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Schlauchfolie

In der Welt der Wellpapp-Verpackungsindustrie hat die Schlauchfolie eine besondere Stellung. Da sie als flexible und vielseitige Verpackungsvariante dient, kann sie optimal zur Sicherung von Wellpappe-Produkten genutzt werden. Durch ihre kontinuierliche Schlauchform lässt sich Material bedarfsgerecht abrollen, zuschneiden und an unterschiedliche Produktgeometrien anpassen, ohne auf starre Formate festgelegt zu sein. Dies reduziert Umverpackungen, ermöglicht wirtschaftliche Prozesse und unterstützt einen prozesssicheren Warentransport. Zugleich lässt sich Schlauchfolie als ergänzende Sekundärverpackung mit Wellpapp-Zuschnitten, Kantenschutzprofilen und Zwischenlagen kombinieren, um Oberflächen vor Staub, Feuchtigkeit und Abrieb zu schützen und Kantenbelastungen zu minimieren. Bei variierenden Seriengrößen bleibt die Versorgung flexibel, da Zuschnittlängen spontan am Arbeitsplatz festgelegt werden können.

Definition: Was versteht man unter Schlauchfolie?

Unter Schlauchfolie versteht man eine spezielle Folienart, die aus Polyethylen (meist LDPE, MDPE, LLDPE oder HDPE) oder Polypropylen hergestellt wird und die Form eines endlosen Schlauches hat. Aufgrund ihrer Konstruktion kann sie um praktisch jedes Produkt, gleich welcher Größe und Form, gewickelt, geschoben oder aufgezogen werden. Häufige Ausführungen sind Flachschlauch, Halbschlauch und Seitenfaltenschlauch. Besonders häufig findet sie Anwendung in der Verpackungsindustrie, wo sie zum Schutz vor äußeren Einflüssen und zur Sicherstellung der Produktstabilität genutzt wird. Typische Kennwerte sind Folienstärke (in µm), Schlauchbreite bzw. Flachbreite, Umfang, Rollengewicht und Rollenlänge. Ergänzend werden Kerndurchmesser (z. B. 50 oder 76 mm), Wickelrichtung sowie Toleranzen für Breite, Stärke und Länge spezifiziert, um reproduzierbare Prozesse sicherzustellen.

Synonym werden Bezeichnungen wie Endlosschlauch, Folienschlauch oder PE-Schlauchfolie verwendet. Je nach Rezeptur können antistatische, leitfähige, UV-stabilisierte oder lebensmittelkonforme Qualitäten verfügbar sein, sofern die entsprechenden Regularien beachtet werden. Für Anwendungen mit erhöhten Anforderungen kommen auch Mehrschicht-Compounds (z. B. mLLDPE-Anteile für höhere Zähigkeit) infrage; dabei bleiben Recyclingfähigkeit und eine sortenreine Materialwahl zentrale Auswahlkriterien.

Herstellung und Eigenschaften von Schlauchfolien

Die Herstellung von Schlauchfolien erfolgt in der Regel durch ein Kunststoffextrusionsverfahren, insbesondere die Blasfolienextrusion. Dabei wird das Polymer unter kontrollierten Temperaturen plastifiziert, über eine Ringdüse zu einem Schlauch aufgeblasen, mit Luftkühlung und Kalibrierung stabilisiert, abgekühlt und flachgelegt. Alternativ kann das Gießen (Cast-Extrusion) genutzt werden. Prozessparameter wie Abzugsgeschwindigkeit, Aufblasverhältnis (Blow-Up Ratio) und Abkühlrate beeinflussen mechanische und optische Eigenschaften sowie das Dickenprofil. Aufgrund ihrer Eigenschaften wie Reißfestigkeit, Durchstoßfestigkeit und Transparenz sind Schlauchfolien ideal für die Verpackung einer Vielzahl von Produkten geeignet. Vor allem bei der Verpackung von schweren und sperrigen Gegenständen leistet die Flexibilität von Schlauchfolien zuverlässige Dienste. Schrumpffähige Qualitäten werden durch gezielte Orientierung erzeugt und erlauben eine eng anliegende Umhüllung nach dem Erwärmen.

Materialvarianten und Stärken

LDPE bietet hohe Transparenz und gute Dehnung, MDPE kombiniert Festigkeit und Zähigkeit, HDPE liefert erhöhte Steifigkeit und eine bessere Barriere gegenüber Feuchtigkeit. PP kann eine höhere Wärmebeständigkeit und Klarheit aufweisen. Gängige Stärken reichen je nach Anwendung von ca. 30–200 µm und darüber; dünnere Qualitäten kommen für Leichtgüter, stärkere Wandstärken für sperrige, kantige oder schwere Güter zum Einsatz. Mehrschicht-(Coex-)Folien können Eigenschaften gezielt kombinieren, um z. B. Zähigkeit, Gleitverhalten und Bedruckbarkeit auszubalancieren.

Mechanische und optische Eigenschaften

Wesentliche Parameter sind Reißdehnung, Weiterreiß- und Durchstoßwiderstand, Gleitreibungswerte (COF) sowie Trübung und Glanz. Für automatisierte Prozesse sind konstante Dickenprofile, geringe Gelteilchen und eine saubere Wicklung relevant. Für Sichtprüfungen oder Etikettierung spielt die optische Qualität eine Rolle. Ergänzend werden Schweißnahtfestigkeit, Heißsiegelfenster, Klebfreudigkeit der Oberfläche (z. B. nach Corona-Vorbehandlung) und Rückstelleigenschaften bewertet, um ein stabiles Prozessfenster in der Verpackungslinie zu gewährleisten.

Optionale Ausstattungen

Mögliche Zusatzausstattungen umfassen Antistatik, Rutsch- oder Gleitzusätze, UV-Stabilisatoren, Corona- oder Flammvorbehandlung für die Bedruckung, Perforationen zur Luftentweichung (auch mikro- oder laserperforiert), Schrumpfeigenschaften, Haftrezepturen oder eingefärbte Varianten zur Kennzeichnung. Für elektrostatisch sensible Produkte sind ESD- bzw. ableitfähige Ausrüstungen verfügbar; für chargenbezogene Rückverfolgbarkeit können fortlaufende Markierungen aufgebracht werden.

Anwendungsbereiche der Schlauchfolie

Die Anwendungsbereiche von Schlauchfolien sind sehr umfangreich. Sie kommen unter anderem im Lebensmittelbereich zum Einsatz, wo sie zur Frischhaltung von Obst und Gemüse genutzt werden. Darüber hinaus werden sie in der Verpackungsindustrie verwendet, um Produkte vor Staub und Feuchtigkeit zu schützen. In der Logistik spielen sie eine wichtige Rolle beim Schutz von Frachtgütern während des Transports. In E-Commerce- und Fulfillment-Prozessen erleichtern Schlauchfolien das variable Verpacken unterschiedlich großer Einzelteile, ohne Formate wechseln zu müssen, und dienen als Ergänzung zur Wellpapp-Umverpackung.

Weitere typische Beispiele sind das Bündeln von Textilien, die staubdichte Umhüllung von Langgut, das Verpacken von Ersatzteilen, Bau- und Metallkomponenten, das Erstellen von Hauben für Paletteneinheiten sowie der Produktschutz für empfindliche Oberflächen. In Kombination mit Polstermaterialien können stoßempfindliche Produkte zusätzlich gesichert werden. Bedruckte Varianten unterstützen Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit. In der Kommissionierung lassen sich Sets bilden und mit Etiketten oder Barcodes versehen; bei metallischen Komponenten wird die Korrosionsgefahr durch trockene, saubere Verpackung und optionale VCI-Zusätze reduziert.

Auswahlkriterien und Spezifikation

Für die passgenaue Auslegung sind Produktgeometrie, Kanten, Gewicht, Oberflächenempfindlichkeit, gewünschte Transparenz und die geforderte Schutzfunktion maßgeblich. Die Dimensionierung orientiert sich an Schlauchbreite, Umfang und Folienstärke. Nützlich sind Hinweise zu praxisgerechten Abmessungen für Schlauchfolien, um eine sichere Passform, effiziente Materialausnutzung und geeignete Wickelformate zu erzielen. Zusätzlich sollten Kerndurchmesser (z. B. 76 mm), Rollenlänge, Wickelrichtung und Toleranzen definiert werden. Zuschläge für Einführspiel, Materialschrumpf (bei Schrumpffolie), Schweißnahtüberdeckung und Zerstörungsfreiheit beim Abziehen sind ebenfalls zu berücksichtigen. Bei Seitenfaltenschlauch beeinflussen Falteneinschläge die nutzbare Öffnung; Spezifikationen sollten dies klar ausweisen.

Berechnungsbeispiele und Dimensionierungsregeln

Für runde Produkte mit Durchmesser D gilt als Richtwert: erforderliche Flachbreite F ≈ (π × D) / 2 ≈ 1,57 × D, zuzüglich 5–10 % Spiel je nach Steifigkeit des Packgutes und Folienstärke. Für rechteckige Querschnitte mit Breite B und Höhe H kann näherungsweise mit F ≈ B + H (zuzüglich Spiel) gerechnet werden; für scharfkantige Geometrien oder hohe Reibwerte sind zusätzliche Zuschläge sinnvoll. Die Folienstärke wird anhand Gewichts, Kantenradien, Fallhöhen und logistischer Beanspruchung (z. B. Fördertechnik) festgelegt. Toleranzen für Breite und Stärke sollten im Pflichtenheft festgehalten werden, damit sich Prozessfähigkeit und Qualität objektiv prüfen lassen.

Verarbeitung und Handhabung

Die Verarbeitung kann manuell oder maschinell erfolgen. Übliche Schritte sind das Abrollen, Zuschneiden, Einbringen des Produktes, Verschließen (z. B. Verschweißen, Klammern, Kleben) sowie optionales Schrumpfen. Perforationslinien erleichtern das Abtrennen. Für saubere Schweißnähte sind trockene, staubfreie Kontaktflächen und geeignete Temperatur-/Zeitprofile wesentlich. Die Lagerung erfolgt trocken, UV-geschützt und temperiert, um Materialalterung zu vermeiden. In der Praxis bewähren sich Impuls- und Dauerheißsiegelgeräte, L- und I-Siegelstationen, Durchlauf-Schweißer sowie Schrumpftunnel bei geeigneten Qualitäten. Für wiederkehrende Abläufe sind Abrollhilfen, Abreißkanten und Schneidvorrichtungen sinnvoll; bei schwerem Langgut unterstützt eine Hebehilfe das schonende Aufschieben der Folie. Das Handling profitiert von aufeinander abgestimmten COF-Werten, um Störungen durch Stau oder Rutschen zu vermeiden.

Nachhaltigkeitsaspekte und Entsorgung

Monomaterialien auf PE- oder PP-Basis sind grundsätzlich recyclingfähig, sofern lokale Sammel- und Verwertungssysteme verfügbar sind. Der Einsatz von Rezyklaten (post-consumer oder post-industrial), reduzierte Foliendicken (Downgauging) und optimierte Rollenlängen können den Materialeinsatz verringern. Eine sortenreine Erfassung, möglichst geringe Kontamination und der Verzicht auf schwer trennbare Verbunde unterstützen die Kreislaufführung. Zur Kennzeichnung können Materialcodes verwendet werden (z. B. 04 für LDPE, 02 für HDPE, 05 für PP). Eine frühe Abstimmung von Pigmentierung und Bedruckung mit Design-for-Recycling-Grundsätzen erleichtert die Wiederverwertung und macht Materialströme transparenter.

Vor- und Nachteile von Schlauchfolie

Die vielen Vorteile von Schlauchfolien sind: Sie sind flexibel, widerstandsfähig und in weiten Teilen recycelbar. Ihre Fähigkeit, sich verschiedenen Formen anzupassen und dabei gleichzeitig verlässlichen Schutz zu bieten, macht sie zu einer geeigneten Verpackungslösung. Zudem ist die Fertigung preislich effizient und kann individualisiert werden. Ergänzend punkten sie mit geringem Eigengewicht, guter Handhabbarkeit und der Möglichkeit, Rollenware exakt auf Bedarf zuzuschneiden. Die gute Bedruckbarkeit schafft Optionen für Kennzeichnung und Logistikhinweise, ohne zusätzliche Etikettenträger einsetzen zu müssen.

Jedoch gibt es auch Nachteile: So können Schlauchfolien eine Umweltbelastung darstellen, wenn sie nicht ordnungsgemäß entsorgt werden. Außerdem sind sie, obwohl sie eine hohe Transparenz aufweisen, nicht vollständig gas- und wasserdampfdicht. Dies kann in einigen Fällen, wie beispielsweise bei der Verpackung von Lebensmitteln, zu Einschränkungen führen. Darüber hinaus können scharfkantige oder sehr schwere Güter erhöhte Folienstärken oder zusätzliche Kantenschutzelemente erfordern, und Temperaturgrenzen sind im Vergleich zu papierbasierten Lösungen zu berücksichtigen. Bei tiefen Temperaturen verändern sich Zähigkeit und Reibwerte; bei hohen Temperaturen können thermische Verformungen auftreten. Für bestimmte Barriereanforderungen (z. B. Sauerstoff) sind Spezialqualitäten oder alternative Packmittel zu prüfen.

Zusammenfassung:

  • Schlauchfolie ist eine flexible Verpackungslösung, die insbesondere für Unternehmen, die mit Wellpappe arbeiten, von großem Nutzen sein kann. Sie kann dazu beitragen, die Produktsicherheit zu erhöhen und Transportschäden zu reduzieren.
  • Im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien wie Wellpappe bietet Schlauchfolie eine gute Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse wie Feuchtigkeit, Schmutz und UV-Licht, was sie zu einer passenden Ergänzung für robuste Verpackungen macht.
  • Mit Schlauchfolie können Produkte sowohl individuell als auch zu größeren Einheiten zusammengefasst werden, wodurch sie die Effizienz bei Verpackungsprozessen verbessern kann und zusätzliche Möglichkeiten für die Produktpräsentation bietet.
  • Die richtige Auswahl von Material, Stärke und Breite ermöglicht eine passgenaue Umhüllung, reduziert Ausschuss und optimiert den Materialeinsatz bei gleichbleibender Schutzwirkung.
  • Nachhaltigkeit profitiert von recyclingfähigen Monomaterialien, dem Einsatz von Rezyklaten und einer sortenreinen Erfassung nach Gebrauch.
  • Grenzen bestehen bei speziellen Barriereanforderungen, hohen Temperaturen und sehr scharfkantigen Produkten; in diesen Fällen sind angepasste Qualitäten oder Zusatzschutz sinnvoll.
  • Eine klare Spezifikation mit Toleranzen, Prüfparametern (z. B. COF, Dickenprofil) und Schweißanforderungen schafft Prozesssicherheit und erleichtert die Qualitätssicherung.
  • Berechnungsregeln für Flachbreite und Umfang sowie praxisgerechte Zuschläge unterstützen die sichere Auslegung für unterschiedliche Produktgeometrien.

Veröffentlicht am 03.07.2024
Letzte Überarbeitung am 09.01.2026 um 10:53 Uhr von Manuel Hofacker

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