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Haftetiketten

Im Bereich der Verpackungen aus Wellpappe spielen Haftetiketten eine wesentliche Rolle. Sie dienen nicht nur als Informationsträger, sondern auch als Identifikations-, Kennzeichnungs-, Werbe- und Designelement für die Verpackung. Bei Haftetiketten handelt es sich um Etiketten mit einer klebenden Rückseite, die auf unterschiedlichen Materialien, einschließlich Wellpappe, haften. In Logistik, Handel und Industrie sichern sie die Rückverfolgbarkeit, unterstützen Prozesse durch Barcodes oder QR-Codes und ermöglichen eine klare Zuordnung von Inhalten, Chargen, Gefahrhinweisen oder Handlingsymbolen. Speziell auf der oft rauen, faserigen Oberfläche von Wellpappe müssen Haftetiketten eine geeignete Klebstoffrezeptur und ein passendes Obermaterial aufweisen, um dauerhaft zu halten und gut lesbar zu bleiben. Hinzu kommen Anforderungen an Abriebfestigkeit, Temperaturbeständigkeit und Feuchteverträglichkeit, da Wellpappenverpackungen häufig mechanischen Belastungen, Staub und wechselnden klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind. Die spezifische Flötenstruktur (z. B. B-, C- oder E-Welle) sowie Linerqualitäten wie Kraftliner oder Testliner mit Recyclinganteil beeinflussen die Haftung zusätzlich und erfordern eine sorgfältige Materialauswahl.

Definition: Was versteht man unter Haftetiketten?

Unter Haftetiketten versteht man Etiketten, die dank einer selbstklebenden Beschichtung auf der Rückseite auf verschiedene Oberflächen geklebt werden können. Sie bestehen in der Regel aus Papier, Kunststoff (z. B. PE, PP, PET) oder anderen Materialien und werden mit Informationen, Logos oder Designs bedruckt. Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen werden sie oft als Produktetikettierung, Werbefläche oder zur Informationsübermittlung verwendet. Üblich sind unterschiedliche Klebstoffsysteme wie permanent haftend, ablösbar oder wiederablösbar sowie Spezialklebstoffe für Niedrig- oder Höchsttemperaturbereiche. Das Obermaterial kann ungestrichen, gestrichen, thermosensitiv oder veredelbar sein; eine Beschichtung (Topcoat) verbessert die Bedruckbarkeit und Kratzfestigkeit. Als Trägermaterial (Release-Liner) kommen meist silikonisierte Papiere (z. B. Glassine oder Kraftpapier) oder Folien zum Einsatz. Fachlich werden wichtige Kenngrößen wie Anfangsklebkraft (Tack), Abziehfestigkeit (Peel) und Scherfestigkeit (Shear) betrachtet, um das Zusammenspiel von Klebstoff und Wellpappenoberfläche zu bewerten. Darüber hinaus spielen Materialdicken, Flächengewichte und die Oberflächenenergie des Substrats eine entscheidende Rolle für sichere Haftung und stabile Lesbarkeit.

Aufbau eines Haftetiketts

  • Obermaterial (Face Stock): Papier oder Folie, bedruckbar und ggf. veredelbar, bestimmt Optik, Haptik und Widerstandsfähigkeit.
  • Klebstoffschicht: Emulsions-, Hotmelt- oder UV-Klebstoff; angepasst an Oberfläche, Temperaturbereich, Rauigkeit und gewünschte Ablösbarkeit.
  • Trägermaterial (Liner): Silikonisiert zur sauberen Ablösung; beeinflusst Spende- und Verarbeitungsverhalten.
  • Primer/Rückseitenausstattung: Optional zur Optimierung der Verbindung zwischen Klebstoff und Obermaterial oder für Rückseitendruck (Backprint) zur internen Kennzeichnung.
  • Sicherheits- und Funktionsschichten: Bei Bedarf integrierte Barrieren, Hologramme, Sicherheitsstanzungen oder RFID-/NFC-Inlays zur Erweiterung der Funktionalität.

Herstellung und Verwendung von Haftetiketten in der Verpackungsindustrie

Die Herstellung von Haftetiketten erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst wird das Trägermaterial mit einem Silikonrelease versehen und das Obermaterial mit einem Klebstoff beschichtet oder als Verbund verarbeitet. Anschließend werden die Etiketten bedruckt, veredelt und schließlich im Rotations- oder Flachbettverfahren gestanzt. Nach der Stanzung wird das Stanzgitter abgezogen, die Etiketten werden auf Rollen gewickelt und für die Weiterverarbeitung vorbereitet. In der Verpackungsindustrie kommen Haftetiketten breit zum Einsatz: von der Produkt- und Versandkennzeichnung über Lager- und Chargenmarkierung bis hin zu Warn- und Sicherheitshinweisen auf Wellpappenverpackungen. Eine präzise Anpassung von Material, Klebstoff und Druckbild an die Anwendung gewährleistet Lesbarkeit, Haftung und Prozesssicherheit. Für stabile Prozesse sind konstante Bahnspannung, präzise Registerhaltung und geeignete Trocknungs- bzw. Aushärtungsbedingungen von Bedeutung; zudem sichern Inline-Inspektionen und Stichprobenprüfungen die gleichbleibende Qualität über die gesamte Auflage.

Fertigungsprozess im Überblick

  1. Beschichtung: Klebstoffauftragung auf das Obermaterial oder Laminierung mit Release-Liner.
  2. Druck: Flexodruck, Digitaldruck, Offset, Thermotransfer oder Thermodirekt je nach Motiv und Auflage.
  3. Veredelung: Lackierung, Laminierung, partielle Schutzlacke, Nummerierung oder variable Daten.
  4. Stanzen: Konturen mittels Rotations- oder Flachbettwerkzeugen; anschließender Gitterabzug.
  5. Konfektion: Aufrollen auf definierte Kerne, Etikettenbahnbreite und Etikettennutzengröße.
  6. Schlitzen und Zählen: Bahnvereinzeln, Kantenbeschnitt, Etikettenzählung und Etikettenbahnprüfung für reproduzierbare Rollenmaße.
  7. Qualitätssicherung: Prüfung von Haftwerten, Druckbild, Code-Lesbarkeit und Sauberkeit der Stanzung; Dokumentation relevanter Chargendaten.

Druckverfahren und Veredelung

  • Flexodruck für hohe Auflagen und konstante Qualität; gut für gestrichene Papiere und Folien.
  • Digitaldruck für variable Daten, kleine bis mittlere Losgrößen und schnelle Änderungen.
  • Thermotransfer/Thermodirekt für Versand-, Barcode- und Logistiketiketten mit robusten, gut scannbaren Codes.
  • Veredelungen wie Schutzlacke oder Laminat erhöhen Abrieb- und Feuchtigkeitsbeständigkeit.
  • UV-Inkjet und Hybridlösungen ermöglichen hochauflösende Grafiken, während Inline-Inspektionen Kontrast, Tonwert und Strichstärke überwachen.
  • Spezielle Topcoats verbessern Toner-, Tinten- oder Farbbandhaftung und reduzieren Verschmierungen bei Reibung an Wellpappoberflächen.

Aufbringen auf Wellpappe

Anwendungsbereiche und Arten von Haftetiketten

Die Anwendungsbereiche von Haftetiketten erstrecken sich auf eine Vielzahl von Branchen. Sie sind auf nahezu jeder Art von Verpackungsmaterial, einschließlich Wellpappe, zu finden. Je nach Nutzungszweck gibt es verschiedene Arten von Haftetiketten, wie beispielsweise Sicherheitsetiketten, Barcode-Etiketten oder Promotions-Etiketten. Ergänzend kommen Versand-, Lager- und Typenschilder, Gefahrstoff- und Warnhinweise, Temperatur- oder Feuchtigkeitsindikatoren sowie Varianten mit RFID-/NFC-Inlays (sogenannte „Smart Labels“) zum Einsatz, sofern Identifikation und Rückverfolgung automatisiert erfolgen sollen. Im E-Commerce und in der Distributionslogistik dienen sie vor allem der Adressierung, der KEP-konformen Kennzeichnung und der Kennzeichnung von Umverpackungen. In sensiblen Bereichen wie Lebensmittel- oder Pharmaverpackungen können migrationsarme Klebstoffe und geeignete Obermaterialien erforderlich sein, während für Kühlkette und Tiefkühllogistik spezielle Kälte- bzw. Tiefkühlklebstoffe gebraucht werden.

Beispiele aus der Praxis

  • Sicherheitsetiketten: Versiegelung von Faltschachtelverschlüssen; VOID- oder zerstörbare Materialien zeigen Manipulationen an.
  • Barcode-/2D-Codes: Eindeutige Identifikation durch EAN-/ITF-/GS1-128- oder QR-Codes für Lager, Kommissionierung und Rückverfolgung.
  • Promotions- und Mehrlagenetiketten: Coupons, Peel-off- oder Booklet-Varianten für zusätzliche Informationen auf begrenzter Fläche.
  • Versand- und Handlingshinweise: Piktogramme, Warntexte, Orientierungspfeile, fragile Symbole und Temperaturhinweise auf Wellpappenverpackungen.
  • Paletten- und Großgebindeetiketten: Große Formate (z. B. A5) für Fernlesbarkeit und automatische Erfassung an Förderstrecken.
  • Klimasensorik und Indikatoren: Thermo- oder Feuchteindikatoren zur Dokumentation von Transportbedingungen auf Umverpackungen.

Vor- und Nachteile von Haftetiketten

Die Verwendung von Haftetiketten bietet eine Reihe von Vorteilen. Sie sind vielseitig einsetzbar, leicht anzubringen und bieten je nach Klebstoffsystem eine hohe Haftkraft. Zudem können sie individuell bedruckt werden, was sie zu einem geeigneten Instrument für Kennzeichnungs-, Informations- und Markierungszwecke macht. Auf der anderen Seite können die Kosten für hochqualitative Materialien und Spezialklebstoffe höher ausfallen. Die Entsorgung kann herausfordernd sein, da Trägerpapiere und Klebstoffe je nach System den Recyclingprozess beeinflussen; zudem erfordern raue, staubige oder kalte Umgebungen eine sorgfältige Materialauswahl und Prüfung. Zusätzlich sind Grenzfälle zu berücksichtigen, etwa lackierte oder beschichtete Oberflächen, antimigrative Barrieren oder silikonhaltige Substrate, die die Haftung reduzieren können.

Vorteile im Detail

  • Flexibilität: Geeignet für viele Oberflächen und Formate; variable Daten ermöglichen dynamische Inhalte.
  • Prozesssicherheit: Schnelles Applizieren, automatische Erfassung per Scanner, klare Zuordnung im Materialfluss.
  • Qualität und Lesbarkeit: Hohe Druckqualität, abriebfeste Ausführungen und beständige Codes für Logistik und Handel.
  • Skalierbarkeit: Von Kleinauflagen mit variablen Inhalten bis zu Großserien mit standardisierten Etikettenlinien problemlos integrierbar.

Mögliche Nachteile und Grenzen

  • Haftung auf rauen Substraten: Wellpappe mit Staub oder hoher Rauigkeit erfordert spezifische, hoch tackende Klebstoffe.
  • Umweltbedingungen: Kälte, Feuchte, Kondensat oder Weichmacherwanderung können die Haftung mindern.
  • Kosten und Abfall: Spezialmaterialien und Stanzreste/Trägerabfälle erhöhen Materialeinsatz und Entsorgungsaufwand.
  • Kompatibilität: Bestimmte Lacke, Beschichtungen oder Antirutsch-Additive auf Wellpappenoberflächen können die Adhäsion einschränken.

Umweltaspekte und Recycling

  • Einsatz von Papieren aus verantwortungsvollen Quellen, lösungsmittelfreien Klebstoffen und recyclingfreundlichen Systemen.
  • Optionen wie ablösbare Klebstoffe oder Linerless-Etiketten reduzieren Materialverbrauch und Abfall.
  • Sortenreine Entsorgung und Trennung von Trägerpapieren unterstützen den Wiederaufbereitungsprozess.
  • Waschlösliche oder abwaschbare Klebstoffe können in bestimmten Kreisläufen die Faserrückgewinnung erleichtern; Sammelsysteme für Release-Liner reduzieren Reststoffe.

Qualitätskriterien und Prüfmethoden

Für die zuverlässige Funktion von Haftetiketten auf Wellpappe sind reproduzierbare Prüfungen wesentlich. Gängige Methoden umfassen Haftwertmessungen (Peel bei definiertem Winkel und Tempo), Scherfestigkeitstests unter Last sowie Tack-Bestimmung zur Bewertung der Anfangsklebkraft. Die Lesbarkeit von Strich- und 2D-Codes wird anhand normierter Kriterien (z. B. Kontrast, Modulation, Fehlerquoten) bewertet. Zusätzlich sind Klimatests (z. B. Feuchte- und Temperaturwechsel), Abrieb- und Kratzprüfungen sowie Transport- und Falltests sinnvoll, um realistische Beanspruchungen an Umverpackungen zu simulieren. Dokumentierte Prüfpläne und Grenzwerte unterstützen eine konsistente Qualität über Chargen hinweg.

Technische Auswahlkriterien

  • Substrat und Rauigkeit: Kraftliner/Testliner, Recyclinganteil und Flötenbild beeinflussen das Eindringen des Klebstoffs und die effektive Adhäsion.
  • Temperaturfenster: Applikations- und Einsatztemperatur (z. B. Kälteetikettierung oder warme Abfüllung) bestimmen die Wahl des Klebstoffsystems.
  • Feuchte und Staub: Vorbehandlung (Abblasen, Bürsten) steigert die Prozesssicherheit und reduziert Frühablöser.
  • Format und Kanten: Ausreichende Kantenradien, Etikettengröße passend zur Flötenrichtung und zur Rillengeometrie minimieren Lift-offs.
  • Druckbild und Schutz: Topcoats, Laminat oder Lacke sichern Farbbeständigkeit und Codequalität über den gesamten Versandweg.

Praxis-Tipps für Wellpappe

  • Applikation bei moderaten Temperaturen mit ausreichendem Andruck; falls möglich, Etikett kurz anwalzen, um die Kontaktfläche zu erhöhen.
  • Etiketten nicht über ausgeprägte Stanz- oder Rillkanten ziehen; statt dessen leicht versetzt platzieren, um Spannungsspitzen zu vermeiden.
  • Für sehr raue Oberflächen füllende, gummibasierte oder modifizierte Klebstoffe in Erwägung ziehen; bei Kälte Einsatz spezieller Tiefkühlvarianten prüfen.
  • Barcodequalität regelmäßig verifizieren; hohe Kontraste und ruhige Hintergrundflächen auf Wellpappe fördern stabile Scans.

Zusammenfassung:

  • Haftetiketten sind selbstklebende Etiketten, die perfekt auf Verpackungen aus Wellpappe halten und somit den Informationsfluss, z. B. durch das Anbringen von Produktinformationen oder Warnhinweisen, vereinfachen. Ergänzend ermöglichen sie Barcodes, QR-Codes oder variable Daten für eine effiziente Identifikation und Rückverfolgung.
  • Mit ihrem Einsatz haben Unternehmen die Möglichkeit, die Außendarstellung der Produktverpackung individuell zu gestalten, was für die Produktidentifikation und Markenbildung förderlich ist. Zudem lassen sich rechtlich erforderliche Angaben strukturiert und gut lesbar platzieren.
  • Die breite Palette an Materialien und Druckverfahren macht Haftetiketten zu einer flexiblen Lösung, die optimal an die Bedürfnisse der jeweiligen Anwendung angepasst werden kann, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz auf Wellpappenverpackungen. Die richtige Material- und Klebstoffauswahl ist dabei entscheidend für Haftung, Beständigkeit und Lesbarkeit.
  • Sorgfältige Prüfung von Untergrund, Temperatur und Feuchte sowie geeignete Formate und Kantenradien verbessern die Verarbeitbarkeit und minimieren Ablöseeffekte an Kanten.
  • Nachhaltigkeitsaspekte wie recyclingfreundliche Klebstoffe, materialeffiziente Konstruktionen und reduzierte Abfallmengen unterstützen eine ressourcenschonende Kennzeichnungspraxis.
  • Standardisierte Prüfungen und dokumentierte Qualitätskriterien sichern konstante Haftwerte und eine dauerhaft hohe Code-Lesbarkeit auf Wellpappe im gesamten Logistikprozess.

Veröffentlicht am 15.08.2024
Letzte Überarbeitung am 17.09.2025 um 09:45 Uhr von Manuel Hofacker

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