Sofortkontakt
Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen
Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail
info@wellstar-packaging.de
Altpapiersammlung
Die Altpapiersammlung spielt eine zentrale Rolle im Zyklus der Papierindustrie, insbesondere wenn es um die Herstellung von Wellpappe geht. Als großer Bereich der Abfallwirtschaft trägt sie dazu bei, den Bedarf der Papierindustrie an wiederverwendbaren Materialien zu decken und die Umweltauswirkungen der Branche zu minimieren. Durch die geordnete Erfassung entsteht ein kontinuierlicher Strom an Sekundärfasern, der in der Produktion von Wellpappenrohpapieren (Decken- und Wellenpapieren) eine tragende Funktion einnimmt und die Kreislaufwirtschaft messbar stärkt.
Sie schließt Stoffkreisläufe, reduziert Primärrohstoffverbrauch und senkt Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Indem sortenreines Papier und Kartonagen getrennt erfasst werden, entstehen hochwertige Sekundärfasern, die in vielen Papierqualitäten – bis hin zu Decken- und Wellenpapieren – eingesetzt werden können. Ergänzend stabilisiert eine gut organisierte Altpapiersammlung die Versorgung von Papierfabriken, vermeidet Engpässe und verbessert die Planbarkeit von Produktionskapazitäten für Verpackungen aus Wellpappe.
Definition: Was versteht man unter Altpapiersammlung?
Unter Altpapiersammlung versteht man die organisierte Sammlung von altem Papier und Pappe, mit dem Ziel, wertvolle Rohstoffe wiederzuverwerten. Dies betrifft alle Arten von Papier und Pappe, auch alte Zeitungen, Kartons und natürlich Wellpappe. Neben der reinen Erfassung umfasst der Begriff auch Aspekte wie getrennte Bereitstellung, logistische Bündelung, Dokumentation der Materialströme und die Zuführung zu anerkannten Aufbereitungs- und Recyclingprozessen.
Zum erfassten Materialspektrum zählen üblicherweise:
- Druckerzeugnisse: Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren, Kataloge, Büro- und Kopierpapier, Bücher (gegebenenfalls entleimt bzw. ohne Einband), Flyer und Beilagen aus holzhaltigen oder holzfreien Qualitäten.
- Verpackungspapiere und Kartonagen: Faltschachteln, Versandkartons, Wellpappzuschnitte, Umverpackungen, Zwischenlagen, Hülsenpappe sowie sortenreine Wellpappreste aus Produktion und Konfektion.
- Sonstige papierbasierte Materialien: Briefumschläge ohne Kunststofffenster, Papiertüten, papierbasierte Beileger, Schreibpapiere ohne Beschichtungsfilme, Aktenpapier (ggf. geschreddert) ohne Plastikbestandteile.
Nicht geeignet sind stark verschmutzte oder nasse Papiere, Hygienepapiere, Verbundmaterialien mit hohem Kunststoff- oder Metallanteil (z. B. beschichtete Getränkekartons ohne entsprechende Spezialerfassung) sowie selbstdurchschreibende, thermosensitive (Thermopapiere wie Kassenbons) oder stark beschichtete Papiere. Solche Störstoffe beeinträchtigen die Qualität der Sekundärfasern, erhöhen den Sortieraufwand und können die Prozessstabilität in der Aufbereitung nachteilig beeinflussen.
Ablauf und Organisation der Altpapiersammlung
Die Altpapiersammlung erfolgt in der Regel in speziellen, dafür vorgesehenen Behältern oder Tonnen. Diese werden zu bestimmten Zeiten von der lokalen Abfallwirtschaft abgeholt oder können auch zu kommunalen Sammelstellen gebracht werden. Im Anschluss wird das gesammelte Papier sortiert, gebündelt und an entsprechende Aufbereitungsunternehmen geliefert, wo es recycelt und in den Produktionskreislauf zurückgeführt wird. In gewerblichen Betrieben kommen zusätzlich Presscontainer, Gitterboxen oder Ballenpressen zum Einsatz, um Transportwege zu optimieren, Volumen zu verdichten und die Materialqualität (z. B. trocken, sauber, sortenrein) stabil zu halten.
Sammelsysteme: Hol- und Bringsystem
Kommunen und Entsorgungsbetriebe setzen meist auf ein Holsystem (Papiertonne, Straßensammlung) und ergänzend auf Bringsysteme (Depotcontainer, Wertstoffhöfe). Gewerbliche Erzeuger nutzen häufig separate Containerlösungen mit angepassten Abholintervallen. Entscheidend für eine hohe Qualität ist die getrennte Erfassung papierbasierter Materialien ohne Vermischung mit Restabfällen. Für Betriebe mit hohem Versandaufkommen (z. B. E-Commerce, Logistikzentren) bewährt sich eine innerbetriebliche Trennung zwischen Wellpappkartonagen und grafischen Papieren, um die Ausbeute an wellpappgeeigneten Fraktionen zu maximieren.
Sortierung, Qualitätsklassen und Bündelung
In Sortieranlagen werden die gemischten Fraktionen mechanisch und optisch getrennt. Kartonagen und Wellpappe werden meist als eigene Fraktion abgetrennt, grafische Papiere – je nach Reinheit – Deinking-fähigen Qualitäten zugeführt. Entfernt werden Störstoffe wie Kunststoffe, Metallteile, Folien oder beschichtete Materialien. Anschließend wird das Material zu Ballen gepresst und qualitätsgesichert (z. B. Prüfung auf Feuchte, Störstoffanteil, Faserzusammensetzung) an Papierfabriken geliefert. Häufig erfolgt die Sortierung in Anlehnung an marktübliche Spezifikationen, damit die späteren Wellpappenrohpapierqualitäten gleichmäßig reproduzierbar sind.
Aufbereitung und Recyclingprozess
In der Faseraufbereitung werden die Papierballen im Pulper aufgelöst. Sieb- und Reinigungsstufen entfernen Fremdstoffe; bei grafischen Qualitäten kommt das Deinking (Austreiben von Druckfarben) hinzu. Für die Produktion von Decken- und Wellenpapieren (Testliner und Wellenstoff) werden spezifische Stoffströme mit definierten Reinheitsanforderungen eingesetzt. Prozesswasser wird in Kreisläufen geführt, Fasern werden schonend dispergiert, und der Feinanteil wird kontrolliert, um gleichmäßige Flächengewichte sowie stabile mechanische Kennwerte der späteren Wellpappe zu erreichen.
Qualitätseinflüsse und Best Practices
- Trocken lagern: Feuchtigkeit erhöht Masse, senkt aber Faserertrag und Qualität. Zudem steigt das Risiko von Schimmelbildung und Geruchsbelastung.
- Störstoffe minimieren: Klebebänder, Folienfenster, Heftklammern möglichst entfernen. Auch Verbunde und Nassfeste-Beschichtungen gezielt aussortieren.
- Sortenrein sammeln: Kartonagen getrennt von grafischen Papieren verbessert die Ausbeute und reduziert Deinking-Aufwand.
- Verdichtung: Bündeln oder flach falten erleichtert Transport und Sortierung; Ballenpressen sorgen für effiziente Logistik.
- Transparente Prozesse: Kennzeichnen der Sammelstellen, Schulung von Mitarbeitenden und regelmäßige Stichprobenkontrollen erhöhen die Konstanz.
- Materialfluss dokumentieren: Wiegescheine, Feuchtemessungen und Reklamationsmanagement sichern eine nachvollziehbare Qualität.
Die Rolle der Altpapiersammlung in der Welt der Wellpapp-Produktion
Die Altpapiersammlung ist von zentraler Bedeutung für die Produktion von Wellpappe. Da diese nahezu vollständig aus recyceltem Papier hergestellt wird, ist sie stark auf die Menge an gesammeltem Altpapier angewiesen. Darüber hinaus trägt die Wiederverwendung von Altpapier dazu bei, den Ressourcenverbrauch in der Branche zu reduzieren und so ihre ökologische Bilanz zu verbessern. Eine stabile Erfassung und Sortierung wirkt sich direkt auf Prozesssicherheit, Maschinenlaufzeiten und Ausschussquoten in Wellpappenwerken aus.
Für die Herstellung von Wellpappenrohpapieren kommen überwiegend Sekundärfasern zum Einsatz: Testliner (Deckenpapier) und Wellenstoff bestehen weitgehend aus recyceltem Material. Je nach geforderter Festigkeit, Oberflächenqualität oder Feuchtigkeitsbeständigkeit kann ein Anteil an Frischfasern hinzukommen, um Faserverkürzungen auszugleichen und mechanische Kennwerte zu stabilisieren. Eine konstant hohe Sammel- und Sortierqualität wirkt sich deshalb direkt auf Steifigkeit, Durchstoßarbeit und Weiterreißlänge der Endprodukte aus. Ebenso beeinflusst sie Kantenstauchwiderstand (ECT), Berstfestigkeit, Falzbarkeit und die Klebperformance an der Wellpappenanlage.
Auch aus ökologischer Perspektive ist die Erfassung essenziell: Sie verringert Deponievolumen, reduziert den Energiebedarf gegenüber Primärfaserherstellung und unterstützt Unternehmen dabei, zirkuläre Materialströme umzusetzen. In der Praxis profitieren vor allem Verpackungsanwendungen mit hohen Mengenschwankungen, da recycelte Rohpapiere – bei ausreichender Sammelqualität – eine verlässliche Basis für bedarfsgerechte Produktion bilden.
Vor- und Nachteile der Altpapiersammlung
Ein großer Vorteil der Altpapiersammlung ist die Schonung natürlicher Ressourcen – vor allem von Holz. Durch die Wiederverwendung von Papier in der Produktion kann der Bedarf an neuem Holz gesenkt werden. Zudem reduziert das Recycling von Papier die Menge an Abfall und damit das Volumen von Deponien. Ein Nachteil kann jedoch die Qualität des wiedergewonnenen Papiers sein. Da bei jedem Recyclingprozess die Fasern kürzer werden, kann das Papier nach mehreren Zyklen an Stabilität verlieren. Aus diesem Grund wird die Altpapiersammlung und das Recycling in der Regel mit der Verwendung von neuen Fasern kombiniert, um eine hohe Qualität der Produkte zu gewährleisten. Zusätzlich können Schwankungen beim Störstoff- und Feuchtegehalt die Verarbeitung erschweren und Anpassungen in der Stoffaufbereitung erfordern.
- Vorteile: Ressourcenschonung, geringere Emissionen in der Herstellung von Recyclingpapieren, Entlastung von Deponien, Versorgungssicherheit für Papierfabriken, planbare Stoffströme; Förderung geschlossener Materialkreisläufe in der Verpackungsindustrie.
- Herausforderungen: Qualitätsstreuungen durch Störstoffe, Feuchte und Vermischungen; Faserverkürzung nach mehreren Umläufen; schwankende Verfügbarkeit und Preisvolatilität; unterschiedliche Sammelstandards und lokale Logistikbedingungen.
- Qualitätssicherung: Saubere Trennung an der Quelle, angepasste Sammellogistik, regelmäßige Kontrollen in Sortieranlagen erhöhen die Konstanz der Sekundärfaserqualität; standardisierte Spezifikationen und Feuchtemessungen stabilisieren die Papierproduktion.
Rechtliche und normative Einordnung
Die Einordnung und Vermarktung von Altpapier orientiert sich an etablierten Qualitätsdefinitionen, die eindeutige Sortenbeschreibungen und Grenzwerte für Störstoffe vorsehen. Im betrieblichen Kontext werden Erzeuger- und Abfallnachweise geführt, um Materialströme transparent zu dokumentieren. Für Verpackungspapiere sind eindeutige Zuordnungen hilfreich, damit Wellpappenrohpapierhersteller die geeigneten Fraktionen mit konsistenter Faserzusammensetzung beziehen können.
Einfluss auf Produkteigenschaften von Wellpappe
Die Qualität der Altpapiersammlung beeinflusst direkt die Eigenschaften von Wellpappe: Faserlänge und Reinheit wirken auf ECT/BCT, die Feuchteaufnahme (Cobb) und die Bedruckbarkeit. Ein niedriger Störstoffanteil verbessert die Leimhaftung an der Welle, die Rillbarkeit und die Planlage. Umgekehrt können hohe Fein- und Ascheanteile oder unerwünschte Beschichtungen die Festigkeitswerte mindern und Nacharbeiten in der Verarbeitung erhöhen.
Praxisbeispiele und Anwendungsszenarien
In E-Commerce- und Fulfillment-Umgebungen fallen große Mengen an Kartonagen aus Wareneingang und Retouren an. Werden diese getrennt von grafischen Papieren gesammelt, erhöhen sich Reinheit und Ertrag wellpappgeeigneter Fraktionen. Produktionsbetriebe mit Zuschnittresten aus Wellpappe profitieren von innerbetrieblichen Sammelinseln, klaren Beschriftungen und kurzen Wegen zur Pressstation – so bleiben die Fasern trocken, sauber und sortenrein verfügbar.
Kennzahlen und Prüfungen entlang der Kette
Relevante Kennzahlen in der Praxis sind Feuchtegehalt, Störstoffanteil, Ballendichte und Sortenreinheit. Regelmäßige Sichtkontrollen, Feuchtemessungen und Stichprobenprüfungen unterstützen die Konstanz. Auf Papierwerkseite werden zusätzlich Parameter wie Flächengewicht, Dicke, Weiterreißlänge und Kantenstauchwiderstand überwacht, um die Zielwerte für spezifische Verpackungsanwendungen sicherzustellen.
Zusammenfassung:
- Die Altpapiersammlung begünstigt die Wiederverwendung von Abfallmaterialien und spart so natürliche Ressourcen. Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die nachhaltige Lösungen zur materialspezifischen Trennung und Wiederverwertung anstreben.
- Wellpappe, ein oft wiederverwendetes Material, spielt eine bedeutende Rolle in diesem Prozess. Durch die Sammlung von Altpapier können Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe benötigen, von den Kosten- und Umweltvorteilen profitieren.
- Letztlich bildet die Altpapiersammlung eine tragende Säule in der Kreislaufwirtschaft und ermöglicht es den Unternehmen, ihre ökologische Verantwortung wahrzunehmen und gleichzeitig wirtschaftlich zu agieren.
- Für einen praktischen Überblick über gängige Lösungen bietet die übersichtliche Auswahl sofort verfügbarer Verpackungen ab Lager einen Anknüpfungspunkt, um Einsatzfelder und Anforderungen besser einzuordnen.
- Entscheidend für stabile Qualitäten sind sortenreine Erfassung, trockene Lagerung und die konsequente Reduktion von Störstoffen – dadurch steigt der Faserertrag und die Materialperformance der daraus hergestellten Papiere.
- Eine abgestimmte Logistik mit passenden Behältern, klaren Kennzeichnungen und regelmäßigen Qualitätschecks erhöht die Konstanz der Fraktionen und unterstützt die effiziente Produktion von Wellpappenrohpapieren.
- Durch transparente Prozesse und standardisierte Spezifikationen lassen sich Schwankungen reduzieren, wodurch Wellpappe mit definierten Festigkeits- und Oberflächenanforderungen verlässlicher hergestellt werden kann.
Veröffentlicht am 09.05.2025
Letzte Überarbeitung am 08.01.2026 um 10:46 Uhr von Manuel Hofacker