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Qualitätsrichtlinien

In der Verpackungsbranche, insbesondere im Bereich der Wellpappe, stellt die Befolgung von Qualitätsrichtlinien einen entscheidenden Faktor dar. Diese Richtlinien sichern eine reproduzierbare Produktqualität, transparent definierte Prozesse und eine belastbare Nachverfolgbarkeit über alle Stufen der Wertschöpfungskette. Sie wirken fehlerpräventiv, reduzieren Ausschuss, stabilisieren Durchlaufzeiten und dienen als Grundlage für objektive Prüf- und Abnahmeentscheidungen. Darüber hinaus fördern sie die Standardisierung von Arbeitsabläufen, erleichtern die Übergabe zwischen Schichten und Abteilungen und verbessern die Vergleichbarkeit von Ergebnissen über verschiedene Werke oder Linien hinweg. Ein konsistentes Regelwerk minimiert zudem die Auswirkungen von Umgebungsbedingungen wie Temperatur- und Feuchteschwankungen auf die Wellpappenqualität.

Im Ergebnis tragen strukturierte Qualitätsvorgaben dazu bei, Anforderungen aus Technik, Logistik und rechtlichen Rahmenbedingungen konsistent zu erfüllen. Sie legen fest, wie Materialien, Maschinenparameter, Prüfmittel, Prüfintervalle und Freigabekriterien anzuwenden sind, damit die Leistungsmerkmale von Wellpappe und daraus hergestellten Kartonagen verlässlich erreicht werden. Zudem unterstützen sie die Einbindung von Lieferanten in qualitätsrelevante Prozesse, definieren Eskalationswege und schaffen klare Schnittstellen zwischen Entwicklung, Produktion, Qualitätssicherung und Versand. Durch geordnete Änderungsprozesse bleibt die Dokumentenlage aktuell, und Risiken aufgrund veralteter Spezifikationen werden reduziert.

Definition: Was versteht man unter Qualitätsrichtlinien in der Wellpappe-Industrie?

Unter Qualitätsrichtlinien versteht man eine Reihe von Vorgaben und Anforderungen, die von Produzenten und Lieferanten im Zusammenhang mit der Herstellung und Bereitstellung von Wellpappe-Produkten einzuhalten sind. Sie betreffen die gesamte Produktionskette – von der Auswahl der Rohpapiere und der Spezifikation der Wellenprofile über Leimauftrag, Klebung und Druck bis hin zu Zuschnitt, Rillung, Konfektionierung, Endprüfung und Lieferung. Dadurch wird sichergestellt, dass die hergestellten Produkte den Qualitätsanforderungen der Branche entsprechen, die vereinbarten Spezifikationen erfüllen und die vereinbarten Leistungswerte verlässlich erreicht werden. Ebenso sind Anforderungen an Produktsicherheit, Handhabung, Umweltaspekte und Recyclingfähigkeit Bestandteil der Richtlinien, um Funktionalität und Nachhaltigkeitsziele gleichermaßen abzudecken.

Qualitätsrichtlinien definieren u. a. Prüfmerkmale, Toleranzen, Freigabekriterien, Dokumentationspflichten, Rollen und Verantwortlichkeiten, Lenkung fehlerhafter Produkte und den Umgang mit Änderungen. Sie bilden die Grundlage für Schulungen, Auditierungen und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen und Produkten. Häufig orientieren sich diese Richtlinien an anerkannten Normen und Regelwerken (z. B. zu Prüfmethoden, Probenahmesystemen und Hygienestandards), um eine einheitliche und nachvollziehbare Qualitätsbasis zu schaffen.

Ziele und Geltungsbereich

  • Sicherstellung der Funktionsfähigkeit (z. B. Tragfähigkeit, Stapelstabilität, Kantenstauchwiderstand) und der Maßhaltigkeit.
  • Konformität mit vertraglich vereinbarten Anforderungen, branchentypischen Normen und anwendbaren gesetzlichen Vorgaben.
  • Risikominimierung durch präventive Prüfpläne, definierte Eskalationspfade und wirksame Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen.
  • Nachweisführung durch lückenlose Dokumentation, Prüfmittelmanagement und Rückverfolgbarkeit.
  • Steigerung der Prozessfähigkeit durch stabile Prozessfenster, statistische Überwachung und strukturierte Freigabeprozesse.
  • Transparente Kommunikation über Schnittstellen hinweg (Einkauf, Disposition, Produktion, Qualität, Logistik) zur Sicherstellung reibungsloser Abläufe.
  • Berücksichtigung von Umwelt- und Sicherheitsanforderungen, einschließlich Vorgaben zur Recyclingfähigkeit und zur sicheren Handhabung.

Typische Inhalte von Qualitätsrichtlinien

  • Spezifikationen zu Rohpapieren (Grammaturen, Feuchte, Festigkeiten), Wellenkombinationen (z. B. B, C, E, BC, EB) und Klebstoffparametern.
  • Prozessparameter an der Wellanlage (Temperatur, Leimauftrag, Bahnlauf), im Druck (Register, Farbauftrag), beim Stanz- und Rillprozess sowie in der Konfektionierung.
  • Prüf- und Messpläne inklusive Stichprobenumfang, Prüfmethoden (z. B. ECT/BCT, Berstfestigkeit, Cobb) und Grenzwerte.
  • Festgelegte Toleranzen, z. B. für Maßhaltigkeit, Rillgenauigkeit, Planlage, Klebqualität und Oberfläche.
  • Dokumentations-, Kennzeichnungs- und Archivierungsanforderungen für Chargen, Aufträge und Prüfberichte.
  • Designvorgaben (z. B. FEFCO-Codes), Rill- und Falzgeometrien, Mindest-Rillabstände und Vorgaben zur Klebelaschen-Ausführung.
  • Qualifikationsanforderungen für Personal, Freigabe von Werkzeugen und Validierung nach Anpassungen an Maschine oder Material.
  • Vorgaben zur Eignungsprüfung in der Anwendung (z. B. Palettierung, automatisiertes Aufrichten, Etikettierung und Maschinenkompatibilität).

Anwendungsbereiche von Qualitätsrichtlinien in der Wellpappe-Produktion

Qualitätsrichtlinien finden sich in allen Phasen der Wellpappe-Produktion. Bei der Auswahl der Rohstoffe werden ausschließlich Materialien zugelassen, die definierte Anforderungen erfüllen. Im Herstellungsprozess selbst sorgen Richtlinien dafür, dass jede Produktions- und Fertigungsstufe nach festgelegten Standards durchgeführt wird. Auch in Bezug auf Lieferung, Lagerung und Handling von Wellpappe-Produkten existieren klare Vorgaben, z. B. zu Klima- und Feuchtebedingungen, Stapelhöhen oder Transportabsicherung. Ergänzend werden Verpackungen für automatisierte Linien qualifiziert, indem Kriterien wie Planlage, Rillkräfte und Reibwerte kontrolliert und dokumentiert werden.

Entlang der Prozesskette helfen Richtlinien, kritische Merkmale systematisch zu steuern – von der Wareneingangskontrolle über In-Prozess-Prüfungen bis zur Endabnahme. Dazu zählen u. a. die Kontrolle der Bahnfusion, die Bewertung der Rillqualität, Oberflächenreinheit, Klebverbindungen sowie die Maßhaltigkeit über Zuschnitt und Stanzung hinweg. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf präzise und normgerecht dokumentierten Abmessungen entlang der Prozesskette, da diese maßgeblich für Passgenauigkeit, Automatisierbarkeit und wirtschaftliche Logistikprozesse sind. Zusätzlich werden Anforderungen an Palettenmuster, Ladeeinheiten, Umreifungs- und Wickelkonzepte sowie Umweltsimulationsprüfungen (z. B. Klimawechsel, Konditionierung) berücksichtigt.

  • Beschaffung und Wareneingang: Lieferantenauswahl, Mindestanforderungen, Prüfumfang, Freigaberegeln.
  • Wellanlage: Maschineneinstellungen, Prozessfenster, Online-Messung, Feuchtesteuerung.
  • Druck und Veredelung: Farbdosierung, Registerhaltigkeit, Oberflächenqualität.
  • Stanzen, Rillen, Kleben: Werkzeugfreigabe, Schnittqualität, Rilltiefe, Klebnahtfestigkeit.
  • Konfektion und Verpacken: Bündelbildung, Kennzeichnung, Prüflose, Freigabedokumente.
  • Lagerung und Versand: Klima, Stapel- und Transportvorgaben, Schadensprävention.
  • Qualitätslabor: Konditionierung, Prüfmittelpflege, Vergleichsmessungen und Round-Robin-Tests zur Absicherung der Messergebnisse.
  • Retouren- und Reklamationsprozess: Befundung, Ursachenanalyse, Maßnahmenverfolgung und Wirksamkeitsprüfung.

Umsetzung und Überwachung von Qualitätsrichtlinien

Die Umsetzung von Qualitätsrichtlinien betrifft alle Bereiche eines Unternehmens und beginnt bei der Produktplanung. Sie umfasst die Übersetzung von Kundenanforderungen in prüfbare Merkmale, die Erstellung von Prüfplänen, die Definition von Prozessfenstern und die Festlegung von Reaktionsplänen bei Abweichungen. Schulungen und arbeitsplatznahe Arbeitsanweisungen stellen sicher, dass Vorgaben verstanden und eingehalten werden. Ergänzend sorgen Trainingspläne, Qualifikationsmatrizen und Einarbeitungskonzepte dafür, dass Wissen erhalten und an neue Mitarbeitende weitergegeben wird.

  1. Planen: Anforderungen erfassen, Merkmale definieren, Prüf- und Kontrollpunkte festlegen. Zusätzlich FMEA und Risikoanalyse zur Priorisierung kritischer Merkmale einbeziehen.
  2. Umsetzen: Prozesse einrichten, Mitarbeitende schulen, Prüfungen durchführen und dokumentieren. Musterfertigungen, Erststückfreigaben und Prozessabnahmen gewährleisten die Anlaufstabilität.
  3. Überwachen: Kennzahlen beobachten, Trends analysieren, interne Audits durchführen. Abweichungen werden mittels SPC und Kennzahlen-Dashboards frühzeitig sichtbar gemacht.
  4. Verbessern: Abweichungen bewerten, Ursachen beseitigen, Standards aktualisieren. Kontinuierliche Verbesserung (KVP) und strukturierte Updates von Arbeits- und Prüfanweisungen sichern den Fortschritt.

Normen, Standards und Referenzen

Qualitätsrichtlinien in der Wellpappe-Industrie stützen sich auf etablierte Normenlandschaften für Prüfmethoden, Probenahmen und Kennzeichnung. Dazu zählen Regelwerke zu Kanten- und Stapelstauchprüfungen, Berstfestigkeit, Feuchtebestimmung, Dickenmessung sowie Anleitungen zur Probenkonditionierung. Darüber hinaus werden branchenspezifische Codierungen (z. B. Konstruktionen und Bauarten) herangezogen, um eine eindeutige Spezifikation und Austauschbarkeit von Verpackungen zu gewährleisten.

Vor- und Nachteile der Befolgung von Qualitätsrichtlinien

Das Einhalten von Qualitätsrichtlinien bietet eine Reihe von Vorteilen. Hierzu gehören eine verbesserte Produktqualität, eine höhere Kundenzufriedenheit und ein effizienterer Fertigungsprozess. Weitere positive Effekte sind geringere Reklamationsquoten, planbare Durchlaufzeiten und eine verlässliche Nachvollziehbarkeit. Demgegenüber stehen ein erhöhter Aufwand für die Einführung, Pflege und Auditierung der Vorgaben sowie möglicherweise höhere Kosten in der Produktion, z. B. durch engere Toleranzen oder häufigere Prüfungen. Insgesamt überwiegen in der Regel die Vorteile, da qualitätsgesicherte Abläufe Fehlerfolgekosten reduzieren und Stabilität im Betrieb erhöhen. Zusätzlich stärken klar definierte Richtlinien die Lieferfähigkeit, unterstützen den Wissenstransfer und erleichtern die Einarbeitung. Aufwände entstehen insbesondere durch die Pflege von Dokumenten, regelmäßige Schulungen und die fortlaufende Kalibrierung von Prüfmitteln.

  • Vorteile: konsistente Qualität, reduzierte Nacharbeit, belastbare Lieferfähigkeit, transparente Nachweise.
  • Nachteile: Implementierungsaufwand, Dokumentationslast, zusätzlicher Prüf- und Schulungsbedarf.
  • Vorteile: erhöhte Prozessfähigkeit, bessere Planbarkeit, geringere Varianz bei kritischen Merkmalen.
  • Nachteile: potenziell längere Anlaufzeiten bei neuen Artikeln aufgrund erweiterter Freigabeschritte.

Messgrößen, Prüfmethoden und Toleranzen

Zur objektiven Bewertung sind klare Mess- und Prüfmethoden definiert. Häufige Merkmale sind Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapelstauchwiderstand (BCT), Berstfestigkeit, Durchstoßarbeit, Cobb-Wert (Wasseraufnahme), Planlage, Klebqualität, Rillgenauigkeit und Oberflächenreinheit. Toleranzen für Längen- und Breitenmaß, Winkelhaltigkeit, Rillpositionen sowie Klebelaschen werden in Prüfplänen festgelegt und regelmäßig verifiziert. Je nach Anwendungsfall kommen zusätzlich Prüfungen zu Perforationsfestigkeit, Faltwiderstand, Liner- und Wellenqualität, Reibwerten sowie Klimabeständigkeit zum Einsatz. Die Probenkonditionierung und die Auswahl der Stichproben werden in den Richtlinien eindeutig beschrieben, um vergleichbare Messwerte sicherzustellen.

  • Stichprobenpläne: risikoorientiert nach Merkmalen und Losgrößen.
  • Prüfintervalle: wareneingangs-, inprozess- und endprüfungsbezogen.
  • Dokumentation: Chargen- und Auftragsbezug, Prüfer, Datum, Messwerte, Freigaben.
  • Toleranzmanagement: Definition, Kommunikation und Überwachung von Grenz- und Warnwerten, inklusive Reaktionsplänen.

Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Änderungslenkung

Eine vollständige Dokumentation ermöglicht die Rückverfolgbarkeit vom Rohpapier bis zum Endprodukt. Dazu gehören Material- und Chargeninformationen, Maschinenparameter, Prüfprotokolle, Kalibriernachweise, Freigabevermerke und Versanddokumente. Änderungen an Spezifikationen, Materialien oder Prozessen werden gelenkt, bewertet (Risiko, Validierung) und nach Freigabe in die gültigen Unterlagen überführt. Digitale Systeme für Erfassung und Archivierung unterstützen die Versionskontrolle, erleichtern die Auswertung von Trends und gewährleisten die Verfügbarkeit relevanter Informationen für Audits. Kennzeichnungs- und Etikettierkonzepte (z. B. mit Chargen- oder Paletten-IDs) sichern die lückenlose Zuordnung von Prüf- und Produktionsdaten.

Häufige Fehlerquellen und bewährte Vorgehensweisen

Typische Fehlerquellen liegen in schwankenden Rohpapierqualitäten, unzureichender Feuchtesteuerung, inkonsistentem Leimauftrag, falsch eingestellten Werkzeugen oder nicht konditionierten Prüflingen. Bewährte Vorgehensweisen umfassen klar definierte Anfahrprofile an der Wellanlage, regelmäßige Rüstfreigaben, Checklisten für kritische Prozessschritte, visuelle Standards für Rill- und Schnittqualität sowie strukturierte Übergabeprotokolle zwischen Schichten. Ergänzend verbessern Poka-Yoke-Lösungen, eindeutige Materialkennzeichnungen und regelmäßige Schulungen die Prozesssicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Zusammenfassung:

  • Unter Qualitätsrichtlinien versteht man in der Regel standardisierte Vorgaben und Kriterien, die sicherstellen, dass Produkte oder Dienstleistungen ein bestimmtes Qualitätsniveau erreichen. Für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, sind diese Richtlinien essentiell, um eine gleichbleibende Produktqualität zu gewährleisten.
  • Im Kontext von Wellpappen-Verpackungen beziehen sich die Qualitätsrichtlinien oft auf Aspekte wie die Materialbeschaffenheit, die Genauigkeit der Abmessungen und die Druckqualität. Dadurch sind sowohl die Leistungsfähigkeit der Verpackung als auch die repräsentative Darstellung des Markenbildes sichergestellt.
  • Zusätzlich spielen Qualitätsrichtlinien eine wichtige Rolle bei der Produktsicherheit. Sie definieren beispielsweise Anforderungen an die Stabilität und Belastbarkeit der Verpackung, um Schäden am verpackten Produkt zu vermeiden.
  • Wesentliche Bausteine sind klare Prüfpläne, definierte Toleranzen, dokumentierte Freigaben sowie wirksame Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen bei Abweichungen.
  • Der organisatorische Nutzen zeigt sich in transparenten Prozessen, reduzierten Fehlerfolgekosten und einer nachvollziehbaren Erfüllung technischer und regulatorischer Anforderungen.
  • Eine strukturierte Änderungslenkung, eindeutige Kennzeichnung und konsequente Rückverfolgbarkeit stellen sicher, dass Qualitätsergebnisse reproduzierbar sind und Verbesserungen dauerhaft greifen.
  • Durch konsequente Umsetzung und Überwachung der Richtlinien lassen sich Prozessfähigkeit und Lieferstabilität erhöhen, während Risiken entlang der gesamten Prozesskette verringert werden.

Veröffentlicht am 10.05.2025
Letzte Überarbeitung am 31.10.2025 um 09:49 Uhr von Sebastian Würth

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