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Wellpappfaltkarton
Wellpappfaltkartons sind keine alltäglichen Objekte, sondern oft übersehene Träger zentraler Funktionen im Transport- und Verpackungsprozess. Sie bilden einen bedeutenden Bestandteil der Wellpappen-Verpackungsindustrie, da sie eine zentrale Rolle in der sicheren, effizienten und nachvollziehbaren Beförderung von Produkten spielen. Als Umverpackung schützen sie Waren vor mechanischen Einwirkungen, bündeln Einzelteile zu handhabbaren Einheiten und ermöglichen eine strukturierte Lager- und Versandlogistik über unterschiedliche Stufen der Lieferkette hinweg. Durch standardisierte Bauformen lassen sich Abläufe harmonisieren, Kennzeichnungen zuverlässig anbringen und Packprozesse planbar gestalten.
Als standardisierte Faltkonstruktionen sind sie in Logistik, Handel und Produktion weit verbreitet. Typische Anwendungsfälle reichen vom Onlineversand über Ersatzteile bis hin zu empfindlichen Gütern. Durch ihr Verhältnis von Stabilität zu Eigengewicht unterstützen sie ökonomische und ökologische Prozesse entlang der Lieferkette. Darüber hinaus erlauben modulare Grundmaße eine effiziente Palettierung, reduzieren Leerraum im Paketversand und begünstigen automatisierte Abläufe wie Aufrichten, Etikettieren, Verschließen und Kommissionieren. In Kombination mit passenden Einlagen entsteht ein passgenauer Produktschutz bei gleichzeitig ressourcenschonender Materialnutzung.
Definition: Was versteht man unter Wellpappfaltkarton?
Ein Wellpappfaltkarton ist ein Paket, hergestellt aus Wellpappe. Wellpappe ist ein robustes, flexibles und leichtes Material, das durch seine spezielle Konstruktion von gewelltem Papier zwischen zwei geraden Bögen eine hohe Stabilität aufweist. Sein Hauptzweck ist der Schutz und die Sicherheit von Waren während des Transports, der Lagerung und der Ausstellung. Neben dem Materialaufbau bestimmen Innen- und Außenmaße, die Verschlussart und die Ausführung der Klappen die Nutzbarkeit im konkreten Prozess. Verbreitete Papierqualitäten sind unter anderem Testliner und Kraftliner in verschiedenen Grammaturen; die Auswahl beeinflusst Kantenstauchwiderstand, Durchstoßarbeit und Bedruckbarkeit.
Die Struktur besteht aus einer gewellten Mittellage (Welle) und einer oder zwei Deckschichten (Liner). Je nach Einsatzfall kommen einwellige (z. B. E-, B- oder C-Welle) oder zweiwellige Qualitäten (z. B. EB- oder BC-Welle) zum Einsatz. Der Karton wird flach geliefert und beim Gebrauch entlang vorgeprägter Rillen aufgerichtet, verschlossen und bei Bedarf zusätzlich gesichert. Wichtige Kennwerte wie ECT (Kantenstauchwiderstand) und BCT (Druckstabilität der fertigen Schachtel) dienen der Auslegung auf die geforderten Lastfälle. Ergänzend sind Klimaeinflüsse (z. B. 23 °C/50 % r. F.) und der Wasseraufnahme-Wert (Cobb) relevant.
- Typische Grundkonstruktion: FEFCO 0201 (Klebelasche, oben und unten mit Klappen)
- Weitere Varianten: z. B. 0203 (überlappende Klappen) oder 0200 (ohne Deckelklappen)
- Schutzfunktion: Stoßdämpfung, Flächenstabilität und Stapelfähigkeit
- Maßsystem: Unterscheidung von Innenmaß (Passform) und Außenmaß (Palettierung, Regalsysteme)
- Relevante Leistungswerte: ECT/BCT, Durchstoßfestigkeit, Rillqualität, Klebe- und Heftfestigkeit
Produktion von Wellpappfaltkartons
Die Herstellung eines Wellpappfaltkartons erfordert spezialisierte Geräte und Techniken. Zuerst werden Wellpappenbögen produziert, indem ein gewelltes Papierstück zwischen zwei flache Papierstücke geklebt wird. Dieses dreischichtige Material wird dann durch Schneiden, Falten und Kleben in die gewünschte Kartonform gebracht. Der Fertigungsprozess kann durch verschiedene Anpassungen für bestimmte Zwecke variiert werden. In der Regel kommen Stärkeleime an der Wellpappenanlage sowie Dispersions- oder Hotmelt-Klebstoffe in der Weiterverarbeitung zum Einsatz. Nach dem Rillen und Schlitzen erfolgt das Falten und Fügen auf Faltklebemaschinen; Qualitätssicherungsmaßnahmen begleiten die Produktion durch Stichproben, Maßkontrollen und Festigkeitsprüfungen.
Materialqualitäten und Wellenprofile
Die Wahl der Wellenhöhe und -geometrie beeinflusst Dämpfung, Druckfestigkeit und Bedruckbarkeit. Feine Wellen (E) bieten gute Druckbilder und dichte Auflage, mittlere Wellen (B) kombinieren Stabilität und Effizienz, höhere Wellen (C) verbessern die Polsterwirkung. Zweiwellige Kombinationen erhöhen die Stapelfähigkeit und Durchstoßfestigkeit. Zusätzlich bestimmen Papiergrammaturen, Faserqualitäten (Recycling- und Primärfasern) sowie Oberflächenausrüstung die Performance im Anwendungsfall. Für besonders beanspruchte Packgüter werden gelegentlich dickere Liner, hohe Grammaturen oder Kombinationen wie BC- bzw. AC-Welle gewählt.
Zuschnitt, Rillung und Fügung
- Rillen/Ritzen: Vorprägungen erleichtern das saubere Falten und definieren Kanten.
- Stanzen: Für Ausschnitte, Grifföffnungen oder spezielle Konturen.
- Fügen: Klebung an der Seitenlasche ist üblich; alternativ Heftung bei hohen Belastungen.
- Schlitzen/Slotten: Erzeugt Klappen und ermöglicht definierte Verschlusslösungen.
- Verschlussmittel: Klebebänder, Nassklebebänder, Heftklammern oder Umreifungsbänder je nach Lastfall.
Druck und Kennzeichnung
Je nach Anforderung werden Hinweise, Piktogramme oder Produktinformationen im Flexo-, Digital- oder kaschiertem Offsetdruck (Offsetkaschierung) aufgebracht. Markierungen für Handhabung, Chargen oder Retourenprozesse lassen sich prozesssicher integrieren. Neben Logos und textlichen Hinweisen kommen variable Daten, Barcodes (z. B. GS1) und Handling-Symbole zum Einsatz. Die Wahl des Druckverfahrens richtet sich nach Motivumfang, Farbfläche, Auflage und gewünschter Kanten- und Flächenschärfe.
Optionale Funktionsdetails
- Selbstklebestreifen für schnelle Verschlüsse
- Aufreißstreifen und Perforation für erleichtertes Öffnen
- Einlagen und Einsätze zur Fixierung empfindlicher Güter
- Staubklappen, Stecklaschen und Einsteckzungen für definierte Kanten und sauberen Verschluss
- Tragegriffe, integrierte Polsterbereiche oder Kantenverstärkungen für besondere Handhabungsanforderungen
Verwendung von Wellpappfaltkartons in der Industrie
Wellpappfaltkartons haben eine weitreichende Verwendung in vielen Branchen. Sie dienen als primäre Verpackungsmethode für eine Vielzahl von Produkten, von Nahrungsmitteln bis hin zu Elektronik. Darüber hinaus können sie auch für den Display-Verkauf direkt im Laden verwendet werden. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und kosteneffizienten Produktion sind sie eine der meistgenutzten Verpackungsformen in der modernen Industrie. Ergänzend unterstützen sie Fulfillment-Prozesse im E-Commerce, innerbetriebliche Materialflüsse in der Produktion sowie die sichere Bereitstellung in Handel und Distribution.
In der Praxis reichen die Einsatzbereiche von E-Commerce-Versandgut mit retourenfähiger Öffnungs- und Verschlusslösung über Ersatzteil- und Komponentenlogistik bis hin zu Konsumgütern, Druckerzeugnissen und Pharmasekundärverpackungen. Für kurzfristige Bedarfe und Standardformate stehen häufig sofort verfügbare Verpackungen direkt ab Lager bereit, während projektspezifische Lösungen auf definierte Maße, Lastfälle und Transportrouten abgestimmt werden. Auch in mehrstufigen Lieferketten erleichtern standardisierte Außenabmessungen die Palettierung, während inneres Packgut durch Einlagen, Trays oder Lagenpolster anforderungsgerecht fixiert wird.
Auswahlkriterien in der Anwendung
- Güterprofil: Masse, Geometrie, Empfindlichkeit und Oberflächenschutz
- Transportweg: Paketdienst, Sammelgut oder innerbetrieblicher Umlauf
- Umgebungsbedingungen: Luftfeuchte, Temperatur, Stapelzeit
- Prozesse: Automatischer Aufrichter, manuelles Handling, Etikettierung
- Leistungsbedarf: ECT/BCT-Anforderungen, Durchstoß- und Kantenbelastungen
- Maßführung: Innenmaß für Passung, Außenmaß für Palettierung und Laderaumplanung
- Kennzeichnung: Druckbild, Codierung, Retouren- und Chargenrückverfolgung
Normen, Prüfverfahren und Kennwerte
Zur Auslegung von Wellpappfaltkartons werden Prüfwerte der Wellpappe und der fertigen Schachtel herangezogen. Die Kantenstauchprüfung (ECT) und die Kartondruckprüfung (BCT) geben Aufschluss über Stapelfähigkeit und Druckstabilität. Ergänzend sind Ring Crush (Papierfestigkeit), Durchstoßarbeit, Rillqualität und der Cobb-Wert (Wasseraufnahme) relevant. Die Bewertung erfolgt üblicherweise unter definierten Klimabedingungen, da Feuchte und Temperatur das Festigkeitsniveau beeinflussen.
- ECT (Edge Crush Test): Maß für den Kantenstauchwiderstand der Wellpappe
- BCT (Box Compression Test): Druckfestigkeit des aufgebauten Kartons
- Cobb-Wert: Wasseraufnahmeverhalten der Deckschichten
- Rill- und Faltqualität: Saubere Kanten ohne Faserbruch für reproduzierbares Aufrichten
- Klimaeinfluss: Referenzbedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.) für vergleichbare Ergebnisse
Maße, Toleranzen und Volumen
Die Maßführung von Wellpappfaltkartons umfasst Innenmaße (Länge × Breite × Höhe) für die Passung des Packguts und Außenmaße für die Palettierung und Laderaumplanung. Fertigungs- und Materialtoleranzen ergeben sich aus Wellenprofil, Papiergrammaturen und Rillgeometrie. Ein abgestimmtes Verhältnis von Innenmaß, Polsterkomponenten und Verschlusslösung unterstützt einen materialeffizienten Produktschutz und reduziert Transportschäden. Für definierte Ladeeinheiten werden Kartons oft auf gängige Palettenraster ausgelegt, um Stabilität und Flächennutzung zu optimieren.
Lagerung, Handling und Palettierung
Für eine gleichbleibende Qualität ist die richtige Lagerung entscheidend: Wellpappfaltkartons sollten trocken, sauber und vor direkter Feuchte geschützt gelagert werden. Flachliegend angelieferte Zuschnitte sparen Volumen und beschleunigen das Bereitstellen am Packplatz. Beim Aufbau unterstützen eindeutige Rillungen, geeignete Klebe- bzw. Heftverfahren und ein passender Verschluss (z. B. mit Nassklebeband) die Prozesssicherheit. Bei der Palettierung gilt: gleichmäßige Lastverteilung, kreuzweise Lagenbildung und gegebenenfalls zusätzliche Sicherung durch Umreifung oder Stretchfolie, um Kantenbelastungen zu moderieren und die Stapelhöhe sicher zu beherrschen.
Vor- und Nachteile von Wellpappfaltkarton
Die zahlreichen Vorteile von Wellpappfaltkartons liegen in ihrer Vielseitigkeit, Leichtigkeit und Wiederverwertbarkeit. Sie sind individuell anpassbar, was bedeutet, dass sie in einer Reihe verschiedener Größen und Formen hergestellt werden können. Darüber hinaus sind sie leicht und dennoch sehr robust, sodass sie in der Lage sind, eine Vielzahl von Gütern zu schützen. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sie aus erneuerbaren Ressourcen hergestellt und leicht recycelt werden können. Demgegenüber steht der Nachteil, dass sie nicht immer ideal für extrem schwere oder große Gegenstände sind. Des Weiteren sind sie nicht vollständig wasserdicht, was sie für einige Anwendungen ungeeignet macht. In der Praxis helfen eine sorgfältige Auslegung und geeignete Zusatzkomponenten, diese Grenzen zu adressieren und Packmittel sowie Prozessbedingungen aufeinander abzustimmen.
- Belastbarkeit: Gute Kantenstauch- und Stapelfestigkeit im Verhältnis zum Gewicht; Grenzen bei punktförmigen Lasten und sehr hohen Statik-Anforderungen.
- Klimaverhalten: Empfindlich gegenüber anhaltender Feuchte; durch angepasste Qualitäten und Lagerbedingungen mitigierbar.
- Prozessvorteile: Flachliegende Anlieferung spart Raum; schnelles Aufrichten reduziert Durchlaufzeiten.
- Ökologische Aspekte: Hoher Anteil an Faserrecycling möglich; sortenreine Entsorgung unterstützt den Materialkreislauf.
- Gestaltung: Gute Bedruckbarkeit für Kennzeichnung; konstruktive Zusätze ermöglichen funktionsgerechtes Handling.
- Wiederverwendung: Je nach Einsatzfall mehrfache Umläufe möglich; Zustand der Rillkanten und Verschlüsse beachten.
Typische Grenzen und Abhilfen
- Sehr hohe Massen: Einsatz zweiwelliger Qualitäten oder zusätzlicher Einlagen.
- Feuchteexposition: Verwendung geeigneter Leime und Qualitäten, trockene Lagerung.
- Durchstoßrisiko: Verstärkungen, Innenpolster oder Kantenschutz ergänzen den Karton.
- Verschlussfestigkeit: Auswahl passender Klebebänder oder Heftung; zusätzliche Umreifung für längere Transportwege.
- Stapelstabilität: Optimierte Palettierung, Lagenzwischenlagen und definierte Stapelhöhen berücksichtigen.
Zusammenfassung:
- Faltkartons aus Wellpappe sind eine beliebte Wahl für Unternehmen, die Wert auf robuste und gleichzeitig leichte Verpackungslösungen legen.
- Diese Art von Verpackung liefert hervorragenden Schutz für die Produkte, da Wellpappe durch ihre Konstruktion eine hohe Stoßfestigkeit aufweist.
- Zudem sind Wellpappfaltkartons umweltfreundlich und können einfach und effizient recycelt werden, was sie zu einer nachhaltigen Verpackungslösung macht.
- Leistungskennwerte wie ECT/BCT, die richtige Maßführung und geeignete Verschlussmethoden sichern die Funktion im vorgesehenen Einsatz.
- Eine an die Transportbedingungen angepasste Auslegung reduziert Transportschäden, optimiert die Palettierung und unterstützt stabile Logistikprozesse.
Veröffentlicht am 25.07.2024
Letzte Überarbeitung am 21.10.2025 um 13:15 Uhr von Julia Kopp