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Year-Round-Verpackung

Die breite Landschaft der Verpackungsmaterialien bietet eine Vielzahl an Optionen, doch wenige erweisen sich so vielfältig und hervorragend anpassungsfähig wie die Wellpappe. Diese besondere Form der Verpackung präsentiert sich als nützlich im Hinblick auf Ganzjahresverpackungen, im Englischen als Year-Round-Verpackung bekannt. Dank variabler Wellenprofile, unterschiedlicher Papiersorten und gezielter Flächengewichte lässt sich Wellpappe präzise auf Schutzanforderungen, Transportwege und klimatische Bedingungen abstimmen. Ihre gute Bedruckbarkeit, hohe Verfügbarkeit und die Möglichkeit, funktionsgerechte Zuschnitte und Rillungen umzusetzen, machen sie zu einer tragfähigen Basis für robuste, ressourcenschonende Ganzjahreslösungen.

Im Kern geht es bei Year-Round-Lösungen darum, Produkte über wechselnde Klimazonen, Jahreszeiten und logistische Stationen hinweg konstant zu schützen. Die Kombination aus materialgerechter Konstruktion, bedarfsgerechter Polsterung und kontrollierter Klimaführung sorgt dafür, dass Ware unabhängig von Temperatur, Luftfeuchte und mechanischer Beanspruchung zuverlässig ankommt. Ergänzend spielen Faktoren wie Luftzirkulation im Packgut, vorübergehende Zwischenlager in Außenbereichen, Umschlagsprozesse sowie Rückführungen (Retouren) eine Rolle. Ziel ist ein möglichst stabiles Mikroklima im Inneren, verlässliche Stapel- und Kantenstauchwerte und eine Konstruktion, die auch bei jahreszeitlichen Schwankungen reproduzierbar funktioniert.

Damit Year-Round-Verpackungen im Praxisalltag überzeugen, müssen sie die gesamte Lieferkette abbilden: vom Warenausgang über Transportknoten, Zoll- und Konsolidierungsstationen bis zur Anlieferung beim Empfänger. Eine frühe Einbindung von Logistik, Qualitätssicherung und Produktion stellt sicher, dass Packmittel, Packprozesse und Kennzeichnungen aufeinander abgestimmt sind.

Definition: Was versteht man unter Year-Round-Verpackung?

Die Year-Round-Verpackung, also die Verpackung für das ganze Jahr, ist eine spezielle Sorte von Verpackung, die auf die Anforderungen und Bedingungen der unterschiedlichen Jahreszeiten ausgerichtet ist. Ihr fundamentaler Vorteil liegt in ihrer Anpassungsfähigkeit, die eine optimale Leistung zu jeder Jahreszeit ermöglicht. Sie passt sich der individuellen Haltbarkeit, den Umweltbedingungen und dem Versand der Produkte an, unabhängig davon, ob sie hohen Temperaturen im Sommer oder frostigen Bedingungen im Winter ausgesetzt sind. Zentral ist ein Zusammenspiel aus passiver Klimaführung, mechanischer Stabilität und funktionaler Öffnungs- und Verschlusstechnik, das ohne externe Energiezufuhr verlässlich schützt.

Im erweiterten Sinn umfasst der Begriff alle konstruktiven und materialtechnischen Maßnahmen, die eine gleichbleibende Schutzfunktion über das Jahr sicherstellen. Dazu zählen Temperatur- und Feuchtemanagement, Stoß- und Vibrationsschutz, geeignete Verschlusstechniken sowie eine eindeutige Kennzeichnung für Transport und Lagerung. Ebenso wichtig sind definierte Toleranzen, eine saubere Verarbeitungsqualität (Rillung, Schlitzung, Verklebung) und die Beachtung von Lagerbedingungen (z. B. Vorkonditionierung der Wellpappe), damit die Schutzziele über den gesamten Zyklus eingehalten werden.

  • Temperaturbereich: Auslegung auf typische Sommer- und Winterspannen entlang der Lieferkette, inklusive kurzfristiger Peaks beim Umschlag.
  • Feuchteschutz: Umgang mit Kondensation, hoher relativer Luftfeuchte oder trockener Winterluft; ggf. Feuchtepuffer einplanen.
  • Mechanische Stabilität: ausreichende Druck-, Stapel- und Kantenstauchwerte für wechselnde Lagerbedingungen und variable Stapelhöhen.
  • Isolationsgrad: optional thermisch wirkende Inlays oder mehrlagige Aufbauten zur Trägheit des Innenklimas.
  • Verschluss und Öffnung: sicherer Verschluss, manipulationsarme Ausführung, saubere Öffnungsführung etwa über Abreißfäden oder Perforationen; eindeutige Kennzeichnung für Erstöffnung.
  • Nachhaltigkeit: materialeffiziente, recyclingfähige Lösungen mit möglichst wenigen Verbundmaterialien und hoher Wiederverwertbarkeit.
  • Rückverfolgbarkeit: eindeutige Kennzeichnungen, Chargeninformationen und Handling-Symbole zur sicheren Anwendung über das Jahr.

Für die Passform gilt: Eine präzise Dimensionierung reduziert Bewegungen im Inneren, minimiert Kollisionsrisiken und verbessert die Stapelstabilität. Siehe hierzu weiterführende Hinweise zu praxisgerechten Abmessungen und Toleranzen. Maßgeblich sind eine klare Definition von Innen- und Außenmaß, funktionale Toleranzfenster für Inlays sowie die Abstimmung mit dem Kantenstauchwiderstand (ECT) und der Stapelfestigkeit (BCT), damit auch bei Feuchte- und Temperaturwechseln genügend Sicherheitsreserven verbleiben.

Anwendungsbereiche der Year-Round-Verpackung

Jede Branche kann die Vorteile der Year-Round-Verpackung nutzen. Sie bietet sich besonders in jenen Branchen an, wo Jahreszeitbedingungen eine Rolle spielen und die Qualität der Produkte beeinflussen könnten. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, Pharmaindustrie oder der Einzelhandel sind nur einige Beispiele, wo die Year-Round-Verpackung zum zentralen Bestandteil des Verpackungsprozesses geworden ist. Hinzu kommen temperatur- und feuchteempfindliche Industriegüter, saisonal schwankende E-Commerce-Ströme sowie empfindliche Konsumgüter, die über weite Strecken transportiert werden.

  • Lebensmittel und Getränke: Schutz vor Hitze im Sommer (Schmelzen, Qualitätsverlust) und vor Frost im Winter (Textur- und Geschmacksveränderungen); ggf. Trennebenen zur Luftzirkulation.
  • Pharma und Healthcare: stabile Bedingungen für temperaturempfindliche Präparate, Schutz vor Licht, Feuchte und mechanischen Einflüssen; klare Kennzeichnung für Handlings- und Lagerhinweise.
  • Einzelhandel und E-Commerce: saisonal schwankende Transportwege, variable Lagerklimata, Spitzenlasten in Herbst/Winter; modulare Inlays zur Anpassung von Volumen und Polstergrad.
  • Elektronik: Vermeidung von Kondensation beim Temperaturwechsel, stoß- und vibrationsdämpfende Einlagen, ggf. antistatische Ausführung zur Reduzierung elektrostatischer Risiken.
  • Kosmetik und Pflege: Schutz der Primärbehälter vor Bruch, Auslaufen oder Geruchsübertragung bei Temperaturschwankungen; wertige, funktionale Bedruckung für Kennzeichnung.
  • Industriekomponenten und Ersatzteile: robuste Ausführung für wechselnde Außenlagerung, Umschlag und Langzeitlager; definierte Stapelhöhen und Palettenkonzepte.
  • Frischelogistik: Verpackungen mit Luftführung für Obst, Gemüse oder Molkereiprodukte, um Feuchtespitzen und Kondensation kontrolliert abzuleiten.
  • Chemische Produkte: sichere Aufnahmen für Primärgebinde, Auslaufschutz und temperaturverträgliche Inlays, die monomaterialnah ausgelegt sind.
  • Möbel und Heimtextilien: großvolumige Formate mit Kanten- und Flächenschutz, dimensionsstabile Lösungen bei saisonal schwankender Luftfeuchte.

Gemeinsam ist diesen Anwendungsfeldern die Notwendigkeit, Transporte, Zwischenlager und Retourenprozesse über das ganze Jahr sicher zu beherrschen. Eine modulare Auslegung mit variablen Inlays ermöglicht, saisonale Spitzen oder außergewöhnliche Wetterlagen gezielt abzufedern. Standardisierte Grundkonstruktionen mit klaren Erweiterungsoptionen (z. B. thermische Einsätze) erleichtern die Skalierung, reduzieren Komplexität im Packprozess und unterstützen stabile Durchlaufzeiten.

Erschaffung der Year-Round-Verpackung

Die Herstellung der Year-Round-Verpackung erfordert Erfahrung, Kenntnisse und Expertise über die spezifischen Herausforderungen aller Jahreszeiten. Diese speziellen Verpackungslösungen beinhalten in vielen Fällen erweiterte Schutzschichten, z. B. Thermobeschichtung für erhöhte Isolationseigenschaften. Solche einfallsreichen Produktlösungen sind entscheidend, um den Anforderungen der verschiedenen Jahreszeiten gerecht zu werden und die Qualität der Produkte durchgehend hoch zu halten. Ebenso relevant sind saubere Rillbilder, belastbare Klebungen, passgenaue Zuschnitte und definierte Feuchtegehalte der Papiere, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.

In der Praxis geschieht die Auslegung schrittweise:

  1. Anforderungsprofil: Produktempfindlichkeiten (Temperatur, Feuchte, Stoß), Haltbarkeitsziele, Transportdauer und -modi klären; klimatische Profile der Route und typische Umschlagspunkte einbeziehen.
  2. Materialwahl: geeignete Wellpappensorten (z. B. E-, B-, C-, BC-Welle), Papiersorten und Flächengewichte bestimmen; Feuchtebeständigkeit, Rezyklatanteil und Bedruckbarkeit berücksichtigen.
  3. Konstruktion: passender FEFCO-Typ, funktionsgerechte Öffnung, Trage- und Verschlusselemente, ggf. integrierte Polster; Toleranzen für Inlays und Halterungen definieren.
  4. Zusatzfunktionen: thermische Inlays, Feuchteschutz (z. B. Trockenmittel), dämpfende Zwischenlagen oder Fixierelemente; falls nötig antistatische oder lichtechte Ausführungen.
  5. Validierung: klimatische und mechanische Prüfungen (z. B. Kantenstauch-, Stapel- und Falltests, Kondensationsszenarien), Vorkonditionierung der Proben; Datenerfassung mittels Loggern zur Bewertung der Temperatur- und Feuchteverläufe.
  6. Industrialisierung: Toleranzen, Fertigungskonzept, Packanweisungen und Qualitätskontrollen definieren; Wareneingangsprüfungen und stichprobenartige Funktionsprüfungen in der Serie verankern.

Wesentliche Qualitätskennzahlen sind unter anderem ECT/BCT für die Stapelfestigkeit, Feuchteaufnahme, der Cobb-Wert sowie das Verhalten nach klimatischen Wechselbelastungen. Ergänzend liefern RCT/FCT und Durchstoßwiderstand Hinweise auf die Festigkeit im Handling. Eine klare Kennzeichnung mit Handlingshinweisen erleichtert die sichere Anwendung in Logistik und Lager und minimiert Fehlbelastungen, die bei Jahreszeitwechseln verstärkt auftreten können.

Klimaprofile und Prüfmethoden

Für Year-Round-Verpackungen empfiehlt sich die Abbildung realistischer Klimaprofile, die typische Sommer- und Winterextreme, Übergangszeiten sowie schnelle Temperaturwechsel am Umschlag berücksichtigen. Prüfungen unter kontrollierten Bedingungen sowie Kondensations- und Vereisungsszenarien helfen, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und die Konstruktion gezielt nachzuschärfen.

Dokumentation und Packanweisung

Eine präzise Packanweisung mit Hinweisen zu Vorlagerung der leeren Verpackungen, Einbringen von Inlays, Verschlussfolge und Kennzeichnung sichert die Reproduzierbarkeit. Ergänzend sind Lagerbedingungen (Temperatur- und Feuchtefenster) sowie maximale Stapelhöhen und Palettierungspläne festzulegen.

Vor- und Nachteile von Year-Round-Verpackung

Die Year-Round-Verpackung hat viele Vorteile. Sie bietet Schutz für Produkte, unabhängig von den Umgebungsbedingungen. Die Anpassungsfähigkeit dieser Verpackungen ermöglicht es Unternehmen, eine bestimmte Verpackung das ganze Jahr über bequem zu nutzen. Andererseits können die Initialkosten für die Entwicklung und Herstellung von Year-Round-Verpackungen höher sein. Doch da sie die Produktsicherheit gewährleisten und Schäden auf ein Minimum reduzieren und so mittelfristig Kosten sparen, stellt sie eine lohnende Investition dar. Zusätzlich profitieren Prozesse von geringerer Variantenvielfalt und stabileren Durchlaufzeiten, was Planung und Beschaffung vereinfacht.

  • Vorteile: verringerte Variantenvielfalt, vereinfachte Lagerhaltung, konstante Qualität, geringere Schadensquoten, bessere Planbarkeit in Spitzenzeiten, klare Packprozesse und wiederholbare Ergebnisse.
  • Herausforderungen: potenziell höherer Materialeinsatz, steigendes Packgewicht bei Zusatzisolierung, Mehraufwand in der Entwicklung und Validierung, Bedarf an konsequenter Qualitätsüberwachung.
  • Ausgleichsmaßnahmen: modulare Inlays, saisonale Add-ons, monomateriale Ansätze zur verbesserten Recyclingfähigkeit, gezielte Reduktion von Verbundmaterialien.
  • Einsatzgrenzen: sehr enge Temperaturfenster oder gesetzlich regulierte Kühlketten erfordern ggf. zusätzliche aktive Maßnahmen außerhalb rein passiver Wellpappenkonzepte.

In der Abwägung lohnt ein Blick auf Gesamtkosten über den Lebenszyklus: reduzierte Transportschäden, weniger Retouren und eine stabile Prozessqualität stehen den initialen Entwicklungsaufwänden gegenüber. Werden Prüf- und Packprozesse standardisiert und dokumentiert, lassen sich die Investitionen in Entwicklung durch geringere Reklamationen und eine robustere Supply Chain kompensieren.

Praxis-Tipps für die Umsetzung

Für die Auslegung einer Year-Round-Verpackung haben sich folgende Vorgehensweisen bewährt: frühzeitige Definition von Klimaprofilen, realitätsnahe Prototypentests, klare Toleranzketten zwischen Verpackung und Produkt sowie eine enge Abstimmung mit Logistikpartnern. Zusätzlich sollten Packhilfsmittel, Verschlusssysteme und Druckbilder auf Lesbarkeit unter wechselnden Licht- und Feuchtebedingungen ausgelegt sein.

  • Pufferzonen: kleine Spielräume zwischen Produkt und Inlay minimieren Reibung und Stoßspitzen, ohne die Luftzirkulation zu blockieren.
  • Feuchtemanagement: Trockenmittel und atmungsaktive Zwischenlagen gezielt einsetzen, um Kondensation und Feuchteakkumulation zu begrenzen.
  • Materialmix: wenn möglich monomateriale Lösungen favorisieren; unvermeidbare Verbunde so gestalten, dass sie sortier- und trennfreundlich bleiben.
  • Handling: deutliche Piktogramme und Öffnungshilfen einplanen, um Fehlbelastungen beim Öffnen und Tragen zu reduzieren.
  • Lagerung: leere und befüllte Verpackungen innerhalb definierter Temperatur- und Feuchtefenster vorkonditionieren und lagern.

Nachhaltigkeitsaspekte

Year-Round-Verpackungen auf Wellpappebasis können durch hohe Rezyklatanteile, materialeffiziente Konstruktionen und den Verzicht auf unnötige Verbundschichten zur Ressourcenschonung beitragen. Eine klare Trennung von Zusatzmaterialien, reduzierte Farbaufträge und die Optimierung von Zuschnittplänen verringern Materialverbrauch und erleichtern die Wiederverwertung. Gleichzeitig unterstützt eine stabile Ganzjahresauslegung die Vermeidung von Transportschäden und damit verbundene Folgekosten und Umweltbelastungen.

Zusammenfassung:

  • Year-Round-Verpackung kennzeichnet Verpackungen, die das ganze Jahr über genutzt werden können, unabhängig von Saison oder bestimmten Anlässen.
  • Diese sind besonders vorteilhaft für Unternehmen, die nach universell einsetzbaren und wirtschaftlichen Verpackungslösungen suchen, da sie nicht auf spezielle Ereignisse angewiesen sind.
  • Wellpappe eignet sich hervorragend für Year-Round-Verpackungen, da sie robust, flexibel und einfach zu bedrucken ist, was eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten und den Gebrauch zu jeder Jahreszeit ermöglicht.
  • Entscheidend sind eine präzise Auslegung auf Temperatur-, Feuchte- und Stoßprofile sowie eine valide Prüfung unter realistischen Bedingungen.
  • Mit modularen Elementen lässt sich die Schutzwirkung saisonal feinjustieren, ohne die Grundkonstruktion zu ändern.
  • Standardisierte Packprozesse, klare Kennzeichnungen und dokumentierte Toleranzen sichern Reproduzierbarkeit über wechselnde Jahreszeiten hinweg.

Veröffentlicht am 07.07.2024
Letzte Überarbeitung am 17.10.2025 um 11:27 Uhr von Manuel Hofacker

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