingriffe erfolgen regelbasiert.
- Vollautomatisiert: Prozesskette läuft von Materialzuführung bis Warenausgang weitgehend selbsttätig, Eingriffe beschränken sich auf Überwachung und Freigaben.
- Lights-out-fähig: unbeaufsichtigter Betrieb für definierte Produktvarianten und Zeitfenster, inklusive automatischer Störungsbehandlung und Wiederanlaufstrategien.
Die Rolle der Fertigungsautomation in der Wellpappe-Industrie?
Die Wellpappe-Industrie nutzt Fertigungsautomation, um den Prozess der Verpackungsherstellung effizienter zu gestalten. Automatisierte Systeme ermöglichen eine präzise Steuerung der Produktionsabläufe, was zu Kosteneinsparungen, qualitativ hochwertigeren Produkten und einer Erhöhung der Produktion führt. Entlang der Linie - von der Papierzufuhr am Wellpappenaggregat über Leimauftrag, Feuchte- und Temperaturregelung, Bahnspannung und Registerhaltung bis hin zu Druck, Rillung, Stanzung, Zuschnitt, Falten und Kleben - stabilisieren geschlossene Regelkreise die Qualität und reduzieren Ausschuss. Ergänzend tragen geregelte Vorerwärmer, adaptive Leimauftragssteuerungen und integrierte Wärmerückgewinnung zur konstanten Planlage und zu einem energieeffizienten Betrieb bei.
In der Umverarbeitung sorgen automatische Rüst- und Formatwechsel, Rezepturverwaltung, integrierte Klebstoffüberwachung und Inline-Messungen (z. B. Dicke, Feuchte, Druckbild) für wiederkehrende Ergebnisse. Kennzahlen wie OEE (Overall Equipment Effectiveness), Taktzeit, Durchsatz, Ausschussquote und Stillstandsanalysen werden in Leit- und MES-Systemen erfasst, um Engpässe zu identifizieren und kontinuierliche Verbesserungen einzuleiten. Ergänzende Kennzahlen wie First-Pass-Yield und Materialausnutzung je Auftrag schaffen zusätzliche Transparenz für Kosten- und Qualitätsentscheidungen.
Besondere Schwerpunkte liegen auf Feuchte- und Temperaturprofilen der Papiere, der Warp- bzw. Planlagenkontrolle, der Registergenauigkeit bei Flexo- und Digitaldruck sowie der stabilen Klebstoffapplikation. Für unterschiedliche Wellenprofile (z. B. E-, B-, C- oder BC-Welle) werden Parametrierungen über Rezepte verwaltet, sodass Materialwechsel zügig und abgesichert ablaufen. Wo klimatische Schwankungen auftreten, stabilisieren sensorgestützte Korrekturen die Prozessfenster, um Abweichungen bereits vor dem Auftreten von Makulatur zu verhindern.
Kennzahlen und Methoden in der Wellpapp-Produktion
- OEE-Detailbetrachtung: Aufschlüsselung in Verfügbarkeit, Leistung und Qualität mit Pareto-Analysen zur Ursachenpriorisierung.
- Statistische Prozessregelung (SPC): Regelkarten für Breite, Dicke, Feuchte und Druckdichte; Bewertung mittels Cp/Cpk.
- Störungsmanagement: standardisierte Codierung von Stillständen, MTBF-/MTTR-Tracking und Maßnahmenverfolgung.
- Rüst- und Losgrößenoptimierung: Sequenzierung nach Material, Format und Druckbild zur Minimierung von Wechselaufwänden.
- First-Pass-Yield und Nacharbeitsquote: Bewertung der Erstgutrate ohne Korrekturschleifen, Ermittlung verdeckter Qualitätskosten.
Qualitätssicherung und Prozessstabilität
- Inline-Qualitätskontrolle: Kamerasysteme erkennen Registerfehler, Druckabweichungen, Rissbildungen und Kantenfehler.
- Rückverfolgbarkeit: Chargen, Auftrags-IDs und Prozessparameter werden verknüpft, um Ursachenanalysen zu erleichtern.
- Automatische Anpassung: Regelalgorithmen passen Spannungen, Temperaturen und Geschwindigkeiten dynamisch an Materialschwankungen an.
- Kalibrier- und Prüfmittelmanagement: regelmäßige Verifikation von Sensoren, Kameras und Messstrecken zur Sicherung der Messfähigkeit.
- In-Prozess-Prüfung: Stichproben und Grenzmuster ergänzen die Inline-Erfassung für kritische Merkmale wie Rilltiefe oder Kantenpressung.
- Mechanische Festigkeitstests: ECT/BCT und Klebefestigkeitsprüfungen werden systematisch mit Prozessdaten korreliert.
Durch die Kombination aus Echtzeitregelung und systematischer Datenauswertung werden Abweichungen früh erkannt und behoben. So bleibt die Maßhaltigkeit von Zuschnitten, die Klebefuge sowie die Planlage der Bögen über lange Produktionsserien stabil. Dokumentierte Prüfpläne und automatische Grenzwertanpassungen beim Format- oder Materialwechsel sichern die Reproduzierbarkeit zusätzlich ab.
Anwendungen von Fertigungsautomation in der Wellpapp-Produktion?
Roboter- und Computer-Aided-Design (CAD) in der Fertigungsautomation werden für Aufgaben eingesetzt, die Genauigkeit und Geschwindigkeit erfordern. Automatisierte Schneid- und Formsysteme können hohe Produktionsraten erzielen und den Materialverbrauch minimieren. Weitere Anwendungen umfassen das Palettieren von Kartons und die automatisierte Qualitätskontrolle. Darüber hinaus gehören automatische Bahnführung am Wellpappenaggregat, Flexo- und Digitaldruck mit Registerregelung, Rotations- und Flachbettstanzen, Rill- und Ritzprozesse, Falt- und Klebemaschinen mit Klebstoffdosierung sowie Etikettierung und Codierung zum Einsatzspektrum. In digitalen Drucklinien ermöglicht die Integration variabler Daten eine präzise, auftragsbezogene Kennzeichnung ohne Zusatzrüstaufwand.
- Materialfluss und Logistik: Rollenwechsler, Spleißsysteme, Querförderer, Stapelwender und AMR/AGV übernehmen Transport und Pufferung.
- Rüsten und Formatwechsel: motorische Achsverstellungen, Werkzeug-Schnellwechsel und Rezepturabruf verkürzen Rüstzeiten.
- Optimierung der Zuschnitte: automatisches Nesting reduziert Verschnitt und verbessert die Materialausnutzung.
- Vision- und OCR-Systeme: prüfen Druckinformationen, Barcodes und variable Daten inline.
- Palettieren und Ladungssicherung: Roboterpalettierer mit Lagenbildern, Zwischenlagen- und Kantenschutzapplikation erhöhen Prozesssicherheit.
- Werkzeug- und Verschleißmanagement: Laufleistungsüberwachung von Stanzwerkzeugen, Matrizen und Rilllinien mit vorbeugendem Tausch.
- Klebstoffkontrolle: Inline-Überwachung des Auftrags (z. B. Breite, Position, Menge) und Temperaturführung für stabile Fugenfestigkeit.
- Druck- und Farbmanagement: Farbdichte- und Tonwertsteuerung mit referenzierbaren Profilen für konsistente Druckergebnisse.
In der Stanz- und Rilltechnologie kommt häufig eine technische Details zur Perforation in der Weiterverarbeitung zum Einsatz, um definierte Aufreißkanten oder Klappmechanismen zu ermöglichen und die Handhabung zu verbessern. Solche Funktionen werden über Stanzwerkzeuge, Matrizen und präzise Bahnführung reproduzierbar gefertigt. Ergänzend unterstützen Registersysteme und Bahnspannungsregelungen die Maßhaltigkeit bei wechselnden Formaten und Grammaturen. Eine zentrale Werkzeugdatenverwaltung mit Wartungsintervallen und Standzeiten erhöht dabei die Verfügbarkeit.
Daten- und Systemintegration?
Ein zentrales Merkmal moderner Automatisierung ist die durchgängige Datennutzung: Produktionsaufträge aus dem ERP werden im MES geplant, Maschinen erhalten Parameter und Rezepte, Rückmeldungen fließen in Echtzeit zurück. Zustandsdaten (Vibration, Temperatur, Stromaufnahme) dienen der vorausschauenden Wartung, während Dashboards Kennzahlen visualisieren. Schnittstellen (z. B. OPC UA) ermöglichen eine interoperable Kommunikation zwischen Anlagen, Lagertechnik und Qualitätssystemen. Ergänzend kommen in vielen Architekturen MQTT, REST-APIs und Zeitreihendatenbanken zum Einsatz, häufig orchestriert über Edge-Gateways mit abgesicherter Konnektivität.
- Traceability: Zuordnung von Aufträgen, Chargen und Prozesswerten für Audit- und Reklamationsfälle.
- Energie- und Ressourcenmonitoring: spezifische Verbräuche pro Auftrag und Format transparent machen.
- Sicherheits- und Zugriffsmanagement: Benutzerrollen, Rezeptfreigaben und Änderungsprotokolle.
- Stammdatenqualität: konsistente Artikel- und Rezeptstrukturen (Material, Wellenprofil, Druckvarianten) als Grundlage für stabile Automatismen.
- Interoperabilität: standardisierte Schnittstellen und semantische Datenmodelle für Maschinen, Fördertechnik und Prüfstände.
- Datenqualität und Governance: definierte Erfassungsraten, Validierungsregeln und Archivierungskonzepte für belastbare Analysen.
Die vertikale Integration verbindet Shopfloor und Leitstand, während die horizontale Integration Maschinen, Intralogistik und Qualitätssicherung auf Anlagenebene synchronisiert. Beides zusammen schafft die Basis für durchgängige Rückverfolgbarkeit und schnelle Reaktionsfähigkeit. Perspektivisch gewinnen echtzeitfähige Protokolle und Companion-Spezifikationen an Bedeutung, um Rezept-, Auftrags- und Qualitätsdaten domänenübergreifend konsistent bereitzustellen.
Einführung und Betrieb: Vorgehen und Best Practices?
- Zielbild definieren: Produkte, Variantenvielfalt, geforderte Taktzeiten, Qualitätskriterien und Flexibilitätsgrad festlegen.
- Prozessaufnahme: Materialflüsse, Engpässe, Rüst- und Stillstandszeiten detailliert analysieren.
- Lasten-/Pflichtenheft: Funktionen, Schnittstellen, Sicherheits- und Hygienestandards präzise beschreiben.
- Pilotieren: mit umgrenzten Use Cases starten, Nutzen quantifizieren, Skalierung vorbereiten.
- Schulung und Change Management: Qualifizierung für Bedienung, Wartung und Störungsdiagnose.
- Wartungsstrategie: Kombination aus präventiver und zustandsbasierter Instandhaltung mit klarer Ersatzteillogistik.
- Cybersecurity: Netzwerksegmentierung, Patch-Management und Zugriffskonzepte für OT-Umgebungen.
- Abnahme und Validierung: strukturierte FAT-/SAT-Verfahren, definierte Abnahmekriterien und Dokumentation der Messergebnisse.
- Hochlaufmanagement: kontrollierter Ramp-up mit Lessons Learned, Regelwerksanpassungen und Kennzahlenvergleich.
- Kontinuierliche Verbesserung: PDCA-/Kaizen-Zyklen, standardisierte Arbeitsanweisungen und Auditierungen.
- Daten- und Modellpflege: regelmäßige Aktualisierung von Rezepten, Regelparametern und Referenzmustern inklusive Versionierung.
- Lieferanten- und SLA-Management: Service-Level, Reaktionszeiten und Ersatzteilverfügbarkeit verbindlich regeln.
Ein klarer Projektablauf mit Meilensteinen, Verantwortlichkeiten und Kennzahlen stellt sicher, dass Automatisierungsvorhaben planbar eingeführt und nachhaltig betrieben werden. Transparente Zielkorridore und einheitliche Definitionen der Messgrößen vermeiden Fehlinterpretationen in der Anlauf- und Optimierungsphase.
Vor- und Nachteile von Fertigungsautomation?
Automatisierung in der Wellpapp-Produktion kann sowohl Vorteile als auch Nachteile haben. Zu den Vorteilen gehören eine Steigerung der Produktivität, eine verbesserte Qualität, eine Reduktion von Fehlern und die Möglichkeit, komplexe Aufgaben auszuführen. Zu den Nachteilen gehören hohe Anfangsinvestitionen, eine erhöhte Komplexität der Prozesse und das Risiko von Technikversagen. Trotz dieser Herausforderungen ist die Fertigungsautomation ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Wellpapp-Unternehmen im aktuellen Marktumfeld.
- Vorteile im Detail: stabile Taktzeiten, reproduzierbare Abmessungen, geringerer Ausschuss, bessere Ergonomie durch Entlastung schwerer oder repetitiver Tätigkeiten, transparente Kennzahlen.
- Herausforderungen im Detail: initiale Investition und Integration, Schulungsbedarf, Abhängigkeit von Lieferketten und Ersatzteilen, erforderliche Datenqualität, strukturierte Störungsbehandlung.
- Risikominderung: modulare Konzepte, Redundanzen für kritische Funktionen, abgestufte Einführungen, dokumentierte Verfahren und regelmäßige Reviews.
- Kosten- und Komplexitätsaspekte: Gesamtbetriebskosten (TCO), Lebenszykluskosten und Softwarepflege müssen in die Planung einfließen.
- Skalierbarkeit: durch standardisierte Schnittstellen und Rezeptlogiken sind Erweiterungen, Produktwechsel und Anlagenverbünde beherrschbar.
Zukunft von Fertigungsautomation in der Wellpappe-Industrie?
Die Zukunft der Fertigungsautomation in der Wellpappe-Industrie sieht vielversprechend aus. Trends wie die wachsende Nachfrage nach maßgeschneiderten Verpackungslösungen, die Weiterentwicklung der Automatisierungstechnik und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Produktionsprozessen deuten auf eine zunehmende Bedeutung der Automation hin.
Absehbare Entwicklungen umfassen KI-gestützte Bildverarbeitung für Druck- und Kantenprüfung, selbstoptimierende Regelkreise am Wellpappenaggregat, digitale Zwillinge für Inbetriebnahme und Formatwechsel, sowie flexible Fertigungszellen für kleine Losgrößen bis hin zu Losgröße-1-Szenarien. Ergänzend gewinnen Energieeffizienz, Materialausnutzung, kreislauffähige Konstruktionen und transparente CO₂-Bilanzen an Gewicht, was die Datenerfassung und -auswertung weiter in den Fokus rückt. Auch dynamische Feinplanung, adaptive Wartung und Assistenzsysteme für schnelle Störungsdiagnosen werden an Bedeutung gewinnen. Standardisierte Datenmodelle und echtzeitfähige Industrial-Ethernet-Profile erleichtern dabei die nahtlose Zusammenarbeit heterogener Anlagenparks.
Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz?
Automatisierte Regelungen unterstützen die Reduktion von Makulatur, den gezielten Einsatz von Klebstoff und Energie sowie die gleichmäßige Qualität von Bögen und Zuschnitten. Durch Energie- und Ressourcenmonitoring lassen sich Lastspitzen glätten und spezifische Verbräuche je Auftrag senken. Ergänzend wird die CO₂e-Bilanz pro Auftrag transparenter, was Entscheidungen zu Materialmix und Prozessführung fundiert unterstützt.
- Materialeffizienz: Optimiertes Nesting, stabile Rill- und Stanzprozesse, geringere Nacharbeit.
- Energieoptimierung: drehzahlvariable Antriebe, Lastmanagement und Standby-Konzepte.
- Prozesssicherheit: weniger Ausschuss durch konstante Prozessfenster und rückverfolgbare Parametrierung.
- Wärmerückgewinnung und Klimaführung: integrierte Systeme für Vorerwärmer und Trocknungszonen stabilisieren Feuchteprofile und senken den Energiebedarf.
Kosten- und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung?
Die Bewertung von Automationsprojekten stützt sich auf belastbare Kennzahlen und Szenarien. Neben den Investitionskosten sind Einsparungen durch kürzere Rüst- und Stillstandszeiten, geringere Ausschussquoten, höhere Ausbringung und Qualitätsstabilität zu berücksichtigen. Für valide Business-Cases empfiehlt sich eine Verknüpfung von OEE-Daten mit Kostenstellen und Verbrauchsdaten auf Auftragsebene.
- Amortisationszeit: Gegenüberstellung von Investition und jährlichem Netto-Nutzen.
- Gesamtbetriebskosten (TCO): Energie, Instandhaltung, Verschleißteile, Softwarelizenzen und Schulungen.
- Kapazitätswirkung: Engpassentschärfung, Erhöhung des nutzbaren Zeitanteils und verbesserte Planbarkeit.
- Qualitätskosten: reduzierte Reklamationen, Nacharbeit und Prüfaufwände.
- Sensitivitäts- und Szenarioanalyse: Bewertung von Schwankungen bei Nachfrage, Materialpreisen und Energie.
Zusammenfassung:
- Die Fertigungsautomation bezeichnet eine Technologie, die den gesamten Produktionsprozess automatisiert, um Ausschuss und Produktionszeiten zu minimieren und gleichzeitig Qualität und Effizienz zu steigern.
- In Bezug auf Verpackungen aus Wellpappe bedeutet dies, dass von der Rohstoffzuführung über das Formen der Wellen bis hin zur Endverpackung alles maschinell und ohne manuelles Eingreifen erfolgt.
- Dies bringt sowohl für das produzierende Unternehmen als auch für seine Kunden Vorteile: Steigerung der Produktivität, Senkung der Produktionskosten, bessere Einhaltung der Lieferzeiten und gleichbleibend hohe Qualität der Produkte.
- Typische Anwendungen reichen von Bahnführung, Druck, Rillen und Stanzen über Falt- und Klebeprozesse bis zu automatisiertem Palettieren und Kennzeichnen.
- Datenintegration mit Leit- und MES-Systemen ermöglicht Transparenz, Rückverfolgbarkeit und kontinuierliche Optimierung der Kennzahlen.
- Zukünftige Schwerpunkte liegen auf KI-gestützter Qualitätsprüfung, digitalen Zwillingen, vorausschauender Wartung und flexiblen, variantenreichen Produktionskonzepten.
- Nachhaltige Effekte umfassen weniger Makulatur, senkbaren Energieverbrauch und reproduzierbare Prozessfenster für stabile Ergebnisse.
- Eine strukturierte Einführung mit klaren Abnahmekriterien, Schulungen und kontinuierlichen Verbesserungszyklen erhöht die Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
- Interoperable Schnittstellen, gepflegte Stammdaten und robuste Cybersecurity-Konzepte sind zentrale Enabler für Skalierbarkeit und störungsarmen Betrieb.
Veröffentlicht am 29.05.2025
Letzte Überarbeitung am 07.07.2026 um 13:31 Uhr von Julia Kopp