*** Besuchen Sie uns am Multichannel Day I 23. April 2026 I Köln I RheinEnergie Stadion I Stand 7 ***

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Qualitätsstatistik

In der Wellpappen-Industrie gehört der Begriff „Qualitätsstatistik“ zur grundlegenden Terminologie. Um die anspruchsvollen Vorgaben verschiedener Branchen zu erfüllen, ist die Gewährleistung hoher Produktqualität unerlässlich. Hierbei spielt eine ausgeprägte statistische Herangehensweise bei der Qualitätskontrolle eine tragende Rolle. Ergänzend dienen Kennzahlen, Regelkarten und systematische Stichproben dazu, Prozessschwankungen sichtbar zu machen, Ursachen zu identifizieren und die Prozessfähigkeit dauerhaft zu sichern. Ergänzend zu diesen Instrumenten werden klare Prüfstrategien, definierte Toleranzbänder und transparente Entscheidungsregeln genutzt, um die Qualität von Wellpappe und daraus hergestellten Verpackungen konsistent und nachvollziehbar abzusichern.

Qualitätsstatistische Methoden werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingesetzt: vom Wareneingang (Papierqualitäten, Feuchte), über die laufende Fertigung (Rillqualität, Klebung, Planlage) bis zum Warenausgang (Stabilität und Widerstände). Ziel ist eine nachvollziehbare, reproduzierbare und normkonforme Bewertung der Produktgüte. In der Praxis umfasst dies auch die Konditionierung von Prüfkörpern unter Normklima, die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Chargen, Paletten und Bahnen sowie die eindeutige Zuordnung von Prüfresultaten zu Material-, Prozess- und Umgebungsbedingungen.

Definition: Was versteht man unter der Qualitätsstatistik?

Die Qualitätsstatistik ist ein spezielles Analyseverfahren innerhalb der Qualitätssicherung. Durch das systematische Sammeln und Auswerten von Daten wird eine regelmäßige Überprüfung und Dokumentation der Produktqualität sichergestellt. In der Wellpappen-Industrie gilt dies vor allem für Merkmale wie die Wellenform, Faserzusammensetzung, Materialresistenz und viele weitere Aspekte. Sie verbindet quantitative Messmethoden mit interpretativen Auswertungen, um Prozessverhalten, Streuung und Konformität kontinuierlich zu beurteilen.

Im Kern verbindet die Qualitätsstatistik Messdaten (Variablen- und Attributdaten) mit statistischen Auswertungen, um Variation zu quantifizieren und gegen vorgegebene Toleranzen zu bewerten. Typische Messgrößen sind unter anderem Grammatur, Dicke, Feuchtigkeitsgehalt, Kantenstauchwiderstand (ECT), Flachstauchwiderstand (FCT), Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit, Planlage, Klebe- und Leimfestigkeit sowie Wasseraufnahme (Cobb). Eine präzise Definition der Prüfmerkmale, Prüfbedingungen und eine praxisorientierte Erläuterung der Abmessungen im Prüfkontext unterstützt konsistente Ergebnisse. Ergänzend werden je nach Fragestellung weitere Prüfungen wie BCT (Box Compression Test), RCT (Ring Crush Test), CMT (Corrugating Medium Test) oder Biegesteifigkeit herangezogen, um die Funktionssicherheit der Verpackung gesamtheitlich zu bewerten.

Zur Dokumentation gehören Prüfpläne, Probenahmeverfahren, Prüfmittelüberwachung und Berichte, die Trends, Prozessfähigkeit und Konformität abbilden. So lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen und zielgerichtete Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen ableiten. Eine eindeutige Nomenklatur für Prüfmerkmale, Messstellen, Einheiten und Berichtsformate stellt sicher, dass Daten konsistent erfasst, verglichen und auditfest archiviert werden.

Anwendungsbereiche und Verfahren von Qualitätsstatistiken

Mit der Erstellung von Qualitätsstatistiken werden unterschiedliche Verfahren und Methoden in der Wellpappen-Industrie verwendet. Verfahren wie das Qualitätsmanagement, Statistische Prozesskontrolle (SPC) oder auch Six Sigma finden breite Anwendung. Sie ermöglichen eine lückenlose Kontrolle der Produktionsprozesse, welche maßgeblich zur Sicherstellung von Einheitlichkeit und Beständigkeit der Produkte beitragen. Neben klassischen Shewhart-Regelkarten kommen auch CUSUM- und EWMA-Verfahren zum Einsatz, um schleichende Verschiebungen frühzeitig zu erkennen.

In der Praxis kommen sowohl attributive Verfahren (z. B. Fehlerklassen, Gut/Schlecht-Beurteilungen) als auch variable Verfahren (metrische Messwerte) zum Einsatz. Regelkarten wie X̄-R- bzw. X̄-s-Karten (für kontinuierliche Merkmale) und p-, np-, c- oder u-Karten (für Zählwerte) dienen dem fortlaufenden Prozessmonitoring. Ergänzend werden Histogramme, Trendkurven, Pareto-Analysen und Korrelationsbetrachtungen genutzt, um Muster zu erkennen und Prioritäten zu setzen. Für kurzlaufende Produkte oder häufige Artikelwechsel können Short-Run-Regelkarten bzw. Z-Transformationen sinnvoll sein.

Stichproben, Prüfpläne und Messsystemanalyse

Prozessfähigkeit und Kennzahlen

Prozessfähigkeitskennzahlen wie Cp, Cpk (bezogen auf Toleranzgrenzen) sowie Pp, Ppk (langfristige Betrachtung) geben Auskunft darüber, ob ein Prozess die geforderten Spezifikationen stabil und fähig einhalten kann. Für die Wellpappen-Industrie sind solche Kennzahlen beispielsweise bei ECT-, FCT- oder Berstfestigkeitswerten entscheidend, da sie direkt mit der Funktionssicherheit und Transportsicherheit zusammenspielen. Zusätzlich kann die Maschinenfähigkeit (Cm, Cmk) zur Bewertung kurzzeitiger Stabilität nach Rüstvorgängen herangezogen werden. Vor der Kennwertberechnung empfiehlt sich eine Verteilungsprüfung (z. B. grafisch via Q-Q-Plot), gegebenenfalls mit robusten Schätzern oder Transformationen, wenn Daten nicht normalverteilt sind.

Datenqualität, Nachverfolgbarkeit und Reporting

Eine belastbare Qualitätsstatistik setzt valide Daten voraus. Dazu gehören klare Prüf- und Kalibriervorschriften, dokumentierte Messbedingungen (Temperatur, Luftfeuchte), eindeutige Probenkennzeichnung und revisionssichere Speicherung. Dashboards und Berichte bündeln Ergebnisse für unterschiedliche Zielgruppen: Werker erhalten Regelkarten und Warnhinweise, die Qualitätssicherung nutzt Trendanalysen, und das Management betrachtet aggregierte Kennzahlen zur Steuerung. Ein Audit-Trail mit Zeitstempeln, Benutzerzuordnung und Versionierung unterstützt die Nachverfolgbarkeit; Chargen-, Rollen- und Palettennummern verbinden Materialströme mit Prüfdaten über die gesamte Lieferkette.

Relevante Normen und Prüfstandards

Für die Qualitätsstatistik und die zugehörigen Prüfverfahren in der Wellpappen-Industrie sind zahlreiche Normen maßgeblich. Dazu zählen unter anderem Normen zu Regelkarten und statistischen Begriffen, Richtlinien zur Stichprobenprüfung sowie materialspezifische Prüfstandards: ISO 7870 (Reihe der Regelkarten), ISO 8258 (Shewhart-Regelkarten), ISO 2859-1 (Annahmestichprobenprüfung nach der Anzahl fehlerhafter Einheiten), ISO 3951 (Annahmestichprobenprüfung nach Messwerten), ISO 187 (Papier, Pappe und Zellstoff – Standardatmosphäre für Konditionierung und Prüfung), ISO 535 (Cobb), ISO 3035 (FCT), ISO 3037 (ECT) und ISO 2759 (Berstfestigkeit). Die konsequente Anwendung der Normvorgaben erhöht Vergleichbarkeit, Rechtssicherheit und die Aussagekraft der Qualitätsstatistik.

Praxisbeispiele und Auswertungstipps

Ein typisches Anwendungsbeispiel ist das Monitoring des ECT entlang einer Produktionsschicht. Leicht steigende Luftfeuchte kann zu sinkenden ECT-Werten führen; in der Regelkarte zeigen sich dann Trends oder sequentielle Verletzungen von Stabilitätsregeln. Durch Korrelation von ECT mit Feuchte, Grammatur und Leimauftragsparametern lässt sich die Ursache eingrenzen und eine Parameteranpassung (z. B. Temperatur oder Pressdruck) ableiten.

Ein weiteres Beispiel betrifft FCT- und Berstfestigkeitswerte im Warenausgang: Histogramme und Fähigkeitsanalysen zeigen, ob die Streuung im Verhältnis zu den Spezifikationsgrenzen ausreichend gering ist. Werden Ausreißer identifiziert, empfiehlt sich eine Ursachenanalyse über 6M-Perspektiven (Mensch, Maschine, Material, Methode, Milieu/Umwelt, Messung) und, sofern nötig, eine Messsystemüberprüfung. Zur Absicherung von Verbesserungen kann eine Vorher-Nachher-Betrachtung mit I-MR-Karten und Ppk-Vergleich vorgenommen werden.

Versuchsplanung (DoE) in der Wellpappenfertigung

Zur robusten Prozessoptimierung unterstützt die Versuchsplanung die gezielte Variation von Einflussgrößen wie Wellenprofil, Leimrezeptur, Temperaturfenster und Bahngeschwindigkeit. Faktorieller DoE ermöglicht die Quantifizierung von Haupteffekten und Wechselwirkungen auf Zielgrößen wie ECT, FCT, Planlage oder Klebefestigkeit. Die resultierenden Modelle dienen als Grundlage, um Prozessfenster zu definieren, die stabile Qualität bei minimaler Streuung gewährleisten.

Die Rolle der Qualitätsstatistiken im Qualitätsmanagement

Die Etablierung eines effektiven Qualitätsmanagements ist unerlässlich für die Herstellung hochwertiger Produkte. Qualitätsstatistiken sind ein unverzichtbares Werkzeug, um volle Transparenz über den Produktionsprozess und die Produktqualität zu gewährleisten. Durch permanentes Monitoring können potenzielle Fehlerquellen frühzeitig identifiziert und behoben werden. Kennzahlen zu Reklamationsquote, ppm, FPY (First Pass Yield) und Nacharbeitsanteil ergänzen die Sicht auf die Prozessleistung und ermöglichen eine risikobasierte Priorisierung von Maßnahmen.

Im Qualitätsmanagement verbinden sich präventive und reaktive Elemente: Prozesslenkung über Regelkarten, Ursachenanalysen bei Ausreißern, Wirksamkeitskontrollen nach Korrekturmaßnahmen und regelmäßige Audits. Kontinuierliche Verbesserung erfolgt datenbasiert, etwa durch Anpassung von Rüstparametern, Optimierung von Leimauftrag und Trocknung oder Stabilisierung von Papierqualitäten. Durchgängig dokumentierte Kennzahlen erleichtern zudem die Kommunikation mit Lieferanten und die Konformitätsbewertung gegenüber Normen und kundenspezifischen Spezifikationen. Standardisierte Problemlösungsroutinen (z. B. PDCA, 8D) unterstützen die nachhaltige Absicherung erzielter Verbesserungen.

Vor- und Nachteile von Qualitätsstatistiken

Der Einsatz von Qualitätsstatistiken in der Wellpappen-Industrie bietet eine Reihe von Vorteilen. Beispielsweise ermöglicht die Systematische Datenauswertung eine permanente Kontrolle der Produktqualität und Fertigungsprozesse. Außerdem hilft es dabei, Qualitätsmängel frühzeitig zu erkennen und kostspielige Produktionsausfälle zu vermeiden. Ein weiterer Pluspunkt ist die Sicherstellung von Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Allerdings ist die Erstellung von Qualitätsstatistiken mit einem hohen zeitlichen und personellen Aufwand verbunden. Zudem können kleine Abweichungen in der Qualität, die durch statistische Verfahren nicht erfasst werden, eine kontinuierliche Verbesserung erschweren. Eine ausgewogene Kosten-Nutzen-Abwägung, klare Verantwortlichkeiten und angemessene Schulungskonzepte sind daher wesentlich, um den Nutzen der Qualitätsstatistik in der Praxis zuverlässig zu realisieren.

  • Vorteile: Früherkennung von Trends und Abweichungen, objektive Entscheidungsgrundlage, messbare Prozessverbesserungen, erhöhte Reproduzierbarkeit und Nachverfolgbarkeit über den gesamten Produktlebenszyklus.
  • Herausforderungen: Datenqualität und -disziplin, Schulungsbedarf für Methodenkompetenz, Pflege von Prüfmitteln, Aufwand für MSA und Kalibrierung, Risiko von Fehlalarmen (α-Fehler) bzw. Übersehen von Abweichungen (β-Fehler) bei ungeeigneten Parametern oder falschen Annahmen.
  • Grenzen: Statistische Modelle vereinfachen die Realität; bei stark nicht-normalverteilten Daten, saisonalen Einflüssen oder Produktwechseln sind angepasste Verfahren und robuste Auswertungen erforderlich.

Zusammenfassung:

  • Die Qualitätsstatistik unterstützt Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe produzieren, bei der Überprüfung und Sicherstellung ihrer Produktstandards.
  • Durch Analyse und Überwachung der Produktionsprozesse ermöglicht die Qualitätsstatistik, Probleme in der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen frühzeitig zu erkennen und Maßnahmen für die Verbesserung einzuleiten.
  • Die kontinuierliche Erhebung und Auswertung von Daten im Rahmen der Qualitätsstatistik führt zu einer andauernden Qualitätssteigerung und stellt für Betriebe der Verpackungsindustrie einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar.
  • Fundierte Prüfpläne, geeignete Regelkarten sowie valide Messsysteme bilden die Grundlage für belastbare Aussagen zu Prozessstabilität und Prozessfähigkeit.
  • Ein strukturierter Umgang mit Daten (Erfassung, Verifikation, Reporting) sorgt für Transparenz, unterstützt Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen und erleichtert die Kommunikation entlang der Lieferkette.

Veröffentlicht am 05.06.2025
Letzte Überarbeitung am 11.12.2025 um 11:00 Uhr von Sebastian Würth

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!

Das sagen unsere Kunden

Ich bin seit Jahren rundum zufriedener Kunde bei Wellstar. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist durchgehend fair und die Lieferkosten bleiben erfreulich niedrig. Ein großes Lob geht auch an das Team: Die Mitarbeiter sind stets ausgesprochen freundlich, hilfsbereit und fachlich absolut kompetent. Klare Empfehlung!

Stefan E.

Sehr freundlich und Hilfsbereite Mitarbeiter, die auch bei wiederholten Schwierigkeiten sich schnell melden.

Julia T.

Klasse Kundenservice, schnelle Turnaroundzeiten bei Fragen, telefonisch erreichbar. Keine KI Chatbots, lokale Produktion mit sehr schneller Lieferung. Die Qualität der Kartons ist besser als die von einem andere Anbieter - EAN Code in Maximalgrösse (7 cm) ist gut maschinell lesbar. Inlay werden auf Maß gefertigt znd auf Passgenauigkeit optimiert, das heißt, die erste iteration sitzt und passt sofort. Der Karton ist hochwertig und die Wellung bricht nicht sofort auf beim öffnen. Die Falzung scharf und tief zum einfachen Falten.

Franz K.

Top Service, freundliche schnelle interaktion und Kartons + Inlays können auch auf Maß gefertigt werden. Bin hochzufrieden! Danke nochmal!

Michael W.

Wir sind sehr zufrieden mit unserer Bestellung. Die Boxen sind standardmäßig im DIN-A4-Format - genau das, was wir gesucht haben. Ideal zum Versenden von Unterlagen und kleinen Goodies, denn sie bieten ausreichend Platz und machen dabei optisch richtig was her.

Tina A.

Super Kundenservice. Kann ich zu 100% weiter empfehlen!

Ina U.

Sehr hilfsbereit und super schnell. Gute Qualität!

Thomas K.

Angenehme Zusammenarbeit, speditive Bemusterung, umgehende Lieferung des finalen Produkts.

Sophie F.

Gute Beratung, zielführende Lösungsvorschläge, speditive Umsetzung, kostengünstige Bemusterung und tipptoppes Resultat: rundum positiv! Ich freue mich auf den nächsten Geschäftskontakt!

Rolf P.