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Lagerbestandsmanagement

In der schnelllebigen Welt der Produktion, speziell in der Wellpappenbranche, nimmt das Lagerbestandsmanagementsystem eine zentrale Rolle ein. Bei Wellstar-Packaging GmbH ist das präzise Zusammenspiel aller Bestandteile des Systems entscheidend, um Materialverfügbarkeit, Produktionsstabilität und Durchsatz zuverlässig sicherzustellen. Dazu zählen die übergreifende Disposition von Rohpapieren, Hilfsstoffen und Halbfertigwaren, eine belastbare Datengrundlage sowie klar definierte Prozesse vom Wareneingang bis zum Warenausgang. Ergänzend sind Schnittstellen zu ERP, WMS und MES, konsequente Stammdatenpflege (Artikel, Dispositionsparameter, Lieferprofile) sowie eine hohe Buchungsdisziplin im Tagesgeschäft maßgeblich, damit Bestände in Echtzeit transparent und steuerbar bleiben.

Definition: Was versteht man unter Lagerbestandsmanagement?

Unter Lagerbestandsmanagement wird die kontinuierliche Überwachung, Steuerung und Optimierung aller Bestände im Lager verstanden. Ziel ist es, den Bestand in einem definierten, bedarfsorientierten Korridor zu halten, um Materialbedarf zu decken, Kapitalbindung und Lagerkosten zu senken und einen stabilen Produktionsfluss zu ermöglichen. In der Wellpappenherstellung umfasst dies insbesondere Rohmaterialien (Papierrollen verschiedener Grammaturen und Qualitäten), Hilfsstoffe (Klebstoffe, Farben, Etiketten) sowie Halbfertig- und Fertigwaren.

Wesentliche Aufgabengebiete sind die Bestandsführung, die Disposition (Bedarfsermittlung und Nachschubplanung), die Parametrisierung von Mindest- und Sicherheitsbeständen, die Inventur (permanent, Stichtag, Cycle Counting) und die laufende Analyse von Verbräuchen und Reichweiten. Typische Kennzahlen sind Servicegrad, Umschlagshäufigkeit, Reichweite in Tagen, Kapitalbindung sowie Fehlmengen- und Abschreibungsquoten.

Abgrenzung und Geltungsbereich

Lagerbestandsmanagement grenzt sich von der reinen Lagerverwaltung dadurch ab, dass nicht nur physische Bewegungen (Einlagerung, Umlagerung, Auslagerung) im Fokus stehen, sondern auch Prognosen, Beschaffungsentscheidungen und Bestandsstrategien. Es bindet Produktionsplanung, Qualitätssicherung und Einkauf ein, um Bestände entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Papierrolle bis zur versandfertigen Wellpappe-Verpackung konsistent auszurichten.

Stammdaten und Datenqualität

Eine verlässliche Datenbasis umfasst eindeutige Artikelnummern, Abmessungen, Bahnbreiten, Grammaturen, zulässige Substitutionen, Mindestabnahmen, Lieferzeiten, Losgrößen und Packvorschriften. Fehlerfreie Stammdaten, gepflegte Chargen- und Seriennummern sowie definierte Einheiten (Rolle, Quadratmeter, Bogen, Palette) sind Voraussetzung für korrekte Reichweiten, valide Disposition und belastbare Inventurergebnisse.

Funktionen und Ziele des Lagerbestandsmanagements

Das Lagerbestandsmanagement sichert nicht nur die Verfügbarkeit von Materialien, es schafft Transparenz über Bestände, Durchlaufzeiten und Wiederbeschaffungszeiten und unterstützt die Produktionsplanung mit belastbaren Prognosen. So lassen sich Engpässe vermeiden, Rüstfolgen sinnvoll planen und die Maschinenauslastung stabilisieren. Die primären Ziele des Lagerbestandsmanagements sind:

  • Maximierung des Kundenservice durch hohe Lieferbereitschaft und planbare Durchlaufzeiten.
  • Minimierung der Lagerhaltungs- und Bestellkosten bei kontrollierter Kapitalbindung.
  • Optimierung der Fertigungsabläufe durch abgestimmte Materialflüsse, geringe Stillstände und reduzierte Umrüstungen.
  • Erhöhung der Prognosegüte durch die Verknüpfung historischer Verbräuche, Saisonverläufe und Auftragsvorlauf.
  • Standardisierte Inventur- und Buchungsprozesse zur Sicherung der Datenqualität.
  • Risikoreduktion durch Pufferstrategien, Alternativlieferanten und definierte Substitutionsregeln bei Papierqualitäten.
  • Nachhaltige Bestandsführung mit Fokus auf Verschnittreduktion, geringer Ausschussquote und optimierter Palettenauslastung.

Operativ werden dazu Meldebestände, Mindest- und Sicherheitsbestände definiert, Wiederbeschaffungszeiten gepflegt und Wareneingänge, Umbuchungen und Ausgänge eindeutig verbucht. In Kombination mit einer rollierenden Produktionsplanung entsteht ein konsistentes System aus Bedarf, Bestand und Beschaffung. Ergänzend tragen mobile Datenerfassung (Scanner, RFID), eindeutige Lagerplatzkennzeichnungen, SSCC-Etikettierung und Echtzeit-Buchungen zu Bestandsgenauigkeit und schneller Verfügbarkeit bei.

Methoden des Lagerbestandsmanagements

In der Lagerverwaltung stehen unterschiedliche Methoden zur Verfügung, deren Eignung von Materialwert, Verbrauchsverhalten und Lieferzeit abhängt. Bewährte Ansätze sind:

  • Bestellpunktverfahren: Nachschub wird ausgelöst, sobald der Bestand den Meldebestand erreicht. Der Meldebestand berücksichtigt den durchschnittlichen Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit zuzüglich Sicherheitsbestand.
  • Bestellrhythmusverfahren: Prüfung und Nachbestellung erfolgen in festen Intervallen (z. B. wöchentlich), sinnvoll bei stabilen Verbräuchen und geringen Schwankungen.
  • ABC-/XYZ-Analyse: Klassifikation nach Wertanteil (A/B/C) und Verbrauchsregularität (X/Y/Z), um Dispositionsregeln differenziert zu steuern (z. B. enge Überwachung bei AX-Artikeln, einfachere Verfahren bei CZ-Artikeln).
  • Min-/Max-Steuerung: Für definierte Unter- und Obergrenzen wird automatisch Nachschub geplant, um Bestände in einem Zielband zu halten.
  • Andler-/EOQ-orientierte Losgrößen: Balanciert Bestell- und Lagerkosten für wirtschaftliche Bestellmengen, insbesondere bei planbaren Bedarfen.
  • Kanban/Verbrauchssteuerung: Bei kurzen Wiederbeschaffungszeiten und gut segmentierbaren Artikeln ermöglicht ein visuelles Signal- oder Kartensystem eine schlanke, verbrauchsgesteuerte Nachversorgung.
  • MRP-gestützte Disposition: Materialbedarfsplanung auf Basis von Stücklisten, geplanten Aufträgen und Beständen zur synchronisierten Versorgung der Fertigung.
  • DDMRP/dynamische Puffer: Bedarfsorientierte Pufferzonen, die sich nach Verbrauch und Volatilität skalieren, um Reaktionsfähigkeit und Bestandssicherheit auszubalancieren.
  • VMI/Konsignationslager: Lieferanten gesteuerte Bestände am Standort mit definierten Servicegraden und Abrechnungsmodalitäten, geeignet für standardisierte Hilfsstoffe.
  • Prognosegestützt: Exponentielle Glättung, saisonale Modelle oder Croston-Verfahren bei intermittierendem Bedarf, um Bedarfe realistischer abzubilden.

Beispiel zum Bestellpunktverfahren

  1. Verbrauch pro Tag festlegen (z. B. Durchschnitt der letzten Wochen).
  2. Wiederbeschaffungszeit bestimmen (inklusive Liefer- und Wareneingangsprüfung).
  3. Sicherheitsbestand definieren (Servicegrad, Schwankungen, Lieferunsicherheiten).
  4. Meldebestand berechnen: Verbrauch pro Tag × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand.

Beispiel: Bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 1.200 m², einer Wiederbeschaffungszeit von 7 Tagen und einem Sicherheitsbestand von 3.000 m² ergibt sich ein Meldebestand von 1.200 × 7 + 3.000 = 11.400 m². Unterschreitet der verfügbare Bestand diesen Wert, wird automatisch eine Bestellung ausgelöst. Für Artikel mit hoher Volatilität sollten Sicherheitsbestände regelmäßig anhand der Nachfragevarianz und Zielservicegrade überprüft und angepasst werden.

Kennzahlen und Berechnungen

  • Reichweite: Heutiger verfügbarer Bestand geteilt durch durchschnittlichen Tagesverbrauch.
  • Servicegrad: Anteil bedarfsgerechter Lieferungen ohne Fehlmenge innerhalb eines Zeitraums.
  • Umschlag: Jahresverbrauch oder -abgang dividiert durch durchschnittlichen Bestand.
  • Sicherheitsbestand: Pufferbestand zur Absicherung von Prognose- und Lieferzeitabweichungen, abhängig von gewünschtem Servicegrad und Volatilität.
  • Meldebestand: Auslösekriterium für Bestellungen auf Basis von Verbrauch, Wiederbeschaffungszeit und Sicherheitsbestand.
  • Bestell- vs. Lagerkosten: Optimierung der Bestellhäufigkeit und Losgröße zur Minimierung der Gesamtkosten.
  • Bestandsgenauigkeit: Abgleich zwischen System- und physischem Bestand; hohe Genauigkeit ist Voraussetzung für verlässliche Disposition.
  • Dead-Stock-/Slow-Mover-Quote: Anteil nicht oder selten bewegter Artikel; relevant für Auslistung, Substitution oder Sonderabrufe.
  • Inventurdifferenzquote: Abweichungen in Wert oder Menge nach Inventuren; Indikator für Prozess- und Datenqualität.
  • Verschnitt- und Ausschussquote: Spezifisch für Wellpappe, misst Materialeffizienz über Formatauswahl, Rüstfolgen und Planung.
  • Durchlaufzeit im Lager: Zeit von Wareneingang bis Bereitstellung; beeinflusst die Planbarkeit der Fertigung.

Praxis in der Wellpappenherstellung

In der Wellpappenindustrie beeinflussen Materialeigenschaften und Prozessparameter das Lagerbestandsmanagement besonders stark. Relevante Faktoren sind Grammatur und Qualität der Papierrollen, Bahnbreiten und Wellenarten, Feuchte- und Temperaturführung im Lager, Verfügbarkeiten von Klebstoffen und Farben sowie Werkzeuge für Stanz- und Rillprozesse. Außerdem sind Auftragsmix, Rüstzeiten und Formatvielfalt zu berücksichtigen, um Verschnitt zu minimieren und Materialflüsse zu glätten.

Eine saubere Trennung nach Chargen und Qualitäten, die Pflege verlässlicher Wiederbeschaffungszeiten und eine abgestimmte Pufferpolitik zwischen Wellanlage, Druck, Stanzerei und Konfektion sorgen für stabile Linienversorgung. Bei kurzfristigen Bedarfen kann es sinnvoll sein, geeignete Verpackungen kurzfristig ab Lager beziehen zu können, um Produktionslücken zu vermeiden und Lieferzusagen einzuhalten.

Typische Praxismaßnahmen sind standardisierte Wareneingangsprüfungen, First-in/First-out-Prinzip bei sensiblen Materialien, rollierende ABC/XYZ-Neubewertungen, zyklische Inventuren sowie die fortlaufende Plausibilisierung von Stammdaten (Abmessungen, Gewichte, Mindestabnahmen, Lieferprofile). Ergänzend sind klare Lagerzonen (z. B. Papierrollen nach Bahnbreite und Grammatur), definierte Stapelhöhen für Fertigwaren, Umgangsregeln bei Feuchte- und Temperaturschwankungen sowie die Erfassung von Ladehilfsmitteln (Hülsen, Paletten, Zwischenlagen) sinnvoll. Mobile Scanner und Standardetiketten verbessern die Buchungsqualität, während Sperrbestände für Qualitätsprüfungen die Prozesssicherheit erhöhen.

Temperatur- und Feuchtemanagement

Für Papierrollen und wellpappenspezifische Halbfabrikate sind kontrollierte klimatische Bedingungen wesentlich. Stabil gehaltene relative Luftfeuchte und Temperatur vermeiden Dimensionsänderungen, Wellenbruch und Klebstoffprobleme. Dies wirkt sich direkt auf Rüstzeiten, Ausschuss und damit auf den optimalen Bestand an Pufferware zwischen Prozessstufen aus.

Schnittstellen zur Planung

Eine enge Kopplung zur Produktionsplanung ermöglicht Formatbündelung, sinnvolle Rüstfolgen (Wellenarten, Bahnbreiten, Farben) und reduzierte Umrüstungen. Dadurch sinken Verschnitt und Durchlaufzeiten, während Bestände zielsicher in den definierten Korridoren gehalten werden.

Vor- und Nachteile von Lagerbestandsmanagement

Der größte Vorteil eines effektiven Lagerbestandsmanagements liegt in der gesteigerten Produktionseffizienz und der Kostenreduktion. Es ermöglicht eine bessere Planung und Steuerung der Produktion, wodurch Engpässe vermieden und der Produktionsdurchlauf verbessert werden können. Weitere Vorteile sind eine höhere Termintreue, geringere Abschreibungen durch Überalterung sowie eine bessere Kapazitätsnutzung. Auf der anderen Seite kann ein schlecht verwaltetes Lagerbestandssystem zu Überbeständen, Versorgungsengpässen oder unnötigen Eilbestellungen führen, was Kosten und Komplexität erhöht. Fehlende Datenqualität, unklare Verantwortlichkeiten und ungepflegte Dispositionsparameter sind häufige Ursachen für Abweichungen.

  • Vorteile: Transparenz, stabilere Planbarkeit, reduzierter Verschnitt, geringere Kapitalbindung, verbesserter Servicegrad.
  • Nachteile bei mangelhafter Umsetzung: Fehldispositionen, Bestandsdifferenzen, erhöhte Rüst- und Stillstandszeiten, höhere Logistikkosten.
  • Weitere Vorteile: Schnellere Reaktionsfähigkeit bei Nachfragespitzen, bessere Auslastung von Lagerflächen, strukturierte Obsoleszenzsteuerung.
  • Weitere Risiken: Veraltete Stammdaten, mangelnde Einhaltung von FIFO-/FEFO-Regeln, unzureichende Pflege von Wiederbeschaffungszeiten.

Die Bedeutung des Lagerbestandsmanagements für die Wellpappenindustrie

Speziell in der Wellpappenindustrie trägt Lagerbestandsmanagement wesentlich zur Wirtschaftlichkeit und Prozessstabilität bei. Ein störungsfreier Materialfluss zur richtigen Zeit am richtigen Ort hält Produktionslinien in Betrieb, reduziert Stillstände und stabilisiert die Lieferfähigkeit. Da häufig große Mengen an Rohpapieren, Hilfsstoffen und Fertigwaren koordiniert werden müssen, ist ein belastbares System mit klaren Regeln für Sicherheitsbestände, Meldebestände und Wiederbeschaffung ein Schlüsselelement des Produktionsprozesses.

Durch die enge Kopplung von Disposition, Produktionsplanung und Qualitätsanforderungen können Reichweiten präzise gesteuert, Bedarfe vorausschauend disponiert und Bestände im Zielkorridor gehalten werden. So entstehen robuste Abläufe, die auf Nachfrageschwankungen und Lieferzeitänderungen angemessen reagieren.

Hinzu kommt die Bedeutung standardisierter Etiketten, eindeutiger Lagerplätze und transparenter Chargenführung für Rückverfolgbarkeit und Reklamationsmanagement. Damit bleiben Lieferbereitschaft, Qualitätssicherung und Kosteneffizienz im Gleichgewicht.

Zusammenfassung:

  • Lagerbestandsmanagement ist ein wichtiger Bestandteil der Logistik von Unternehmen, die sich mit der Produktion von Wellpappe-Verpackungen beschäftigen. Es kümmert sich um die Planung, Kontrolle und Steuerung des Lagerbestands, um einen reibungslosen Produktionsfluss zu gewährleisten.
  • Effektives Lagerbestandsmanagement hilft dabei, die Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Es hilft auch, teure Produktionsunterbrechungen zu vermeiden, indem es dafür sorgt, dass immer genügend Wellpappe auf Lager ist, um die laufende Produktion zu unterstützen.
  • Ein wichtiger Teil des Lagerbestandsmanagements ist die Vorhersage der Nachfrage. Mit genauen Vorhersagen können Unternehmen den Bedarf an Wellpappe-Verpackungen prognostizieren und ihren Lagerbestand entsprechend planen. Das minimiert das Risiko von Überbeständen und Fehlbeständen, die beide kostspielig sein können.
  • Wesentliche Stellhebel sind passende Dispositionsparameter (Melde- und Sicherheitsbestände), verlässliche Wiederbeschaffungszeiten sowie regelmäßige ABC/XYZ-Analysen zur Segmentierung.
  • Transparente Kennzahlen wie Servicegrad, Reichweite und Umschlag ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung und unterstützen datengestützte Entscheidungen.
  • In der Praxis sichern standardisierte Prozesse von Wareneingang bis Inventur die Datenqualität und damit die Zuverlässigkeit der Planung.
  • Die Verzahnung von Stammdatenpflege, mobilen Buchungen und definierten Lagerzonen schafft Bestandsgenauigkeit und reduziert Suchzeiten sowie Fehlgriffe.
  • Ein abgestimmtes Puffer- und Substitutionskonzept über Wellanlage, Druck, Stanzerei und Konfektion stabilisiert die Versorgung und reduziert Stillstände.

Veröffentlicht am 06.07.2024
Letzte Überarbeitung am 26.12.2025 um 12:18 Uhr von Julia Kopp

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