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Kunststofffrei

In der Welt der Wellpappen-Verpackungen spielt der Trend der Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Konzepts ist die Verwendung von kunststofffreien Materialien. Immer mehr Akteure entlang der Lieferkette prüfen, wie sich Packmittel, Versandlösungen und Schutzkomponenten ohne synthetische Kunststoffe realisieren lassen, um Ressourcen zu schonen, Recyclingkreisläufe zu stärken und regulatorische Anforderungen zu berücksichtigen.

Darüber hinaus rückt die ganzheitliche Betrachtung von Lebenszyklen in den Fokus: Vom Rohstoff über die Verarbeitung bis zum End-of-Life werden Materialeffizienz, CO₂-Bilanz, Recyclingquote und Sortierfähigkeit bewertet. Für Wellpappe bedeutet dies, die Faserkreisläufe stabil zu halten, Materialverluste zu minimieren und Verpackungen so zu gestalten, dass sie ohne Demontage in den Papierfaserstrom überführt werden können.

Definition: Was versteht man unter Kunststofffrei?

Unter dem Begriff „Kunststofffrei“ versteht man in der Regel Produkte, die ohne die Verwendung von Kunststoff hergestellt werden. In Bezug auf Verpackungen bedeutet dies, dass sie vollständig aus Materialien wie Papier, Karton oder Wellpappe bestehen, die aus erneuerbaren Quellen stammen und in der Regel biologisch abbaubar sind.

Im engeren Sinne umfasst „kunststofffrei“ nicht nur das Trägermaterial, sondern auch Hilfs- und Zusatzstoffe: Klebestreifen, Beschichtungen, Innenpolster, Etiketten, Fenster, Fäden oder Verschlüsse sollten ebenso ohne synthetische Polymere auskommen. Dadurch bleibt die Sortenreinheit erhalten und die Recyclingfähigkeit im Papierfaserstrom wird unterstützt.

Grenzfälle entstehen dort, wo funktionale Eigenschaften wie Feuchte-, Fett- oder Gassperren gefordert sind. Hier kommen zunehmend faserbasierte Barrierepapiere, mineralische oder biogene Ausrüstungen sowie wasserlösliche Stärkeklebstoffe zum Einsatz, die so gewählt werden, dass sie den Papierrecyclingprozess nicht behindern. Aussagekräftige Prüfungen und Konformitätserklärungen helfen bei der Einordnung.

  • Materialbasis: Papier, Karton, Wellpappe und andere faserbasierte Lösungen ohne Kunststoffanteile.
  • Komponenten: Gummierte Papierklebebänder, papierbasierte Aufreißhilfen, Stärkekleber und wasserbasierte Dispersionssysteme ohne Kunststoffanteile.
  • Druck/Veredelung: Farben und Lacke mit geeigneten Rezepturen, die die Wiederaufbereitung der Fasern nicht behindern.
  • Entsorgung: Sortier- und recyclinggerechte Auslegung für den PPK-Stoffstrom.
  • Barrieren: Funktionspapiere mit recyclingverträglichen Barriereeigenschaften, abgestimmt auf Feuchte-, Fett- oder Abriebanforderungen.
  • Kennzeichnung: Papierbasierte Etiketten und variable Datenkennzeichnung, die die Sortierung nicht stören.

Abgrenzung wichtiger Begriffe

  • Plastikarm: Reduzierter Kunststoffanteil, jedoch nicht vollständig frei von Kunststoffen.
  • Biobasiert: Ursprung der Rohstoffe ist biogen; das Material kann dennoch Kunststoff sein.
  • Kompostierbar: Unter definierten Bedingungen abbaubar; nicht automatisch geeignet für den Papierkreislauf.
  • Recyclingfähig: Technisch und praktisch verwertbar; bei kunststofffreien Lösungen meist im Papierkreislauf gegeben.
  • Fossilfrei: Ohne fossile Rohstoffe hergestellt; schließt biobasierte Kunststoffe nicht grundsätzlich aus und ist daher nicht gleichbedeutend mit „kunststofffrei“.
  • Mikroplastikfrei: Frei von festen, unlöslichen Polymerpartikeln; sagt nichts über andere Kunststoffbestandteile oder Beschichtungen aus.

Der vorhandene Markt für kunststofffreie Wellpappen-Verpackungen

Mit dem Aufstieg des Umweltbewusstseins ist auch die Nachfrage nach alternativen, umweltfreundlichen Verpackungslösungen gestiegen. Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihre ökologischen Fußabdrücke zu verringern, und viele sind bereit, dafür in kunststofffreie Verpackungsoptionen zu investieren.

Die Marktnachfrage zeigt sich insbesondere im E‑Commerce, im Ersatz von Kunststoffpolstern durch papierbasierte Systeme, bei papierbasierten Klebelösungen sowie in standardisierten Kartonagen für Versand und Lagerung. In sensiblen Bereichen (z. B. feuchte- oder fettbelastete Anwendungen) stehen zunehmend papierbasierte Barrieren und anwendungsbezogene Konstruktionen zur Verfügung.

Treiber und Rahmenbedingungen

  • Regulatorische Impulse: Richtlinien zur Abfallvermeidung und erweiterte Herstellerverantwortung fördern recyclingfähige, kunststofffreie Lösungen.
  • Kundenerwartungen: Transparente, ressourcenschonende Packmittel stärken Vertrauen und Akzeptanz.
  • Technologische Entwicklung: Fortschritte bei Faserqualitäten, Klebern, Druck und Barrieren erweitern Einsatzbereiche.
  • Transparenzanforderungen: Berichts- und Nachweispflichten (z. B. zu Recyclingquoten und Materialzusammensetzungen) erhöhen die Relevanz klar definierter, kunststofffreier Verpackungen.
  • Kosten- und Rohstoffsituation: Volatile Kunststoffmärkte und Beschaffungsrisiken motivieren Substitutionen durch stabile faserbasierte Wertschöpfungsketten.

Typische Anwendungsfelder

Zu den verbreiteten Einsatzgebieten zählen Versandverpackungen für Konsumgüter, Bücher, Medien und Elektronikzubehör, aber auch Sekundär- und Tertiärverpackungen in Handel und Industrie. Für trockene Lebensmittel, Non-Food-Produkte und pharmazeutische Sekundärverpackungen kommen vermehrt faserbasierte, kunststofffreie Lösungen zum Einsatz, sofern die geforderte Schutzwirkung gewährleistet ist.

Auswirkungen der Wahl einer kunststofffreien Verpackung auf Unternehmen

Die Entscheidung für kunststofffreie Verpackungen kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf ein Unternehmen haben. Auf der positiven Seite kann der Wechsel zu nachhaltigeren Verpackungslösungen zu einem verbesserten Markenimage, Kundenzufriedenheit und gegebenenfalls zur Erfüllung gesetzlicher Anforderungen führen.

Operativ können Prozessanpassungen erforderlich sein: Klebeprozesse (Umstieg auf gummierte Papiertapes), geänderte Füll- und Polsterkonzepte, Anpassungen an Verpackungsmaschinen sowie Prüfungen der Schutzwirkung beim Transport. Auch die Materiallogistik (z. B. andere Rollen- und Bogenformate) und die Dokumentation der Materialzusammensetzung gewinnen an Bedeutung.

Implementierung und Qualifizierung

Für einen reibungslosen Übergang empfiehlt sich ein stufenweises Vorgehen: Analyse der Belastungsfälle entlang der Lieferkette, Bemusterung und Laborprüfungen (z. B. Fall-, Stapel- und Schwingprüfungen), klimatische Konditionierung sowie Pilotläufe im Versand. Normbezüge und interne Spezifikationen unterstützen die Reproduzierbarkeit.

Wesentliche Bewertungsfelder

  • Produktschutz: Sicherstellung von Stoß-, Druck- und Feuchtigkeitsschutz ohne Kunststoffkomponenten.
  • Kostenstruktur: Mögliche Mehrkosten für Materialien oder Prozesse, kompensierbar durch Einsparungen an anderer Stelle (z. B. vereinfachte Entsorgung).
  • Prozesssicherheit: Kompatibilität mit bestehenden Maschinen und Stabilität der Lieferkette.
  • Kommunikation: Korrekte Kennzeichnung und klare Hinweise zur Entsorgung für Endnutzer.
  • Rechtliche Konformität: Einhaltung von Vorgaben zur Stoffbeschränkung, Kontaktmaterialien (falls relevant) und Kennzeichnungspflichten.
  • Ressourceneinsatz: Optimierung von Flächengewichten, Wellenkombinationen und Packdichten zur Reduktion des Materialverbrauchs.

Vor- und Nachteile von Kunststofffrei

Der wesentliche Vorteil der Wahl von kunststofffreien Verpackungen liegt in ihrer Umweltverträglichkeit. Da sie aus erneuerbaren Ressourcen bestehen und vollständig biologisch abbaubar sind, tragen sie zur Reduzierung von Plastikmüll bei. Eine mögliche Herausforderung für Unternehmen ist jedoch die umfassende Verfügbarkeit und die oft höheren Kosten für kunststofffreie Verpackungslösungen.

  • Vorteile: Hohe Recyclingfähigkeit im Papierkreislauf, sortenreine Entsorgung, positive ökologische Wirkung, breite Akzeptanz entlang der Wertschöpfungskette.
  • Herausforderungen: Ersatz spezieller Funktionen (z. B. Feuchtigkeitsbarrieren), Umstellung bei Klebe- und Verschlussprozessen, potenziell längere Qualifizierungsphasen.
  • Abwägungen: Mögliche Anpassungen bei Lager- und Transportbedingungen (z. B. Feuchteschutz durch Konstruktion), um die Leistung ohne Kunststoff zu sichern.
  • Potenziale: Gewichtsreduzierung durch optimierte Konstruktionen und effizientere Polstergeometrien bei gleichbleibendem Schutz.

Materialien und konstruktive Lösungen ohne Kunststoff

Kartonagen und Wellpappenqualitäten bieten vielfältige Konstruktionsmöglichkeiten: Faltkisten, Stülpdeckel, Automatikböden, fixierende Einlagen und mehr. Polsterung und Hohlraumfüllung lassen sich papierbasiert realisieren, etwa durch Wabenstrukturen, Papierpolster oder gestanzte Einlagen. Für Verschlüsse kommen gummierte Papierklebebänder sowie integrierte Papieraufreißstreifen in Betracht.

Wo früher Folienfenster, PE-Beschichtungen oder synthetische Aufreißfäden genutzt wurden, stehen heute papierbasierte Alternativen und wasserlösliche Stärkekleber zur Verfügung. Für erhöhte Anforderungen an Feuchte oder Fett können funktionale Papierbarrieren eingesetzt werden, sofern sie recyclingverträglich sind.

Bei der Auslegung sind die Wellenarten und Kombinationen (z. B. E-, B-, C- oder Doppelwelle) ebenso relevant wie die Papierqualitäten und Flächengewichte. Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand und Durchstoßfestigkeit lassen sich über Materialwahl und Geometrie gezielt einstellen, sodass die Schutzwirkung auch ohne Kunststoffkomponenten gewährleistet ist.

Weiterführende Informationen zu Verpackungen aus Graspapier und deren Einsatzbereichen bieten zusätzliche Einblicke in faserbasierte Materialien, die sich für kunststofffreie Ansätze eignen.

Qualitäts- und Prüfhinweise

Zur Verifizierung der Eignung kunststofffreier Lösungen haben sich standardisierte Prüfungen etabliert, darunter Fall-, Stapel- und Schwingtests, Klimaprüfungen bei variierender Temperatur und Feuchte sowie Materialanalysen zur Bestätigung der Sortenreinheit. Dokumentierte Ergebnisse unterstützen die Freigabe und sorgen für reproduzierbare Qualität im Betrieb.

Praxisbeispiele und Anwendungsfelder

  • Versand von Konsumgütern: Standardisierte Kartonagen mit papierbasiertem Polster, gummiertem Papiertape und papierbasierter Aufreißhilfe.
  • Dokumente und Medien: Robuste Wellpapp-Umschläge und stabile Versandkartonagen ohne Kunststoffanteile.
  • Ersatz von Kunststoffchips: Papierpolster und zugeschnittene Einlagen aus Karton minimieren Hohlräume und schützen Kanten.
  • Rückführbare Sortierfähigkeit: Sortenreine Entsorgung im PPK-Strom ohne Demontage von Kunststoffkomponenten.
  • Click-&-Collect und Retouren: Wiederverwendbare, papierbasierte Verschlusslösungen und integrierte Aufreißstreifen erleichtern Handhabung und Rückführung.
  • Industriegüter: Formstabile Einlagen und Fixierlösungen aus Wellpappe für Bauteile und Komponenten, inklusive Kantenschutz und Lagenstabilisierung.

Fazit: Die Relevanz von Kunststofffrei in der Zukunft

Die Tendenz zur Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein in der Gesellschaft ist unaufhaltsam. Daher ist davon auszugehen, dass kunststofffreie Verpackungen in Zukunft eine noch größere Rolle spielen werden. Unternehmen, die diesen Trend frühzeitig erkennen und umsetzen, können sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und gleichzeitig zur Bewahrung unseres Planeten beitragen.

Mit zunehmender Verfügbarkeit geeigneter Materialien, verbesserter Konstruktionen und klareren Standards wird die Umsetzung erleichtert. Entscheidend bleibt die sorgfältige Auslegung im Hinblick auf Produktschutz, Prozessfähigkeit und die konsequente Ausrichtung auf den Papierkreislauf.

Die kontinuierliche Validierung im operativen Alltag, das Monitoring relevanter Kennzahlen (z. B. Schadens- und Reklamationsraten) sowie die fortlaufende Optimierung von Konstruktionen und Materialeinsatz sichern die Leistungsfähigkeit kunststofffreier Verpackungen über den gesamten Lebenszyklus.

Zusammenfassung:

  • Wellpappe als ökologische und recyclebare Verpackungsalternative steht im Einklang mit dem Konzept des kunststofffreien Packaging.
  • Kunststofffrei bedeutet, dass in der Produktion und der Konstruktion von Waren auf den Einsatz von synthetischem Material verzichtet wird.
  • Unternehmen, die auf kunststofffreie Lösungen setzen, tragen zur Reduzierung von Umweltverschmutzung bei und stärken ihr grünes Image.
  • Kritische Erfolgsfaktoren sind die Auswahl geeigneter faserbasierter Materialien, passende Verschlusssysteme und eine recyclinggerechte Gestaltung.
  • Praxisnah geplant, lässt sich der Schutzbedarf mit papierbasierten Polstern, Einsätzen und verschlussfesten Kartonagen ohne Kunststoff abdecken.
  • Die Umsetzung profitiert von belastbaren Prüfungen, klarer Dokumentation und einer konsequenten Ausrichtung auf den Papierfaserkreislauf.
  • Markt- und Regulierungsimpulse begünstigen den Einsatz kunststofffreier Wellpappen-Verpackungen in vielfältigen Branchen und Anwendungen.

Veröffentlicht am 05.08.2024
Letzte Überarbeitung am 16.01.2026 um 11:34 Uhr von Manuel Hofacker

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